Facebook-Unterricht für alle

Vor ein paar Wochen forderte Dorothee Bär, die stellvertretende Generalsekretärin und netzpolitische Sprecherin der CSU, dass jedes Schulkind seinen Tablet-PC bekommen soll. Ich habe mich aufgemacht in die Nähe von Wasserburg am Inn und mit Karlheinz Rieger über die Medienwirklichkeit und Medienkompetenz an einer Schule gesprochen. Der 60jährige ist Rektor der Grund- und Mittelschule in Eiselfing.
Er erinnert sich an die Bestandsaufnahme, als er vor etwas mehr als sechs Jahren an die Schule kam:

Karlheinz Rieger hat eines dieser etwas zu groß geratenen Smartphones, auf dem er während unseres Treffens immer mal wieder rumtippt. Sein Engagement in Sachen Social Media ist eingeschränkt, wie er selber zugibt:

Rieger ist kein Digital Native. Aber der Rektor gibt eine sehr klare Definition, was für ihn Social Media bedeutet:

Karlheinz Rieger fördert auch die Social-Media-Aktivitäten seiner Schüler:

Der Rektor gibt allen Eltern mit auf den Weg, sich selber mit Social Media zu beschäftigen:

Einerseits ist, so Rieger, die Politik gefordert. Aber auch jeder Einzelne muss sein Verhalten überdenken:

Deswegen muss Schule heutzutage auch mehr leisten als die traditionelle Wissensvermittlung. Mehr noch: Medienunterricht und Medienkompetenz können gar nicht mehr vor dem Privatbereich der Schüler Halt machen, wenn man Auswüchse vermeiden will:

Die Digitalisierung des Alltags wird weiter fortschreiten. Und so wird auch irgendwann die Vision von Dorothee Bär Wirklichkeit, dass jeder Schüler sein Tablet hat:

Die Mittelschule Eiselfing ist hier in Facebook präsent.

Die Schüler der Grund- und Mittelschule Eiselfing erstellen ein Wiki über ihren Ort.

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In der Kategorie Computer, IT, Kommunikation, Medien, Schule, Social Media am 07.05.12 um 20:47 Uhr veröffentlicht.
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Die Wolke ist … ähm, ja … wolkig

Was passiert eigentlich mit meinen Dokumenten und Daten, wenn mein Account bei Facebook oder Google+ gesperrt wird?
Ich wurde heute durch diesen Artikel von Gunnar Sohn im „The European“ aufgeschreckt:

Ansonsten spitzt sich die Frage zu, ob nun das Grundgesetz gilt oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook. Wenn der politische Meinungsbildungsprozess auf privaten Servern stattfindet und Mark Zuckerberg nach Lust und Laune virtuelle Existenzen ein- oder ausschalten kann, dann sieht man das Konfliktpotenzial für die Netz-Gesellschaft. Hier brauchen wir neue Regeln und zwar international. Sascha Lobo brachte die Uno ins Spiel. Und in der Tat geht es um ein völkerrechtliches Problem. Es geht um Weltfragen. „Theoretisch können heute fünf Milliarden Menschen das Internet nutzen, wenn man den Mobilfunk einschließt. So ein gigantisches Wachstum hat es in der Menschheitsgeschichte vorher nie gegeben. Deswegen sind viele politische Akteure überfordert, weil sie zur Regelung von Weltfragen nur das System der zwischenstaatlichen Organisationen haben – etwa die Vereinten Nationen, der G8-Gipfel, die Europäische Union oder die OECD. Hier findet alles hinter verschlossenen Türen statt. Es wird von oben nach unten hinter verschlossenen Türen entschieden“, bemängelt Professor Wolfgang Kleinwächter in dem Republica-Panel „HACKING THE MAP OF INTERNET GOVERNANCE“. Man bekomme keinen Zugang zu Dokumenten, ACTA-Verhandlungen laufen unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit und Einflüsterungen von Lobbyisten bei Gesetzesinitiativen erreichen nicht das Licht der Öffentlichkeit.

Wissen ist der Schlüssel zum Netz.

Ich bekam schon letztes Jahr an einer Aus- und Weiterbildungseinrichtung für Journalisten immer ein schlechtes Gefühl, wenn ich die Querverweise auf Gogglemail oder Googledocs hörte. So verlockend das Angebot ist, ich schreibe lieber lokal bei mir auf meinem Rechner und gleiche diese Dokumente maximal durch eine geschützte Cloud mit anderen Rechnern ab. Leser meines Blogs wissen, welchen Anbieter ich schätze. Bei besonders brisanten Geschichten würde ich sogar heute noch soweit gehen und komplett offline schreiben und konventionell mittels USB-Stick zu sichern.
Das ist keine Paranoia, nur eine kleine Vorsichtsmaßnahme. In letzter Zeit las man öfters, dass Profile in Sozialen Netzwerken gesperrt werden, manchmal reicht nur ein ungewöhnlicher Name.

Dass ich die Kostenlos-Kultur der Sozialen Netzwerke im Internet mit meinen Daten bezahle, schreckt mich nicht mehr sonderlich. Bruder Sorglos darf ich nicht sein, ich überlege mir bei jeder Anwendung, ob sie notwendig ist, handle restriktiv und, … manchmal bin ich sogar unterwegs, ohne mich bei Foursquare einzuloggen.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: die klassische Totholz-Kalender-App hat bei mir eine Wiederbelebung erfahren. Es kann nämlich auch nervend sein, wenn meine synchronisierten Rechner parallel Terminerinnerungen raushauen und so für ein akustisches Inferno sorgen.

Noch eins fällt mir auf: Als ich mit iPad und WiFi unterwegs war, reichten mir 500 MB locker als Mobiles Volumen für einen Monat. Seit meinem Wechsel zu Android sind die Apps weniger geworden, aber das Volumen ist so gestiegen, dass ich nach 20 Tagen limitierte Geschwindigkeit spüre.
Ich will keines der beteiligten Unternehmen der Datenschleuderei bezichtigen, auch nicht das eine besser als das andere hinstellen. Dennoch würde ich manchmal gerne wissen, was für Daten da verschaufelt werden.
Meine These: Solange ich nicht abgesichert bin gegen letztlich auch eine Löschung meiner Existenz, werde ich einen Teufel tun, mehr Daten von mir als notwendig in die Wolke und zu Anbietern zu schieben, als ich unbedingt muss.

Aber ich bin gespannt, wie die Experten Hannes Schleeh, Arnoud de Kemp und Bernhard Stahl auf dem Panel Obi Wan Kenobi und das Future Internet auf meine Abschottung reagieren.

Wir sehen uns! Am 09.Mai um 17.30 Uhr im Café Moskau in Berlin
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(Mag sein, dass der Titel des Artikels heute durch Gerhard Polt beeinflußt ist, dem zu entkommen heute nur durch strengste Medienabstinenz möglich wäre.)

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In der Kategorie Computer, IT, Kommunikation, Medien, Social Media am um 17:09 Uhr veröffentlicht.
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