… oder: Stefan Körner erklärt uns, warum das Internet kein rechtsfreier Raum ist und, dass es einen Shitstorm auch analog gab und gibt.
Der Presseclub München war mit einer Diskussionsrunde auf den Medientagen München zu Gast. Thema: „Die neue Macht des Internets”. Parallel dazu haben heute zwei bundesweit bekannte Piraten ihren Rückzug aus der Parteispitze bekanntgegeben. Die noch junge Partei ist in unruhigem Fahrwasser. Die Querelen und Streitereien, die man auch täglich via Twitter verfolgen kann, überdecken die Sachthemen der Piraten.
Dazu kommen Themenbereiche, die von anderen Parteien grundsätzlich anders bewertet werden. Damit meine ich unter anderem das Internet und den rechtsfreien Raum, der damit nicht verbunden sein darf.
In einem zweiten Take erklärt Stefan Körner, was es mit dem Shitstorm auf sich hat. Eigentlich gibt es den auch analog, in den klassischen Debatten – oder in den Leserbriefen der Heimatzeitung. Unterschied: Im Internet ist es etwas heftiger und nicht gefiltert.
Für den politischen Betrieb wäre es sinnvoll, wenn auch bei den Piraten Ruhe einkehrt. Selbstfindungsprozess hin oder her.
Mein Rat an (Partei-)Freund und Feind: Messt Politiker an ihren Aussagen.
Angenehm, wenn sie ruhig, aber bestimmt vorgetragen werden.
Im Hubert-Burda-Saal der Israelitischen Kultusgemeinde München fand die Verleihung des Bayerischen Staatspreises für Printmedien statt. Durch die Veranstaltung von VBZV, VZB und bayerndruck führte Ursula Heller vom BR. Der Jury saß Professor Heinrich Oberreuter vor.
Charlotte Knobloch wies in ihrer Rede darauf hin, dass Medien und Medienkompetenz wichtig sind.
Sie selber hat ein iPad, aber kein Smartphone, unterhält sich mit ihren Enkeln via Skype und nimmt sie (die Enkel!) doch lieber in den Arm.
Für Knobloch ist wichtig, dass es Medien und mutige Journalisten gibt. Dies sagte sie angesichts dessen, dass der 50. Jahrestag der SPIEGEL-Affäre bevorsteht. Knobloch freute sich, dass der Printmedienpreis in der IKG zu Gast ist.
In der Kategorie „Herausragende unternehmerische Leistungen” waren nominiert: Der Condé Nast Verlag für die deutsche „Wired”, die Frankenpost für „Leben in meiner Heimat” und PPVMEDIEN für „guitar”. Dr. Jochen Kalkar, Chefredakteur von werben&verkaufen (w&v) hielt die Laudatio und zeichnete PPVMEDIEN aus. Das Preisgeld beträgt 5.000 Euro.
Der Bayerische Printmedienpreis in der Kategorie „Herausragende technische Leitungen” stand an für Eberl Print für die Allgäuer Kalendertrilogie (unter anderem ein Käsekalender), die J. Gotteswinter GmbH für The Current State of Snowboarding und den Kösel-Verlag, der den Kösel Farbschnitt kreierte. Mit dieser Technik ist es möglich, die Farbe und damit ein bis zu vierfarbiges Bild auf den Seitenschnitt eines Buches zu bekommen. Max Kondula Präsident der Akademie U5 hielt die Laudatio.
Die Nike, den Bayerischen Staatspreis, bekam die J. Gotteswinter GmbH für The Current State of Snowboarding. Der Verleger nahm recht selbstbewusst den Preis entgegen.
Für die „herausragenden Leistungen junger Unternehmen” wurden nominiert: Loox Sports für Printmagazin, das sich an sportliche Menschen richtet, die MUH, das Magazin, das sich jenseits von Tümelei mit Bayern beschäftigt. Und das Philosophie Magazin stand zur Debatte.
Laudator war Dr. Gunter Schunk von Vogel Business Media. Das Preisgeld von 10.000 Euro fuhr MUH ein.
Allen Gewinnern und Nominierten herzlichen Glückwunsch.
Den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten bekam in diesem Jahr die KBA – Koenig & Bauer AG. Die Firma ist innovativ bei der Herstellung von Druckmaschinen. Die Firmengründer haben die erste mit Dampfkraft betriebene Druckmaschine gebaut und auf den Offset-Druck erfunden. Laudator war Staatsminister Dr. Thomas Kreuzer. Er wies auch darauf hin, dass weltweit fast jeder Geldschein aus einer Druckmaschine der KBA kommt. Der Druckmaschinenhersteller hat 90% Marktanteil.
Ein Nachsatz: Egal, welcher Laudator oder Ausgezeichnete den Glauben an den Fortbestand von Print ansprach, er konnte sich sicher sein, heftigen Applaus einzufahren. Manchmal klang das aber wie der Applaus vor dem Totentango. Verstehen wir uns richtig: Print wird nie sterben. Aber Print wird und muss sich verändern. Manchmal kam das auch am Rande der Verleihung zur Sprache, etwa, als die Macher von „guitar” sagten, man lasse sich durchaus überraschen, wie sich das Magazin weiter entwickele.
Auf der Verleihung waren u.a. auch zugegen: Siegfried Schneider, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, Thomas Pfeiffer, Katharina Schulze und Dorin Popa, der auch von der Veranstaltung twitterte:
MUH wird im Einspieler Em-Uh-Ha ausgesprochen, obwohl es die Macher Muh nennen #bpmp12
— Dorin Popa (@NiceBastard) October 25, 2012
Alle Tweets zum Bayerischen Printmedienpreis finden Sie unter #bpmp12.