Blog wirkt. Und IHR seid die Empfänger und Sender.

Innenansichten eines Landtagskorrespondenten.

Kurz aus dem Nähkästchen geplaudert: Wie ist das so als Journalist im Landtag? Kurze Antwort: Schön und interessant.
Mittellange Antwort: Ich schnapp mir morgens meinen Rucksack mit den Reporterutensilien und fahre mit S-Bahn und Tram ins Maximilianeum.

Ganz lange Antwort:

Irgendwann im letzten Jahr musste ich für einen meiner Auftraggeber ins Maximilianeum. Pressekonferenz zu einem Bildungsthema. Ich habe mich brav an der Ostpforte angemeldet und meinen Presseausweis gegen einen Tagesausweis getauscht. Ein Zustand, der mehrere Monate anhalten sollte. Ich taperte durch das Gebäude auf der Suche nach diesem ominösen Raum 211.
Da mein Verhältnis zu Behörden sich meist darauf beschränkte, dass ich lernte, dass die erste Ziffer das Stockwerk bezeichnet, vermutete ich, dass dieser 211 sich im zweiten Stock des Landtags befindet. Richtig geraten. Ich fand mich in einem kahlen, mehr zweckmäßig eingerichteten Raum wieder – und es kamen noch einige Menschen dazu. Die Pressekonferenz fand dann auch in diesem Raum statt. Und ich hatte die ersten Kollegen kennengelernt.
So ging es in den nächsten Monaten weiter, ich lernte das Parlament von innen kennen und die verschiedenen Darstellungsformen, die es in einem solchen Parlament gibt. Wenn ich hier von Darstellungsformen spreche, dann meine ich journalistische Darstellungsformen.

Lassen wir den Kwatsch

Klar, es ist schön, einen Bericht aus dem Landtag zu lesen. Oder einen Korrespondentenbericht im Radio zu hören. Oder einen Bericht im Fernsehen. Das sind die gängigen Darstellungsformen. Aber: Ist es nicht umso viel schöner, Politiker im ungeschnittenen O-Ton zu hören? Gewichtet, aber nicht redigiert?
Freunde, das ist das, was ich machen will.

Politiker ungeschnitten darstellen.
Ich habe in langen Jahren im Funk gelernt, O-Töne zu schneiden. Und zugegeben, ich wende das heute auch noch an. Bevor es zu schmerzhaft wird.

Und die Netzpolitik?

Ich gebe zu, dass ich meine große Reputation erreichte, als ich aufdeckte, dass die GEMA/ZPÜ die Abgabe auf USB-Sticks und Speicherkarten erhöhen würde. Geile Story. Nachdem eine Nachrichtenagentur meinen damaligen Blogpost ungefragt und ohne Rechte und Verweis zum Thema machte, wusste ich, dass ich in der Netzpolitik angekommen bin.
Aber ich bin kein Netzpolitiker.
Klar, dass das Netz Raum einnimmt. Nur: ich habe mich weiter entwickelt. Ich achte Gunnar Sohn, Hannes Schleh und andere, die sich täglich für die Netzfreiheit einsetzen. Es ist auch mir ein besonderes Anliegen. Ich kann es nur nicht mehr so bedienen, wie ich es vielleicht wollte.

Nein. Ich bin glücklich an dem Ort, an dem ich stehe.
Landtags-Reporter.
Transporteur einer Gegenöffentlichkeit.
Unterwegs im Bereich Bildung und Soziales.

Allen verbunden.

Und „Landtagskorrespondent”?

Ein Korrespondent setzt einen Empfänger voraus. Also: Ein Mensch sitzt im Landtag und berichtet.
Der Mensch möchte entlohnt werden.
Irgendwie.
Ihr könnt das. Durch Retweets, durch Teilen, Liken und nicht zuletzt durch Flattr. Das ist die einfachste Form von ‘Senden’. Kommentiert, setzt Euch auseinander. Ich gebe zu, dass meine langen O-Töne manchmal davon abhalten. Aber ich weiß auch, dass der eine oder andere sich durchhört. Danke!

Es ist meine Überzeugung, dass ich auch ohne Werbung im Blog die Zielgruppe erreiche.

In der Kategorie Landtag, Politik, Radio am 08.09.13 um 06:00 Uhr veröffentlicht.
Es wurden folgende Tags vergeben: , , , , , ,
Keine Kommentare

Hinterlasse eine Antwort