Ich habe diese Nacht mal ein paar Aufträge des letzten halben Jahres zusammengestellt, an denen ich mitgewirkt habe – oder die durch mein Zutun entstanden sind.
Eigentlich liest sich das schon als eine gute und tolle Auswahl.
· Hanns-Seidel-Stiftung: Jugend im Dialog 2012, Foto- und Audio-Dokumentation
· Hanns-Seidel-Stiftung: Renaissance des Christlich-Sozialen, Foto-Dokumentation
· Evangelische Landeskirche Bayern: Was wir vorhersagen können, will keiner wissen, Foto- und Audio-Dokumentation, Artikel mit Audio-Elementen
· Förderlehrertag der KEG: Fotos für einen Bericht des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus
· Wertekongress des Wertebündnis Bayern: Fotos für den Bericht des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus
· Shalom Europe: Der erste Israeltag im Bayerischen Landtag, Foto-Dokumentation
Darüber hinaus begleite und dokumentiere ich ausgewählte Veranstaltungen der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern.
Meine Philosophie: Ich arbeite im mittleren Hochpreissegment, mache lieber weniger Aufträge, diese aber in Zusammenarbeit mit Premiumpartnern. Anfragen zu meiner Arbeit sind herzlich willkommen.
Ungefragt gebe ich auch gerne einen Rat an (junge) Kollegen weiter: Macht Euch nicht gemein, haltet die Tarife in Ehren und seid menschlich.
Silvester stand ich in der gewaltigen Schlange derer, die einkauften. Ich gebe ja zu: Ich bin in dieser Hinsicht „nerdig” und kaufe gestaffelt an den Tagen vorher schon ein. Somit muss ich an den Tagen zwischen den Tagen nur noch das einkaufen, was ausgegangen ist. Warum ich das erzähle?
Der Allgemeinheit nur am Rande. Den Kollegen, die in die Medien stürmen wollen, schon eher: Ich stand an Silvester zwischen zwei Damen an der Kasse eines Discounters. Die eine kaufte Unmengen ein, die andere nur ein Bündel Karotten, eine Flasche Sekt und ein Packerl Sahne.
Keine große Geschichte, ich hatte selber nur Schinken, Käse und etwas aus den Sonderangeboten des Marktes auf das Band geladen. Und ich sprach einfach die Dame hinter mir an und versuchte, sie in ein Gespräch zu verwickeln. Über diesen Einkaufswahnsinn „zwischen den Tagen”.
Ich habe es in diesem Augenblick bedauert, dass ich mein Aufnahmegerät nicht dabei hatte. Von „Familien, die zwischen den Jahren einkaufen müssen, weil beide berufstätig sind” bis zu „die spinnen alle, übermorgen gibt es auch noch was” war alles dabei.
Was ich damit sagen will? Liebe Kolleginnen und Kollegen, die ihr frei beschäftigt seid oder in der Ausbildung: Es sind oft nur die kleinen Sachen, es muss nicht Weihnachten und Ostern sein, es muss nicht die Einkaufsschlange sein.
Es sind die kleinen Themen, aus denen man wunderbare Geschichten basteln kann.
Ich übe das selber wieder ein, manchmal dürfen die Situationen auch absurd sein.
Bewahren Sie sich den Blick und das Gefühl dafür.
Dafür sollten Sie sich aber immer auch als Teil des Volkes sehen. ;)
Kooperationen und anderes …
Themen zu finden, ist nicht schwer. Themen journalistisch und weniger als Blogger aufzubereiten, ist schon schwerer. Ich habe mich zu Beginn meiner freien Tätigkeit gefragt, wie ich mich positionieren, wie ich bekannt werden kann. Ich habe meinem Bauch vertraut und so ganz unrecht hatte der dicke Bauch nicht.
Der erste kleine Knaller, den ich im Blog hatte, war meine Medienschelte und Kritik an der Berichterstattung des Spiegels in Bezug auf Dagmar Wöhrl. Dass Politiker von Journalisten genau beobachtet werden, ist kein Geheimnis. Aber bei allem Verständnis: Fairness geht anders, als es die Kollegen machten. Man kann auch kritisch sein, ohne unter die Gürtellinie zu gleiten. Deswegen hatte ich Hals und Bauch und musste etwas schreiben. Vor allem, wenn ich Dagmar Wöhrl als das sehe, was sie ist: Ein Mensch, dem es abseits der Parteipolitik wichtig ist, Menschen in das Zentrum ihres Handelns zu stellen. Der „Rant” gegen den Spiegel fand in einigen Publikationen Widerhall. Unter anderem berichtete „Pottblog” drüber, Christian Jakubetz und das Bildblog.
Dagmar Wöhrl ist auch eine der ersten Politiker(innen), die erkannt hat, dass Bloggen ein sehr guter Weg ist, sich der Welt mitzuteilen. Und Social Media der Weg, um es zu bekannt zu machen. Mein Respekt für @DWoehrl.
Stellen Sie sich vor, sie stehen in einer Reihe veritabler Kollegen vor dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Alle Kollegen fragen wirklich ernsthafte Dinge, zur Position der Kirche, zum Aufenthalt in Regensburg, zu Ergebnissen der Konferenz. Und dann komme ich daher, locker, flockig, unbedarft und mit einer Anleihe bei einem geschätzten Kollegen, Richard Gutjahr. Was ungewöhnliches machen, was ungewöhnliches fragen. Und dadurch (auch) bekannt werden. Erzbischof Zollitsch hat einen Twitter-Account. Wie Sie hier nachlesen können, war die Frage nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Aber in dem Augenblick war mir das egal. Hinter mir saßen der damalige Generalvikar des Bistum Regensburg und der Pressesprecher des Bistums. Aus dieser Pressekonferenz entstanden Beiträge: Wie die Pressestelle des Bistum Regensburg Social Media nutzt und der twitternde Generalvikar des Bistums. Bis heute habe ich zu Michael Fuchs eine tiefe Bindung. Ich schätze ihn als Theologen, der mitten im Leben steht und durchaus die Strömungen in der Kirche erfasst. Und vor allem: Der auf Twitter einsteht für seine Überzeugung.
Aus der Lust auf Bericht und journalistisches Arbeiten habe ich mich damals beim Lokschuppen Rosenheim akkreditiert. Rosi Raab macht die Pressearbeit für den Lokschuppen. Eher in einem kleinen Nebenbei-Beitrag habe ich skizziert, wie sie Social Media nutzt. Und ich freue mich, wenn im nächsten Jahr eine Ausstellung zu Alexander dem Großen in den Lokschuppen kommt. Der Lokschuppen ist jedenfalls ein geniales Ausstellungszentrum, dass ich noch aus meiner Zeit als Busfahrer kenne. Und die diesjährige TIEFSEE-Ausstellung hat die Erwartungen mehr als übertroffen.
Nicht vergessen möchte ich meinen Kollegen Gunnar Sohn mit seinem ichsagmal-Blog. Zusammen mit ihm und Hannes Schleeh, Arnoud de Kemp und Bernd Stahl saßen wir auf der informare und diskutierten. Und später entstand die Idee zum BloggerCamp, das sich nun auf Google+ verwirklicht.
Ebenfalls ins Gedächtnis geschrieben sind die Beiträge zur Verständigung. Unvergessen mein erster Besuch in der Synagoge in München – oder der in der Moschee in Markt Schwaben.
Immer wieder finden sich in meinem Blog auch Beiträge zur Bahn. Meistens kommt die Bahn nicht gut weg. Aber hier ist ein Beitrag, der mich selber noch begeistert. Rüdiger Grube ist ein Chef, dem ich zutraue, dass er wirklich auf die Basis hört.
Es gibt Zufälle, die können keine Zufälle sein. Ich habe alle Radiosendungen abgehört. Alle Podcasts geschafft. Und ich habe endlich mal Zeit, durch meine Musiksammlung zu streifen.
Und dann kriege ich via Twitter die Meldung rein, dass die Finanzbehörden verlangen, dass Fernfahrer Buch darüber führen sollen, wann und wie sie auf Toilette gehen.
Ich beziehe mich hierbei auf die Meldung der Süddeutschen Zeitung.
Hey, Staat! Ich bin zwar nur fast zehn Jahre Busfahrer gewesen, aber ich kenne das Gewerbe hinreichend.
Hey, Staat! Die Jungs auf der Straße halten Deine Wirtschaft am Laufen!
Hey, Staat! Die Jungs auf der Straße haben den Beruf ergriffen, weil sie die Notwendigkeit spüren, dass was bewegt werden muss.
Dass was bewegt werden muss. Das ist etwas, dass Du, hey Staat!, schon lange nicht mehr kennst.
Es sind nicht nur die Trucker, die das Leben in diesem Land am Laufen erhalten. Klar, Deinen Beamtenhintern kann es egal sein, ob morgen Zucchini und Paprika im Supermarkt liegen.
Und Deinem Beamtenhintern ist es egal, ob die Fahrgäste des ÖPNV pünktlich und sicher an ihr Ziel kommen.
Ja, ich weiß, dass es ungerecht ist, alle Beamten wieder mal über einen Kamm zu scheren.
Klar. Eigentlich sollte es nur dieses Finanzamt angehen. Aber wo wir grade mal dabei sind …
Ja, es gibt Kollegen, die (grade im Bus-Bereich) ein Essen, dass sie gratis erhalten haben, nicht angeben oder versteuern. Es gibt Kollegen im Reiseverkehr, die von guten Chefs mit Abrechnungen überrascht werden. Ist mir im Reisebereich oft genug so gegangen. Ich habe mich nicht beschwert. Meine Abrechnungen waren korrekt und ich hatte einen Chef, der da großen Wert drauf legte.
Weißt Du eigentlich, was diese armen Schweine auf der Straße für Dich, Staat, erledigen? Sie versuchen, pünktlich zu liefern, dass auch Deine Beamten frischen Paprika erwerben können. Die armen Schweine auf der Straße transportieren Menschen in Bussen von A nach B. Und das auf Straßen, die so dermaßen kaputt sind, dass man entweder Slalom fahren muss oder sich Stoßdämpfer und alles runiert. Du steckst Steuergelder und Zwangsabgaben in allles Mögliche, aber nicht in den Ausbau oder die Erhaltung der Straße.
Eigentlich frage ich mich, warum Busse so oft technische Mängel haben, und seien sie noch so klein und ungefährlich. Warum? Weil Du, Hey Staat, gleichzeitig Abgabenschraube und Verordnungsverschärfungen anziehst. Wie wäre es eigentlich, wenn Du mal für ausreichend hygienische Bedingungen und Service an Deinen Stationen von Tank & Rast etc. sorgst? Dann müssen Busfahrer und Trucker auch nicht mehr Belege sammeln und … kommen sicher ganz anders daher.
Ach,
ein Laissez-faire ist Dir schon lange abhanden gekommen, egal, ob ich nun Trucker, Busfahrer oder Lehrer bin. Lebenswirklichkeit ist ein Fremdwort für Dich. Unsinnige Regelungen sind Dir ein Freudenquell, ob bei der Klassenfahrt oder bei der Busfahrer-Ausbildung.
Steuererklärungen mache ich nicht gerne, aber ich mache sie, weil ich muss. Ich kann meine Zeit dafür erübrigen.
Aber du, Hey Staat!, willst einen Trucker, der fast nur auf der Straße ist, dazu bringen, dass er Belege sammelt und sortiert?
Ach, Finanzamt (und hier explizit nicht Staat!), du bist trocken.
Heute vor einem Jahr habe ich mich selbständig gemacht. In meinem Papierkalender habe ich einen Eintrag vermerkt: Bilanz ziehen. Wo stehst Du? Als ich Anfang Dezember 2011 in die Gründungsphase einstieg, hatte ich außer drei vagen Zusagen, dass es Projekte gäbe, bei denen ich mitarbeiten könne, nichts weiter als die Zuversicht, dass ich in meinem Leben schon viel gemacht habe und manchmal an Abgründen vorbeigeschrammt bin, aber nie ernsthaft unterging. Schwimmen verlernt man nicht.
Kurzer Rückblick: Ende April 2011 begann ich mit meinem Kurs „Online-Journalismus” an der Journalisten-Akademie München. Ich hatte mir nach meiner Zeit im Radio fast 14 Jahre eine Auszeit genommen, aber erkannt, dass ich wieder in den Medien aktiv werden will. Vieles hat sich in diesen Jahren geändert, ein Update, gerade im Bereich Online-Publizieren, war angesagt. Am dritten Lehrgangstag sollten wir ein Bild malen. Thema: „Wo sehe ich mich am Ende des Kurses, wo in einem Jahr.” Ich male nicht gut, wie man im Bild sieht:
Was man erkennen könnte: Ein Tisch, ein Rechner, links und rechts Instrumente (Tenorhorn, Posaune und Snare-Drum). Das Bild, so künstlerisch wertlos es sein mag, hängt immer noch an meiner Wand. Und diesen Traum, den ich gezeichnet habe, den habe ich nahezu verwirklicht.
Was habe ich gemacht? Es gibt keine Patentrezepte, wie man den Einstieg in die freie Existenz bekommt. Und letztlich auch nicht, wie man davon leben kann. Und als Quer-/Wieder-Einsteiger ist das noch ein bisschen schwerer. Ich habe mich via Twitter, Facebook und Google+ mit vielen Menschen vernetzt. Ich habe das Bloggen angefangen, bin auf viele Veranstaltungen gefahren, habe mit Menschen geredet und einfach mal angefangen, Neigungsschwerpunkte journalistisch zu bearbeiten und mich dazu an anderen Sachen ausprobiert.
Das eine habe ich verstärkt, ganz andere Sachen habe ich wieder fallen lassen.
Heute kann ich vom Ertrag meiner Arbeit leben.
Die Vernetzung geht weiter.
Für mich zählt dabei ein Grundgedanke: Ich werde nicht gegen meine Überzeugungen arbeiten.
Auf diesem Weg haben mich viele Menschen begleitet, viele sind mir heute noch verbunden, zu einigen Menschen hat sich der Kontakt verflüchtigt, neue Wegbegleiter sind hinzu gekommen.
Allen diesen Menschen, die mich begleitet haben, begleiten und begleiten werden an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.
Und auch DANKE an Sie, die Leser dieses Blogs. Denn ohne die entsprechende Resonanz wäre ich heute sicher noch nicht da, wo ich bin. Und ich möchte, dass dieser Weg weitergeht.
… Mein Weg ist mein Weg! … ist unser Weg!
Vor einem Jahr stand ich am Jakobsplatz in München und feierte mit vielen Chanukka, das Lichterfest. Heute wäre ich noch lieber wegen meiner neu gewonnenen Freundschaften dabei gewesen. Leider bin ich so stark erkältet und fiebrig, dass es wahnsinnig zu nennen wäre, mich in die Kälte rauszustellen. Dennoch wünsche ich allen Teilnehmern Channukka sameach!
Vor einem Jahr schrieb ich, noch ohne eigenes Blog, bei Google+ das hier:
„Heute hat die Jüdische Gemeinde auf dem Jakobsplatz das Lichterfest “Chanukka” gefeiert. Vor der Hauptsynagoge ist ein großer Chanukkaleuchter, die Menora, aufgebaut. Die Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, hielt die Eröffnungsrede, auch Oberbürgermeister Christian Ude sprach. Beide betonten, dass sie im Kampf gegen Rechts sehr nahe zusammenstehen. Knobloch lobte den bayerischen Verfassungsschutz und die Polizei, die in der Vergangenheit immer sehr genau hingeschaut hätten, Ude betonte die Freude, seit 15 Jahren am Chanukka in München teilnehmen zu können. Alle Redner freuten sich wieder einmal darüber, dass die Synagoge mitten in der Stadt sei. Zwei Rabbiner gaben den vielen Münchnern auf dem Jakobsplatz die theologische Bedeutung zu Chanukka mit auf den Weg.
Anschliessend lud die jüdische Gemeinde zu Krapfen und Glühwein/Punsch ein. Krapfen (oder aber hebr. סופגניות Sufganiyyot) sind ein Schmalzgebäck und damit auch eine der jüdischen Tradition entstammende Speisen, die gerade zu Chanukka ihre Hoch-Zeit haben. Ein sehr feiner Zug: Die Verköstigung gab es gratis.”
Wie geschrieben, das war vor einem Jahr. Ich wäre auch dieses Jahr gerne dabei gewesen, aber die Vernunft hat Oberhand behalten. Trotzdem meinen Freunden ein herzliches Chanukka sameach!
Es ist kein Mantra, nein, es ist kein Mantra: „Die Zeitungen sterben.” Nein, es ist kein Mantra, das ich vor mir her murmele. Aber seit eben steht fest, dass die Frankfurter Rundschau insolvent ist. Im Zuge des Verfahrens werden die Details sicher aufmerksam beobachtet werden, die Analytiker stehen schon in den Startlöchern.
Und die „FR” ist nicht die einzige Zeitung, die bedroht ist. Auch die Financial Times Deutschland (FTD) ist gerüchteweise von der Einstellung bedroht. Genauso wie Prinz, das Stadtmagazin, das zukünftig nur noch online erscheinen soll.
Eine Entwicklung, die in beiden Fällen von außen her sicher nicht für jeden vorhersehbar war, wenngleich ich mich entsinne, dass das Wimmern bei der Frankfurter Rundschau schon im letzten Jahr vernehmbar war. Nein, ich will jetzt nicht klug daher reden. Dennoch: Ich selber habe mich im letzten Jahr bei der FR mal beworben und wurde abgelehnt. Insofern könnte ich jetzt sagen: „Gottlob”. Aber angesichts dessen, dass die Zukunft der Kollegen ungewiss ist, möchte ich das hier ausdrücklich nicht.
Es wäre auch zu einfach, hier und jetzt ins Feld zu führen, dass die Printmedien versäumt haben, alternative Modelle zu entwickeln. Erlösmodelle, die auch in Zeiten des Internets tragen.
Wolfgang Büchner von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat dazu Bemerkenswertes gesagt, beim Dialog Digitale Zukunft in der Hanns-Seidel-Stiftung.
Nicht nur bei den Journalisten muss das Umdenken anfangen. Auch nicht mehr bei den Verlegern. Das Umdenken muss wohl auch schon im Agenturbetrieb losgehen. Sonst frisst die digitale Revolution uns alle. Gnadenlos. Den Konsumenten und sein Verhalten werdet Ihr nicht ändern. Ihr müsst ihn locken.
Nachtrag (14:56 Uhr): Ich singe hier nicht das Lied des sterbenden Qualitätsjournalimus.
… mit fast ohne Bild, ohne Ton.
Ich erinnere mich noch der Zeiten, in denen ich manchmal nachts schlaflos am Schreibtisch saß. Ich ging dann oft ins Web und las besonders gerne die Seiten von br-online. Besonders die über den Sternenhimmel. Nicht, dass ich mich besonders für Astronomie interessiert hätte. Ich fand es nur ungeheuer spannend, zu lesen, wie sich der Himmel durch das Jahr verändert und welche Sterne zu welcher Zeit am Himmel zu sehen sind.
Nicht, dass ich einen Abend rausgeschaut hätte und selber auf Entdeckungstour gegangen wäre. Warum auch? Es war so schön aufbereitet und ich habe auch im vergleichsweise hohen Alter noch etwas gelernt. Ja, und manchmal las ich auch wirklich interessante (Hintergrund-)Berichte zu Themen, die zeitlos waren.
Warum ich das erzähle?
Weil ich mich abseits von Reformen und Neugestaltungen genug geärgert habe, dass irgendwann die Verleger die Oberhand gewonnen haben und sich mit dem Depublizieren durchsetzen konnten. Nicht, weil es die Verleger sind. Die haben ihre Interessen. Und da sie manchmal unter Ideenlosigkeit leiden, mussten die deren Rechtsabteilungen natürlich etwas finden, wo sie vermeintliche Geschäftsfelder sichern können.
Wenn die Verleger diese auch nur abgesichert hätten!
Und: Wenn die Verleger diese Felder auch nur bedienen würden.
Bitte, ich will keine Verleger „bashen”.
Ich erinnere mich an die Diskussionen um Depublizierungs-Pflicht (was ein Ungetüm!). Wie viele Politiker haben sich eingemischt. Was für Debatten und Prozesse wurden geführt!
Nein, ich will weder den Verlegern noch den Rundfunkanstalten, geschweige denn der Politik das Wort reden.
Und ich will auch nicht die Seiten über den Sternenhimmel bei br-online.de (heute: br.de) zurück. Tempi passati.
Ich begrüße den Vorschlag, den die netzpolitische Sprecherin der CSU, Doro Bär, heute gemacht hat: Die Depublizierung aufheben.
Und den Verlagen wünsche ich, dass sie lernen, über den Tellerrand hinaus zuschauen. Ich wünsche den Verlagen Ideengeber, die das Leistungsschutzrecht nicht als ultima ratio ansehen. Und vielleicht Erlösmodelle finden, mit denen sie im Netz Geld verdienen.
Der Politik wünsche ich längere Halbwertszeiten und etwas weniger Hektik, mehr Augenmaß!
Danke.
Ich war immer ein politischer Mensch. Entweder habe ich die Menschen gespalten und politisch für mich oder gegen mich eingenommen oder – ich habe mich politisch engagiert.
Ich selber sehe mich eher in einer sozialen Ecke, finde ökologische Themen gut und bekenne mich zu christlichen Werten.
Anfang der 2000er Jahre bin ich in die CSU eingetreten. Damals war die CSU in Wasserburg zerstritten, ein Bürgermeister-Posten stand zur Disposition und Freunde baten mich, als Mitglied und dann als Pressesprecher zu fungieren. Der Streit mit der örtlichen Parteiführung war dann mein Austrittsgrund. Damals war ich meiner Zeit wohl zu sehr voraus.
Gleichwohl habe ich über die Jahre die Politik und besonders auch die der CSU nie ganz aus dem Auge verloren.
Im Frühsommer 2011 bin ich bei der „Linken” eingetreten. Warum? Die sPD hatte bei der Sozialgesetzgebung Ausverkauf betrieben. (Und deswegen schreibe ich das ‘s’ klein!) – Die CSU? Eine einzige Fehlanzeige. Chaos nach dem Abgang von Edmund Stoiber.
Als Anwalt der kleinen Leute erschien mir nur noch die „Linke”. Allerdings hat diese sich dann diskreditiert, weil sie bei der Nominierung eines Bundespräsidentenkandidaten als Nachfolger des Niedersachsen wahrlich Kasperl-Theater betrieben haben. So habe ich das auch in meinem Austrittsschreiben an die Partei begründet.
Via Twitter und auch Facebook unterhalte ich mich seit langer Zeit mit C/S/D/U-Mitgliedern, Grünen und Piraten.
Ich schätze die Grünen und ich mag Dieter Janecek und Katharina Schulze. Und ich erachte die Grünen als Impulsgeber. Ja, und ich koaliere auch mit denen, wenn es um eine dritte Startbahn geht.
Ich habe lange gerungen, ob ich Pirat werden soll. Die Entwicklung der letzten Wochen erscheint mir aber als Fingerzeig, dass das nicht geraten ist. Bei aller Wertschätzung für die vielen guten Piraten in Bayern und in Berlin (Gerhard Anger!). Ich will nicht in das Lied vom Untergang einstimmen. Wir brauchen Piraten in Deutschland, weil sie die etablierten Parteien voran treiben und gerade im IT-Bereich aufzeigen, was gespielt wird. Oder gespielt werden muss.
So ist es am letzten Montag (1. Oktober 2012) doch wieder irgendwas mit CSU geworden. Ich bin in das CSU_Net eingetreten. Bitte richtig einordnen: Es ist der netzpolitische Arbeitskreis der CSU. Und da bewegt sich derzeit mehr als bei allen anderen. Und ich sehe mich im Kampf gegen ACTA bis CleanIT dort besser aufgehoben als bei anderen.
Selbstverpflichtung:
(und das durchaus drastisch!)
Ich werde nach wie vor im Blog unpolitisch berichten.
Wenn eine Partei gute Sachen macht, bin ich Freund, wenn sie Mist baut, werde ich das thematisieren. Das gilt auch für die CSU.
Und wenn in meinem Blog viele CSU-affine Themen auftauchen, liegt das daran, dass die CSU es (trotz der anfänglichen Gegnerschaft) es gewagt hat, mich auf ihren Presseverteiler zu setzen. Via Twitter bin ich eigentlich mit allen Parteien vernetzt, einzig die Piraten schaffen es manchmal, mich zu informieren. Das ist aber auch mehr den persönlichen und liebgewordenen Kontakten zuzuordnen.
Überhaupt Piraten: Achso. Habe ich ja schon oben gesagt.
Und dann noch eine generelle Sache: Ich nehme viel auf Veranstaltungen auf.
Warum sollte ich eigentlich nicht ganze Audiofiles veröffentlichen?
Ich habe mich dieser Frage gestellt.
So lange diese öffentlich sind und eine ganze Veranstaltung wiedergeben wird, spricht da wenig dagegen, denke ich.
Vielleicht können Kollegen ja andere Passagen beleuchten.
Zumindest können Sie als Leser sich (Zeit und Volumen vorausgesetzt) ein Bild machen.
Erster Schritt: die komplette Veranstaltung der CSU-Landesgruppe zum Tag der Deutschen Einheit, der dieses Jahr in München begangen wird. Hier geht es zum Artikel.
Ich werde die Files für ca. 3 Monate vorzuhalten versuchen.
Als ich als freier Journalist anfing, dachte ich noch: Blog? Nöööö. Ich mach das via Google+, Facebook und Twitter. Nach kurzer Zeit jedoch wurde mir klar, dass ein Blog besser ist: Zunächst war für mich der Hauptgrund, dass ich die Kontrolle über meine Inhalte (Fotos, Texte etc.) behalte. Und recht schnell wurde mir nach den ersten Versuchen klar, dass eine feste Anlaufadresse, die nicht von der Teilnahme an einem Sozialen Netzwerk abhängig ist, einen unschlagbaren Vorteil bietet. Ich habe mit dieser Einschätzung Recht gehabt.
Gut 700 Leser haben mich wohl in ihren Favoriten/Lesezeichen verankert, die Zugriffszahlen etablieren sich konstant deutlich oberhalb der 70.000er-Marke. So die Statistik meines Providers.
Ich hatte am Anfang Scheu davor, jeden Tag Content liefern zu müssen. Heute liefere ich nicht jeden Tag einen Artikel und sehe das als Chance. Lieber Themen, die meine Leser und mich gleichermaßen interessieren. Weniger ist oft mehr. Das beweist sich mit diesem Blog ganz wunderbar.
Und immerhin habe ich es geschafft, über dieses Blog zu einem sehr schönen Auftrag zu kommen. Ich arbeite auf freiberuflicher Basis unter anderem für die Katholische Erzieher Gemeinschaft (KEG), erledige in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, dokumentiere Veranstaltungen und starte weitergehende Social-Media-Aktivitäten. Geschafft habe ich das mit diesem Beitrag über Lehrer- und ErzieherInnen, die mit ihren Kindern neue Lieder singen wollen.
Ich habe mich also in gewisser Weise als Marke etabliert.
Das ist ein Weg, den ich nicht nur Freiberuflern ans Herz legen will, sondern auch Firmen. Insofern kann ich die Thesen von Klaus Eck nur unterstützen, der schreibt: „Es gibt manchmal eine spannende Alternative, die viele unserer Kunden zunächst gar nicht für sich auf der Agenda hatten: das Bloggen.”
Gunnar Sohn führt in seinem Ich-sag-mal-Blog weiter aus: „Man schreibt nicht akademisch korrekt oder pedantisch genau, sondern aus dem Stegreif. Man formuliert aus dem Schwung heraus. „Alles“ ist nicht zu lesen, zu kennen, zu wissen. Es reicht nur zu Verweisen und Fundorten. Entscheidend ist die Zirkulation der Daten, der Datenstrom, der keinen Anfang und kein Ende hat, der neue Routen und Entdeckungen zulässt.”
Diesen Artikel empfehle ich, weil er zusammenfasst, was verschiedene Journalisten, Blogger, Berater an Positionen vertreten. Dazu kommt die Gunnar eigene Art, komplizierte Sachverhalte so runterzubrechen, dass Otto Normal das sehr gut nachvollziehen kann.
Noch ein Wort zu Social Media: Ich nutze Facebook, Twitter und G+ vor allem dazu, meine Artikel bekannt zu machen. Und bei Twitter und Facebook kommt auch ein gewisser Anteil Socializing dazu. ;)
Zugegeben, der Blog-Titel ist ja schon fast fies geklaut. Reinhard Mey hat ein Chanson des Titels “50 – was, jetzt schon?” geschrieben. Genau dieses spielte mein MP3-Player aber gestern abend, als ich von einem Twittagessen in Rosenheim spät abends im Zug nach München fuhr, kurz mein Blog aufrief, einen Kommentar genehmigte und mir auffiel, dass ich kurz vor der 100 stand. Blogeintrag Nr. 50 hatte ich ja völlig verschusselt und einen “normalen” Artikel geschrieben, der 51. wurde dann zu einem Danke.
Natürlich kokettiere ich im Titel dieses Blogs auch damit, dass es Kollegen gibt, die ihren hundertsten Blogeintrag 100 Tage nach Beginn der Bloggerei eingetragen haben. Oder zumindest nahe dran, wenn ihnen das Kreisen um ihren Ernährungsstil Zeit ließ. Und es gibt Kollegen, die haben nach 50 Tagen die Quote 100 erfüllt. Ich gönne es ihnen.
Für mich hingegen ist es wichtiger, über Sachen zu schreiben, die Herzblut haben. Deswegen: Nicht jeden Tag ein Artikel.
Es muss nicht von jedem alles gesagt werden. Auch nicht von mir.
Vielleicht hätte ich dieses Blog ‘Mit Musik und Twittern zwischen GEMA und Bahn’ nennen sollen. Der Titel hätte etwas davon verraten, was die Schwerpunkte meines Schreibens sind: Die GEMA, der ich meinen bislang größten Erfolg zu verdanken habe, die Bahn, die ich liebevoll und streng begleite. Es geht um Social Media, ich habe den Generalvikar des Bistums Regensburg im Interview gehabt, einen Mittelschulrektor und Doro Bär.
Ich schreibe manchmal über Musik, ob klassisch, Volkslied oder Kinderlied.
Achja, das eine oder andere literarische Stück meiner Vergangenheit taucht auch immer mal wieder auf.
Das alles habe ich, als ich das Bloggen begann, nicht gewusst. Welche Themen mich finden würden, welche Leser, welche Kollegen.
Aber mittlerweile 70.000 Visits im Monats-Schnitt sind eine Marke.
In toto halte ich es für eine abwechslungsreiche Mischung. Nicht alles gefällt, nicht alles stößt auf Gegenliebe beim Leser. Ein über steinzeitliche Ernährung bloggender Kollege meint manches Mal zu erkennen, dass ich traurig sei. Nicht wirklich. Ich habe das Singen aufgeben müssen, weil die Stimme das nicht mehr aushält. 9 Monate Dauererkältung und Gesang haben ihr Opfer gefordert. Und da ich ja durchaus als Sprecher arbeite, beuge ich mich dem Urteil des Arztes.
Das hat mich in den letzten Monaten stiller, verhaltener, ruhiger und nachdenklicher werden lassen.
In dieser Zeit bin ich einem Menschen begegnet. Er gab mir seine Hand. Und ich lasse die so schnell nicht mehr los. ;)
Danke!
Auf die nächsten 100 Einträge.
Verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung. Ein hehres Ziel. Welche Wege kann man gehen, wie gestaltet man das? Antworten gibt es am Samstag, 16. Juni. Da findet in München das Greentunes-Festival statt. Dieter Janecek von Bündnis 90 / Die Grünen erklärt, um was es geht:
Ort: Backstage München, Reitknechtstraße 6, München
Zeit: 16.06.2012, ab 15.30 Uhr
Weiterführende Informationen: Terminankündigung, Facebook-Seite.
Der Nebel steigt heraus aus feuchten Wiesen,
mein Tag beginnt schon um halb vier.
Ich mag die Tage so wie diesen,
wenn ich erwache neben dir.
Ich trotte rein ins Badezimmer.
Rasieren fällt heut wieder aus.
So läuft der frühe Morgen immer,
wenn ich mir sage: Will nicht aus dem Haus.
Die Stadt blüht auf zu neuem Leben,
der Morgen graut, am Himmel steht ein Stern.
Was habe ich, was könnt ich geben?
Sei’s drum. Ich hab Dich einfach gern.
Der Pförtner grüßt mich, wenn ich reinkomm,
er reicht die Zeitung rüber, meldet: “Gar nichts los!”
Ein Kanzler, ein Minister, Streit in Bonn.
Ich träum’ von Dir und mir im weichen Moos.
Ich blick auf meinen grellen Ticker.
Der Horror heißt hier d-p-a.
Der Ordner voller Blätter wird immer dicker.
Was gäb’ ich, wärst Du einfach da.
(Live-Aufnahme von 1998 im Rahmen des Bühnenprogramms “Fünf Stationen Liebe”)
Donnerstag war ich in Regensburg. Nun gut, da bin ich ja öfters. Und ich bin gerne da. An diesem Donnerstag hatte ich ein wunderbares Interview mit Clemens Neck von der Pressestelle des Bistum Regensburg. Und seine Mitarbeiter waren mit dabei. Volontäre und Praktikanten. Völlig frei haben sie mir Rede und Antwort gestanden.
Ich habe beim Fotografieren und den Interviews vor allem eines gemerkt: Hier geht es um ein Miteinander für die Sache. Da stehen Menschen vor Dir. Und sie stehen für ihre Sache ein. Glaube, Kirche, Social Media. Das ist nicht jedermanns Sache, ich akzeptiere das. Und auch ich habe so manches Mal meine Probleme mit der Kirche. Gebe ich offen und ehrlich zu. Aber: Mich stimmt es froh, wenn ich sehe, wie in Regensburg unter der Führung von Bischof Gerhard Ludwig Müller Biotope entstehen.
Zwei Tage habe ich überlegt, ob ich diese Interview-Ausschnitte schon veröffentlichen soll. Und ich habe mich dagegen entschieden. Am Donnerstag bin ich mit dem Generalvikar Michael Fuchs verabredet. Mein Gefühl sagt mir, ich sollte da eine Geschichte draus machen. Für mich wird es dann eine runde Geschichte. Ich denke, dass das eine Slideshow wird. ;)
Jedenfalls bedanke ich mich schon jetzt bei der Pressestelle des Bistum Regensburg für die Einblicke, die ich bekommen durfte. Und ein ganz besonderer Dank geht an Christoph Kühnl, der das mehr oder weniger eingefädelt hat. :)
An dieser Stelle noch die Anmerkung: Ich will mich nicht nur auf Regensburg beschränken, ein gesamtdeutscher Blick ist sicher interessant. Von daher würde es mich freuen, wenn auch andere Bistümer sich melden. Und, ach ja: Dass ich München-Freising nicht als erstes nahm, ist dem Umstand geschuldet, dass ich am richtigen Tag zur richtigen Stelle in Regensburg war und eine Idee geboren ward. Regensburg ist für mich nicht nur in Sachen Jazz ein lohnenswerter Punkt auf Deutschlands Karte.
Die vergangene Woche war vollgepackt mit Terminen. Die einen freudig, die anderen traurig. So wia im richtigen Leben. Aber jeder einzelne Termin war es wert, ihn wahr genommen zu haben. Am Montag war Joachim Gauck in München und stellte sich bei den Wahlfrauen und -männern der CSU und deren Freunden vor. Nachzulesen ist das hier. Anschließend traf er sich mit den Fraktionen im Landtag. Ich hingegen ging in meine Kirchenchorprobe in St. Johann von Capistran.
Dienstag war Bilanzpressekonferenz der GEMA. Wichtigste Erkenntnis: Die Verwertungsgesellschaft hat die Bedeutung des Internets noch nicht erkannt. Stattdessen steht zu befürchten, dass die Bezirksdirektionen personell verstärkt mehr und mehr ausschwärmen, um Veranstaltungen zu kontrollieren. Und ACTA wollen sie auch. Pfründesicherung nennt man das wohl. Die Erkenntnis, dass Musik im Internet stattfindet, haben die Herrschaften wohl schon bekommen, allein: adäquate Umsetzung für Erlös-Sicherung ist nicht ihr Fachgebiet. Stattdessen wird restriktiv gehandelt, abgemahnt und prozessiert. Der Gedanke, dass sich hier eine Gesellschaft selber ins Abseits stellt und die besten Argumente für ihre Beerdigung liefert, drängt sich auf.
Eine Beerdigung der ‘normalen Art’ erlebte ich am Mittwoch. Die Frau eines Chorkollegen wurde zu Grab getragen. Ich habe mich als Fotograf betätigt. Beerdigung und dann das ständige Klicken des Auslösers? Das stört doch die Feier, denkt ihr? Dachte ich genauso. Ich habe es aber dennoch gemacht. Für Wolfgang. Er hatte zwar Zeit, sich auf den Abschied seiner Frau vorzubereiten, sie war lange im Pflegeheim. Aber ich habe diesen Mann gesehen und gewusst: Es stärkt ihn, wenn er sich die Fotos dereinst anschauen kann. Das war mir Ansporn und Genehmigung genug. Und er hat es verstanden. Alles andere zählt nicht.
Der Jazz nimmt seit ein paar Jahren immer mehr Raum in meinem Leben ein. Es gab Hardcore-Zeiten, wo ich jeden Abend auf BR Klassik die Stunde Jazz aufzeichnete und am Samstag die radioJazznacht bei Bayern2. Da ich aber mehr und mehr Podcasts und andere Sendungen hören muss (beruflich und so), habe ich das aufgegeben. Aber am Donnerstag war wieder Jurysitzung fürs Jazzweekend in Regensburg. Und die Mitjuroren haben sich auch wieder über meinen Auflauf gefreut.
Am Freitag war der Netzpolitische Kongress der CSU in München. Hier habe ich eine Slideshow gemacht. Ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass große Teile der CSU so progressiv sein können. Als ich vor gut zehn Jahren mal kurz Mitglied war, war ich zu fortschrittlich. Aber das regelt sich. :) Mein Dank der Woche geht an @Fran_Muc, die mich eingeladen hat. Und unter uns gesagt: Ich bin von ihr begeistert. Sie folgt mir seit langer Zeit auf Twitter und sie hat nen sehr klaren Blick. Ich wünsche mir mehr solche Menschen. :)
Das Wochenende habe ich mir freigenommen. Naja, nicht so ganz. Ich wollte am Samstag eine Slideshow zum #csunk2 machen. Ich habe die O-Töne gewichtet, die Foto gesichtet, geschnitten, geschrieben, eingesprochen. Und dann: iMovie von Apple funktioniert nicht mehr. Ich hatte das Programm im Dezember das letzte Mal hergenommen, nichts geändert und nichts installiert – und: es machte nicht mehr, was ich wollte. Ich habe dann beim Apple-Support angerufen, den ich noch nie brauchte. Ich habe einige Apple-Produkte. Denkste, dass du dann Hilfe kriegst. Nur gegen Zahlung eines Support-Tickets. Die Entscheidung, mein iPad an Weihnachten verkauft zu haben, bereue ich nicht. Der iPod wird, wenn er nicht mehr funktioniert, ausgetauscht gegen einen Player, der auch ogg-vorbis kann. Das Macbook ist auch ersetzbar, momentan dient es nur noch zum Aufzeichen von Radio und Fernsehen, daneben zum Twittern. Die Slideshow habe ich dann Sonntag früh mit ‘vonStolzing’ gemacht. Das ist mein Linux-Notebook. Apple hat mich mit seiner Geschäftspolitik sehr enttäuscht und ich gelobe, dass mir nie mehr ein Produkt dieser Firma ins Haus kommt.
Die nächste Woche wird ruhiger. Montagabend Chorprobe, Mittwoch Pressekonferenz im Lokschuppen Rosenheim. Neben der Vorstellung der neuen Ausstellung Tiefsee will ich ein Interview mit der Frau machen, die Social Media betreut. SocMed ist ja mein Thema, so, wie für Joachim Gauck die Freiheit. Am Donnerstag habe ich dann ein Interview mit Mitarbeitern des Bistum Regensburg, auch hier geht es um Social Media. Am Sonntag singen wir dann mit Chor und Schola in Johann von Capistran.
Stay tuned! ;)
Am Montag treffe ich den wohl künftigen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Ich bin gespannt, was er sagen wird und ob ich ein kleines Interview mit ihm bekomme.
Anschliessend gehts in die Kirchenchorprobe in St. Johann von Capistran. Wir üben Motetten, Gregorianik und Liturgiegesänge für Ostern und die Messe in G-Dur von Franz Schubert.
Dienstag ist Bilanzpressekonferenz der GEMA. Interessant wird der Termin wahrscheinlich dadurch, dass am selben Tag der Musik-Streaming-Dienst Spotify startet.
Der Freitag wird durch den Netzpolitischen Kongress der CSU in München geprägt.
Was an den anderen Tagen passiert? Sicher Schreibarbeit – was sonst passiert, vielleicht kann ich nächste Woche zurückblickend berichten.
Ein Zwischenruf.
Gestern abend, zu später Stunde, schreckte mich ein Tweet auf. Die CSU-Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl schrieb, dass sie die wohl schwersten Stunden ihres politischen Lebens hinter sich habe. Kurze Zeit später kam ein Link zu einem Statement von ihr. Himmel, so dachte ich, was ist da los? Habe ich einen Skandal übersehen? Tritt eine Frau ab, die ich als Unternehmerin und Politikerin durchaus schätze? Nein, ganz so schlimm soll es nicht kommen, aber “Skandal” trifft’s recht ungenau.
DER SPIEGEL und die Leipziger Volkszeitung haben sich wohl in ihren Printausgaben auf Wöhrl eingeschossen. Ich kenne beide Artikel. In Begleitung von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel war Dagmar Wöhrl in ihrer Funktion als Ausschussvorsitzende in Myanmar und Laos.
Mir liegt es fern, die Arbeit oder Äußerungen von Dagmar Wöhrl zu beurteilen, ich war auf der Reise nicht dabei und kenne auch niemanden der Reisegesellschaft, der mich informieren könnte. Ich kann mich also nur auf die beiden Artikel, die Einlassungen von Dagmar Wöhrl auf ihrer Website und ein Telefonat mit der Politikerin verlassen.
Lesen Sie die Stellungnahme von MdB Dagmar Wöhrl hier, schauen Sie sich mal die Fragen hier und hier an, dann lesen Sie ihre Antworten. Und wenn sie dann ein komisches Gefühl beschleicht, dann sind Sie mir nicht unähnlich. Mittlerweile weiß ich, was mich an der Geschichte verstört und erschreckt: Die Qualität der Fragen des SPIEGEL. Das riecht nicht nach großem Skandal, das riecht nach kleiner Ans-Bein-Pinkelei. Sorry für den Ausdruck. Hauptsache, mal wieder ein Skandälchen publiziert, oder?
Dagmar Wöhrl hat mich angerufen, ich habe sie um den Kontakt gebeten. Sie wirkt authentisch, betroffen und fühlt sich von der begleitenden Presse nicht richtig verstanden. Was mich jedoch freut und wofür ich Frau Wöhrl meine Hochachtung zolle: Sie hat umfassend aus Ihrer Sicht geschrieben und dargestellt. Und sie hat offen auf die Fragen des SPIEGEL geantwortet. Respekt!
Ein Politiker hat Vorbildfunktion. Das ist richtig, das zweifelt niemand an. Aber Politiker sollen bitteschön auch authentisch sein. Und dazu gehört eine authentische Sprache. Ich glaube Dagmar Wöhrl unbesehen, wenn sie mir am Telefon versichert, dass das Wort ‘idyllisch’ nicht zu ihrem Wortschatz gehört. Dass sie stattdessen eher einen fränkischen Ausdruck verwendete, den der begleitende Reporter im Artikel der Leipziger Volkszeitung ins Sächsische transskribierte, scheint eher der Fall zu sein. Ich verstehe zu gut, dass da im Überschwang das eine oder andere Wort mal daneben geraten kann. Oder passiert es Euch großen Journalisten nicht auch mal, dass ihr lange nach einem Synonym sucht? Mir schon. Und auch vor Publikum passiert mir das. Frau Wöhrl hat bei einem solchen Auftritt keine Chance zu suchen.
Ihr daraus einen Strick drehen zu wollen, dass sie fotografiert und filmt, ist schon heftig. Als Ausschussvorsitzende tut sie gut daran, Dokumente zu schaffen, die belegen, wie es vor Ort aussieht. Dass dazu im Rahmen eines Besuches auch das Posieren mit lokaler Prominenz gehört, kann ich nachvollziehen. Es sind für mich Belege ihrer Arbeit. Bleibt dann noch die im Artikel erwähnte Geldwechselei. Den Menschen in diesem armen Land etwas abzukaufen, bedeutet, ein Zeichen zu setzen. Abgesehen vom Erinnerungswert. Die Größe des Geldscheines, die angeführt wird: Wo ist da der Wert der Meldung? Ich selber bin als Reisebusfahrer auch oft vor dem Problem gestanden, dass ich vom Geldautomaten oder früher noch bei der Wechselstube mit großen Scheinen ausgestattet wurde. Passiert mir heute im Inland auch noch. Daraus eine Szene zu schreiben, die eher an koloniales Verhalten denn an soziale Verantwortung erinnert, halte ich für journalistische Perversion.
Achso: Ich bin der CSU recht fernstehend. Ist also nix mit Partei- und Gefälligkeitsjournalismus.
Und ich weiß auch, dass ich mich bei einigen Kollegen jetzt ins Abseits geschrieben habe. Sei’s drum.
Es ist Zeit, zu den wirklichen Problemen dieses Landes zurückzukehren.
Update vom 26.02.2012, 18:30 Uhr:
MdB Dagmar Wöhrl hat auf ihrer Website ein Update veröffentlicht.
Desweiteren hat sich das Pottblog (wie im Kommentar schon ersichtlich), der Sache auch angenommen.
Eine Woche ohne Blogeintrag. Mancher fragt sich vielleicht, was ich gemacht habe. Untätig war ich nicht, ich habe aber eher im Hintergrund Dinge erledigt. Aufnehmen, Korrigieren, Kontakte knüpfen, akkreditieren, Sachen, die man einfach zwischendrin erledigen muss.
Die tollen Tage des Karnevals/Faschings habe ich genutzt, um ein paar Sendungen bei WDR 4 aufzunehmen. In den Nächten oder auch Morgenstunden habe ich dann die Sendungen zerlegt und für meine private Sammlung die Schmankerl geschnitten. Nachdem mir vor Jahren mal ein Rechner mit Karnevalsmusik abgeraucht ist und ich keine Datensicherung angelegt hatte, war das eine nette Möglichkeit, das Archiv wieder zu füllen. Nicht jedermanns Sache, das gebe ich zu. Aber der Semi-Rheinländer in mir braucht auch das zwischendurch. (Erklärung: Ich bin zwischen Köln und Aachen geboren, was man mir meist am Anfang nicht anmerkt, das Bairisch-Barocke überwiegt…)
Trotzdem war ich auch in dieser Woche präsent. Und das nicht mal ohne. :)
Im Podcast der Medien-KuH war ich als Sänger zu Gast, hier gibts den kompletten, hörenswerten Track der Kollegen (1 h 30), hier den Song von mir (für die, die keine Zeit haben). An dieser Stelle kann ich auch ein paar Infos dazu geben, die im Podcast nicht rüberkamen: Er entstand im Zuge eines Bühnenprogramms zu meinem damals erschienen Buch ‘Fünf Stationen Liebe’ und hatte am 14. Januar 1999 Premiere (von diesem Tag stammt auch die Aufnahme). Ich hatte 1998 als Redakteur und Moderator im Radio aufgehört und mich mehr dem Thema Computer gewidmet. Der Ausgleich war die literarische Arbeit und das Ausprobieren eines Bühnenprogrammes. Mit ein paar Freunden probten und entwickelten wir Songs (Texte & Melodie von mir), um eine andere Form einer Buchpräsentation zu probieren. In zwei Stunden erzählte ich eine fast alltägliche, normale Liebesgeschichte, die so oder so ähnlich fast jeden Tag irgendwo passiert. Das waren meine einleitenden Worte damals. Unterstützt von wunderbaren Musikern und einem perfekten Techniker. Und was kam: Gedichte, Songs und die Geschichte eines jungen Mannes, der die Liebe seines Lebens sucht. Die Premiere in Wasserburg war ein voller Erfolg: Das kleine Casino war für 70 Personen bestuhlt, es kamen 140 zahlende Gäste. Und ungelogen: Wo ich mich die nächsten sechs Wochen blicken ließ, ich wurde beglückwünscht zum Programm.
Auszüge des Buches, neue Geschichten und weitere Ergüsse will ich im Lauf der nächsten Monate (kostenpflichtig) veröffentlichen. Kostenpflichtig deshalb, weil auch ich als Urheber und Autor leben muss.
Einen Blogeintrag zu schreiben ist das Eine. Einen Blog zu korrigieren ist das Andere. Ich habe diese Woche gefühlte 15 Blogs und Zeitungsartikel von Kollegen gegengelesen. Keine spektakuläre Aufgabe, kein Auftrag. Aber ich mag diese Kollegen und das mache ich dann zu gern. Weil jeder von uns froh ist, wenn jemand korrigiert. Korrektur ist so die Aschenputtel-Arbeit – und doch kann ich es nicht verstehen (Achtung! Medienkritik!), dass so viele Medien, die ernst genommen werden wollen, auf den Schlusskorrektor verzichten. Jeder ist froh, wenn ein anderer gegen liest. Für mich ist es eine gute Übung. So habe ich die Woche beim Social-Media-Redakteur der Rheinzeitung, den Kollegen vom WDR, Polodessit, Hirndübel, Gunnar Sohn, Timo Niemeier und nicht zuletzt der Gulaschkantine drüber gelesen. Das sind Blogs und Seiten, die ich zudem sehr gerne lese.
Am Aschermittwoch habe ich mich einer weiteren Übung unterzogen. Ich schaute mir den Live-Stream vom Politischen Aschermittwoch der Bayern-SPD an, parallel las ich, was von der CSU aus Passau kam. Und das, was an bemerkenswerten Sätzen aus dem Festzelt in Vilshofen kam, versuchte ich knackig in die 140 Zeichen zu pressen, die Twitter zulässt. Der Hashtag lautete #spdam12. Interessant war, dass die Freunde der CSU bei weitem mehr waren, aber sich auch mehr auf Lobeshymnen auf ihre Redner beschränkten. Die Tweets von @cpfaffinger (Der Spiegel) und mir waren eher an Inhalten orientiert.
Das alles bringt kein Geld. So einfach ist das auf einen Nenner zu bringen. Ich sehe das auch so – ohne Abstriche. Wichtiger ist mir: Ich habe Freunde in den Medien (WDR, Hirndübel, Rheinzeitung), Kollegen (Gunnar Sohn, Polodessit, Timo Niemeier), Freunde (Gulaschkantine, aber auch Peter Tauber et alii). Im Augenblick füllt sich der Geldbeutel nicht sonderlich, aber warum soll ich meine Zeit zwischen der Akquise von Auftraggebern nicht nutzen, um mich zu vernetzen? Irgendwann zahlt sich so was aus. Da bin ich mir sicher.
Fazit: Ich bin Journalist und ich will nicht den Weg der Anbiederung gehen. Ich vernetze mich. Und anscheinend gelingt mir das auch ganz gut. Und aufgrund dessen, dass es jetzt spät ist und ich müde, verzichte ich im ersten Entwurf auf Bilder. Verzeiht mir das (momentan). Aber: Ich merke, dass Vernetzung wichtiger als alles andere ist. Und diese Vernetzung bringt auch den Lebensunterhalt.
Auf diese Formel gebracht ist das die Erkenntnis der Woche. Danke!
Wenn Sie diesen Blog gefunden haben, dann gratuliere ich Ihnen ganz herzlich. Denn hier ist eigentlich immer noch Baustelle. Am Sonntag, den 5.2.2012 soll das Design stehen, das eine ganz liebe Kollegin entwirft.
Und der erste, richtige Beitrag von mir wird hier nächste Woche eingestellt.
Am 8. Februar eröffnet der +Deutschlandfunk sein Debattenportal Diskurs@Deutschlandfunk in Berlin.
Diskurs@Deutschlandfunk- Politik, Medien und Öffentlichkeit in Zeiten der Digitalisierung“ gibt es dann unter diskurs.dradio.de.
In seiner Pressemitteilung schreibt der DLF dazu: “Auf dem Debattenportal Diskurs@Deutschlandfunk sollen die dort begonnen Diskussionen mit Hörerinnen und Hörern, Userinnen und Usern jetzt fortgesetzt werden. Wöchentlich im Internet unter diskurs.dradio.de, donnerstags und samstags im „DLF-Magazin“ und in „Markt und Medien“ mit Reportagen, Portraits und Interviews im linearen Programm des
Deutschlandfunk.”
Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt und werde vor Ort sein. Vielleicht kann ich auch aus der Veranstaltung twittern, und im Blog gibts was zu lesen und zu gucken.
Übrigens: Journalistisch arbeite ich auf Twitter nun mit dem Account @hrbruns.
In vollem Umfang, also mit allen Macken, Schwächen und Bonmots, den sogenannten ‘Echten Heinz’-Kommentaren gibts mich natürlich weiter auch als @Hynkl. Ich freu mich auf Euch!