Die Jugend jazzt und swingt

„Jazzer sitzen im verrauchten Keller, spielen wirres Zeug und sind lebensfremd.”
Dieses Klischee stimmt nicht. Zumindest nicht, wenn es ums Landesjugend-Jazzorchester Bayern geht. Beim 31. Bayerischen Jazzweekend in Regensburg hatte ich Gelegenheit, das Orchester einen Tag zu begleiten. Die jungen Musiker haben sich in Schloss Alteglofsheim, einem Sitz der Bayerischen Musikakademie getroffen. Zusammen erarbeiten sie das Repertoire für kommende Auftritte. Abends werden sie einen solchen haben. Zur Eröffnung des Jazzweekends in Regensburg.

Konzentriert sind die Jungs und Mädels. Dirigent Harald Rüschenbaum, einer der angesagtesten Jazzmusiker in Deutschland, kann sich auf die Arbeit von Johannes Herrlich verlassen, der das Orchester in den Probentagen immer wieder motiviert und angetrieben hat. Als ich den Probensaal betrete, spielen die jungen Musiker unter der Leitung von Johannes Herrlich. Rüschenbaum sitzt im Publikum, umringt von jungen Musikern, die am Abend noch nicht spielen sollen. Er hört zu, er geht mit. Mittendrin packt er sein Tambourin, sagt: ‘Jetzt muss ich wohl nach vorne’ – und übernimmt fließend die Probe von Herrlich.

Die Musiker sitzen in Sommerkleidung da, manche barfuß, es ist Sommer. Es ist heiß. Kein Probenwetter. Trotzdem sind die jungen Musiker bereitwillig dabei. Bis zum Mittag kümmert sich Harald Rüschenbaum um die Feinheiten. Er lässt die Nusiker die Instrumente absetzen und ihre Stimme aus der Partitur singen. Bis es ihm passt. Der Jugend passt es. Sie sind hier, um zu lernen. Und sie lernen gerne. Von Harald Rüschenbaum, von Johannes Herrlich.

Überhaupt. Das Lernen. Vor dem Mittagessen zieht sich Johannes Herrlich mit zwei Eleven zurück. Der erfahrene Jazzer und Posaunist erteilt den Jungs (6. und 7. Klasse) eine Lektion in Improvisation. Keine Spur von Lehrer und Schüler. Herrlich, wie Herrlich die Jungs in das Improvisationsspiel einführt. Die Jungs gehen bereitwillig mit. Sie haben ein Herz für Jazz. Das merkt man an jedem Ton. Hier eine Anfangsimprovisation über „Alle meine Entchen”:

Nach dem Mittagessen gibt es noch eine kurze Probe. Dann packen die Musiker zusammen. Willi Staud, gute Seele und Organisator des Landesjugend-Jazzorchesters Bayern verstaut die Instrumente im Van.
Am Abend spielt das LJJB die Eröffnung des Bayerischen Jazzweekends auf dem Bismarck-Platz in Regensburg. Zusammen mit Conrad Tribble werden sie perfekte Musik liefern.

Die Homepage des Landesjugend-Jazzorchesters: LJJB.de
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Leider darf ich aufgrund der geltenden Bestimmungen keinen Probenmitschnitt des Landesjugend-Jazzorchesters Bayern präsentieren.
Ich bedanke mich bei Sylke Merbold und Uli Schwarz vom Bayerischen Jazzinstitut, die mir den Probenbesuch ermöglichten.

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In der Kategorie Kultur, Musik am 26.08.12 um 21:52 Uhr veröffentlicht.
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