Ich freu mich immer auf den Wahlsonntag …

… denn alle sind immer Sieger.
Ein Zwischenruf
In Nordrhein-Westfalen war das heute anders. Norbert Röttgen, Spitzenkandidat der CDU, hat seine Niederlage unumwunden eingeräumt. Alles andere wäre vermessen gewesen, gar realitätsfremd.
Die Pannen, die Muttis Bester sich im Wahlkampf erlaubt hatte, haben dieses Ergebnis gezeitigt. Von Bedauern zu sprechen, dass halt auch der Wähler den Ministerpräsidenten bestimmt (eigentlich ja nur die stärkste Partei), ist ein Faux-pas, der nicht nur in diesem Internet verbreitet wurde. Sondern eben auch auf der Straße und im Fernsehen. Müßig drüber nachzudenken, was die CDU hätte erreichen können, wenn Röttgen diese Fehler nicht passiert wären. Nein: Ganz klar: Muttis Bester war nicht der Beste für NRW. Das hat der Wähler gemerkt. Deswegen war es folgerichtig, dass Norbert Röttgen seinen Rücktritt sofort und ohne lange Worte angekündigt hat. Meine Hochachtung, Herr Röttgen.

Hannelore Kraft, SPD, Wahlsiegerin in NRW (Foto: Screenshot phoenix)

Hannelore Kraft konnte in ihrem ersten Statement vor der Presse locker sein. Und man sah es ihr an: Sie dankte recht gelassen allen Beteiligten in Partei und Familie. Sei es den Helfern, die die Kampagne der Wahlplakate (‘Currywurst ist SPD’) erdacht hatte, sei es ihren engsten Familienmitgliedern, der SPD 60 plus oder anderen Organisationen. Und vor allem: Ihrer eigenen Mutter.
Es war nicht von Anfang an klar, dass die SPD das Rennen machen würde. Die Politik von rot-grün in NRW war in den letzten zwei Jahren von Unwägbarkeiten und dem Wohlwollen der anderen Parteien abhängig.
Rot-Grün wird nun beweisen müssen, dass sie das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands gut aufstellen. Schuldenabbau, Politikumkehr, Gegengewicht zum Bund. Keine leichten Aufgaben.
Warum die Wähler die FDP in den Landtag hievten, wird zu ergründen sein.
Erfreulich, dass sich die unkonventionelle Art des Piratenwahlkampfes ausgezahlt hat. Schnelle Listenaufstellung, Wahlplakate, die man spendieren konnte.
Vielleicht ist genau diese Konstellation, die der Landtag in Düsseldorf nun hat, die Chance, sachorientierte Politik zu machen.
Spannend wird es auf jeden Fall im Düsseldorfer Landtag.
Ohne die Linke.
Und ohne eine ausreichende Wahlbeteiligung.
Mutti 2.0 ist gefordert.
Viel Glück, Hannelore Kraft!

flattr this!

In der Kategorie Kultur, Medien, Politik, Zwischenruf am 13.05.12 um 19:03 Uhr veröffentlicht.
Es wurden folgende Tags vergeben: , , , , , ,
Keine Kommentare

Rimons twitter widget by Rimon Habib