32 Jahre lang begleitet mich die Musik von Klaus Hoffmann. Mal mehr, mal weniger intensiv. In den letzten Jahren wieder intensiver. Ja, ich gebe zu: Ich habe Klaus zwischendrin vernachlässigt. Sträflich. Während meiner Jahre bei Radio Alpenwelle hatte ich auch mal das Glück eines Telefoninterviews mit Klaus. Was für Zeiten! Klaus hat mir in der Pubertät Heimat gegeben, er war die Kompassnadel.
Und das mit seinem ’79er Album „Westend”. Was mich als langjährigen Konsumenten ausweisen mag. Und vielleicht weniger als Kritiker, vulgo: Rezensent.
Also, da war Westend. Ein junger Liedermacher sang mir aus der Seele. Über die Jahre habe ich Hoffmanns Ausflüge ertragen. Nein, genossen. Die eigenen Songs, die sich mir manchmal nur schwer erschlossen. Die Brel-Adaptionen, die ich heute, im mittleren Alter angekommen, von Klaus Hoffmann mehr schätze als von vielen, die es auch versuchen.
Hoffmann war (und ist) nie einer, der sich anbiedert(e). Feine Geschichten erzählt er, der Klaus. So auch auf „Berliner Sonntag”, seinem neuesten Album. In dieses fließt soviel ein. Der Brel, der Markttag-S(G)änger. Der Geschichtenerzähler. Der Schauspieler. Der Autor. Egal, was man ihm anheftet. Für mich bleibt er immer der Klaus Hoffmann, der mir meine Jugend erträglich machte. Weil da immer ein Ausweg war, ein Weg raus der kleinbürgerlichen Miefigkeit, die er doch so gerne besingt. Manchmal.
Die Kleinode von Hoffmanns Schaffen sind die Duette mit Reinhard Mey. Seit „Melancholia” darf man ja auf jedes Album gespannt sein, ob sich wieder so etwas auf dem aktuellen Träger findet. Bei „Berliner Sonntag” findet sich wieder eines. Und Till Brönner findet sich auch auf dem Album. Der steuert beim Titelsong seine Trompete bei.
Klaus Hoffmann kann ich heute immer noch nicht vollständig beschreiben. Und gar nicht in Worte fassen. Ich mag seine Lieder, seine Geschichten. Wenn Sie gezielt eine Suchmaschine bemühen, werden Sie viele finden, die Klaus Hoffmann mögen. Und gar erstaunliches zu schreiben wissen.
Das alles muss ich nicht machen. Ich weiß, dass Klaus mich sehr beeinflusst hat. Mit Liedern und seiner Art zu erzählen. Manchmal finden sich auch in diesem Blog Spuren davon.
Von daher kann ich jetzt auch keine unbedingte Kaufempfehlung für „Berliner Sonntag” abgeben. Sorry. Denn: Eigentlich muss man jedes Album haben. Aber mit „Berliner Sonntag” kann man anfangen. Und dann weitermachen.
Und wie immer gilt: Hören Sie ruhig im Web mal rein in das Album. Zum Beispiel bei diesem digitalen Kolonialwaren-Handel. Aber kaufen Sie das Album bitte nach Möglichkeit in ihrer lokalen Handlung. Das Warten, wenn das Album nicht vorrätig ist, lohnt sich. Oder bestellen Sie direkt bei Stille Musik, dem Verlag von Klaus Hoffmann.
An der Markgrafenschule wurden heute die neuen Bildungsleitlinien für Kinder im Hort/Kindergarten und der Grundschule vorgestellt. Sozialministerin Christine Haderthauer und Kultusminister Ludwig Spaenle präsentierten das gemeinsame Projekt ihrer Ministerien. Wichtigstes Merkmal: Das Kind soll noch mehr in den Mittelpunkt gestellt werden.
Sozialministerin Haderthauer machte in ihrer kurzen Rede klar, dass der Umgang mit dem Kind entscheidend sei. Dieser soll von Wertschätzung getragen sein. Es sei entscheidend, wie man dem Kind entgegenkomme. Und genauso entscheidend sei es, was Kinder deswegen bieten. Das Kind ist der Dirigent seiner Bildung. Mit anderen Worten, es soll noch individueller auf die einzelnen Kinder eingegangen werden.
Kultusminister Spaenle meinte, dass der Zeitpunkt zum Vorstellen der Leitlinien ideal sei. Der Grundschullehrplan wird gerade neu aufgesetzt und gerade im differenzierten Schulsystem würden die Übergänge immer wichtiger. Zudem würden in den nächsten fünf bis sieben Jahren alle Lehrpläne neu überarbeitet. Wichtig sei, so Spaenle, dass überall die gleiche Sprache gesprochen würde.
Übereinstimmend sagten beide Minister, dass Bildung gemeinsames Erleben sein muss und das Kind von dem Zeitpunkt an, zu dem es in Erziehungseinrichtungen gegeben wird bis zum Übertritt an eine weiterführende Schule besser betreut werden soll.
Hier die Rede von Sozialministerin Christine Haderthauer:
Und hier die Rede von Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle:
Bei Kultusminister Spaenle habe ich nochmal nachgefragt, wie die Durchlässigkeit von Informationen von Hort an Grundschule aussehen soll. Er bezeichnete es als entscheidend, dass die nachfolgende Einrichtung Kinder möglichst früh kennenlernen solle. Der Datenschutz soll gewahrt bleiben:
Für Spaenle ist entscheidend, dass die Elternkompetenz genauso gesteigert werde wie die eigenverantwortliche Schule. Sozialministerin Christine Haderthauer fasst die Änderungen der neuen Leitlinien in der Bildung wie folgt zusammen:
Fest steht für beide Minister, dass das Elternhaus nach wie vor der zentrale Ort für Bildung sein müsse. Das Zurücklehnen der Eltern bei der „Abgabe” des Kindes im Hort könne nicht der Lösungsansatz sein.