Nachtgedanken

… mit fast ohne Bild, ohne Ton.
Ich erinnere mich noch der Zeiten, in denen ich manchmal nachts schlaflos am Schreibtisch saß. Ich ging dann oft ins Web und las besonders gerne die Seiten von br-online. Besonders die über den Sternenhimmel. Nicht, dass ich mich besonders für Astronomie interessiert hätte. Ich fand es nur ungeheuer spannend, zu lesen, wie sich der Himmel durch das Jahr verändert und welche Sterne zu welcher Zeit am Himmel zu sehen sind.
Nicht, dass ich einen Abend rausgeschaut hätte und selber auf Entdeckungstour gegangen wäre. Warum auch? Es war so schön aufbereitet und ich habe auch im vergleichsweise hohen Alter noch etwas gelernt. Ja, und manchmal las ich auch wirklich interessante (Hintergrund-)Berichte zu Themen, die zeitlos waren.

Warum ich das erzähle?
Weil ich mich abseits von Reformen und Neugestaltungen genug geärgert habe, dass irgendwann die Verleger die Oberhand gewonnen haben und sich mit dem Depublizieren durchsetzen konnten. Nicht, weil es die Verleger sind. Die haben ihre Interessen. Und da sie manchmal unter Ideenlosigkeit leiden, mussten die deren Rechtsabteilungen natürlich etwas finden, wo sie vermeintliche Geschäftsfelder sichern können.
Wenn die Verleger diese auch nur abgesichert hätten!
Und: Wenn die Verleger diese Felder auch nur bedienen würden.
Bitte, ich will keine Verleger „bashen”.

Ich erinnere mich an die Diskussionen um Depublizierungs-Pflicht (was ein Ungetüm!). Wie viele Politiker haben sich eingemischt. Was für Debatten und Prozesse wurden geführt!

Nein, ich will weder den Verlegern noch den Rundfunkanstalten, geschweige denn der Politik das Wort reden.
Und ich will auch nicht die Seiten über den Sternenhimmel bei br-online.de (heute: br.de) zurück. Tempi passati.

Ich begrüße den Vorschlag, den die netzpolitische Sprecherin der CSU, Doro Bär, heute gemacht hat: Die Depublizierung aufheben.

Und den Verlagen wünsche ich, dass sie lernen, über den Tellerrand hinaus zuschauen. Ich wünsche den Verlagen Ideengeber, die das Leistungsschutzrecht nicht als ultima ratio ansehen. Und vielleicht Erlösmodelle finden, mit denen sie im Netz Geld verdienen.

Der Politik wünsche ich längere Halbwertszeiten und etwas weniger Hektik, mehr Augenmaß!

Danke.

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In der Kategorie Allgemein, Medien, Politik, Zwischenruf am 30.10.12 um 23:03 Uhr veröffentlicht.
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Hanna hat Hoffnung

Jedes Jahr im November bekommt Kira Besuch von Hanna. Kira ist keine Geringere als die Kirchen-Elster, die das Angebot der evangelischen Kirche für Kinder begleitet.
Und Hanna ist ein kleines Mächen, das im Berlin der 30er Jahre lebt. Hanna ist Jüdin. Sie erlebt als Kind das Grauen, dass die Nationalsozialisten anrichten. Irgendwann darf Hanna nicht mehr zur Schule gehen. Und dann verschwindet sie auf einmal:

Wie die Geschichte ausgeht, soll hier nicht verraten werden. ;)
Aber die Lehre.
Und die lautet: Nie die Hoffnung aufgeben.

Die Geschichte von Hanna findet sich auf dem Portal Kirche entdecken.

Hier geht es direkt zu Hanna.

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In der Kategorie Kirche, Schule am 29.10.12 um 09:00 Uhr veröffentlicht.
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Das Wertebündnis präsentiert sich im Bayerischen Landtag

Am Donnerstag präsentierte sich das Wertebündnis im Bayerischen Landtag. 99 Organisationen, Verbände und Institutionen haben sich bis dato zu diesem Projekt zusammengeschlossen. Auch die Katholische Erziehergemeinschaft Bayern (KEG) engagiert sich im Wertebündnis. Hier können Sie nachlesen und -hören, wie im Schullandheim Riedenburg Werte vermittelt werden sollen. Landtagspräsidentin Barbara Stamm begrüßte alle Beteiligten und machte deutlich, dass trotz mancher gegensätzlichen Ansichten alle in einem geeint seien: den Jugendlichen Werte zu vermitteln:

Zu diesen Werten gehört auch gesundes Essen. Diesem hat sich die Aktion „So schmeckt Bayern” verschrieben. Die jungen Köche zeigten beim Mittagsbuffet auch, wie einheimische Kost schmeckt. Statt Weißbrot oder Kanapees gab es Schnittchen auf Graubrot, Fleischpflanzerl und Kartoffelsalat. Die KEG befürwortet die Teilnahme von „So schmeckt Kochen” am Wertebündnis. Die Vorsitzende Ursula Lay wies darauf hin, dass das Kochen im Lehrplan der Mittelschule verankert sei und deswegen eine Kooperation sinnvoll sei.
Barbara Stamm machte in ihrer Rede noch eines deutlich: Das Wertebündnis sei ein Ort, an dem Inklusion gelebt werde:

Am Nachmittag stellten einige Gruppen ihr Engagement im Wertebündnis vor. Dabei war auch die Jugendfeuerwehr Riedenburg, die sich im Schullandheim einbringt, um Jugendlichen auch ganz praktisch die Arbeit der Feuerwehr, die Ausrüstung und den Umgang mit den Geräten. Der Tag wurde von Kinderreportern des Bayerischen Rundfunks begleitet, die mit Hilfe von Geli Schmaus und ihren KollegInnen Beiträge erstellten. Eine Übersicht finden Sie hier. Und auch Barbara Stamm fand die Kinder ganz gewitzt, wie sie erzählte:

Die komplette Rede von Landtagspräsidentin Barbara Stamm können Sie herunterladen: Klicken sie hier für die mp3-Version (15 MB), die ogg-Vorbis-Version (9 MB) finden Sie hier.

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In der Kategorie KEG, Politik, Schule am 28.10.12 um 11:03 Uhr veröffentlicht.
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Piraten und Stürme …

… oder: Stefan Körner erklärt uns, warum das Internet kein rechtsfreier Raum ist und, dass es einen Shitstorm auch analog gab und gibt.

Der Presseclub München war mit einer Diskussionsrunde auf den Medientagen München zu Gast. Thema: „Die neue Macht des Internets”. Parallel dazu haben heute zwei bundesweit bekannte Piraten ihren Rückzug aus der Parteispitze bekanntgegeben. Die noch junge Partei ist in unruhigem Fahrwasser. Die Querelen und Streitereien, die man auch täglich via Twitter verfolgen kann, überdecken die Sachthemen der Piraten.
Dazu kommen Themenbereiche, die von anderen Parteien grundsätzlich anders bewertet werden. Damit meine ich unter anderem das Internet und den rechtsfreien Raum, der damit nicht verbunden sein darf.

In einem zweiten Take erklärt Stefan Körner, was es mit dem Shitstorm auf sich hat. Eigentlich gibt es den auch analog, in den klassischen Debatten – oder in den Leserbriefen der Heimatzeitung. Unterschied: Im Internet ist es etwas heftiger und nicht gefiltert.

Für den politischen Betrieb wäre es sinnvoll, wenn auch bei den Piraten Ruhe einkehrt. Selbstfindungsprozess hin oder her.
Mein Rat an (Partei-)Freund und Feind: Messt Politiker an ihren Aussagen.
Angenehm, wenn sie ruhig, aber bestimmt vorgetragen werden.

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In der Kategorie Internet, Politik, Social Media am 26.10.12 um 22:28 Uhr veröffentlicht.
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Der Bayerische Printmedienpreis

Im Hubert-Burda-Saal der Israelitischen Kultusgemeinde München fand die Verleihung des Bayerischen Staatspreises für Printmedien statt. Durch die Veranstaltung von VBZV, VZB und bayerndruck führte Ursula Heller vom BR. Der Jury saß Professor Heinrich Oberreuter vor.
Charlotte Knobloch wies in ihrer Rede darauf hin, dass Medien und Medienkompetenz wichtig sind.
Sie selber hat ein iPad, aber kein Smartphone, unterhält sich mit ihren Enkeln via Skype und nimmt sie (die Enkel!) doch lieber in den Arm.
Für Knobloch ist wichtig, dass es Medien und mutige Journalisten gibt. Dies sagte sie angesichts dessen, dass der 50. Jahrestag der SPIEGEL-Affäre bevorsteht. Knobloch freute sich, dass der Printmedienpreis in der IKG zu Gast ist.

In der Kategorie „Herausragende unternehmerische Leistungen” waren nominiert: Der Condé Nast Verlag für die deutsche „Wired”, die Frankenpost für „Leben in meiner Heimat” und PPVMEDIEN für „guitar”. Dr. Jochen Kalkar, Chefredakteur von werben&verkaufen (w&v) hielt die Laudatio und zeichnete PPVMEDIEN aus. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro.

Der Bayerische Printmedienpreis in der Kategorie „Herausragende technische Leitungen” stand an für Eberl Print für die Allgäuer Kalendertrilogie (unter anderem ein Käsekalender), die J. Gotteswinter GmbH für The Current State of Snowboarding und den Kösel-Verlag, der den Kösel Farbschnitt kreierte. Mit dieser Technik ist es möglich, die Farbe und damit ein bis zu vierfarbiges Bild auf den Seitenschnitt eines Buches zu bekommen. Max Kondula Präsident der Akademie U5 hielt die Laudatio.
Die Nike, den Bayerischen Staatspreis, bekam die J. Gotteswinter GmbH für The Current State of Snowboarding. Der Verleger nahm recht selbstbewusst den Preis entgegen.

Für die „herausragenden Leistungen junger Unternehmen” wurden nominiert: Loox Sports für Printmagazin, das sich an sportliche Menschen richtet, die MUH, das Magazin, das sich jenseits von Tümelei mit Bayern beschäftigt. Und das Philosophie Magazin stand zur Debatte.
Laudator war Dr. Gunter Schunk von Vogel Business Media. Das Preisgeld von 10.000 Euro fuhr MUH ein.

Allen Gewinnern und Nominierten herzlichen Glückwunsch.

Alle Gewinner, Nominierten und Laudatoren des Bayerischen Printmedienpreises 2012.

Den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten bekam in diesem Jahr die KBA – Koenig & Bauer AG. Die Firma ist innovativ bei der Herstellung von Druckmaschinen. Die Firmengründer haben die erste mit Dampfkraft betriebene Druckmaschine gebaut und auf den Offset-Druck erfunden. Laudator war Staatsminister Dr. Thomas Kreuzer. Er wies auch darauf hin, dass weltweit fast jeder Geldschein aus einer Druckmaschine der KBA kommt. Der Druckmaschinenhersteller hat 90% Marktanteil.

Ein Nachsatz: Egal, welcher Laudator oder Ausgezeichnete den Glauben an den Fortbestand von Print ansprach, er konnte sich sicher sein, heftigen Applaus einzufahren. Manchmal klang das aber wie der Applaus vor dem Totentango. Verstehen wir uns richtig: Print wird nie sterben. Aber Print wird und muss sich verändern. Manchmal kam das auch am Rande der Verleihung zur Sprache, etwa, als die Macher von „guitar” sagten, man lasse sich durchaus überraschen, wie sich das Magazin weiter entwickele.

Auf der Verleihung waren u.a. auch zugegen: Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Thomas Pfeiffer, Katharina Schulze und Dorin Popa, der auch von der Veranstaltung twitterte:

Alle Tweets zum Bayerischen Printmedienpreis finden Sie unter #bpmp12.

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In der Kategorie Medien, Wirtschaft am um 15:56 Uhr veröffentlicht.
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Klein- und Großbürger: Berliner Sonntag

32 Jahre lang begleitet mich die Musik von Klaus Hoffmann. Mal mehr, mal weniger intensiv. In den letzten Jahren wieder intensiver. Ja, ich gebe zu: Ich habe Klaus zwischendrin vernachlässigt. Sträflich. Während meiner Jahre bei Radio Alpenwelle hatte ich auch mal das Glück eines Telefoninterviews mit Klaus. Was für Zeiten! Klaus hat mir in der Pubertät Heimat gegeben, er war die Kompassnadel.
Und das mit seinem ’79er Album „Westend”. Was mich als langjährigen Konsumenten ausweisen mag. Und vielleicht weniger als Kritiker, vulgo: Rezensent.
Also, da war Westend. Ein junger Liedermacher sang mir aus der Seele. Über die Jahre habe ich Hoffmanns Ausflüge ertragen. Nein, genossen. Die eigenen Songs, die sich mir manchmal nur schwer erschlossen. Die Brel-Adaptionen, die ich heute, im mittleren Alter angekommen, von Klaus Hoffmann mehr schätze als von vielen, die es auch versuchen.
Hoffmann war (und ist) nie einer, der sich anbiedert(e). Feine Geschichten erzählt er, der Klaus. So auch auf „Berliner Sonntag”, seinem neuesten Album. In dieses fließt soviel ein. Der Brel, der Markttag-S(G)änger. Der Geschichtenerzähler. Der Schauspieler. Der Autor. Egal, was man ihm anheftet. Für mich bleibt er immer der Klaus Hoffmann, der mir meine Jugend erträglich machte. Weil da immer ein Ausweg war, ein Weg raus der kleinbürgerlichen Miefigkeit, die er doch so gerne besingt. Manchmal.
Die Kleinode von Hoffmanns Schaffen sind die Duette mit Reinhard Mey. Seit „Melancholia” darf man ja auf jedes Album gespannt sein, ob sich wieder so etwas auf dem aktuellen Träger findet. Bei „Berliner Sonntag” findet sich wieder eines. Und Till Brönner findet sich auch auf dem Album. Der steuert beim Titelsong seine Trompete bei.
Klaus Hoffmann kann ich heute immer noch nicht vollständig beschreiben. Und gar nicht in Worte fassen. Ich mag seine Lieder, seine Geschichten. Wenn Sie gezielt eine Suchmaschine bemühen, werden Sie viele finden, die Klaus Hoffmann mögen. Und gar erstaunliches zu schreiben wissen.
Das alles muss ich nicht machen. Ich weiß, dass Klaus mich sehr beeinflusst hat. Mit Liedern und seiner Art zu erzählen. Manchmal finden sich auch in diesem Blog Spuren davon.
Von daher kann ich jetzt auch keine unbedingte Kaufempfehlung für „Berliner Sonntag” abgeben. Sorry. Denn: Eigentlich muss man jedes Album haben. Aber mit „Berliner Sonntag” kann man anfangen. Und dann weitermachen.

Und wie immer gilt: Hören Sie ruhig im Web mal rein in das Album. Zum Beispiel bei diesem digitalen Kolonialwaren-Handel. Aber kaufen Sie das Album bitte nach Möglichkeit in ihrer lokalen Handlung. Das Warten, wenn das Album nicht vorrätig ist, lohnt sich. Oder bestellen Sie direkt bei Stille Musik, dem Verlag von Klaus Hoffmann.

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In der Kategorie Musik am 22.10.12 um 23:40 Uhr veröffentlicht.
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Das Kind ist Dirigent seiner Bildung

An der Markgrafenschule wurden heute die neuen Bildungsleitlinien für Kinder im Hort/Kindergarten und der Grundschule vorgestellt. Sozialministerin Christine Haderthauer und Kultusminister Ludwig Spaenle präsentierten das gemeinsame Projekt ihrer Ministerien. Wichtigstes Merkmal: Das Kind soll noch mehr in den Mittelpunkt gestellt werden.
Sozialministerin Haderthauer machte in ihrer kurzen Rede klar, dass der Umgang mit dem Kind entscheidend sei. Dieser soll von Wertschätzung getragen sein. Es sei entscheidend, wie man dem Kind entgegenkomme. Und genauso entscheidend sei es, was Kinder deswegen bieten. Das Kind ist der Dirigent seiner Bildung. Mit anderen Worten, es soll noch individueller auf die einzelnen Kinder eingegangen werden.

Kultusminister Spaenle meinte, dass der Zeitpunkt zum Vorstellen der Leitlinien ideal sei. Der Grundschullehrplan wird gerade neu aufgesetzt und gerade im differenzierten Schulsystem würden die Übergänge immer wichtiger. Zudem würden in den nächsten fünf bis sieben Jahren alle Lehrpläne neu überarbeitet. Wichtig sei, so Spaenle, dass überall die gleiche Sprache gesprochen würde.
Übereinstimmend sagten beide Minister, dass Bildung gemeinsames Erleben sein muss und das Kind von dem Zeitpunkt an, zu dem es in Erziehungseinrichtungen gegeben wird bis zum Übertritt an eine weiterführende Schule besser betreut werden soll.
Hier die Rede von Sozialministerin Christine Haderthauer:

Und hier die Rede von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle:

Bei Kultusminister Spaenle habe ich nochmal nachgefragt, wie die Durchlässigkeit von Informationen von Hort an Grundschule aussehen soll. Er bezeichnete es als entscheidend, dass die nachfolgende Einrichtung Kinder möglichst früh kennenlernen solle. Der Datenschutz soll gewahrt bleiben:
Für Spaenle ist entscheidend, dass die Elternkompetenz genauso gesteigert werde wie die eigenverantwortliche Schule. Sozialministerin Christine Haderthauer fasst die Änderungen der neuen Leitlinien in der Bildung wie folgt zusammen:

Fest steht für beide Minister, dass das Elternhaus nach wie vor der zentrale Ort für Bildung sein müsse. Das Zurücklehnen der Eltern bei der „Abgabe” des Kindes im Hort könne nicht der Lösungsansatz sein.

Die Leitlinien finden sich auch im Internet.

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In der Kategorie KEG, Politik, Schule am um 16:16 Uhr veröffentlicht.
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Geschichte zwischen Wendepunkten: Goldmacher

Gibt es noch den großen Familienroman, der eingebettet in zeitliche Koordinaten anhand persönlicher Lebensläufe Geschichte nachvollziehbar macht? Die Antwort auf diese rhetorische Frage lautet ja.
„Goldmacher” von Gisela Stelly ist so ein Roman. Kurz nach der Wirtschaftskrise werden 1924 Anton und Franz geboren. Anton Bluhm erblickt in Hannover das Licht der Welt. Er ist Sohn eines Papiermachers, der pleite geht. Franz Münzer kommt in München zur Welt. Sein Vater ist Bankier, interessiert sich für Okkultismus und das Wunderliche. Hier kommt die erste zeitgeschichtliche Komponente ins Spiel: Der Okkultismus und das (vermeintliche) Geheimwissen, im Dritten Reich vor allem von Heinrich Himmler gepflegt. Die Nazis waren auch geblendet und verführt von der Alchemie. Bei Starnberg wurde mit der industriellen Produktion von Gold experimentiert. Es liest Gisela Stelly:

Gold. Nach Dichte und Gewicht bestimmt.
Vater Bluhm zeichnet begeistert Anteile, will er doch auch zu den Karrieristen und Gewinnlern gehören. Fatale Folge: Seine Papierfabrik geht pleite. Schon seit längerer Zeit musste er Aufträgen und zahlungssäumigen Kunden hinterherfahren. Goldmacher ist ein fein gewobener Roman, der fünf Jahre brauchte, um zu entstehen, wie Gisela Stelly im Interview erzählt. Ist sie selber technikgläubig?

Zurück zum Roman. Während Franz von seinem Vater in die Obhut eines Erziehers gegeben wird, der ihm die Liebe zu Geheimwissen anzuerziehen versucht, macht Anton mit zehn Jahren ganz andere sinnliche Erfahrungen. Es liest Hildegard Schmahl, Ensemblemitglied an den Kammerspielen:

In der Hitlerjugend lernen sich Franz und Anton kennen. Franz, der an Wunderwaffen glaubt und daran, dass der Endsieg die Opfer rechtfertigt. Und Anton, der das Buch „Moby Dick” von seinem Vater zum Geburtstag geschenkt bekam. Ein Buch, das im Dritten Reich verboten war. Hier beginnt das Ringen der beiden Geister, des hörigen und des aufklärerischen.
In einer Zwischenblende erfahren wir, was aus dem Goldmacher vom Starnberger See geworden ist. Nazischergen haben ihn privilegiert mit Leidensgenossen interniert, er soll Geld statt Gold machen. Wenn er genügend Geld produziert hat, das der Feind nicht als Fälschung entlarvt, verspricht ihm der SS-Lagerkommandant die Freiheit. Friedrich glaubt nicht daran. Missgeschicklich verschüttet er eine wichtige Mixtur zur herstellung des Falschgeldes und wird von einem Bewacher getötet. Die Protagonisten des Romans erleben Krieg, Elend, Gefangenschaft, den Wiederaufbau Deutschlands, heiraten, situieren sich. Franz immer noch revisionistisch angelegt, Anton als Aufklärer. Und doch: Immer einander verbunden und durchaus zugetan. Sie verbringen einen gemeinsamen Urlaub in Rom. Der folgende Ausschnitt, den wieder Hildegard Schmahl liest, spielt weit nach Mitternacht bei Gin Fizz und zeigt die Meinungsführerschaft von Anton Bluhm:

Anton Bluhm steigt in den Nachkriegsjahren zu einem der bedeutendsten Blattmacher Deutschlands auf. Und hier wird die Familiengeschichte greifbar. Gisela Stelly verriet mir im Interview etwas:

Wer sich biografische Details oder intimere Erkenntnisse über Rudolf Augstein erwartet, wird von diesem Buch nicht bedient. Es ist der große Roman, der anhand biografischer Anlehnungen Geschichte erfahrbar macht. Geschichte zwischen zwei Wendepunkten, der Wirtschaftskrise der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts und dem Attentat auf das World Trade Center 2001. Unbedingt zu lesen. Für mich steht der Roman ebenbürtig neben Heinrich Manns „Der Untertan”, an den mich einige Szenen erinnerten. „Goldmacher” ist ein dynastisch angelegter Roman. Und damit, wie Silke Behl von Radio Bremen das einordnet, auch in einer Reihe mit Thomas Manns „Buddenbrooks” zu sehen.

Goldmacher ist erschienen bei Arche, 415 Seiten, 24,95 Euro.
Wenn Sie in München und Umgebung wohnen, können Sie den Roman bei der Buchhandlung Literatur Moths online bestellen und das beim Abholen mit einem Besuch dieses Kleinods verbinden. Und sich auch gerne als Teilnehmer für eine Lesung vormerken lassen.
Zur Homepage von Gisela Stelly gelangen Sie hier.
__________
Disclaimer: Ich stehe in keinerlei abhängiger Beziehung zur Buchhandlung Literatur Moths. Mein Exemplar des Romans Goldmacher habe ich dort erworben und an der Lesung teilgenommen. Ich schätze das Ambiente der Buchhandlung, die Betreiberinnen und das Engagement, Literatur erlebbar zu machen.
Mein besonderer Dank gilt der Buchhandlung Literatur Moths und Hildegard Schmahl, die mir ohne Zögern und Einwände gestattete, aus ihrer wunderbaren Lesung zu publizieren.

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In der Kategorie Kultur, Literarisches am 21.10.12 um 16:23 Uhr veröffentlicht.
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Demokratie (er)leben – Demokratie (er)lernen

Was ist eigentlich Demokratie? Wie lebt man sie? Jugendliche, denen man diese Frage stellt, wissen oft nur Antworten, die kaum über strapazierte Sprechblasen und Worthülsen hinausgehen. Politiker-Reden prallen ungehört an den Jugendlichen ab. Gesellschaftliche Bildung, die vor 30 oder 40 Jahren in Familien noch üblich war, findet nicht mehr statt, viele Medien setzen lieber auf Krawall. Das Interesse an den wenigen Sendungen, in denen Demokratie erlebbar wird, dümpelt vor sich hin.
Jammern hilft nicht weiter, wie so oft. Deswegen haben sich vor zwei Jahren einige Verbände und Organisationen zusammengeschlossen, um Kinder und Jugendliche zu ermutigen, Demokratie im Alltag zu leben. Die Katholische Erziehergemeinschaft in Bayern (KEG) gehört mit zu den Initiatoren, die ermutigen wollen, am demokratischen Leben teilzunehmen.

Am Donnerstag stellt sich das Wertebündnis Bayern im Bayerischen Landtag vor. Kurt Neudert von der KEG ist auch mit dabei. Er hat ein Projekt mit ins Leben gerufen, in dem Schüler beim Aufenthalt im Schullandheim wertorientiertes Verhalten und praktische Demokratie lernen können. Was so abgehoben oder abstrakt klingt, erklärt der Pädagoge im Interview anschaulich:

Beispiel Riedenburg: Dort lernen Jugendliche bürgerschaftliches Engagement. Zusammen mit der Jugendfeuerwehr verschafft die die KEG ein Aha-Erlebnis, wenn sie Schüler merken, dass man gemeinsam mehr schaffen kann. Natürlich kommt dazu, dass die Gerätschaften der Feuerwehr, wie zum Beispiel der Einsatz der Drehleiter, anziehend wirken. Ein anderer Weg: Das Erarbeiten von Strukturen der Demokratie. Wie funktioniert ein Parlament? Kurt Neudert hat ein Beispiel dafür, dass die Woche weiterwirkt:

In ganz Bayern besteht die Möglichkeit, dass sich Jugendliche mit Demokratie und ihren Erscheinungsformen auseinandersetzen. Angefangen hat das Wertebündnis Bayern vor zwei Jahren mit gut 30 Organisationen. Jetzt engagieren sich rund 100 Partner mit Aktionen. Quer durch alle Gesellschaftsschichten. Schirmherrin des Projektes ist Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

Am Donnerstag, 25.10. 2012, präsentieren sich die Teilnehmer, natürlich auch die Katholische Erziehergemeinschaft Bayern, von 10 bis 16 Uhr im Bayerischen Landtag. Hier gibt es eine Übersicht (pdf), die nähere Informationen zu den Angeboten der einzelnen Schullandheime bietet. Und hier ist das ganze Angebot der Schullandheime. Auch Kurt Neudert steht jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung.

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In der Kategorie KEG, Kommunikation, Politik, Schule am 20.10.12 um 21:24 Uhr veröffentlicht.
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Hannes Wader – Nah dran

Die alten Jahre mit Hannes sind vorbei. Und doch, sie sind immer noch da. Mich hat Waders Aufnahme der Sozialistischen Internationale geprägt. Und natürlich das Lied der Sozialistischen Jugend: „Dem Morgenrot entgegen”. Ach, Kinders. Das waren noch Zeiten. Als ich mit Paul Eßer* auf dem Schulhof stand und die SI grölte. Tempi Passati. Ich bin nun alt. Und die sozialistischen Songs von Wader trinke höre ich nur noch, wenn ich einen Bierabend mache.
Wader reloaded in den wichtigsten Stationen: Aus Bielefeld stammend, im Umfeld von Reinhard Mey, Klaus Hoffmann und anderen sozialisiert, Umzug von Berlin nach Nordfriesland. DKP-Mitglied, bald ausgetreten. Google hilft hier weiter. Ganz sicher. :)
Für mich waren in Waders Schaffen immer zwei Komponenten wichtig:
Die Überlieferung alten Liedgutes und die Erinnerung daran, dass die Linken immer bessere Songs als alles rechts der Mitte hatten.
In den letzten Jahren hat Wader vor allem eines geschafft: Er hat abseits von Mey und den üblichen Verdächtigen gezeigt, dass er Lieder machen kann. Und das meine ich durchaus im besten Sinn.
Wer die Liedermacherszene im Ursprung und in der Fortführung der Alten erleben will, der sollte sich die CD kaufen.
Und: Ja. Ich meine wirklich die CD. Der haptische Genuß ist durch nichts zu ersetzen.
Die Songs auf Nah dran sind aus dem Leben gegriffen. Und eben nicht so verklärt wie bei den Kollegen.

Gehen Sie in die Buchhandlung Ihres Vertrauens. Kaufen Sie Hannes Wader – Nah dran. Wenn sie Liedermacher mögen, dann ist Wader ein weiteres Sahnehäubchen in Ihrer Sammlung.
Wenn sie mal ins Album reinhören wollen, dann schauens zu Am*z*n. Aber meine Bitte, die keinen stört: Kaufen Sie das Album beim Buchhändler Ihres Vertrauens.

DANKE!

(Als regelmäßiger Leser des Blogs wissen Sie, dass ich hier nur GEMA-freie Musik bieten darf. Selbst, wenn anderes verkaufsfördernd sein sollte.)
_________
* Der Bruder des Mannes, der bei Bild Hans Esser war.

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In der Kategorie Musik, Service am 15.10.12 um 23:12 Uhr veröffentlicht.
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Die Euro-Rebellen …

… oder aber: Wo bleibt die demokratische Mitsprache in Europa?

Eine ungewöhnliche Koalition hat sich im Presseclub München eingefunden: Dr. Martin Runge, Fraktionschef der Grünen im Bayerischen Landtag und Dr. Peter Gauweiler, CSU-Bundestagsabgeordneter. Gauweiler war zuletzt in Karlsruhe mit seinem „Nein”-Antrag zum Fiskalpakt und ESM-Vertrag gescheitert. Runge fürchtet im Gegensatz zu vielen seiner Parteikollegen, dass die Parlamente bei den Rettungsaktionen des Euros ausgeblendet werden und die Demokratie Schaden nimmt.
Beide Politiker eint die Ansicht, dass die Schuldenkrise nicht mit Hebeln, Haftungsprivilegien und neuen Schulden zu bekämpfen ist.
Als Anregung, sich die Diskussion ganz herunterzuladen, hier die Schlussstatements von Runge und Gauweiler:

45 Minuten Diskussion, die hörenswert sind. Es moderiert Ruthart Tresselt, Vorsitzender des PresseClubs München.
Wie seit ein paar Wochen üblich, können Sie die Audiofiles herunterladen. Klicken Sie dazu mit der rechten Maustaste auf den Verweis, speichern Sie die Datei lokal ab und hören Sie das Audio, wenn Sie Zeit haben. Natürlich können Sie die Audios auch im Webbrowser hören, dann einfach mit der linken Maustaste anklicken. Ich biete die Audiofiles als mp3 und ogg an. Die meisten Audioplayer können mit mp3 umgehen, aber das freie Format ogg-Vorbis kommt immer stärker zum Einsatz.

Hier ist die mp3-Version (ca. 51 MB).
Und hier die ogg-Version (ca. 34 MB).

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In der Kategorie Politik, Service, Wirtschaft am um 15:13 Uhr veröffentlicht.
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Christentum und Judentum – II

Im ersten Teil seines Seminares hat Pfarrer Franz Müller die Entstehung des Judentums beleuchtet. Ein Audiomitschnitt findet sich in diesem Artikel. Das KEG-Seminar fand Anfang Oktober in Nürnberg statt. Angeregt wurde es von Kurt Neudert für das Bischof-Sailer-Institut. Im linksstehenden Bild sehen Sie eine schematische Darstellung der Schöpfungsgeschichte – das Schaffen der Räume und deren Ausgestaltung. Das ist die biblische Version der Schaffung der Welt. Die Schaffung? Wenn man die Bibel genau liest, so gibt es zwei Schöpfungsgeschichten. Jede mit einer eigenen Intention, wie Pfarrer Müller in seinem Vortrag kurz erläuterte. Das nachstehende Audio-Stück beleuchtet die Geschichte des Judentums von der Besiedlung des Heiligen Landes über die babylonische Gefangenschaft bis hin zur Herrschaft der Römer. Eine gewisse Beharrlichkeit hat in diesen Jahrhunderten das Volk Israel als eine Art „exklusiver Religionsgemeinschaft” geformt. Der Vortrag zeigt zum Schluss das Entstehen der ersten Christengemeinden und die Probleme der beschnittenen und unbeschnittenen Gemeindemitglieder auf.

Der Vortrag zum Herunterladen als mp3: Hier mit der rechten Maustaste klicken (ca. 42 MB).
Als ogg-vorbis-Datei findet sich der Vortrag hier (ca. 25 MB).

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In der Kategorie Kirche, Religion am 14.10.12 um 08:29 Uhr veröffentlicht.
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Spaenle: Bildungssystem muss durchlässig sein

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat auf einer CSU-Veranstaltung in Markt Schwaben seine Eckpunkte bayerischer Bildungspolitik diskutiert. Spaenle ging auf viele Punkte ein und stellte sich anschließend der Diskussion.
Der Landkreis Ebersberg, das wurde anhand aktueller Zahlen aus dem Landratsamt deutlich, hat gut 91 Prozent Schüler, die auf eine Realschule oder ein Gymnasium gehen. Angesichts dessen kommt den Äußerungen des Kultusministers, die Haupt- und Mittelschule zu stärken, besondere Bedeutung zu:

Trotz höherer Kosten will der Minister am differenzierten Schulsystem festhalten. Er sparte auch nicht mit Kritik an der Bildungspolitik anderer unionsregierter Länder.

Alleine für die Inklusion habe sein Ministerium rund 400 Stellen reserviert.

Die komplette Rede gibt es als mp3 (43 MB) hier und als ogg (26,3 MB) hier zum Download.

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In der Kategorie Politik, Schule am 10.10.12 um 13:04 Uhr veröffentlicht.
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Zukunft der Medien

Die Evangelische Akademie in Tutzing veranstaltete zu diesem Thema ein Panel im Presseclub München. Dass sich die Medienbranche im Umbruch befindet, ist kein Geheimnis. Pfarrer Udo Hahn begrüßte Dr. Thomas Schiller, Chefredakteur des Evangelischen Pressedienstes (epd) und Jörg Sandrozinski, Leiter der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München zu einer Diskussion zum Thema Journalismus, Medien und Journalisten.
Hier ist die komplette Diskussion (ca. 45 Minuten):

Zum Herunterladen:
Als mp3: Diskussion (52 MB)
Als ogg: Diskussion (32 MB)

Nach dem Panel fragten die Zuhörer nach. Ein der ersten Fragen galt dem Lokaljournalismus. Schiller und Sandrozinksi antworteten:

Die Bezeichnung „Journalist” ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Und wieder einmal, Verzeihung, Kollegen, beschleicht mich ein ungutes Gefühl, wenn alles, was keine Journalistenschule Eurer Provenienz durchlaufen hat, als minderwertig abgetan wird. Nicht jeder Blogger ist ein Journalist, klar. Aber deswegen den Blogger generell herabstufen und eine Journalismusschranke einführen, Jörg Sandrozinksi?

Ich kenne Blogger und Blogger. Blogger, die sich einfach ihren Rant von der Seele schreiben und Blogger, die journalistisch arbeiten. Wieder einmal taucht die Frage nach Gatekeeper, Sender/Empfänger-Modell und neuen Darstellungsformen auf. Ja, ich schreibe sicher nicht nach dem Geschmack des Panels, wenn ich das so ausdrücke. Und ich vermische Bericht und Kommentar. In der Diskussion fiel der Satz, dass das die FAZ auch macht. Seltsamer mutete an, dass das Wort „Online” erst nach 20 Minuten fiel. Schiller:

Die Antwort von Jörg Sandrozinski offenbart ein Gutteil, dass in manchen Journalistenschulen viele Darstellungsformen noch nicht angekommen sind:

Klang schon ziemlich gestopselt, gell?

Ich bin froh, dass ich letztes Jahr meine Fortbildung zum Onliner an der Journalistenakademie München gemacht habe. Ganz selbstverständlich werden dort neue Formen der Berichterstattung gelehrt und gelernt.
In einem stimme ich dem Leiter der Deutschen Journalistenschule München, Jörg Sandrozinski, aber zu: Die Jobaussichten für junge Journalisten sind gut, wenn das Netzwerk passt und sie sich auf Neues einlassen:

Der Journalismus bleibt im Wandel. Das ist gut so.
Und ich freue mich, dass ich in diesem Wandel mittendrin bin.
So ganz als Blogger mit journalistischen Grundsätzen.

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In der Kategorie Kommunikation, Medien am 09.10.12 um 00:29 Uhr veröffentlicht.
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Christentum und Judentum – I

Das Bischof-Sailer-Institut hat in einem Seminar das Referat von Pfarrer Franz Müller zu Christentum und Judentum angeboten. Rund 20 Mitglieder der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG) interessierten sich für die Entstehung des Judentums und die Wurzeln des Christentums. In einem historischen und durchaus kritischen, an Fakten der Altertumsforschung orientierten Wochenende gab Franz Müller einen geschichtlichen Anriss über das Volk des Buches und seine Entstehung. Über das Mittelalter und Pogrome bis in die Neuzeit reichte dabei das beleuchtete Spektrum.

Die Juden sind das Volk des Buches, sie sind eine Religion des Wortes und Buches.
In einem mit vielen Querverweisen gespickten Vortrag führte Müller von den Anfängen des Volkes Israel bis hin zum christlich-jüdischen Dialog. Abgerundet wurde dieser Vortrag durch eine Exkursion in Nürnberg, die auch aufzeigte, wie im Mittelalter die Juden in die Darstellungskunst der christlichen Sakralbauten Einzug fanden. In einer leicht bearbeiteten Fassung stelle ich den Vortrag zur Verfügung.

Mit freundlicher Genehmigung von Pfarrer Franz Müller stelle ich den Mitschnitt zur Verfügung. Die Tonqualität ist dem Raum geschuldet, aber ich denke, dass es durchaus hinreichend ist. Ich mache eine kleine Serie aus diesem Vortrag und habe die einzelnen Seminarinhalte deswegen aufgeteilt. Der Vortrag war so spannend, dass ich ihn als Audiofile zum Download anbiete. Für Ungeübte: Mit der rechten Maustaste auf den Verweis zum File klicken, abspeichern und entweder am Rechner oder auf dem mobilen Gerät anhören.

MP3: Klicken Sie bitte hier
Ogg-Vorbis: Bitte hier entlang
Der erste Teil dauert ca. 22 Minuten.

Mein herzlicher Dank gilt Pfarrer Franz Müller, dem Bischof-Sailer-Institut, Kurt Neudert und Ursula Lay von der KEG Bayern, die mir die Teilnahme ermöglicht haben. Sie finden alle Teile in der nächsten Zeit unter dem Schlagwort KEG-Seminar in diesem Blog.
Hier geht es zum zweiten Teil der Vortragsreihe.

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In der Kategorie Kirche, Religion am 08.10.12 um 05:20 Uhr veröffentlicht.
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Lesen beflügelt

Seit zehn Jahren zeichnet das Leseforum Bayern Buchhandlungen aus, die sich für Kinder in der Schule engagieren und mit vielfältigen Aktionen wie Lesekoffer, Lesetüte und Rhythmusübungen die Lesekompetenz fördern. In München hat Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle 145 Buchläden quer durch Bayern geehrt.
Eine Buchhändlerin arbeitet dabei mit einer Handpuppe und liest Texte vor, in denen in einzelnen Worten Buchstaben vertauscht sind. Die Kinder sind begeistert dabei und korrigieren den Bechstubenverwuchsler:

Zusammen mit einem Musiklehrer macht sie Schulbesuche. Der Musiker schult dabei das rhythmische Gefühl der Schüler. Denn das ist wichtig. Sprache und Bewegung gehören zusammen. Einen anderen Weg geht Paloma Baier. Mit anderen Jugendlichen betreibt sie ein Literarisches Jugend-Quartett. Denn, so ist sie überzeugt, Leselust wird am Besten durch Gleichaltrige geweckt:

Kultusminister Spaenle machte in seiner Rede darauf aufmerksam, dass Lesen eine Schlüsselkompetenz ist:

Allerdings sprach er auch seine Vorbehalte gegenüber dem Internet an:

Spaenle hat in seiner Familie selber eine junge Leseratte und freut sich, wenn sein Kind in ein Buch vertieft ist und kaum noch die Welt wahrnimmt. Für ihn ist wichtig, dass Kinder lesen:

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In der Kategorie Internet, Schule am 04.10.12 um 17:08 Uhr veröffentlicht.
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In eigener Sache – und eine Selbstverpflichtung

Ich war immer ein politischer Mensch. Entweder habe ich die Menschen gespalten und politisch für mich oder gegen mich eingenommen oder – ich habe mich politisch engagiert.
Ich selber sehe mich eher in einer sozialen Ecke, finde ökologische Themen gut und bekenne mich zu christlichen Werten.
Anfang der 2000er Jahre bin ich in die CSU eingetreten. Damals war die CSU in Wasserburg zerstritten, ein Bürgermeister-Posten stand zur Disposition und Freunde baten mich, als Mitglied und dann als Pressesprecher zu fungieren. Der Streit mit der örtlichen Parteiführung war dann mein Austrittsgrund. Damals war ich meiner Zeit wohl zu sehr voraus.
Gleichwohl habe ich über die Jahre die Politik und besonders auch die der CSU nie ganz aus dem Auge verloren.
Im Frühsommer 2011 bin ich bei der „Linken” eingetreten. Warum? Die sPD hatte bei der Sozialgesetzgebung Ausverkauf betrieben. (Und deswegen schreibe ich das ‘s’ klein!) – Die CSU? Eine einzige Fehlanzeige. Chaos nach dem Abgang von Edmund Stoiber.
Als Anwalt der kleinen Leute erschien mir nur noch die „Linke”. Allerdings hat diese sich dann diskreditiert, weil sie bei der Nominierung eines Bundespräsidentenkandidaten als Nachfolger des Niedersachsen wahrlich Kasperl-Theater betrieben haben. So habe ich das auch in meinem Austrittsschreiben an die Partei begründet.
Via Twitter und auch Facebook unterhalte ich mich seit langer Zeit mit C/S/D/U-Mitgliedern, Grünen und Piraten.
Ich schätze die Grünen und ich mag Dieter Janecek und Katharina Schulze. Und ich erachte die Grünen als Impulsgeber. Ja, und ich koaliere auch mit denen, wenn es um eine dritte Startbahn geht.

Ich habe lange gerungen, ob ich Pirat werden soll. Die Entwicklung der letzten Wochen erscheint mir aber als Fingerzeig, dass das nicht geraten ist. Bei aller Wertschätzung für die vielen guten Piraten in Bayern und in Berlin (Gerhard Anger!). Ich will nicht in das Lied vom Untergang einstimmen. Wir brauchen Piraten in Deutschland, weil sie die etablierten Parteien voran treiben und gerade im IT-Bereich aufzeigen, was gespielt wird. Oder gespielt werden muss.

So ist es am letzten Montag (1. Oktober 2012) doch wieder irgendwas mit CSU geworden. Ich bin in das CSU_Net eingetreten. Bitte richtig einordnen: Es ist der netzpolitische Arbeitskreis der CSU. Und da bewegt sich derzeit mehr als bei allen anderen. Und ich sehe mich im Kampf gegen ACTA bis CleanIT dort besser aufgehoben als bei anderen.

Selbstverpflichtung:
(und das durchaus drastisch!)
Ich werde nach wie vor im Blog unpolitisch berichten.
Wenn eine Partei gute Sachen macht, bin ich Freund, wenn sie Mist baut, werde ich das thematisieren. Das gilt auch für die CSU.
Und wenn in meinem Blog viele CSU-affine Themen auftauchen, liegt das daran, dass die CSU es (trotz der anfänglichen Gegnerschaft) es gewagt hat, mich auf ihren Presseverteiler zu setzen. Via Twitter bin ich eigentlich mit allen Parteien vernetzt, einzig die Piraten schaffen es manchmal, mich zu informieren. Das ist aber auch mehr den persönlichen und liebgewordenen Kontakten zuzuordnen.
Überhaupt Piraten: Achso. Habe ich ja schon oben gesagt.

Und dann noch eine generelle Sache: Ich nehme viel auf Veranstaltungen auf.
Warum sollte ich eigentlich nicht ganze Audiofiles veröffentlichen?
Ich habe mich dieser Frage gestellt.
So lange diese öffentlich sind und eine ganze Veranstaltung wiedergeben wird, spricht da wenig dagegen, denke ich.
Vielleicht können Kollegen ja andere Passagen beleuchten.
Zumindest können Sie als Leser sich (Zeit und Volumen vorausgesetzt) ein Bild machen.
Erster Schritt: die komplette Veranstaltung der CSU-Landesgruppe zum Tag der Deutschen Einheit, der dieses Jahr in München begangen wird. Hier geht es zum Artikel.
Ich werde die Files für ca. 3 Monate vorzuhalten versuchen.

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In der Kategorie Allgemein, Medien, Politik, Selbstreferentiell, Service, Social Media am 03.10.12 um 14:43 Uhr veröffentlicht.
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Tag der deutschen Einheit – und die Frage nach der Inklusion

Die zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit werden dieses Jahr in München begangen. Zwischen Odeonsplatz und Siegestor stehen Zelte, es wird Unterhaltung-Programm geboten. Im Zelt von Nordrhein-Westfalen kann man zum Beispiel lecker Altbier trinken. Das haben Stephan Rauhut und ich heute gemacht, bevor wir in das Zelt des Deutschen Bundestages gingen, das sich im Hofgarten hinter der Residenz befindet. Übrigens haben wir nur zwei Alt getrunken. Und zwei Alt sind ja kein Bier vor vier. Oder so. Aber das soll nicht Gegenstand dieses Blogbeitrages sein.

Ich war dank meiner Verbundenheit zu Dorothee Bär geladener Gast bei der Fragestunde der CSU-Landesgruppe im Bundestag. Erwartungsgemäß ging es um Themen wie Kinderbetreuung, Finanzen, Hartz IV, Benzinpreise und Energiepolitik. Das sind die Themen, die wohl die meisten Bürger beschäftigen. Gerda Hasselfeldt, die Chefin der Landesgruppe der CSU im Bundestag, beantwortete alle Fragen geduldig.
Mich hat die Frage einer jungen Frau im Rollstuhl bewegt. Sie fragte nach Inklusion an der Schule.

Ich stimme Gerda Hasselfeldt zu, wenn sie sagt, dass die Politiker im Bundestag nicht der richtige Ansprechpartner sind. Bildung, Kultur und damit Schule sind Ländersache. Aber: Es ist wichtig, dass die Inklusion auch auf der Ebene des Bundestages angesprochen wird. Ich fordere hiermit, dass sich der Bundestag mit dem Thema auseinandersetzen soll. Es ist mehr als notwendig. Es ist nach der Vereinigung unseres Vaterlandes ein weiterer, großer Schritt, den unsere Gesellschaft gehen muss.

Das Audiofile zur kompletten Veranstaltung ist hier zu finden:
mp3 (ca 64 MB)
ogg (ca 74 MB)

Und noch ein Hinweis: Beim Bürgerfest im Hofgarten gab es Zauberer und andere Aktionen und Vorstellungen, die vom Gebärdendolmetscher begleitet wurden. Oder wie es @ira_red auf Twitter meinte:

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In der Kategorie Politik am 02.10.12 um 20:56 Uhr veröffentlicht.
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Medienvielfalt à la Nürnberg

Am Samstag erschien die letzte Ausgabe der Abendzeitung. Hier findet sich ein längeres Gespräch dazu. Und hier beschreibt André Freud, wie sich die Medienvielfalt durch Nürnberger Nachrichten (NN) und Nürnberger Zeitung (NZ) darstellt. Und das nicht erst seit gestern. Seit heute nun gibt es, wie in der Schürze des Stummen Verkäufers zu sehen, eine neue Beilage von NN und NZ. „MehrNürnberg” sind 6 Lokalseiten, die aus beiden Redaktionen bestückt werden. Wobei den Hauptteil wohl die Nürnberger Nachrichten liefern. Die Problematik: Es erfordert viel Kraft, Zeit und Geschick, Überschneidungen mit dem Hauptblatt zu vermeiden und die Berichterstattung zu koordinieren. Leicht nachvollziehbar, dass das zu Lasten der Qualität in der Berichterstattung gehen kann.

Ob indes diese Werbeaktion bei den ehemaligen AZ-Lesern auf Gegenliebe stößt?

Der Gedanke, den laut Klaus Schrage einige Leute haben, klingt jedenfalls betörend:

Und angesichts der Medienvieleinfalt in Nürnberg dürfen Sie nun mal raten, wer die ‘einigen Leute’ sind.

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In der Kategorie Medien, Politik am 01.10.12 um 15:46 Uhr veröffentlicht.
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