Landtagswahl Sachsen. Ein Gstanzl.

In einer ersten Reaktion auf das Wahlergebnis in Sachsen twitterte ich, dass die Parteien durchaus Eigenverschulden am Ergebnis haben, weil sie sich zu weit vom Wähler entfernt haben. Das ist auf die demokratischen Parteien bezogen, sonst würden Linke, NPD und AfD nicht einen solchen Zulauf bekommen.
Es bedarf unserer aller Anstrengung, dieses Land wieder zu dem zu machen, was wir nach dem Zweiten Weltkrieg wurden. Ein Land, in dem Freiheit, Demokratie und die Achtung vor dem Anderen in Kultur und Lebensauffassung wieder Grundwerte sind. Ich sehe vor allem die Parteien des demokratischen Spektrums in der Pflicht.

Erste Reaktion, kurz nach Schließung der Wahllokale:

Nach etwas mehr als vier Stunden ausführlicher:

Wahl in Sachsen und die Rechten
san im Landtag wieder drin.
Wenns der Demokratie was brächten,
fänd ich es ja gar nicht schlimm.

Aber AfD und Nazis
sind doch viel zu destruktiv.
‘s Land nach vorne ohne Bazis.
In Sachsen geht das grade schief.

Versteht mich bitte einfach richtig:
Ich respektiere diese Wahl.
Doch Freiheit ist für uns so wichtig.
Die nächsten Jahre werden Qual.

Heinrich grauts wird sich in Zukunft auch der Tradition des Gstanzls verpflichtet sehen, da diese musikalisch-sprachliche Gattung auszusterben droht. Sie ist erhaltens- und liebenswert. Der Autor wird keine Rücksicht auf Befindlichkeiten von politischen Parteien oder irgendwelchen Personen nehmen.

In der Kategorie Gstanzl am 31.08.14 um 22:29 Uhr veröffentlicht.
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Leserreise – und dann wird es ganz anders.

Nein, den Mund habe ich nicht zu voll genommen, als ich sagte, ich ginge auf Leserreise. Auch, wenn kurzfristig kein Blogbeitrag entstanden ist oder entstehen wird. Dafür habe ich tolle Menschen kennengelernt, die ich in meiner Timeline nicht missen möchte. Gekrönt wurde die Woche von einem Besuch in der Kirche von Peter Fahr. Er bezeichnet sich selber als „Oberschaf”. Ich war einigermaßen überrascht, dass er den Altardienst mit Rücken zur Gemeinde versieht. Ihm ist es wichtig, dass sich die Gemeinde auf das im Bild zu sehende Kreuz konzentriert, also auf Christus.

Aber der Reihe nach: Schon donnerstags besuchte ich „deltasig”. Wir plauschten in Bonn bei einem Kaffee unter anderem über ihr Hobby Improtheater, das sie auch teils beruflich anwendet. Alleine das ist es wert, dass ich sicher nochmal vorbeischaue und nach dem gegenseitigen Beschnuppern mal drüber blogge. Das lange Wochenende mit Feiertag (Bayern!) verbrachte ich daheim. Kofferpacken und Ausruhen.

Montags ging es dann nach Siegen. Zu Gast beim „Admiral”. Eine sehr interessante Stadtführung erwartete mich. Oberes Schloss katholisch, unteres Schloss evangelisch. Im Innenhof des Oberen Schlosses im Sommer Freiluftkino. Irgendwie erinnert mich Siegen von oben an manches langgestreckte Tal, so, wie zum Beispiel Salurn in Südtirol. Wie der Admiral sagte, könnte man mit fünf Sperren Siegen dicht machen.

Klar gibt es in Siegen noch mehr zu begutachten. Alleine deswegen müsste ich einen Tag alleine nach Siegen. :) Nach der Stadtführung lecker Essen, dann Männergespräche in einer Kneipe. Es ist ja nicht so, dass ich das nicht auch zu Hause haben könnte, aber in dem Fall war es sehr, sehr schön, fernab der Heimat zu reden.
Dienstag ging es weiter nach Paderborn. Sabine hatte mich eingeladen. Und was soll ich Euch sagen? Wir hatten viele Gespräche, auch diese müssten in eigenen Podcasts aufgearbeitet werden. Abends hatte ich ein Highlight. Ich durfte an einem „privaten” Lionstreffen in Paderborn teilnehmen. Ich lernte einen türkischen Schützenkönig kennen. Nicht der aktuelle aus Werl, der Schlagzeilen macht, sondern der von 2007. Alleine das wären drei bis vier Beiträge wert.
Lutz, der Ehemann von Sabine, beschäftigt sich mit Industrie 4.0. Auch das ist einen Podcast wert. Klingt sehr interessant und ist angesichts des Wandels, den unsere Gesellschaft durchmacht, geradezu notwendig.

Mittwoch fuhr ich dann nach Stuttgart. Carmen holte mich am Bahnhof ab, wir gingen lecker essen und ratschten. Privates.
Die Heimfahrt trat ich dann mit Sam an, der zufälligerweise in der Gegend war. Ich breite den Mantel des Schweigens über das Geschehen. Nur soviel: Meine Fahrt nach Potsdam am Donnerstag verschlief ich. Zu allem Unglück hatten wir dann noch einen Personenunfall mit unserem ICE. Das folgende Arbeitstreffen war dennoch intensiv. Und am Freitag dann, wie gesagt, der Besuch in Hamburg.

Und dann wie gesagt der Freitag. Und auch der ist zwei bis drei Beiträge wert. Nicht zuletzt wegen des Buches, das ich von Peter Fahr geschenkt bekam.
Abgesehen davon, dass ich das lesen will, ist es sicher wert, sich damit journalistisch auseinanderzusetzen.
Es war eine ereignisreiche Woche.
Ich sage an dieser Stelle DANKE für all die Einladungen, Beherbungen. Ich habe Dinge erlebt, die ich sonst nie erlebt hätte und ich werde das im kommenden Jahr einbinden. Denn immerhin habe ich auch ab 1. Oktober wieder eine Bahncard 100. Dafür danke ich auch herzlichst. Selbstverständlich ist es nicht.
Wie so vieles im Leben.

In der Kategorie Abseits, Social Media am 24.08.14 um 14:33 Uhr veröffentlicht.
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Bayern – Ein proaktives Sommerloch.

Ich gebe zu, diese Woche habe ich mich fast gar nicht um die bayerische Landespolitik gekümmert. Und ich habe auch nicht vor, das in der kommenden Woche proaktiv zu tun. Auch ich brauche mal Urlaub. Ich gebe zu, dass dieser Urlaub etwas anders sein wird, weil ich mich auf Leserreise befinde. Aber auch ich habe ein recht auf Urlaub und deswegen kommt hier ein Post zur Sprache. Das ist etwas, mit dem ich mich immer auseinandersetze.

Damit sind wir schon beim Kern dieses Artikels. Mir ist mit Abstand zum Formulieren aufgefallen, dass eben genau diese Formulierungen immer mehr verwaschen. Ein Problem, dessen sich nicht nur die @Floskelwolke annimmt. „Gut”, mag der eine oder andere sagen, „gut, das sind Feinheiten, die im Zeitalter von Social Media eher zu vernachlässigen sind. Die Botschaft ist wichtig.” Nein. Die Botschaft ist wichtig, aber sie sollte korrekt vermittelt werden. In Print, in Radio, in Pressemitteilungen, egal wo.

Ja, die Botschaft ist wichtig. Aber: Ungeachtet der Botschaft stehe ich halt auch drauf, dass diese sprachlich adäquat vermittelt wird. So, wie im nebenstehenden Bildschirmausschnitt (Screenshot) der Genitiv misshandelt wird, bekomme ich das Grausen. Und wenn ich in der Bildunterschrift einen bekannten Buchtitel eines jungen Sprachwahrers persifliert habe, mögen Sie erkennen, dass ich mir des Problems um den Genitiv durchaus bewusst bin. Mit permanenter Regelmäßigkeit lesen Abonnenten des MVG-Accounts den Dativ statt des Genitiv_e_s. Ich überlege mir schon, einen Duden zur MVG zu liefern, aber nur, wenn ein Metzger das Hirn dazu gibt, den Duden auch zu nutzen.

Gefällte Bäume sind gefällte Bäume, oder?
Jahaaaa, aber bei den Freien Wählern im Bayerischen Landtag werden gefällte Bäume dann zum Bollwerk. Bäume tragen zum Ortsbild bei, bereichern die Landschaft. Aber, machen diese Bäume das auch noch, wenn sie gefällt sind? Sie sind dann nicht mehr da. Also bereichern, so die Freien Wähler, gefällte Bäume das Ortsbild und die Landschaft um Feldkirchen. Alles klar?

Von den Bäumen zu Urteilen

Und schliesslich, liebe CSU: Urteile fallen nicht. Weder von Bäumen noch aus morschen Wänden einer Staatskanzlei oder eines bayerischen Gerichtes. Urteile werden gesprochen. Oder auch gefällt, um in der Bildsprache zu bleiben. Urteile werden gefällt, wie mit einem Fallbeil, einer Axt, einem Beil. Sie fallen nicht einfach, so, wie Bäume nach einem Sturm fallen oder umknicken.

Zugegeben, ich berichte derzeit nicht aus der bayerischen Landespolitik. Ich brauche einfach auch mal Urlaub. Der Ticker läuft dennoch gnadenlos weiter. Moment!
Ticker, die weiterlaufen? Ich ertappe mich dabei, dass ich meine eigene Sprache überprüfe. Proaktiv. Das ist ein ebenso häufiger wie auch irrsinnig verwendeter Begriff. Wenn ich Handlungen nicht dulde, sondern selbst vornehme, dann bin ich? Richtig: aktiv. Was soll dann proaktiv sein?

Schönen Urlaub!

In der Kategorie Abseits am 15.08.14 um 12:33 Uhr veröffentlicht.
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Aida für Kinder

Oper für Kinder? Kann das funktionieren? Und wenn ja, wie? Das Team um die Festspiele in der Stiftsruine Bad Hersfeld beweist, dass das ohne Komik, ohne belehrenden Zeigefinger gelingen kann. Eine Slideshow, die wiederzugeben versucht, was auf der Bühne geschieht:

Wenn Sie oder ihr, die Kinder und Jugendlichen, das mal erleben wollt: Die Aufführung dauert gut eine Stunde und sie wird am 17. August um 10.30 Uhr nochmal aufgeführt. Karten für Kinder und Jugendliche kosten fünf Euro, Erwachsene zahlen zehn Euro. Weitere Informationen gibt es auf der Website der Opern Festspiele. Zur Aida für Erwachsene habe ich hier geschrieben.

In der Kategorie Oper am 10.08.14 um 20:09 Uhr veröffentlicht.
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Zukunft gestalten – Das Festival der Utopie

Vier Tage lang ist das Gelände des ehemaligen Klosters Baumburg mit seiner weit im Chiemgau sichtbaren Stiftskirche der Ort, an dem das Festival der Utopie stattfindet. Rund 20 Verbände und Organisationen aus dem ganzen Chiemgau beteiligen sich. Für die einen ist Zukunft das, was sie selbst nicht beeinflussen können und was auf einen zukommt. Für die anderen, die sich bei Baumburg treffen, ist Zukunft das, was sie gestalten wollen.

In Vorträgen und Workshops wollen die Teilnehmer sich Gedanken machen, wie sie die Zukunft selbst gestalten können. Der Eintritt steht jedermann offen, um eine Spende in Höhe von zwei bis drei Prozent des monatlichen Nettoeinkommens wird gebeten. Das vollständige Programm gibt es auf der Website des KBW Traunstein.

In der Kategorie Bayern, Bildung, Bürgerbeteiligung, KEG, Kirche, Soziales am 07.08.14 um 18:56 Uhr veröffentlicht.
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Aida in der Stiftsruine – Opernfestspiele in Bad Hersfeld

Traditionell ist der Sommer die Zeit der Festspiele und oft genug werden die Aufführungen unter freiem Himmel abgehalten. So auch in Bad Hersfeld. Dort kommt dazu: Eine einzigartige Kulisse in der Stiftsruine. In diesem Jahr werden Aida und Cosi fan tutte im Wechsel gespielt. Hinzu kommen spezielle Aufführungen für Kinder. Gestern Abend war öffentliche Generalprobe von Aida. Eine beeindruckende Leistung von Chor, Solisten, Orchester, Dirigent und allen Helfern im Hintergrund.

Eine einzige Zahl beschreibt die Ernsthaftigkeit und den daraus resultierenden Willen, dass die Opernfestspiele nicht nur musikalisch, sondern auch wirtschaftlich ein Erfolg sein müssen. Rund eine Dreiviertel Million Euro sind veranschlagt. Geld, das durch Sponsoren und Eintrittskarten wieder reinkommen muss. Der Vorsitzende des Arbeitskreises für Musik, Alf Rothe, über die Entstehungsgeschichte.

Kinderoper

Im letzten Jahr gab es zum ersten Mal eine Kinderoper. Dieses Jahr wird Aida in kindgerechter Form aufgeführt. In kindgerechter Form wird Daniel Hirschel, der auch den Text verfasst hat, Kinder ab sechs Jahren durch die Oper Aida führen. Dabei geht es um die schönste Liebeserklärung der Welt, darum wer diese Aida überhaupt war und warum sie als Sklavin verschleppt wurde. Daniel Hirschel zu seinen Beweggründen, Oper für Kinder zu machen:

Auch um die Musik Verdis wird es gehen und selbstverständlich ist auch in der Kinderfassung der Triumphmarsch ein Höhepunkt der Handlung. Es singen und spielen die Künstler und das Orchester der Abendvorstellungen. Zwei Aufführungen sollen die jungen Zuschauer in die Welt der Oper einführen, die erste ist am Samstag, dem 9. August, die zweite am Sonntag, dem 17. August 2014, jeweils um 10.30 Uhr. Die Kinderfassung dauert etwa eine Stunde. Für Schüler kostet eine Vorstellung nur 5 Euro, für Erwachsene 10 Euro.
Für Alf Rothe ist es interessant, die Kinder bei der Aufführung zu erleben. Und schließlich müsse man auch an die zukünftigen Opernbesucher denken:

Eine weitere Besonderheit der Festspiele in der Stiftsruine ist, dass auch bei Regen vorgesorgt ist. Die Zuschauer und Musiker sitzen unter einem Zeltdach, für die Schauspieler und Sänger lässt man sich etwas einfallen:

Unter Leitung von Professor Siegfried Heinrich spielte das Orchester Virtuosi Brunenses. Es sangen: der Hersfelder Festspielchor, Mitglieder des Frankfurter und Marburger Konzertchores, des polnischen Bachchores sowie Sängerinnen und Sänger des polnischen Chores Rubrik und der Kinderchor des Bachhauses Bad Hersfeld. Die Solisten sind:
Aida: Bettina Grothkopf – Amneris: Barbara Buffy – Radamès: Francisco A. Almanza – König: Aleksandar Stefanoski – Ramphis: László Varga – Amonasro: Jason-Nandor Tomory – Ein Bote: Tobiasz Gotfryd – Tempelsängerin: Ewelina Jurga

Aufführungen von Aida sind ab 6. August (Premiere) an geraden Tagen bis zum 20. August, an den ungeraden Tagen wird Mozarts „Cosi fan tutte” aufgeführt. Karten am der Abendkasse, weitere Informationen auf der Website der Festspiele.

Rund um die Opernfestspiele twittert das Team der @OperStiftsruine. Auch auf Facebook finden sich Informationen.

Wer sich in die Handlung von Aida einlesen will, kann dies bei Wikipedia.

In der Kategorie Musik, Oper, Social Media, Twitter am 05.08.14 um 12:15 Uhr veröffentlicht.
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Urlaub: Heinrich graut’s auf Leserreise

August. Urlaubszeit. Auch in der Landespolitik wird bis Mitte September nicht viel passieren, Ausnahmen sind natürlich möglich. Zeit, dass ich auch mal ausspanne.

Allerdings habe ich mir vorgenommen, dieses Jahr nicht „en bloc” zu verreisen. Ich möchte Menschen treffen und quer durch Deutschland unterwegs sein.
Und wen will ich kennenlernen?

Euch, die Leser. Die Twitter-Follower. Die G+-Kontakte.
Und ich will Euch nicht nur einfach kennenlernen. Es soll für Euch, mich und die Leser ein Mehrwert entstehen.

Deswegen will ab nächsten Sonntag (10. August) unterwegs sein. Mit Bahn und Bus. Und möglichst quer durch Deutschland, aber – und das sage ich einschränkend dazu – mit wenigen Übernachtungen. Mein eigenes Bett ist mir lieber als Hotels, für den Norden mache ich aber auch gerne mal ‘ne Ausnahme.

Wie soll das vor sich gehen?

Schreibt mir einfach eine Mail, die Adresse findet sich im Impressum. Betreff: Reise. Ich setze mich in den Zug und komme zu Euch. Schreibt mir, was Ihr besonderes macht oder mir bieten wollt.

Was ich möchte:

Kurze Portraits, Unterhaltungen oder eine von Euch mir angebotene Führung. Ihr solltet also keine Scheu haben, dass ich mit Kamera und Aufnahmegerät auftauche – und auch keine Bedenken, dass ich das in diesem Blog präsentiere.

Das Kleingedruckte zum Schluss:
Ich werde nur mit Bahn/Bus reisen und meine Bahncard 100 glühen lassen.

Auf geht’s!

In der Kategorie Abseits, Bahn am 03.08.14 um 18:26 Uhr veröffentlicht.
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Grüne: Rasender Stillstand beim Kreuzritter Horst

Bilanzpressekonferenz der Grünen im Bayerischen Landtag. Bayern steckt im Modernisierungsstau, sagen Margarete Bause und Ludwig Hartmann. Sie attestierten der Regierung Seehofer, dass auf ihrer Meinung nach wichtigen Politikfeldern Weichenstellungen versäumt wurden. Die alte Macht-Arroganz der CSU, so der Fraktionsvorstand der Grünen, gewinne mit jedem Tag wieder mehr Oberhand. Die Grünen machen das daran fest, dass, wie im Fall der BayernLB-Tochter MKB, Entscheidungen ohne Konsens mit der Opposition getroffen werden und das Parlament durch eine erst nachgeschaltete Information missachtet würde. Oder daran, dass sich die Opposition ihr zustehende Auskünfte erst vor Gericht erstreiten müssten. Überschattet wurde die Pressekonferenz durch eine neue Entwicklung um Staatsministerin Haderthauer.

Energiewende

Ludwig Hartmann betonte, dass die Expertenanhörung im Bundestag sowie im Landtag deutlich gemacht habe, dass „die Seehofer-Idee ’10H’ unsinnig” sei. Für die Grünen sind Wind und Sonne das Rückgrat der Energieversorgung:

Verkehrswende

Die Grünen fordern den Substanzerhalt. Trotz einer Empfehlung des Obersten Rechnungshofes, rund 70 Millionen Euro pro Jahr in den Straßenbau zu investieren, sei die Staatsregierung weit hinter dieser Empfehlung zurückgeblieben. Zum Schienennetz konstatierte Hartmann:

Für die Grünen steht Ausbau und Elektrifizierung der Strecken München-Mühldorf-Freilassing-Salzburg, München-Memmingen-Lindau, Regensburg-Hof, Landshut-Passau und Nürnberg-Hof sowohl über Marktredwitz als auch über Bayreuth.

Bildungspolitik

Margarete Bause attestierte Kultusminister Ludwig Spaenle, dass er durchaus die „Problemzonen” des Bayerischen Bildungssystemes getroffen habe. Und doch wirft sie ihm „wolkige Instrumentarien” wie Gelenkklassen und Flexijahr vor. Statt überkommener Noten sollten die Talente der Kinder gefördert werden. Das beste pädagogische Angebot solle den Ausschlag für die Schullaufbahn des Kindes geben. Die Grünen sehen da den gebundenen Ganztag im Vorteil. Aber: gerade da hinke Bayern empfindlich hinterher.

Schon gestern hatte Thomas Gehring, Bildungspolitischer Sprecher der Landtags-Grünen, auf die verheerende Situation der Grundschulen in Bayern hingewiesen.

Asyl- und Sozialpolitik

Margarete Bause kritisiert die restriktive Haltung der CSU und forderte vehement eine dritte Aufnahmeeinrichtung. Sie sprach von einer Schande für das wohlhabende Bayern:

Inklusion

Auch das von Horst Seehofer in seiner Regierungserklärung angekündigte Ziel, Bayern bis 2013 barrierefrei zu kriegen, nahm Margarete Bause auseinander. Zitat aus der Regierungserklärung:

Margarete Bause und Ludwig Hartmann sprachen beide davon, dass bei Kreuzritter Horst, der viele Feldzüge unternehme, nur rasender Stillstand zu sehen sei.

In der Kategorie Bayern, Bildung, Energiepolitik, Grüne, Gymnasium, Inklusion, Landtags-Grüne, Schule, Staatsregierung am 29.07.14 um 17:50 Uhr veröffentlicht.
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Weil das Labyrinth die Befriedigung selbst ist

„Was wäre wenn …” – Eine Lesung zu „Führung – Macht – Verführung”

Salon Littéraire beim österreichischen Generalkonsul Dr. Helmut Koller. Wie schon im Mai ist auch dieses Mal Andrea Riemer zu Gast. Die Schriftstellerin liest wegen der großen Nachfrage zum zweiten Mal aus ihrem Buch „Was wäre wenn …”. Die Stimmung in der Residenz des österreichischen Generalkonsuls ist heiter und gelassen, ganz dem Sommerwetter angemessen. Der Generalkonsul führt ebenso locker in den Abend ein, seine Gäste quittieren es mit Lachen und Ausgelassenheit. Ein guter Rahmen, um sich auf literarisch-lockerer Ebene mit dem Thema Frauen – Führung – Macht – Verführung auseinanderzusetzen.

Andrea Riemer stellte in ihrer Einführung zur Lesung heraus, dass dieser Komplex von Verführung und Führung auch sehr viel mit Sucht zu tun haben kann. Es ist die Suche nach Anerkennung, die sich manchmal in Statussymbolen äußert.

„Was wäre wenn …” ist ein Buch mit 11 Briefen an Persönlichkeiten der Geschichte. Eine Mischung aus Fiktion und Realität, fein ziseliert beobachtet. Andrea Riemer hat sich dem Thema Führung, dass sie aus ihrer eigenen Lebensgeschichte kennt, auf poetische Art genähert. In ersten Ausschnitt der Lesung nähert sie sich an Lillith an. Die Unangepasste.

Meine liebe Freundin, mein lieber Freund …”

Allein aus ihrer Lebensgeschichte heraus kann Andrea Riemer Erfahrungen weitergeben. Sie stammt aus einer Unternehmerfamilie und hatte auch die Mutter als Vorbild der Führungspersönlichkeit.
Im zweiten Ausschnitt aus ihren Briefen schreibt sie indes, ganz dem Motto des Abends folgend, an die Frau, die als die Verführte gelten darf.

Zum Abschluss der Lesung mit Diskussion berührt Andrea Riemer die Verführerin. Fest gemacht hat sie ihren Brief an Alma Mahler-Werfel, der Gattin von Gustav Mahler:

Bibliophile Angaben:
Andrea Riemer: Was wäre wenn…? Ich bin …
192 Seiten, Hardcover, Verlag Holzhausen GmbH, Wien
ISBN: 978-902868-95-4, EUR 19,80

In der Kategorie Literatur am 27.07.14 um 18:42 Uhr veröffentlicht.
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Grüne legen Rechtsgutachten zur Berichterstattung #SAPOR vor

Die Grünen im Bayerischen Landtag haben ein Rechtsgutachten zum Informationsschreiben einer Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben. Die Kanzlei vertritt sowohl Staatsministerin Christine Haderthauer als auch ihren Mann. Hintergrund ist, dass die Kanzlei Journalisten darauf hinwies, dass ihrer Meinung nach über den Gatten der Ministerin nicht namentlich berichtet werden dürfe.. Das Rechtsgutachten, das in Baden-Württemberg angefertigt wurde, kommt zu einem anderen Schluss. Ulrike Gote, medienpolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag, stellt die wichtigsten Punkte in Zusammenfassung vor:

Um zu dieser Beurteilung zu kommen, muss unter anderem auch das Auftreten des Ehepaares Haderthauer in der Öffentlichkeit berücksichtigt werden, so Gote weiter:

Ulrike Gote mit einer politischen Beurteilung des Vorganges:

Die medienpolitische Sprecherin der Grünen wertete das Schreiben des Anwalts als eine „Einschüchterung, die man nicht hinnehmen darf.“ Die Grünen hatten das Gutachten vor allem deswegen in Auftrag gegeben, da unter Umständen die Berichterstattung unter anderem durch freie Journalisten und Blogger gefährdet sein könnte. Das Gutachten der Kanzlei Löffler, Wenzel, Sedelmeier findet sich auf der Website der Grünen. Interessantes am Rande der Pressekonferenz: Die Kanzlei spielt wohl Journalisten und Medienhäuser gegeneinander aus und „füttert” sie mit Falschinformationen. Es geht um das Unterschreiben von Unterlassungserklärungen und das Depublizieren von Beiträgen.
„Heinrich graut’s” war auch vom Schreiben des Anwaltes des Mannes der Staatsministerin betroffen.

In der Kategorie Bayern, CSU, Grüne, Landtags-Grüne, Medien, Politik, Staatsregierung am 21.07.14 um 13:14 Uhr veröffentlicht.
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