Quidquid agis, prudenter agas …

Das Gute vorweg: Sie müssen nicht Pirat, Politiker, evangelischen oder katholischen Glaubens sein, um so etwas wie Twitter, Facebook, Google+, ADN (…) doof zu finden. Sie müssen nicht mal studiert haben, egal ob etwas naturwissenschaftliches, Jus oder gar Theologie.
Aber es erleichtert die Sache ungemein.

Einigermaßen angefressen und mit Augenreiben sitze ich am Rechner und lasse, noch bevor Ostern (das ja nie in uns verklingt!), ganz verklungen ist, Reaktionen im Netz auf mich wirken. Mein Trost: Dienstag werden wir alle mehr oder weniger wieder im Alltag stecken.
Und vielleicht die Chance haben, dieses Ostern 2014 zu verdauen.
Noch ist Ostern nicht verklungen. Und ich ziehe eine für mich verheerende traurige Bilanz.

Im einen Netzwerk werden Menschen, die gläubig sind, als psychiatrisch behandlungsdürftig klassifiziert. (Stichwort: „Wahnvorstellung” – weitere Auslegung Ihnen überlassen, wobei es um den zentralen Aspekt des Christentums geht, Tod und Auferstehung.)
Im anderen Netzwerk posten Menschen unter dem Hashtag #LadekabelTheologie Bibelstellen, freuen sich und kassieren Kritik, weil das dem Glauben und den damit verbundenen Feierlichkeiten an Karfreitag nicht angemessen ist. Wenn Sie #Ladekabeltheologie nicht kennen, schauen sie hier zu einer Übersicht, und hier zu einer Wertschätzung, die ich durchaus teile.

Ich kann das derzeit noch nicht richtig einordnen, ich bin nur entsetzt. Über Reaktionen und Urteile.

… et respice finem.

Mag sein, dass die Ladekabeltheologie daneben war. Ich kann es nicht einschätzen, sehe es aber wie Pater Maurus Runge OSB.

Auch ich habe die Bibel bemühen müssen. Tatsächlich.
Manches ist eingeschliffen und nach Jahren nicht mehr präzise abrufbar und zitierbar.

Und mal ehrlich: Ist uns allen manchmal das Ladekabel nicht näher als dieser Gekreuzigte?
Alleine deswegen fand ich es gut, sich an Karfreitag mit #Ladekabeln zu beschäftigen.
Schade, dass das der eine oder andere Lutheraner oder Katholik nicht so sah.

Was die psychiatrische Behandlungsbedürftigkeit angeht: Diesem User, den ich persönlich kenne und ihn sogar schätze, verspreche ich, Veganer zu werden, wenn sich dieser Weg des Osterlamms als grundsätzlich falsch erweisen sollte. Und ich werde heiß und innig für den Veganismus und für psychiatrische Behandlung von Gläubigen – auch der Veganismus-Gläubigen – einsetzen.
(Kenner wissen um die feine Ironie und den Sarkasmus, den ich in diesen letzten Satz eingefügt habe.)

Ich erinnere meiner Zeit im Nikolauskloster, als unser Rektor, Pater Heinrich Mayer OMI, morgens vor uns stand und in seinen Tagesansprachen (mit Diensteinteilung und Kritik, wenn es nicht so lief, wie er sich das dachte) immer eines mit auf den Weg gab: Christsein nicht nur in der Kirche leben, sondern auch im Alltag.

Und respektiere ich Euch alle. Auch jetzt und gerade jetzt wieder.

Ich habe meine Haltung wieder.
Frohe Ostern!

In der Kategorie Allgemein, Kirche, Netzpolitik am 21.04.14 um 00:01 Uhr veröffentlicht.
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Alle Jahre wieder …

… kommt die Diskussion ums Tanzverbot an den Stillen Feiertagen.
Sie kommt so pünktlich wie das Amen in der Kirche, so pünktlich wie das Weihnachtsfest und so pünktlich wie der Karfreitag.

Meine Meinung

Das Tanzverbot sorgt seit Jahren für Widerspruch bei eher weltlich geprägten Menschen. Ich verdenke ihnen das nicht. Meine Timeline bei Twitter und ADN eskaliert an Karfreitag, weil Menschen, die das ganze Jahr nicht tanzen, an Karfreitag unbedingt tanzen wollen.

Genug der Polemik.

Also. Es gibt diese Verzahnung zwischen Politik und Kirche. Die Politik, das Gesetz, schützt Feiertage, die kirchlicherseits als besonders schützenswert deklariert sind. Dass das so kam, ist letztendlich den Vätern des Grundgesetzes geschuldet, die sich nach einem furchtbaren Krieg auf die Wurzeln ihres Weltbildes verständigten. Ich stelle fest, dass die Auffassung heute eine andere ist. Die Zeiten und wir ihn ihnen haben uns geändert. Gegeben!

Die Welt in toto ist säkularer geworden. Dagegen habe ich fast nichts einzuwenden. Auch ich freue mich, wenn ich in Berlin am Ostbahnhof an einem Sonntag in einem Discounter einkaufen kann. Ich freue mich – auch wenn ich weiß, dass hier Menschen an einem Sonn- oder Feiertag arbeiten. Die Gewerkschaften, bitte. Da muss ein gesellschaftlicher Konsens her. Ein Konsens, dem ich mich auch nicht verweigern würde. Weil ich selber oft genug in meinem Leben an einem Sonntag gearbeitet habe oder arbeite. Bei mir war da mehr Freiwilligkeit vorhanden als der Zwang.

Dennoch erachte ich ein Feiertagsgebot für wichtig. Ruhe- und Feiertage sind wichtig für uns Menschen. Ich bin sogar so frei, dass ich sage: Jeder soll sich seinen Ruhetag nehmen können, wann er will. Ich bin als Freiberufler meistens in der Lage, mir diese Auszeit zu nehmen, wann ich sie brauche. Meistens.
Viele Menschen sind dazu nicht in der Lage, weil sie in abhängiger Beschäftigung sind. Ein anderes Thema. Gebe ich zu.
Und doch spielt genau diese Überlegung in die Richtung des Tanzverbot hinein.
Klar sehe ich auch die Aussage von Jesus: „Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen gemacht und nicht der Mensch um des Sabbats willen.” (zitiert nach Markus, 2,27)

Mittlerweile sind es nicht mehr die Piraten, die mich wegen des „Tanzverbotes” langweilen. Es ist vielmehr der fehlende Respekt. Der Respekt vor Andersdenkenden. Ja, wir müssen dringend drüber reden, dass Juden, Moslems, Hindus und alle anderen ihre Feiertage feiern können. Und die Physiker, Biologen, Chemiker ebenso.

Dennoch, auch wenn ich mich nun im Widerspruch zu Markus 2,27 befinde, der Sabbat (Feiertag) ist für den Menschen da. Das sollten wir in der Diskussion nicht vergessen. Und wir sollten alle daran guttun, den Menschen und seine Gefühle zu respektieren.

Zuletzt können wir in der unseligen Debatte um Feiertage und Tanzverbot vielleicht auch eine Aussage berücksichtigen, die einer meiner Follower machte: „ Nein, es ist nicht die Kirche. Es ist der Staat. Es gibt auch nichtchristliche Feiertage mit Tanzverbot (Volkstrauertag).”

Ich empfehle zudem den Artikel von Felix Neumann.

In der Kategorie Abseits, Kirche, Religion, Twitter am 19.04.14 um 16:29 Uhr veröffentlicht.
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#LadekabelTheologie – oder: Spaß haben und katholisch sein

Sei katholisch, habe Spaß dabei und … übersetze die Bibel in Tweets. Was auf den ersten Blick sehr, sehr komisch klingt, ist auf den zweiten Blick eine sehr schöne und vor allem spontane Aktion. Regelmäßig zum Karfreitag bricht bei Twitter die Diskussion zum Tanzverbot aus. Dass ein Tanzverbot nicht heißen muss, dass man keinen Spaß haben kann, bewies heute ein Teil meiner kirchlichen Timeline bei Twitter. Auch ein Benediktiner-Pater wie auch evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer twitterten mit.
Das Ladekabel für Smartphones ist für Netzbürger ein gar wichtiges Instrumentarium. Nicht nur vor der Liturgie oder danach, manchmal wird auch aus dem Gottesdienst getwittert. Warum auch nicht? Die Verkündigung der Frohbotschaft muss neue Wege gehen
Eine Auswahl der Tweets zur #LadekabelTheologie:

Aber es gab auch Kritik:

Da gibt es aber einen guten Rat:

Auch das Stundengebet wurde nicht verschont:

Heiko Kuschel, evangelischer Pfarrer in Schweinfurt, hat es voll erfasst:

Ob das der Amtskirche gefällt?
Ob der eine oder andere Bischof die Augen rollt?
Egal.
Ich halte es mit Stefan Heße, dem Kölner Diözesan-Administrator, der mir und einigen Kollegen bei einem Gespräch im Dom den guten Rat mit auf den Weg gab: „Bleibens katholisch.”

Danke für diesen Karfreitag, der irgendwo dieses Ostern durchblitzen lässt.

In der Kategorie Kirche, Social Media, Twitter am 18.04.14 um 18:26 Uhr veröffentlicht.
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Nehmt! Esset! Das ist mein Leib, mein Blut. – Vom Umgang mit Öffentlichkeit

„Nehmt”, sprach er: „Esset! Das ist mein Leib, mein Blut!” Was in katholischen Kirchen in dieser Zeit so leicht und so inbrünstig dahin gesungen wird (Gotteslob 537, alt), birgt Sprengstoff in sich.

Diese Radikalität, mit der Christen und (durch die mediale Präsenz) auch Nicht-Christen auf diesen Umstand aufmerksam werden, hat was.
Diese Radikalität, mit der ein Prophet, der für Christen Heilsbringer, Erlöser und Sohn Gottes ist, sich selbst opfert und uns erlöst.
Diese Radikalität, mit der er im Tempel und anderswo aufgeräumt hat.

Aber auch: Diese Radikalität, mit der der Sohn Gottes ohne Rücksicht auf Verluste sich selbst zur Disposition stellt, nötigt mir mehr als Respekt ab.

Wer jetzt erwartet hat, dass ich in einem 2.013 predigtgleichen Blogpost auf den Gründonnerstag, den Karfreitag und Ostern eingehe, hat sich getäuscht. Und doch mache ich das, in einer anderen Weise.
Der biblische Jesus, so, wie wir ihn aus den Evangelien kennen, hat vor allem eines: Nicht ausgegrenzt. Ob Hure, Zöllner, ob Fischer oder hohe Geistlichkeit, er war für jeden da.

Was ich selbst erlebt habe: Als ich als Berufsanfänger eine Akkreditierung zur Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz erlangen wollte, sollte ich Auftraggeber und Artikel einreichen, damit man mir Zulass gewähren würde.
Ich habe das damals als befremdlich befunden.
Blende.

Im Dezember 2013 war ich beim Bundeskogress Katholischer Schulen Gast. Die Pressestelle war erbost darüber, dass ich aus der Predigt von Kardinal Woelki zwei oder drei Sätze twitterte und auch aus der Konferenz das eine oder andere. Man beschied mir, dass das alles noch nicht per Pressemitteilung freigegeben sei. So weit, so gut. Die Tweets von Sylvia Löhrmann wurden allerdings nicht thematisiert. Vielleicht, weil sie Ministerin ist und im Zusammenhang mit Schule auch der (katholischen) Kirche etwas zu sagen hat. Und weil man die Gelder braucht, die der Staat gibt. Mir wurde mehr oder weniger deutlich gesagt, ich solle das Twittern sein lassen.

Wisst ihr, Deutsche Bischofskonferenz und Katholikentag, was ich Euch mitgeben möchte?
Nein?
Dann muss ich es jetzt einfach mal an diesem Gründonnerstag 2014 deutlich sagen:
Die Deutungshoheit über Eure Konferenzen, auch über einen Katholikentag, habt ihr schon lange nicht mehr. Ihr müsst damit rechnen, dass schlecht (oder nicht in Eurem Sinne) berichtet wird. Aber jemanden, der einen Presseausweis hat (und sei es der der Jugendpresse – damit bin ich aus dem Schneider, ich bin zu alt dafür!), generaliter einer Akkreditierung fern zu halten, hat schon was. Die Deutungshoheit habt ihr nicht und ihr werdet sie auch nicht mehr erlangen.
Umso mehr solltet Ihr Euch freuen, wenn junge, engagierte Christen bloggen, posten, sich identifizieren mit dem Katholikentag. Umso mehr solltet ihr Euch freuen, wenn Interesse besteht, darüber ehrlich und mit eigenen Worten zu berichten. Warum habt ihr Angst?

Nehmt Euch ein Beispiel an Papst Franziskus. Ihm ist es völlig egal, wer berichtet, schreibt. Und in welchem Rahmen. Und insofern darf ich an diesem Gründonnerstag 2014 auch auf das Beispiel Jesu Christi verweisen:
Jesus hat bei seinem Abendmahl – und da werde ich doch zum Prediger – seinen Verräter am Tisch gehabt und ihn gleich allen anderen behandelt.

… damit ihr nie vergesset, was meine Liebe tut.

In der Kategorie Abseits, Kirche am 17.04.14 um 21:21 Uhr veröffentlicht.
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Unterjoch – eine Schule wird geschlossen

Zuletzt half es nicht mal mehr, dass die Unterjocher wieder den Bildungsausschuss besuchten. Wieder in Busstärke. Um 11.40 Uhr musste Martin Güll das Votum verkünden: „Die Schule in Unterjoch ist damit geschlossen.” Mit den Stimmen der CSU wurde die Petition auf Erhalt der Zwergerlschule abgeschmettert. Im Sommer werden die dann nur noch 5 Schüler nach Bad Hindelang fahren müssen. Der Vorsitzende des Bildungsauschuss im Bayerischen Landtag, Martin Güll (SPD), in einer Stellungnahme: „Es ist unglaublich, wie eiskalt die Damen und Herren der Regierungsfraktion hier agieren!”, so Güll. “Obwohl diese Schule seit 200 Jahren mit jahrgangsübergreifendem Unterricht tadellos funktioniert und die Gemeinde geschlossen hinter dieser in Bayern einzigartigen Schule steht, lehnt die Fraktion die Petition der Unterjocher und den SPD-Antrag zum Erhalt ab. Die Folge: Die sechs- und siebenjährigen Kinder werden in Zukunft morgens früh bei Nacht und Nebel, im Winter bei Schnee und Eis auf eine lange und beschwerliche Schulbus-Reise über eine kurvige Bergstraße ins Tal nach Bad Hindelang geschickt. Und das alles nur, weil die CSU sich hinter bürokratischem Klein-Klein versteckt und erst gar nicht versuchen will, Lösungen zu finden!”

Rot-Grüne Kritik

Auch aus Reihen der Grünen kommt Kritik. Thomas Gehring prophezeit „viele weitere Unterjochs, vor allem in Ostbayern“. Deshalb hätte ein Modellversuch in Unterjoch Klarheit schaffen können, wie kleine Grundschulen im ländlichen Raum angesichts des Schülerrückgangs gerettet werden können. Im Fall Unterjoch hätten lediglich zwei geburtenschwache Jahrgänge überbrückt werden müssen.

Margarete Bause plädiert grundsätzlich für den Erhalt von Schulstandorten zugunsten der Schülerinnen und Schüler: „Pädagogische Konzepte kann man anpassen, aber nicht die langen Schulwege!“ In Unterjoch etwa sollen nun sollen 6- und 7-jährige ABC-Schützen in aller Herrgottsfrüh über die Berge geschickt werden, um eine andere Schule zu erreichen.
Bause: „Finanzminister Söder kündigt an, aufwändig Behörden von München weg zu verlagern – wenn es jedoch darum geht, den ländlichen Raum wirklich zu stärken und individuelle Lösungen zu finden, dann kommt die CSU nur mit bürokratischen Hürden daher und mauert.“

Freie Wähler sind entsetzt

„Die bildungspolitische Taktik der CSU und die Scheinheiligkeit Seehofers sind nicht zu überbieten. Vor der Wahl versprechen sie den Menschen eine Grundschul-Standortgarantie und nach der Wahl besiegeln sie das Aus für die pädagogisch wertvolle Zwergenschule Unterjoch – ohne vorher alternative Konzepte für solche Kleinstschulen auch nur zu prüfen. Das ist der Gipfel an Dreistigkeit und Realitätsferne.“

Das Kultusministerium wirft Martin Güll vor, Emotionen erheischen zu wollen. Es erklärte sich: Aufgrund der niedrigen Schülerzahl von insgesamt 5 wird im kommenden Schuljahr 2014/2015 in der Außenstelle der Grundschule Bad Hindelang keine Klasse eingerichtet werden, so das Bayerische Bildungsministerium nach der heutigen Sitzung des Bildungsausschusses des Bayerischen Landtags.
Die Außenstelle der Grundschule kann allerdings bestehen bleiben und in ihr kann in Zukunft bei steigenden Schülerzahlen wieder ein Unterrichtsangebot für die Kinder des Gemeindeteils unterbreitet werden.
Das Ministerium hatte einen Runden Tisch zu den Schulstandorten Bad Hindelang und Wertach angeregt.
Der stellvertretende Vorsitzende im Bildungsausschuss, Prof. Gerhard Waschler (CSU) ergänzte, dass insbesondere die Stellungnahmen von Güll und Bause (Grüne) „Populismus“ seien.

In der Kategorie Bildung, Fraktion Freie Wähler, Freie Wähler, Grüne, Kultusministerium, Landtag, Landtags-CSU, Landtags-Grüne, Landtags-SPD, Politik, Schule, SPD, Staatsregierung am 10.04.14 um 13:19 Uhr veröffentlicht.
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Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim: INKA – Könige der Anden

Im Lokschuppen Rosenheim öffnet am Freitag die Ausstellung „INKA – Könige der Anden“. Rund 2,1 Millionen Euro haben die Stadt Rosenheim und das Veranstaltungs- und Kongresszentrum in die Ausstellung investiert. Eine weitere Besonderheit: Dieses Mal kooperieren die Rosenheimer mit dem Stuttgarter Linden-Museum, das im letzten Jahr eine ähnlich konzipierte Ausstellung zeigte und binnen 3 Monaten 100.000 Besucher anlocken konnte. Prof. Dr. Inès de Castro, Direktorin des Linden-Museums, betonte, dass es zwar immer mal wieder Inka-Ausstellungen gebe, die Rosenheimer Schau aber die sei, die wirklich Inka enthalte: Die Ausstellung „Inka – Könige der Anden“ ist die erste Ausstellung in Europa, die sich allein dieser legendären vorspanischen Kultur widmet. Es gab zwar zahlreiche Ausstellungen, die den Namen „Inka“ im Titel trugen, sie zeigten jedoch kaum Inka-Objekte und widmeten sich eher den vielfältigen Vorläuferkulturen. Zum ersten Mal ist es hier gelungen, kostbare Objekte aus Peru und aus namhaften europäischen Museen zusammen zu bringen. Die langwierige Suche (rund 2,5 Jahre) in den Depots hat sich gelohnt: die meisten Objekte sind hier erstmals zu sehen. Castro:

Der Geschäftsführer der Veranstaltungs- und Kongress GmbH Rosenheim freut sich über die gute Akzeptanz der Ausstellungen in der Bevölkerung. Peter Lutz: In 510 bayerischen Museen und Ausstellungshäusern wurden 1.579 Sonderausstellungen gezeigt. In ganz Bayern hatten 4 Sonderausstellungen mehr als 100.000 Besucher. Durchschnittlich hatte jede Sonderausstellung 8.062 Besucher. Die Ausstellung „TIEFSEE“ liegt mit über 200.000 Besuchern auf Platz 3 der meist besuchten Sonderausstellungen in Bayern (hinter „Verbündet, verfeindet, verschwägert. Bayern und Österreich“, die an drei Ausstellungsstandorten stattfand und 330.000 Besucher hatte und „Der frühe Dürer“ mit 282.347 Besuchern in Nürnberg). Dabei setzen die Rosenheimer auf Zusammenarbeit und Cross-Projekte. Nicht nur mit den Stuttgarter Museum, sondern auch in musikalischer und gestalterischer Hinsicht:

Lutz hat aus Marketing-Sicht das langfristige Ziel, pro Jahr 200.000 Besucher nach Rosenheim zu locken. Dabei spielen auch Schüler und ihre Lehrer eine große Rolle. Letztes Jahr kamen über 12.000 Schüler. Für diese gibt es spezielle museumspädagogische Angebote, betont Dr. Peter Miesbeck, der Leiter des Lokschuppens:

Das Imperium der Inka war riesig: es bestand aus 200 verschiedenen ethnischen Gruppen, die in einem Land extremer klimatischer Gegensätze auf fast 5.000 Kilometern entlang der Anden vom heutigen Kolumbien bis Chile lebten. Besucher des weltberühmten Machu Picchu oder der alten Inka-Hauptstadt Cusco sind noch heute fasziniert von den beeindruckenden Hinterlassenschaften der Inka. Dr. Doris Kurella kuratiert die Ausstellung im Lokschuppen. Sie gibt einen Abriss über die Zeit, die in der Ausstellung abgebildet wird:

In Rosenheim rechnen die Veranstalter mit 150.000 Besuchern, dann ist die Ausstellung refinanziert. Die Chancen stehen nicht schlecht: In den letzten Jahren waren im Schnitt 184.000 Besucher in den Ausstellungen. Eröffnet wurde die Ausstellung am Mittwochabend von Kunststaatssekretär Bernd Sibler, Bundespräsident Joachim Gauck hat die Schirmherrschaft übernommen.

INKA – KÖNIGE DER ANDEN
Eine Ausstellung des Linden-Museums Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Veranstaltungs- + Kongress GmbH Rosenheim
Ausstellungszentrum Lokschuppen Rosenheim
Rathausstraße 24, 83022 Rosenheim
Öffnungszeiten: 11. April bis 23. November 2014
Mo – Fr von 09:00 – 18:00 Uhr I Sa, So u. Feiertag von 10:00 – 18:00 Uhr
Telefon: +49 (0) 80 31 / 3 65 90 36 E-mail: lokschuppen(at)rosenheim(.)de

Alle Infos zu Preisen und besonderen Angeboten auf der Website des Lokschuppen.

In der Kategorie Ausstellung, Bildung, Lokschuppen, Museum, Rosenheim am 09.04.14 um 23:07 Uhr veröffentlicht.
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Ich habe heute kein Foto für Dich …

Baustelle Landtag. Zur Zeit werden die Fenster im Maximilianeum erneuert. Die eine Seite ist schon eingerüstet (wenn man von der Brücke aus schaut, ist es die linke), und auch im Steinernen Saal steht schon das Baugerüst für das Mittelfenster. Von daher können Fotografen derzeit keine Bilder mit einer mittigen Maximilianstraße schießen. Wir werden uns an den Anblick in den nächsten Monaten gewöhnen müssen. Abgesehen davon war der Blick auf München heute eh nicht so prickelnd, es regnete, wie das Ersatzfoto zeigt.

München-Blick

München-Blick

In der Kategorie Landtag, Mein Tag in Bayern am 08.04.14 um 18:30 Uhr veröffentlicht.
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Mittelschule – Quo vadis?

Unterbesetzt war das Publikum in der Uni Passau bei der Podiumsdiskussion „Mittelschule – Quo vadis?“ Was aber auch an fehlender Werbung und/oder dem schönen Wetter gelegen haben mag. Das Podium war es jedenfalls nicht Schuld. Dort debattierten Staatssekretär Bernd Sibler (CSU) und der Vorsitzende des Bildungsausschuss im Bayerischen Landtag, Martin Güll (SPD) die Zukunft der Mittelschule. Entstanden war die Idee zu diesem Podium in einem Seminar, das Dr. Robert Schreiber (Assistent Lehrstuhl Prof. Seibert) für seine Studierenden hielt. Neben Sibler, Güll und Schreiber diskutierten noch Hubert Kainz vom Schulamt und der Grund- und Mittelschulrektor Max Mauritz mit. Es moderierten zwei Studierende der Universität.
Die leicht provokante Hinführung zum Thema, dass bei der Mittelschule ja nur umetikettiert worden sei, konterte der Staatssekretär mit der Feststellung, dass die Namensänderung von Haupt- auf Mittelschule am Ende des Prozesses gestanden habe, der 2005 begann: Das Konzept verfängt, so Sibler. Die einst todgesprochene Hauptschule habe als Mittelschule seit einigen Jahren konstant 30 Prozent Schülerzahlen.

In Anlehnung an das Duale Ausbildungssystem brachte es Sibler auf den Satz: „Wir brauchen nicht nur Häuptlinge, sondern auch Indianer.“, was keineswegs weniger wertschätzend gemeint ist, sondern aus der Erkenntnis resultiert, dass nicht alle Schüler das Zeug für Abitur und Studium hätten. Aber, so Sibler, „genau das leistet die Mittelschule: Den Nachwuchs für gut ausgebildete Fachkräfte in der Wirtschaft.“ Bernd Sibler verwahrte sich eindringlich dagegen, dass die Mittelschule eine ‚Resteschule‘ sei.

Plakat_Passau

Martin Güll sah das natürlich anders. Neu gedacht worden sei bei der Einführung der Mittelschule gar nichts. Die Erkenntnis bezieht er daraus, dass er bis zu seiner Wahl in den Landtag (2008) eine große Hauptschule geleitet habe: „Man hat Schwerpunkte ausgebaut, aber keine Schule neu gedacht. Die Lehrerinnen und Lehrer machen keine schlechte Arbeit. Auch die Komponenten sind nicht schlecht.“

Aber, so Güll, man wisse seit Mitte der 2000er Jahre, dass die Eltern die Schulform Mittelschule nicht mehr annehmen. Seiner Ansicht nach wollten Eltern damals eine Schulform wählen, die ihren Kindern eine Zukunftsperspektive gibt. Güll: „Fakt ist, dass wir in der Grundschule einen enormen Übertrittsdruck bekommen, weil Kinder nicht an diese Mittelschule wollen.

Ganztag oder nicht Ganztag, …

Der Schulamtsleiter Hubert Kainz schaltete sich mit dem Hinweis an Güll ein, dass natürlich ‚alle‘ Eltern wollen, dass das Kind Abitur macht. Nur die Realität sei eine andere: „Nicht alle Kinder werden das schaffen. Also darf man sich nicht am Willen der Eltern orientieren.“ Seiner Ansicht nach sei die Ganztagsschule der Schlüssel zur Akzeptanz der Mittelschule. Kainz: „Wir brauchen den Ganztag flächendeckend.“ Dazu sei es notwendig, die Ausstattung zu verbessern: Mehr Lehrer und eben flächendeckender Ganztag. Ein weiteres Fass war aufgemacht.
Bernd Sibler brachte den Vergleich von Plattling und Osterhofen. Dabei handelt es sich um zwei formal gleich große Städte in seiner Heimat Niederbayern. Diese hätten aber andere Anforderungen hinsichtlich der sozialen Struktur. Während in der der einen Stadt oft beide Eltern berufstätig seien und sich daraus eine gewissen Notwendigkeit zur Ganztagsbetreuung ergebe, seien in der anderen Stadt viele Mütter noch zu Hause und wollten sich selbst um ihre Kinder kümmern. Das ist für Sibler ein Primat der Politik: Ganztag soll Familien unterstützen, nicht ersetzen.

Das Ansehen der Mittelschule

Martin Güll schmeckte die Diskussion an diesem Punkt gar nicht mehr, der sonst ruhig und besonnen agierende SPD-MdL wurde fuchsig: „Viele Kinder brauchen Unterstützung, die sie zu Hause nicht mehr bekommen. Wir brauchen die Ganztags-Mittelschule flächendeckend.“ Letztere Forderung steht zwar im Gegensatz dazu, dass Güll und die SPD eigentlich die Gemeinschaftsschule anstreben, aber Martin Güll hatte noch schwerere Anwürfe im rhetorischen Gepäck. Er beschwerte sich heftigst darüber, dass ein „Lobbyistenverband“ wie der brlv verhindern konnte, dass die Mittlere Reife an der Mittelschule erreicht werden könne.
Sibler und Güll lieferten sich eine harte Debatte, fielen einander immer wieder ins Wort, griffen beide in die Argumentationskisten des jeweiligen Lagers.
Güll ist nicht als Freund des differenzierten Bildungswesens bekannt:

Als sich die Diskussion wieder etwas entspannt hatte, machte Sibler klar, dass für ihn der Mensch nicht erst beim Abitur beginne. Wenn man wie die Staatsregierung zur differenzierten Bildung stehe, müsse man sagen:„Jeder Abschluss mit einem Anschluss.” Das mache das bayerische Bildungssystem aus.
Im anschließenden Interview sagte der Staatssekretär, dass ihn die Strukturdebatten langsam langweilen:

Lange hatte Max Mauritz geschwiegen. Nun war seine Stunde gekommen: Er werde manches sagen, womit er vielleicht nicht der Regierung nach dem Mund rede, aber er sei nach wie vor gerne Schulleiter: „Ich stehe zur Mittelschule. Gleichzeitig können wir das Ansehen der Mittelschule nur über die Qualität erreichen. Die Qualität der Abschlüsse und die Qualität der Schüler.“
Sehr richtig bemerkte Mauritz, der seit 13 Jahren Schulleiter ist, dass in der bisherigen Diskussion das Wort ‚Geld‘ noch nicht gefallen sei. Und schob dem Staatssekretär noch eine nicht gern gehörte Bemerkung hinterher: 6.000 Euro und 12 Lehrerstunden für eine Ganztagsklasse höre sich toll an, so richtig weit komme man damit aber nicht. Und die 6.000 Euro seien schnell aufgebraucht, man müsse Betreuer und Externe reinholen, man brauche Qualität, auch bei der Betreuung, man wolle Qualität bei der Mittagsbetreuung: „Mit 6.000 Euro, von denen auch noch 5.000 die Kommune zahle, komme man nicht weit.“
Dem hatte Sibler nicht viel entgegenzusetzen, was sich so oder so ähnlich nicht auch in den Pressemitteilungen des Kultusministeriums nachlesen liesse. Durch die vorangegangene heiße Diskussionsphase wurde auch das Publikum diskussionswillig. Ein Schulleiter im Publikum merkte an, dass wir nicht 30 Prozent Schüler hätten, die auf die Mittelschule wollten, sondern 30 Prozent, die auf die Mittelschule müssten. Geteiltes Echo beim Podium. Und flugs ging es weiter, wie man denn nun das Ansehen der Mittelschule verbessern könne. Sibler wehrte sich dagegen, die Berufsorientierung für alle anderen Schulen auch verpflichtend zu machen. Das würde das einzigartige Merkmal der Mittelschule, den verbindlichen Praxisbezug, schwächen und die Mittelschüler wieder verdrängen. Andererseits, so Mauritz, brauche die Mittelschule endlich Ruhe und nicht ständig Reformen. Dem widersprach der SPD-Bildungsexperte Güll: „Wir können keine Ruhe geben, solange nicht die Reformen durchgeführt sind.“ Seiner Ansicht nach müssten Inhalte geändert werden, es brauche mehr Praxisbezug. Ein Mittelschüler, der Mechatroniker werden wolle, bekomme zwar PCB-Unterricht, aber nicht die Physik und auch nicht die Mathematik, die er später als Mechatroniker brauche. Und warum müsse dieser Schüler denn unbedingt in Deutsch zertifiziert werden?

Die nächste Auseinandersetzung zwischen Güll und Sibler, der konstatierte: „Es gibt eigene Pläne für die Mittelschule und Sie reden alles schlecht.“ Daraufhin Güll: „Meinen Sie, die Sozialdemokratie könne mit 20,2 Prozent die Mittelschule schlecht reden?“ Zwischenbemerkung aus dem Publikum: „Da bin ich ganz bei Ihnen, Herr Güll, das übernimmt dafür der bllv.“ In Teilen Zustimmung aus dem Publikum.

Dr. Robert Schneider versuchte, die Diskussion wieder etwas sachlicher zu gestalten und regte an, dass die Strukturen in der Schule vom Kind her gedacht werden sollten. Die Veränderungen an der Mittelschule würde er, Schneider, erst als echte Reform bezeichnen, wenn mit den 45 Minuten Schluss gemacht worden wäre. Der Staatssekretär entgegnete, dass die Mittelschule das Klasslehrerprinzip habe, wo schon längst von den üblichen 45 Minuten abgewichen werde. Und weiter ging es im Meinungsaustausch um das Ansehen der Mittelschule. Kainz bemerkte, dass das Problem in der Mittelschule nicht die Schüler seien, die nach „oben“ wechseln, sondern die, die frustriert und demotiviert vom Gymnasium oder der Realschule wieder auf die Mittelschule zurückkämen. Ursache hierfür seien aber meist beratungsresistente Eltern. Eine Berufsschullehrerin aus dem Publikum wollte mehr individuelle Förderung für die Mittelschule: „Sonst können wir nicht bedarfsgerecht ausbilden, die Lücken sind zu groß.“ Sie forderte kleinere Klassen und konstatierte resignierend: „Wir können nicht aufholen, was all die Jahre an der Mittelschule versäumt worden ist.“ Einer aus dem Plenum vollkommen zurecht: „Kinder müssen gefördert werden und es ist wichtig, ihre Talente zu erkennen. Gerade auch die der schwächeren Kinder.“

Qualifikationen der Lehrkräfte

Die Diskussion hätte sicher vier Stunden so weitergehen können, am Ende war es vielleicht sogar gut, dass das Publikum überwiegend vom Fach war und zahlenmäßig eher das Prädikat ‚intim‘ verdient hatte. In diesem Rahmen wurden Gedanken geäußert, die man so oder so ähnlich in einer großen Veranstaltung nicht gehört hätte. Die Diskussion um die Qualifikation der Lehrkräfte geriet zu kurz. Dr. Schneider riet seinen Studierenden das, was ihm seine Professoren schon geraten hatten: „Macht’s Matura, lernt einen Beruf und dann studiert ihr.“ Staatssekretär Bernd Sibler bekräftigte das Festhalten des Freistaat Bayern an der LPO I und einer aus dem Publikum brachte die Qualifikationsdebatte so überraschen wie einfach auf den Punkt: „Man muss Kinder mögen.“

In der Kategorie Bildung, CSU, Kultusministerium, Mittelschule, Schule, SPD am 05.04.14 um 10:05 Uhr veröffentlicht.
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Horsti und die starken Männer – Heute: Das Bayerische Gymnasium

In der gefühlt 475. Debatte zur Ausrichtung des Bayerischen Gymnasiums haben die Freien Wähler wieder mal eine Aktuelle Stunde beantragt. Dass Regierung und Opposition seit Monaten fast regungslos in ihren Start- bzw. Heimlöchern verharren, ist kein Geheimnis. Bis Ende Januar war aus CSU-Sicht das 8-jährige Gymnasium in Bayern kein Diskussionsgegenstand. Allmählich kommt Bewegung in die Bildung, wie eben heute exemplarisch diese Landtagsdebatte bewies.
Die Debatte in ausgewählten Tweets. Leider (fast) alle von mir.

Die Freien Wähler hatten das Vorschlagsrecht für die Aktuelle Stunde im Landtag. Klar, dass das Gymnasium wieder mal den Fokus kriegt. Schliesslich haben sie ein Volksbegehren laufen.
Günther Felbinger schloss seine Eröffnungsrede zur Debatte mit einem lateinischen Sinnspruch: Tempora mutantur, nos et mutamur in illis.

Nicht nur die Regierungspartei nahm mit Heiterkeit auf, dass Felbinger im Metrum falsch betonte. Gerhard Waschler (CSU) wich am am Anfang seiner Gegenrede darauf hin vom Konzept ab und rezitierte die Sentenz: Quidquid agis prudenter agas et respice finem. Nach einigem Hin- und Her zwischen Redner und Plenum war Hubert Aiwanger von den Freien Wählern so frei, ein „Red koan Scheiß” einzuwerfen. Das brachte ihm die Rüge des Präsidiums ein. Wenn er sich weiter dem Parlament nicht angemessen verhalte, würde er ausgeschlossen, so Reinhold Bocklet, der der Debatte als Präsident vorstand.

Martin Güll (SPD) versuchte, und da muss man ihm wirklich danken, Ruhe in die Debatte zu bringen. Güll, der auch Vorsitzender des Bildungsausschusses im Landtag ist, fasste die Debatte zusammen. Auch wenn der bllv in den letzten Monaten von G8 bis G10 alles diskutiert habe, so sei eines unverrückbar: Niemand wolle mehr am G8 festhalten.

FW-Chef Aiwanger versuchte sich in Randale. Er warf ein, dass es mit Spaenle und Waschler (e.a.) genügend Protagonisten gäbe, die ein G9 verteidigen wollten. Frank Müller von der Süddeutschen Zeitung lieferte fundamentalen Stoff via Twitter:

Das Volksbegehren hat kaum Freunde. Dass die CSU nicht dafür ist, eh klar. In der Debatte haben sich aber auch SPD und Grüne von den Freien Wählern distanziert.

Gehring:

Und weiter sagte Thomas Gehring:

Am Ende der Debatte sagte der Kultusminister Ludwig Spaenle:

Die Redebeiträge und die Forderungen der Opposition beschied Spaenle mit Standard-Antworten. Schema:
Opposition fordert, Regierung antwortet. In Programmiersprache (ja, ich weiß, ich habe eine Klammer falsch gesetzt):

Ich sage jetzt einfach mal: Zum Schuljahr 2015/16 haben wir ein neues Bayerisches Gymnasium.
Zeit für die Reform der Reform wird es. Aber das machen Horsti und die starken Männer.

In der Kategorie Bildung, CSU, Freie Wähler, Grüne, Schule, SPD, Staatsregierung am 03.04.14 um 20:33 Uhr veröffentlicht.
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Von Justizvollzugsanstalten und Zugfahrten

Wissen Sie, ich bin froh, dass ich gestern eine Konferenz hatte, in der wir uns um die Nachfolge der Schriftleitung und die Anforderungen für diese Stelle Gedanken machte. Widrigenfalls wäre ich unter Umständen in eine Justizvollzugsanstalt gefahren. Und hätte da dumme Fotos und Interviews gemacht. Ich kenne mich so gut, dass ich den Hype um den bevorstehenden Einzug eines bekannten Managers eines bekannten Fußball-Clubs unter Umständen mitgemacht hätte. Wenn ich nicht einfach nach Frankfurt, Stuttgart oder Köln gefahren wäre, um einen oder zwei Kaffee in einer DB-Lounge zu trinken. Auf der Fahrt dahin hätte ich Menschen kennengelernt, die mir, wenn ich mich als Münchner zu erkennen gegeben hätte, sicher ein Gespräch über die Verfehlungen des Managers eines bekannten Fußball-Clubs aufgenötigt hätten. Und über die Ehrlichkeit der Menschen und … ach, wir hätten sicher auch über den einen oder anderen Bischof diskutiert. Es wäre kurzweilig gewesen.
Und auch in dieser Justizvollzugsanstalt, die zum Schreiben von Memoiren oder Pamphleten geeignet erscheint, wäre es sicher lustig geworden. Ein Haufen (Bild-)Berichterstatter, die doch nichts anderes machen, als sich, der eigentlichen Augenweide bar, gegenseitig ablichten. In einer Zelle, auf dem Bolzplatz, vor dem Tor. Anspielung auf den berühmtesten Insassen der Anstalt, Anspielungen auf den demnächst vermutlich noch mehr berühmtesten Insassen der Anstalt.
Nein, ich bin froh, dass ich weder in einen ICE stieg und zum Kaffeetrinken fuhr noch in die Justizvollzugsanstalt eincheckte.
Stattdessen hatte ich eine anregende Konferenz über die Nachfolge eines Schriftleiters für eine Verbandszeitschrift und eine Bahnfahrt. Und:
Ich konnte mich auf einer spontanen Fahrt nach Augsburg mit dem Pressesprecher der Fraktion einer politischen Partei im Bayerischen Landtag unterhalten. Über dies und das, über Strukturen und Eigenheiten von Fraktion und Mandatsträgern.

Im Übrigen empfehle ich Heribert Prantl in der SZ zu lesen.

In der Kategorie Abseits am 01.04.14 um 21:14 Uhr veröffentlicht.
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