Vor sieben Jahren:
In der Nacht zum 23. Juli 2005 starb Stefan von Baranski.
Stefan war Musikmanager, er entdeckte Künstler wie Fred Bertelmann, er war befreundet mit Hugo Strasser, Max Greger, Freddy Quinn. Er kannte, was Rang und Namen hatte.
Stefan von Baranski machte sich nicht gemein.
Aber: Wer ihn überzeugte, für den setzte er sich ein.
Ich habe das selber erleben dürfen.
1993 fing ich bei Radio Alpenwelle als Redakteur und Moderator an.
Stefan von Baranksi war Gesellschafter, Moderator, Redakteur und sorgte sich auch um die PR.
Schnell wurde er mir väterlicher Freund, Ratgeber und überaus geschätzter Kollege.
Mit Stolz erfüllte mich, wenn ich Stefan in seiner sonntäglichen Radiosendung bei der Alpenwelle vertreten durfte.
In der Regel präsentierte er seine Sendung selber. Wenn er auswärts war oder eine Event vorbereitete, erfüllte es mich mich Stolz, wenn ich statt seiner ans Mikrofon durfte. Nicht nur mir ging es mit diesem Medienmacher alter Provenienz so.
Hubertus Klingsbögl war in den 90er Jahren Chefredakteur bei Radio Alpenwelle. Er hat mir in einem Gespräch erzählt, wie er Stefan von Baranski erlebte:
Geradezu nüchtern nimmt sich der Nachruf des Münchener/Miesbacher Merkurs aus, der nach Baranskis Tod erschien:
Aufgewachsen war Stefan von Baranski als Sohn eines polnischen Militärattáches. Im Anschluss an die Schulzeit studierte er Elektro- und Radiotechnik und absolvierte die Handelsschule. Als schicksalsweisend stellte sich die Begegnung mit Ernst Wieland heraus. Der Inhaber der Theaterschule in Wien hatte ihn bei einem Theaterauftritt zu einer Schulabschlussfeier entdeckt und weckte von Baranskis Interesse für einen Schauspielunterricht. Hier feilte er an seinen Talenten, ehe er seine erste große Rolle an den Kammerspielen erhielt. Obwohl er in der Welt zu Hause war, blieb München und in den vergangenen zehn Jahren die Schliersbergalm seine Heimat.
Stefan war mehr als Manager. Stefan war Freund.
Als Mittzwanziger war mir diese Ehre nicht immer bewusst. Ich gebe zu, dass ich, obwohl dem ‘alten Schlager’, der Operette, dem Musical und den altvorderen Komponisten und Textern von Michael Jary bis hin zu Hans-Werner Bochmann zugetan, mir oft dachte, dass er dem modernen Radio nicht mehr zu vermitteln ist.
Die Zeiten waren andere.
Wir machten damals, Mitte der 90er Jahre, oft genug noch ‘Radio aus der Hüfte’, wir improvisierten, liebten Detailversessenheit und waren unbedarft.
Ich erinnere mich sehr gut an einen Abend im Circus Krone. Auftritt Ernst Mosch und seine Original Egerländer Musikanten.
Mitte der 90er Jahre. Ich war selber Jahre vorher aktiver Blasmusiker gewesen. Mit der damaligen Kapelle haben wir sehr viel Ernst Mosch gespielt.
Es war Glück, dass ich Pressekarten für dieses Konzert von Ernst Mosch ergattert hatte. Und ich habe Stefan eingeladen. Und dieser alte Mann zeigte mir, welche Selbstverständlichkeit ein Reporter an den Tag legen muss. In der Pause dieses Konzertes ging er, mich im Schlepptau, auf die Bühne, sprach mit ein paar Musikern, die er kannte.
Unspektakuläres Hallo.
Bekannte, die in den Sinfonieorchestern dieser Republik spielen.
Dann: Hinter der Bühne. Er geht zielstrebig auf Ernst Mosch zu. Ich stehe wie ein kleiner Schulbub neben Stefan und vor dem großen Ernst Mosch.
Lieber Stefan, in diesem Augenblick hast Du mir gezeigt, wie man mit ‘Künstlern’ umgeht.
Respektvoll, aber auf Augenhöhe.
Wir sind Menschen.
Das habe ich von Dir gelernt, lieber Stefan von Baranski. —
Ich habe zu meiner Zeit bei Radio Alpenwelle Liebesgedichte und Liebesgeschichten verfasst.
Stefan von Baranski hat ein Geleitwort verfasst. Er war auch der, der mir zu einer Veröffentlichung riet:
Vor etwa drei Jahren lernte ich Heinz Rudolf Bruns als Moderator und Redakteur bei ‘Radio Alpenwelle’ kennen. Ich war überrascht, welches Wissen der gelernte Verlagsredakteur und Musiker über Komponisten, Künstler und Werke der Unterhaltungsmusik mitbrachte. Mit seiner sonoren Stimme las er nicht nur Nachrichten, sondern moderierte auch Musiksendungen und Magazine jeder Art.
Besonders fiel mir sein gepflegter Wortschatz auf.
Als er mir eines Tages noch einige Gedichte aus seiner Feder vorlas, war ich erstaunt, was alles in diesem Kollegen verborgen steckt. Seine poetische Ader veranlasste mich, ihm den Rat zu geben, seine bis jetzt ‘gesammelten Werke’ einem Verleger zu zeigen.
Danke, Stefan.