Zugegeben, der Blog-Titel ist ja schon fast fies geklaut. Reinhard Mey hat ein Chanson des Titels “50 – was, jetzt schon?” geschrieben. Genau dieses spielte mein MP3-Player aber gestern abend, als ich von einem Twittagessen in Rosenheim spät abends im Zug nach München fuhr, kurz mein Blog aufrief, einen Kommentar genehmigte und mir auffiel, dass ich kurz vor der 100 stand. Blogeintrag Nr. 50 hatte ich ja völlig verschusselt und einen “normalen” Artikel geschrieben, der 51. wurde dann zu einem Danke.
Natürlich kokettiere ich im Titel dieses Blogs auch damit, dass es Kollegen gibt, die ihren hundertsten Blogeintrag 100 Tage nach Beginn der Bloggerei eingetragen haben. Oder zumindest nahe dran, wenn ihnen das Kreisen um ihren Ernährungsstil Zeit ließ. Und es gibt Kollegen, die haben nach 50 Tagen die Quote 100 erfüllt. Ich gönne es ihnen.
Für mich hingegen ist es wichtiger, über Sachen zu schreiben, die Herzblut haben. Deswegen: Nicht jeden Tag ein Artikel.
Es muss nicht von jedem alles gesagt werden. Auch nicht von mir.
Vielleicht hätte ich dieses Blog ‘Mit Musik und Twittern zwischen GEMA und Bahn’ nennen sollen. Der Titel hätte etwas davon verraten, was die Schwerpunkte meines Schreibens sind: Die GEMA, der ich meinen bislang größten Erfolg zu verdanken habe, die Bahn, die ich liebevoll und streng begleite. Es geht um Social Media, ich habe den Generalvikar des Bistums Regensburg im Interview gehabt, einen Mittelschulrektor und Doro Bär.
Ich schreibe manchmal über Musik, ob klassisch, Volkslied oder Kinderlied.
Achja, das eine oder andere literarische Stück meiner Vergangenheit taucht auch immer mal wieder auf.
Das alles habe ich, als ich das Bloggen begann, nicht gewusst. Welche Themen mich finden würden, welche Leser, welche Kollegen.
Aber mittlerweile 70.000 Visits im Monats-Schnitt sind eine Marke.
In toto halte ich es für eine abwechslungsreiche Mischung. Nicht alles gefällt, nicht alles stößt auf Gegenliebe beim Leser. Ein über steinzeitliche Ernährung bloggender Kollege meint manches Mal zu erkennen, dass ich traurig sei. Nicht wirklich. Ich habe das Singen aufgeben müssen, weil die Stimme das nicht mehr aushält. 9 Monate Dauererkältung und Gesang haben ihr Opfer gefordert. Und da ich ja durchaus als Sprecher arbeite, beuge ich mich dem Urteil des Arztes.
Das hat mich in den letzten Monaten stiller, verhaltener, ruhiger und nachdenklicher werden lassen.
In dieser Zeit bin ich einem Menschen begegnet. Er gab mir seine Hand. Und ich lasse die so schnell nicht mehr los. ;)
Danke!
Auf die nächsten 100 Einträge.
Seit über vier Jahren wird am Bahnhof in Pasing gebaut. Ziel ist, den Bahnhof barrierefrei zu gestalten. Dafür hat die Bahn gut 35 Millionen Euro in die Hand genommen. Seit Oktober 2009 sind die S-Bahnsteige schon mit Aufzügen erreichbar, dieses Jahr im August sollen die Bahnsteige 3 und 4 Rolltreppen bekommen. Dort fahren die Regionalzüge ab. Der Aufzug ist schon in Betrieb. Das war für den Leiter des Bahnhofmanagement München, Heiko Hamann, die Gelegenheit, das Projekt nochmals vorzustellen und eine kleine Bilanz zu ziehen.
Der Fahrstuhl an Gleis 3/4 ist schon in Betrieb, doch die Arbeiten gehen weiter, so Heiko Hamann:
Rund 600 Radl-Stellplätze soll es in der Unterführung geben, die Hälfte davon ist jetzt schon nutzbar. Das Reisezentrum soll auch in die Unterführung und raus aus dem historischen Gebäude. Für das gibt es andere Pläne:
Bis November 2012 sollen die Aufzüge und Rolltreppen an den Gleisen 9 und 10 (Fernverkehr) eingebaut sein. Und dann wird verschönert:
Dafür wird es nochmal eng werden in der Unterführung: Es wird halbseitig abgesperrt, damit der Boden verlegt werden kann.
Beim barrierefreien Bau des Pasinger Bahnhofs hat die Bahn auch an sehbehinderte Menschen gedacht: Alle Bahnsteige und Wege werden taktil ausgelegt.
Um die historische Substanz des Bahnhofs gleichermaßen wie die neu eigebauten Zuganzeiger, Dächer und Gerätschaften zu schützen, werden zum Tauben vergrämen die bekannten Metallstifte eingesetzt.
Im Dezember soll nach Plan dann ein Bahnhofsfest den Abschluss der Bauarbeiten markieren.
Ein Kommentar
In den vergangenen Jahren sind die Bilanzsummen der „Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte e.V.“ gestiegen.
In diesem Jahr nun hat Verwertungsgesellschaft einiges unternommen, um, wie sie selber sagt, transparenter zu werden. Und einiges, um die Einnahmen unter veränderten Vorzeichen zu sichern.
Einnahmen, die ihren Mitgliedern zu Gute kommen sollen.
Hatte man zuletzt die Tarife für Konzerte „reformiert“, so liegt der Schwerpunkt dieses Jahr auf den Reformen der Veranstaltungstarife.
Diese provozieren schon seit der Veröffentlichung im März 2012 die Diskotheken- und Clubbetreiber. Vorläufiger Höhepunkt: Die Demonstration „Bitte keine GEMAinheiten mehr“ am 25. Juni in Berlin. Zeitgleich und am gleichen Ort wie das Mitgliederfest der GEMA.
Aber auch andere Stellschrauben, an denen die Verwertungsgesellschaft dreht, erregen den Unmut von Musiknutzern und Musikproduzenten, die alternative Wege suchen.
Sei es die geplante Erhöhung der Leerabgabe auf Speichermedien oder die Sondertarife, die die GEMA zur Europameisterschaft bietet.
Auch eine Image-Kampagne der GEMA zieht nicht so richtig: Musik ist uns was wert.
Eine unglückliche Pressesprecherin bringt neuen Schwung in die Debatte um die GEMA. Gaby Schilcher spricht in einem großen Zeitungsinterview davon, dass die Verwaltungsausgaben auch darauf verwendet werden, sie für anstrengende Gespräche mit der Presse zu zahlen. Angesichts des Zornes weiter Teile der Bevölkerung ist das ein Tropfen in ein Fass, das überzugehen droht.
Bands wie Porter suchen sich das Geld für eine CD-Produktion im Netz zusammen und produzieren unter Creative-Commons-Lizenz.
Viele Künstler publizieren schon gema- und auch lizenzfreie Musik. Die Musikpiraten veröffentlichen eine solche CD und wegen eines Pseudonyms, das nicht offengelegt wird, zieht die GEMA vor den Kadi. Weil es die GEMA-Vermutung gibt.
An anderer Stelle bemühen sich Musikschaffende, eine alternative Verwertungsgesellschaft, die C3S auf die Beine zu stellen. Das Problem: Sobald C3S um Zulassung beim Patentamt ersucht, wird die Satzung des Vereins öffentlich sein und von den Justiziaren der GEMA sicher nicht unkommentiert bleiben. Und jede Unklarheit, jeder indifferente Ansatz, jeder nicht juristisch wasserdichte Satz wird Schreiben um Schreiben, Eingabe um Eingabe, Widerspruch um Widerspruch auslösen. Monopolisten lassen sich ungern in die Ecke drängen und – mehr Anwälte haben sie auch. Und wohl auch das Geld, sie zu zahlen.
Aber sei’ s drum: Was die letzten 20 Jahre in der Politik seinen Anfang nahm, durchdringt nun auch gesellschaftliche Bereiche: Die Abschaffung von Diktaturen wird zur Auflehnung der Musiknutzer und -schaffenden gegen einen Monopolisten, der sich selbst überlebt zu haben scheint.
2012 ist das Jahr der GEMA.
Diese Woche ist richtig spannend. Gestern war ich in Ohel Jakob. Das ist die Hauptsynagoge in München. Ein sehr lichter, heller, gleichzeitig schlichter und funktionaler Raum. Fotos vom Inneren zeige ich, wenn ich meine Woche bei @MunichLovesU mache.
Wer twittert, kennt das Projekt wahrscheinlich: 52 Menschen haben den Account jeweils eine Woche inne und zeigen ihre Sicht von München. Das Schöne ist, dass ich als Nicht-Münchner auch mitmachen darf. Das haben wir bei einem #Twittagessen ausgemacht. Das ist ein Treffen zum Essen, bei dem sich Twitterer treffen.
In den letzten Wochen habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich diese Woche füllen werde. Vieles von dem, was ich machen wollte, haben meine Vorgänger jetzt schon gemacht. Einige Punkte werde ich sicher auch nochmals aufgreifen, um sie differenzierter zu beleuchten. Daneben arbeite ich an einem ‘Drehbuch’. Ich versuche in den nächsten Wochen noch den einen oder anderen Zeitgenossen zu bekommen, der mit mir durch Stadtviertel geht, Geschichten erzählt, die ich so nicht erzählen könnte. Der Mix sollte sich sehen lassen können. Er wird bairisch, barock und hat auch mit Bier zu tun. Daher der Titel dieses Artikels. München hat viele Kirchen zu bieten, quer durch alle Baustile. Ein Grund, sich die Pracht anzuschauen. So wird dann wohl jeder Tag beginnen. Für die agnostischen Leser eine Beruhigung: Es wird keine Andacht geben. ;)
Ich werde auch durch das schwule Stadtviertel Münchens streifen, das Glockenbachviertel. Vielleicht habe ich Glück und Pfarrer Rainer Maria Schießler begleitet mich. Er ist Pfarrer von St. Maximilian und somit für dieses Viertel zuständig. Der Pfarrer “is a recht bunter Hund”, er nimmt seinen Urlaub ja auch immer zur Wies’nzeit und geht dann als Bedienung auf das Oktoberfest.
Daneben gibt es eine beträchtliche Anzahl von Hausbrauern in München und Oberbayern. Als ich letztes Jahr meine Fortbildung zum Online-Journalisten machte, hatte unser Kurs das als Abschluss-Thema.
Für mich gehört das irgendwie zusammen: Bier, Baiern und Kirche.
Und was hat das nun mit der Synagoge zu tun?
Für mich gehört Ohel Jakob ins Stadtbild. So, wie unsere jüdischen Freunde in die Stadt gehören. Und deswegen wird es einen Tag in meiner #mucly-Woche geben, der mit der Synagoge beginnt. Das wird der Freitag sein. Wie mir Aaron Buck, der persönliche Referent von Charlotte Knobloch erklärte, gehört es sich für den frommen Juden nicht, am Schabbes zu twittern. Und so werde ich mich dran halten. Als Zeichen, dass ich meine jüdischen Freunde respektiere.
Wichtige Info, nicht nur für Nachtschwärmer:
Schon vor der großen Stammstrecken-Sperrung ab 6. Juli (Heinrich graut’s berichtete) fallen in den Nächten von Sonntag auf Montag auf der Stammstrecke die S-Bahnen aus. Grund sind Vorarbeiten.
Beginn ist in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni.
S-Bahn-Chef Heiko Hamman weist darauf hin, dass ab 6. Juli schon am Freitag nachmittag ab 16 Uhr mit Behinderungen wegen der Bauarbeiten zu rechnen ist:
Die letzten Züge werden die Stammstrecke dann bis ca. 20 Uhr verlassen haben.
Update: Die S-Bahn München hat das Infoheft auch als PDF-Download publiziert. Mit allen Fahrplänen, Haltestellenübersichten und Antworten zu den wichtigsten Fragen.
ich kann kein liebesgedicht schreiben,
für dich nicht, und auch nicht für mich.
ich kann die lediglich eines nur sagen:
so, wie du bist, mag ich dich.
ich kann keine worte zu reimen mehr zwingen,
die feder verweigert sich mir.
ich mag dich, ich kann dich gut leiden,
dann, wenn ich dich sehe, wenn ich dich spür’.
ich bin eb’nt kein dichter, kein denker,
nur stammeln ist das, was ich kann.
die worte, gedanken versiegen,
wenn ich deine augen anschauen kann.
ich weiß nichts von metren,
von versen und maß.
verzeih’ mir mein hilfloses streben,
komm, leer’ mit mir das glas.
(Das Gedicht ist 1997 im Gedichtband ‘Fünf Stationen Liebe’ erschienen. Autor: Heinrich Rudolf Bruns)
Samstag, 23. Juni. Zeit für das Straßenfest in der Richelstraße in München-Neuhausen.
Günther Baumann, Betreiber der Hausbrauerei Richel-Bräu, lud ein und viele kamen. Hier ein paar fotografische Eindrücke.
Wer sich einmal von der Braukunst des Richel überzeugen will und die einzigartige Atmosphäre im Bierkeller genießen will, sollte sich zum Schaubrauen mit Jackl anmelden.
Vergangenen Mittwoch reihte sich bei der Bahn und S-Bahn München wieder mal ein Unglück und Ausfall an den anderen.
Kurz aufgezählt:
In der Früh Personenschaden bei Schleissheim. Zugverkehr beeinträchtigt, S-Bahn kann fahren.
Im morgendlichen Berufsverkehr folgt dann eine Signalstörung am Rosenheimer Platz. Verzögerungen Richtung Ostbahnhof bis 10 Minuten.
Dazu kommt ein Notarzt-Einsatz am Hauptbahnhof (tief).
Zwischendrin funktioniert das Signal am Rosenheimer Platz wieder, der Notarzt-Einsatz ist beendet.
Nicht lange, und am Hauptbahnhof muss die Feuerwehr anrücken.
Und das Signal am Rosenheimer Platz fällt wieder wegen Störung aus.
Zwischen Mühldorf und Dorfen meldet die Südostbayernbahn Zugausfälle. Wegen Personenschaden.
Richtung Ostbahnhof kann die S-Bahn die Verspätungen abbauen, das Signal arbeitet wieder.
Dafür gibt es eine Weichenstörung am Ostbahnhof, die Züge können Richtung Innenstadt nur mit Verzögerung in den Stammstreckentunnel einfahren.
Gegen 10.25 Uhr gibt es eine Mail vom Streckenagenten, dass sich die Verzögerungen Stammstrecke Richtung Ostbahnhof auflösen.
Dafür ist jetzt das ganze Stellwerk am Ostbahnhof gestört.
Vom Stachus bis zum Ostbahnhof braucht der Zug gute 25 Minuten, mit Aufenthalt am Rosenheimer Platz und Dauerhalt im Tunnel, weil er nicht einfahren kann.
Grund: Signalstörung Rosenheimer Platz und Stellwerkstörung Ostbahnhof.
Der ganze Vormittag war mehr oder weniger eine einzige Störung auf der Stammstrecke.
Die S-Bahn München muss dringend fit gemacht werden!
Gegen Personenschäden kann die Bahn nur wenig beziehungsweise nichts machen. Verstehen Sie mich nicht falsch!
Aber: Wie wäre es, wenn man die Gelder, die der Flughafen München derzeit nicht mehr braucht, weil es keine dritte Startbahn gibt, einfach in die Ertüchtigung der Stammstrecke einbringt? Oder gar eine Alternative zur Stammstrecke erwägt? Eine zweite Röhre halte ich für wenig geraten, besser wäre aus meiner Sicht eine Art Ringstrecke, so dass Pendler, die aus einem Außenbereich des MVV in den anderen müssen, mit wenigen Umstiegen weiterkommen. In der Stadt kann kam sich mit ein wenig Geschick ja mittels U-Bahn, Tram und Bus behelfen. Und mit etwas Planungsgeschick sollte sich eine Ringstrecke so verwirklichen lassen, dass man nicht großartig neu bauen muss, um München zu umfahren. Eine Strecke im Süden gibt es ja schon.
Crowdfunding ist einer der Begriffe, die derzeit in den Medien kursieren. Was ist das eigentlich genau? Wikipedia schreibt dazu: “Crowdfunding oder Schwarmfinanzierung ist eine Art der Finanzierung. Mit dieser Methode der Geldbeschaffung lassen sich Projekte, Produkte, die Umsetzung von Geschäftsideen und vieles andere mit Fremdkapital versorgen. Eine so finanzierte Unternehmung und ihr Ablauf werden auch als eine Aktion bezeichnet. Ihre Kapitalgeber sind eine Vielzahl von Personen – in aller Regel bestehend aus Internetnutzern, da zum Crowdfunding meist im World Wide Web aufgerufen wird.”
Anders ausgedrückt: Viele Personen geben kleinere Geldbeträge, um ein Projekt zu ermöglichen. Das ist sozusagen die internetaffine Umsätze des Sprichwortes vom Kleinvieh, das auch Mist macht. Auf diese Art ist in letzter Zeit schon Geld für einen Spielfilm zusammengekommen. Auch die eine oder andere Musikproduktion erblickt dadurch das Licht der Welt. Und das, ohne dass die Künstler sich einer Produktionsfirma und gegebenenfalls für sie ungünstigen Verträgen aussetzen müssen.
In meinem Twitter- und Facebook-Bekanntenkreis versucht das gerade Markus G. Sänger mit seiner Band Porter und dem Projekt Wolkenstein.
Als Dankeschön hat er sich besondere Geschenke für Spender ausgedacht. Das geht vom Dankeschön auf der Facebook-Fanseite über lebenslangen freien Eintritt zu Konzerten bis hin zum Koch-Event der Band für großzügige Spender.
Alle Infos zum Projekt Wolkenstein finden Sie hier. Mit Zeichnungsmöglichkeit für Spenden!
Hier ist die Facebook-Fanseite der Band.
Sie wollen in ein paar Titel der Band reinhören? Kein Problem, bei Soundcloud gibt es Hörproben.
Ich habe mich ebenfalls im Projekt engagiert. Nicht mit Geld, aber mit einer kleinen ‘Stimmspende’. Den Trailer mit meiner Sprecherstimme finden sie hier.
Was ich persönlich sehr fein finde: Das Album wird GEMA-frei erscheinen und unter Creative-Commons-Lizenz publiziert.
Und: ‘Alternative’ ist ein weiter Begriff. Nach den ersten Höreindrücken bin ich aber sehr zufrieden. Wenn die CD erscheint, dann lesen Sie hier sicher eine Rezension.
Notabene: Meine Texte und Fotos erscheinen hier auch unter CC-Lizenz (siehe Kasten rechts, unten). Sie können via Flattr Beiträge honorieren. Genauso funktioniert das mit einem ‘Fav’ bei Twitter.
Das Leistungsschutzrecht bewegt.
Auch ich als Journalist und Blogger bin davon betroffen. Deswegen habe ich mich entschlossen, in diesem auf WordPress basierten Blog ein Plugin zu verwenden, das die Initiative D64 e.V. programmiert hat.
Sie werden auf eine Landingpage von D64 e.V. geleitet, die über das “LSR” informiert. Mit einem weiteren Klick gelangen Sie dann zur eigentlichen Verlinkung.
Bei D 64 wird eine Blacklist geführt, die ein tägliches Update erfährt.
Es ist für Sie als Leser zwar etwas umständlicher geworden, aber ich halte die Sensibilisierung für dringend notwendig und empfehle allen Mit-Bloggern, genauso zu handeln.
Im Übrigen empfehle ich diese Anleitung zum Bau einer Melkmaschine und diesen polemischen, aber sehr, sehr wahren Text (beide von Mario Sixtus) zur Lektüre: Ja, habt Ihr denn überhaupt keinen Stolz?
Irgendwie erinnert mich das Vorgehen der Verlage an den Zündler, der selber in der Feuerwehr ist …
Und bitte: Komme mir jetzt keiner mit der Idee, flächendeckend und gleichzeitig sämtliche Abonnements und Kioskkäufe von Zeitungen für zwei Wochen auszusetzen. So reizvoll der Gedanke eines “Generalstreiks” sein mag: Ich fürchte, dass dabei die Freien Journalisten die ersten und größten Leidtragenden sind.
Abgesehen vom Jammern und Wehklagen: Natürlich kann ein Leistungsschutzrecht auch eine unglaubliche Chance sein. Verbunden mit mehr Aufwand, weil jeder selber recherchieren muss, verbunden damit, dass meine Texte, die unter CC-Lizenz stehen, noch gelistet werden in Suchmaschinen, während die großen Verlage rausfallen.
Die Chance, im “Windschatten” des Leistungsschutzrechtes mehr interessante Geschichten lesen zu können, weil selbst recherchiert und damit nicht mehr so im Mainstream.
Lassen wir uns überraschen. :)
Die geplante Tarifreform der GEMA zu Veranstaltungen mit Tanzmusik kommt nun vor die Schiedsstelle des beim Deutschen Patent- und Markenamt in München.
Das geht aus einer Pressemitteilung der GEMA von heute (19.Juni) hervor.
Georg Oeller, Vorstandsmitglied der GEMA, wird darin zitiert: „Wir begrüßen es sehr, dass die Bundesvereinigung der Musikveranstalter e.V. dem von uns initiierten Schiedsstellenverfahren gestern zugestimmt hat.“
Nicht nur die Bundesvereinigung der Musikveranstalter, angesiedelt beim Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, hat gegen die neuen Tarife der GEMA Protest eingelegt, auch die Vereinigung der Tanzschulinhaber (Swinging World e.V.) will eine Beurteilung von der Schiedsstelle.
Die Schiedstelle wird nun die Tarife prüfen. Das ist so im Urheberrecht-Wahrnehmungsgesetz geregelt. Das Verfahren kann ab Eröffnung ein Jahr dauern. Ungeachtet dessen werden die neuen Tarife, so ein Sprecher der GEMA am Telefon, zum 1. Januar 2013 wie veröffentlicht in Kraft treten. Allerdings, so der Sprecher weiter, sei es durchaus üblich, dass sich GEMA und Gegenseite schon zu Anfang darüber unterhielten, wie ab dem Zeitpunkt der Änderung verfahren werde.
Verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung. Ein hehres Ziel. Welche Wege kann man gehen, wie gestaltet man das? Antworten gibt es am Samstag, 16. Juni. Da findet in München das Greentunes-Festival statt. Dieter Janecek von Bündnis 90 / Die Grünen erklärt, um was es geht:
Ort: Backstage München, Reitknechtstraße 6, München
Zeit: 16.06.2012, ab 15.30 Uhr
Weiterführende Informationen: Terminankündigung, Facebook-Seite.
ein mensch fährt auf ‘ne flamme ab
und denkt: die bringt mich voll auf trab.
solang er sie nicht sicher hat,
erfüllt er jeden wunsch für sie:
für einen kuss von ihr fällt er auf’s knie.
doch – bald schon wendet sich das blatt,
er merkt, wie seine chancen schwinden.
die flamme will sich gar nicht binden.
so fällt er auf ‘ne neue rein –
der mann will doch betrogen sein.
(Dieses Gedicht ist aus meinem 1997 erschienen Gedichtband ‘Fünf Stationen Liebe’ entnommen. Es wurde in der Rubrik ‘ohne titel’ veröffentlicht.)
Dieser Satz stammt von Dieter Janecek, dem Parteichef von Bündnis 90 / Die Grünen in Bayern.
Am Sonntag entscheiden die Bürger der Landeshauptstadt München über den Bau einer dritten Startbahn beim Flughafen im Erdinger Moos. Gestern stellte Heiko Tammena vom KLJB Bayern die ablehnende Haltung zur Flughafenerweiterung dar. Auch Janecek wünscht sich, dass die Bürger Münchens gegen die dritte Startbahn stimmen:
Er führt viele Argumente an, warum eine dritte Startbahn nicht gut ist. Und er zieht eine Parallele zu Frankfurt. Dort wache man mittlerweile auch auf.
Der Vorsitzende der Grünen fürchtet, dass die Mehrkosten, die zu erwarten sind, dem Steuerzahler aufgebürdet werden:
Für Janecek ist wichtig, dass Stadt und Region zusammenhalten und gemeinsam dem Großprojekt dritte Startbahn eine Absage erteilen. Das Geld für diese Startbahn sieht er besser in der Region angelegt beim Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. Denn da hinke Bayern in der Fläche weit hinter Baden-Württemberg her. Und mit einem flächendeckend gut ausgebauten Nahverkehr ist allen Bewohnern Bayerns gedient. Und auch Dieter Janecek begrüßt die Patenschaften, die man mittels der Website “Meine Münchner Stimme” eingehen kann.
Am Sonntag entscheiden die Bürger der Landeshauptstadt München in einem Bürgerentscheid über den Bau einer dritten Startbahn für den Flughafen München. Mit im Aktionsbündnis “AufgeMUCkt” ist auch die Katholische Landjugendbewegung Bayern (KLJB).
Dr. Heiko Tammena betreut die Öffentlichkeitsarbeit der Landjugend. Er erklärte mir im Interview drei der wichtigsten Gründe, warum aus Sicht des Katholischen Verbandes eine dritte Startbahn in München verhindert werden muss:
Deswegen werden Aktivisten von AufgeMUCkt und der KLJB ab Donnerstagabend in der Nähe der Bayerischen Staatskanzlei ein Camp aufschlagen und mit Kulturveranstaltungen und Aktionen für ihr Anliegen werben. Die Aktion hat den sinnigen Namen “Occupy Staatskanzlei”:
Die eigentlich Betroffenen, die Bewohner um den Flughafen München, dürfen beim Bürgerentscheid um die dritte Startbahn nicht teilnehmen. Es gibt aber eine Solidaritätsaktion im Internet: Meine Münchner Stimme. Heiko Tammena erklärt, was hinter der Aktion steckt:
Der Bürgerentscheid in München findet am Sonntag, den 17. Juni 2012 statt. Die Wahllokale sind ab 8 Uhr geöffnet, auch die Briefwahl ist möglich.
Seit 2009 wird am 8. Juni der Welt-Ozean-Tag begangen. Das Meer ist nicht nur der Ort, aus dem wohl irgendwann mal die Vorläufer des Menschen entstiegen. Das Meer ist heute Lebensraum für viele Geschöpfe. Und es ist näher mit uns verbunden, als wir meinen. Der Lokschuppen Rosenheim hat in einer Pressekonferenz anlässlich der Ausstellung TIEFSEE darauf aufmerksam gemacht.
Der Chefredakteur von National Geografic Deutschland hat es so ausgedrückt:
Prof. Dr. Gregor Rehder vom Institut für Ostseeforschung in Warnemünde erläuterte den Zweck des Einsatzes vom Forschungsschiff Meteor: „Erstmals wird für den Zeitraum von vier Wochen der Verlauf dieser für die Ostsee typischen und ökologisch bedeutsamen sommerlichen Blaualgenblüte untersucht werden.”
Star des Lokschuppen in Rosenheim ist Rosi, die Krake. Sie hat heute auch den Ausgang des EM-Spiels zwischen Deutschland und Portugal vorausgesagt. Aber: Ein Tintenfisch ist kein Tintenfisch. Er gehört zur Gattung der Schnecken, wie Dr. Daniel Oesterwind vom Johann-Heinrich-von-Thünen-Institut erklärt:
Dr. Erwin Brunner, Moderator des Weltozeantages und Chefredakteur von NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND, betonte: „Die Ozeane sind unsere Lebensgrundlage, doch Überfischung, Verschmutzung und Klimawandel schädigen sie zunehmend.“
Mein Kollege Emmanuel Vojnic Purcar hat einen sehr guten Bericht geschrieben.
Die Hälfte der Menschen lebt in einem Korridor von 200 km um die Weltmeere. Mensch und Meer sind eng miteinander verbunden.
Die Ausstellung TIEFSEE ist noch bis 04. November 2012 geöffnet.
Montag bis Freitag: 09.00 – 18.00 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertags von 10.00 bis 18.00 Uhr.
Ausstellungszentrum Lokschuppen, Rathausstraße 24, 83022 Rosenheim
Rosi, das Krakenorakel hat den Ausgang des EM-Spiels Deutschland vs. Portugal vorhergesagt.
Heute (8. Juni) ist Welt-Ozean-Tag. Im Lokschuppen Rosenheim hat das Kraken-Orakel “Rosi” heute das morgige Spiel zwischen Deutschland und Portugal getippt.
Dann wollen wir mal hoffen, dass Rosi mindestens Recht behält und wir Zuschauer das richtig gedeutet haben.
Mein Kollege Emmanuel Vojnic Purcar hat ein Video gemacht.
(Der Bericht über die Pressekonferenz zum Welt-Ozean-Tag folgt.)
Ab dem 6. Juli müssen sich Nutzer der Münchner S-Bahn auf Behinderungen einstellen. Für sieben Wochenenden, bis zum 20. August, wird die Stammstrecke nicht befahren. Stattdessen gibt es zwischen Ostbahnhof und Pasing Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die Busse setzen ab Freitag, 19.30 Uhr ein und fahren bis Montag früh 4.00 Uhr. Die Bahn wechselt die Gleise und den Oberbau aus, außerdem wird der Brandschutz in den Tunnelbahnhöfen verbessert.
Das sind die Änderungen:
Von Osten her enden die S-Bahnen 2, 3, 4, 7 am Ostbahnhof.
Von Westen her enden die S3 und S4 in Pasing. Die S 1, S 2, S 6 und S 7 fahren von der letzten Station vor der Stammstrecke aus ohne Halt bis zum Hauptbahnhof. Sie enden vorwiegend im Starnberger Flügelbahnhof.
Die S8 fährt ab Pasing ohne Halt zum Ostbahnhof und dann normal weiter zum Flughafen. Dafür nutzt sie den Südring und hält am Ostbahnhof auf Gleis 7.
Die Busse zwischen Ostbahnhof und Pasing sollen alle 3 bis 5 Minuten fahren.
Der 10-Minuten-Takt in Berufsverkehr wird teilweise ausfallen.
Wegen des Christopher-Street-Day (CSD) in München werden am Wochenende 14./15. Juli Stachus (Karlsplatz) und Marienplatz nicht angefahren, stattdessen verkehren die SEV-Busse über den Odeonsplatz.
Die Bahn wird die Fahrpläne rechtzeitig bekanntgeben, auch Heinrich graut’s wird dazu verlinken.
S-Bahn-Chef Heiko Hamman weist darauf hin, dass ab 6. Juli schon am Freitag nachmittag ab 16 Uhr mit Behinderungen wegen der Bauarbeiten zu rechnen ist:
Die letzten Züge werden die Stammstrecke dann bis ca. 20 Uhr verlassen haben.
(Quelle: Deutsche Bahn, S-Bahn München, pdf)
Montag abend, Untergiesing. Twittwoch e.V. hat zur Diskussion über das Urheberrecht geladen.
Für mehr als eine Stunde verlief die Diskussion sachlich und spannend, jeder der Podiumsteilnehmer machte seine Position deutlich. Die Lager gehen quer durch die Gesellschaft: Auf der einen Seite die, die an den alten Geschäftsmodellen festhalten wollen und ihren Verlegern und Abnehmern die Treue halten und von deren Verwertungsketten (Kino, TV, DVD, …) angetan sind. Auf der anderen Seite sind die, die das Urheberrecht modernisiert und an die Lebenswirklichkeit angepasst sehen wollen (Konstantin von Notz und Bruno Kramm).
Als die Zuschauer sich in die Diskussion einmischten, nahm die Veranstaltung an Fahrt auf: Hier wurde klar, dass das Festhalten an alten Geschäftsmodellen an der Lebenswirklichkeit der Mediennutzer vorbeigeht. Exemplarisch hier ein Ausschnitt aus der Diskussion, Jochen Greve hält an den alten Modellen fest. Was aber, wenn jemand einen Film nicht im Kino sehen will, sondern zeitgleich lieber zu Hause im Fernseher? Legal, versteht sich:
Durch die beständige Präsenz des Thema ‘Urheberrecht’ in den Medien ist die Öffentlichkeit sensibilisiert. Mehr als durch bisherige Kampagnen der Content-Provider. Beim Twittwoch forderte keiner eine Kostenlos-Kutur. Aber, das wurde in den Statments von Bruno Kramm und Konstantin von Notz deutlich, legales Teilen und weniger Restriktionen fördern das Bekanntwerden von Künstlern und Werken.
Das Urheberrecht ist eine gute Sache, Verwertungsmodelle auch, denn nicht jeder Künstler ist auch ein Geschäftsmann.
Aber das alles bedarf der Reform.
Hier geht es zum Videostream des Twittwoch Spezial.
Auf der Bühne, von links nach rechts: Thomas Pfeiffer (@codeispoetry) von Twittwoch, Tatort-Autor Jochen Greve, Dr. Konstantin von Notz(@KonstantinNotz), MdB B’90/Grüne, Reinher Karl vom Verband der unabhängigen Musikunternehmen e.V. und Bruno Kramm (@BrunoGertKramm), Labelbesitzer, Musiker und Urheberrechts-Beauftragter der Piratenpartei Deutschlands.