Mein heutiger Blogpost hat einen ungewohnt technischen Hintergrund. In früheren Jahren habe ich Mails automatisiert verschickt. Das habe ich via Linux und crontab gemacht. Und ich hatte alles in einer wunderbaren crontab geregelt. Es funktionierte auch.
2003 war das alles nicht mehr nötig. Ich wechselte den Job, ja, ich wurde sogar Windows-User. Seit letztem Jahr bin ich aber wieder auf Linux migriert.
Mein Problem: Seinerzeit rauchte die Festplatte mit Linux ab, ich hatte keine Sicherungen angelegt. Ihr dürft jetzt auch lachen. Als meine Festplatte abrauchte, war das schon lange nicht mehr nötig, ich hatte neben der Branche auch das System gewechselt.
Tja, und jetzt will ich Newsletter/Pressemitteilungs-Versand eben mit Linux wieder aktivieren, damit ich die Geschäftsstelle eines Vereines entlaste und unterwegs schneller agieren kann.
Ich weiß noch, wie ich die crontab editieren kann. Manche Dinge verlernt man nie. ;)
Mir ist es allerdings zu mühselig, dumme Kommentare in vielen Foren zu lesen und vielen irreführenden Querverweisen nachzugehen.
Mein Arbeitsweg:
Ich erstelle auf einem beliebigen Device eine Nachricht (auch als pdf im Anhang), schicke diese von meinem Account an eine zu definierende Mail-Adresse. Diese Empfänger-Mailadresse soll der crontab als Signal dienen, dass sie zu arbeiten hat.
· Die Absenderadresse soll in eine gültige Mailadresse umgewandelt werden, die dem Verein zugeordnet ist.
· Die offizielle Absenderadresse soll auch für eine Rückantwort dienen, ohne das das an den gleichen Versenderkreis geleitet wird.
· Die Mail samt Anhängen (meistens nur ein pdf) soll einem Empfängerkreis von gut 300 Adressen zugeschickt werden.
Anforderungen:
· Der Newsletter soll als Plaintext und im Anhang als pdf verschickt werden.
· Jeder Adressat soll persönlich angesprochen werden: „Sehr geehrte/r Frau/Herr xxx, ____________ (Text nach Eingabe)
· Linux-Bordmittel wie crontab und sendmail etc.
Ich komme derzeit nicht mehr drauf, wie ich das mit Bordmitteln lösen kann. Für Hinweise und Lösungen bin ich dankbar, es fehlt mir schlichtweg die Zeit, mich einzulesen und durch viele Websites zu klicken.
Belohnung:
Social Bier mit mir. ;)
Lösungsvorschläge an mich per Mail: hrb@hrbruns.de.
Danke!
Was bislang nur analog möglich war, darf bald auch digital getan werden: Lehrer können aus urheberrechtlich geschützten Werken digitale Kopien erstellen und dürfen diese auch ihren Schülern zugänglich machen und – weitergeben. Auf diese kurze Botschaft lässt sich eindampfen, was zum Thema der digitalen Nutzung von Unterrichtsmitteln im weitesten Sinne heute von der Kultusministerkonferenz beschlossen wurde.
Das kostet die deutschen Kultusministerien insgesamt eine halbe Million Euro mehr. Statt 8,5 Millionen Euro bekommen Verlage und Urhebergesellschaften ab nächstem Jahr neun Millionen Euro. Ansonsten ändert sich nicht viel: Weiterhin dürfen, wie in der analogen Welt, nur zehn Prozent, maximal aber nur 20 Seiten, digitalisiert werden.
Für den Amtschef des Bayerischen Kultusministeriums, Dr. Peter Müller, steht fest: „Unsere Lehrkräfte können mit den Möglichkeiten des Jetzt arbeiten. Das heißt, die digitale Welt hält damit auch bei der Bereitstellung von Textauszügen und Musiknoten Einzug, für die die Urheberrechte bei den Bildungsverlagen liegen.” Weiter sieht Müller eine sichere Rechtsgrundlage für Lehrer.
Der Pressesprecher des Bayerischen Kultusministeriums, Dr. Ludwig Unger, ergänzt: „Das erleichtert die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, die jetzt schon in der Moderne stehen und mit Whiteboard, USB-Stick und Speichermedien arbeiten.”
Es ist ein Stückchen Rechtssicherheit. Auf jeden Fall. Mehr wäre, wie in den meisten Fällen, wünschenswert gewesen. Auffällig: Erst Werke, die seit 2005 publiziert wurden, fallen unter die neue Regelung.
Das Positive an dieser neuen Vereinbarung ist jedoch: Der sogenannte Schulbuchtrojaner ist vom Tisch – beziehungsweise vom Rechner.
Für eine Handvoll halbe Million Euro.
Die Pressemitteilung des Kultusministeriums finden Sie hier.
Die Energiewende ist auf den Weg gebracht, in Zukunft sollen Solar-, Wasser- und Windkraft hauptsächliche Stromlieferanten sein. Die Problematik dabei: Wie kann Energie besser ausgenutzt werden? Stromspeicher im herkömmlichen Sinn, quasi überdimensionierte Batterien, sind keine praktikable Lösung, auch wenn einer der großen Energieversorger das in einem Werbespot derzeit glauben machen mag.
Die Lösung ist so einfach wie kompliziert: Die Geräte müssen sich ändern, das Nutzungsverhalten von Energie muss ein anderes werden. In der Praxis kann das bedeuten: Ich wasche nicht mehr morgens um 7 Uhr meine Wäsche, wenn gerade viel Energie benötigt wird. Solche Tätigkeiten schiebt der Verbraucher in die Zeiten, wo viel Energie verfügbar ist. Nachmittags oder nachts ist das der Fall. Das können Geräte teils heute schon erledigen, bei Bosch und Siemens Hausgeräte (B/S/H/) will man aber noch einen Schritt weitergehen, wie Dr. Claudia Häpp vom Gerätehersteller erläutert:
Zu diesem Thema hielt die Projektleiterin von B/S/H/ in der Hanns-Seidel-Stiftung einen Vortrag. Viele Komponenten dieser vernetzten Technologie sind noch Zukunftsmusik. Und die Herausforderung für einen Hersteller, der bis vor wenigen Jahrzehnten eher „Blechbieger” war, sind nicht gerade wenige. Standards fehlen, was sich sehr gut daran sehen lässt, dass fast jeder Stromanbieter sein eigenes Smart-Meter hat. Smart-Meter sind Strom-Messgeräte, die den Verbrauch selbständig an den Energieversorger melden. Und überhaupt Smart-Meter: Aus Reihen des Publikums kamen starke Einwände dagegen. Ob Strahlenbelastung oder Abhör-Sicherheit. All das sind Punkte, die sicher noch diskutiert werden müssen. Claudia Häpp:
Europa nimmt eine führende Stellung ein, was stromsparende Geräte angeht. Dieser Führungsanspruch muss laut Hepp auch auf intelligente Netze ausgedehnt werden. Es wird noch dauern, bis wir unseren Haushalt komplett per App so steuern können, dass die Waschmaschine zur Zeit des billigsten Stroms das Waschen anfängt. Aber einen Anfang kann jeder schon heute bei sich machen. Claudia Häpp hat ganz naheliegende Tipps parat:
Ein Video mit den Vorstellungen von B/S/H/ zum vernetzten Haus findet sich hier. Dabei ist auch der Kühlschrank, dessen Inhalt man zumindest schon mal sehen kann. Bestellen geht noch nicht.
Ich selber habe seit drei Wochen meine komplette Wohnungsbeleuchtung auf LED umgestellt. Und ich habe keine Einbuße an Lebensqualität, aber spürbar mehr Geld zur Verfügung. Schon mit den großen Umrüstungen im letzten Jahr habe ich über 50 Euro an Vorauszahlungen an meinen Stromanbieter zurückbekommen. Bei einer Investition in neue Leuchtmittel von gut 100 Euro. Der Schritt lohnt sich durchaus.
Bei der WikiCon in Dornbirn (Vorarlberg, Österreich) standen wir natürlich auch zusammen, rauchten und ratschten. Klar, dass das Gespräch auch irgendwann auf die Geschichte mit den USB-Sticks kommen musste, deren Verteuerung ich aufgedeckt hatte. Einer der Teilnehmer meinte lachendes Auges zu mir: „Naja, dann kauf ich die Sticks halt im Ausland …” Gar keine schlechte Idee, mag man meinen. Wer, wie ich, seine Sticks nicht auf (GEMA-)Pressekonferenzen bekommt, scheint damit gut bedient zu sein.
Weit gefehlt, auch wenn die Stiftung Warentest das als Tipp „verkauft”.
Der Informationskreis Aufnahmemedien, mit dem ich seit der USB-Stick-Geschichte Kontakt habe, informierte mich eben über einen sehr interessanten Aspekt:
Zitat: Rein rechtlich übersieht Stiftung Warentest nämlich, dass auch der Online-Bezug von Speichermedien aus dem Ausland vergütungspflichtig ist – also Urheberabgabe an die ZPÜ gezahlt werden muss. Der private Verbraucher muss nicht selbst an die ZPÜ zahlen, wohl aber schon der im Ausland sitzende Online-Händler (Schricker/Löwenheim, UrhG § 54b Rn. 4; BR-Drs. 218/94 S. 20). Er muss die Preise also genauso kalkulieren wie der inländische Händler, sodass es eigentlich keinen Preisvorteil geben kann, im Ausland zu kaufen! Und schon gar nicht kann man so die Forderungen der ZPÜ umgehen! Es mag ja sein, dass viele Händler im Ausland dies nicht tun. Sie handeln jedoch rechtswidrig und es ist höchst befremdlich, dass eine staatlich geförderte Organisation dazu aufruft, derartige Hinterziehungspraktiken durch den Erwerb der angebotenen Produkte zu belohnen.
Richtig nett finde ich den Satz in der Pressemitteilung des Informationskreises Aufnahmemedien, dass es skurril sei, „dass ausgerechnet diese Organisation, deren Stifterin und Gründerin die Bundesregierung ist, zum Boykott des deutschen Handels aufruft und die Nichtachtung der Gesetze unterstützt.”
Also, beim nächsten Besuch im befreundeten Ausland: Augen auf beim KaffeeUSB-Stick-Kauf.
Es sind nicht nur die jungen Menschen, die sich bei Wikipedia engagieren. Das war auf der WikiCon12 in Dornbirn Anfang September zu sehen. Über 200 Mitmachende und Interessierte kamen zur Fachhochschule Vorarlberg, um über die Online-Enzyklopädie zu reden. Workshops rundeten das Angebot ab.
Ein Workshop richtete sich speziell an ältere Schreibwillige.
Der erfahrene Wikipedianer „Ra Boe” ist viel in Deutschland unterwegs, um das Seniorenwissen in die Wikipedia einzubringen. Eine thematische Beschränkung gibt es nicht, im Gegenteil, so „Ra Boe”: Das könne beim Dorf anfangen, in dem sie leben und aus dessen Vergangenheit sie Bilder und Dokumente hätten. „Und das hört nicht erst bei der Arbeit auf, bei Berufen, die sie vielleicht damals ausübten und die heute nicht mehr existieren.” Hier zeigt sich auch eine der Problematiken der Wikipedia: Bei den älteren Autoren gibt es zwar viele, die Fachwissen haben und dieses einbringen, aber die Dokumentation vergangener Zeiten anhand von Zeitzeugen und deren Dokumenten ist sehr dünn besetzt.
Dabei sind gerade diese User sehr wertvoll für die Wikipedia, sagt „Ra Boe”:
Derzeit betreut er gut zehn Senioren, die wiederum ihrerseits auch Kontakte zu Gleichaltrigen pflegen und sich bei diesen über die Darstellungen ihrer Artikel rückversichern. „Ra Boe” ist in sehr regem Austausch mit „seinen” Schreibern und voll des Lobes für sie.
Dennoch: weitere Mitschreiber sind gesucht. Dazu gibt er auch gleich einen Tipp ab:
Wer sich für Silberwissen in der Wikipedia interessiert, findet hier alle weiteren Informationen.
Darf Wikipedia als Referenz für wissenschaftliche Arbeiten herhalten?
Soll es im wissenschaftlichen Umfeld verboten sein, aus Wikipedia zu zitieren?
Dieser Frage gingen Falko Wilms und Frank Weber in einem Vortrag nach.
Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit, so berichtet ein Angehöriger von der Uni Innsbruck, darf Wikipedia nicht zitiert werden. Das liegt aber nicht daran, dass Wikipedia nicht ausreichende Standards hätte, sondern, dass vornehmlich gewünscht ist, aus Primärquellen zu zitieren.
Primärquellen sind Artikel, die etwas originär behandeln. Wikipedia als Online-Enzyklopädie fasst hingegen Standpunkte, Meinungen und Erkenntnisse zusammen, die allesamt schon vorher diskutiert wurden. Allerdings kann man Wikipedia als Einstieg in ein Thema nutzen. Hier wird gute Vorarbeit geleistet und in den Quellen unterm Artikel Relevantes zum Thema ausgezeichnet und verlinkt.
Andere Hochschulen haben es aufgegeben, gegen das Zitieren aus Wikipedia vorzugehen.
Ziko van Dijk forderte das Wikipedia-Abschreibverbot nicht nur für die Universität, sondern auch für Journalisten. Diese sollten, wie Wissenschaftler auch, in der Lage sein, Sachverhalte selber zu erklären.
Ein Soziologe führte an, dass er seine Studenten zu Forschern und Wissenschaftlern erziehen will. Insofern könne man Wikipedia sicher zitieren, um einen Ansatz-und Ausgangspunkt des eigenen Diskurses zu finden.
Die Bandbreite des Einsatzes ist sehr weit, sagte Frank Weber. Von Totalverweigerern bis zu Enthusiasten gäbe es an der FH Vorarlberg alles.
Vielleicht ist der goldene Mittelweg hier, wie so oft, das Richtige.
Die grüne Europaabgeordnete Eva Lichtenberger stieg in ihre Keynote mit der Bemerkung ein, dass ein Projekt wie Wikipedia es heute viel schwerer hätte, wen es starten würde. Lobbying, der Streit ums Urheberrecht, Versuche, die Gemeinfreiheit zu beschneiden, wären ein Hindernis für die freie Entwicklung. Viele Projekte, die einst als freie Software starteten, seien heute proprietär.
Einer der ersten Lobbyisten, der an Lichtenberger herangetreten sei, war Warner. Die Bitte, ihr etwas schriftliches zukommen lassen, ist bis heute nicht erfüllt worden.
Lichtenberger betonte, dass die Ablehnung von ACTA im Europa-Parlament nur möglich gewesen sei, weil die Zivilbevölkerung auf die Straße ging und protestierte. Die Informationen der Bürgerbewegung sei entscheidend gewesen, dass viele, die ACTA positiv gegenüber standen, das Umdenken begonnen hätten.
Aber die Gefahr von ACTA sei nicht gebannt, warnte Lichtenberger. Der Kampf ums Internet und die Freiheit sei nicht zu Ende, die Nachfolgevorhaben stehen zur Debatte.
Auch die Verträge und Gesetzesvorhaben von Ländern wie Kanada müssen dabei im Parlament beraten werden. Dank dem Vertrag von Lissabon könne das Parlament aber auch solche Vorhaben ablehnen.
Im Herbst wird das Parlament über die Reform der Urheberrechtsgesellschaften beraten. Ein großes Projekt, von dem auch Wikipedia berührt werden wird.
Ein Besipiel: Sie habe Kollegen, die das Verfassen eines Schriftstücks mit dem Erwerb eines Autos gleichsetzen. Aber genau diese Kollegen würden ihrerseits sich andererseits auch aus den Texten und Dokumenten der Wikipedia bedienen. Sagen will sie damit wohl, dass die Wertschätzung gegenüber Immaterialgütern wohl fehlt oder schwach ausgeprägt ist.
Oder deutlicher gesagt: Die Hardliner des Urheberrechts sind so frei, sich gerne bei Wikipedia und frei zugänglichen Dokumenten zu bedienen.
Mehrere deutsche Politiker sind dabei ja aufgefallen, dass sie es mit Quellenangaben nicht so genau nehmen.
Ein weiteres Problem sind die Werke, deren Verfasser unbekannt sind und die wegen möglicher Urheberrechtsansprüche nicht veröffentlicht werden. (Orphan Works) – Eine ambitionierte Regelung würde wiederum durch Verlage und Rechtelobbyisten verhindert.
Lichtenberg malte das Bild einer harten Auseinandersetzung um den Begriff des Eigentums.
Interessanter Tweet von Pavel Richter von Wikimedia Deutschland dazu:
Ein Hilferuf aus dem EU-Parlament von Eva Lichtenberger: Lasst uns nicht allein mit den Verwertungs-Lobbyisten #wikicon
— Pavel Richter (@pavel) September 1, 2012
Zum Schluß der Diskussion bat Eva Lichtenberger darum, dass die Wikipedianer und alle Interessierten Vorschläge machen, die die Abgeordneten berücksichtigen können.
Nach der Eröffnung der WikiCon startete gleich die erste Diskussion. Falko Wilms begrüßte auf dem Podium Wikimedia-Geschäftsführer Pavel Richter, Verena Parzer-Epp, Ting Chen und Professor Roland Alton.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Freiheit des Internets nicht nur in Staaten wie dem Iran bedroht ist, sondern auch bei uns in Deutschland*. Und das nicht nur durch ACTA und vergleichbare Gesetzesvorhaben.
Wichtigste These von Pavel Richter: Viele Menschen haben Probleme mit der Freiheit, auch mit der Freiheit des Internets und – gerade auch Lehrer betreffend – mit Wikipedia.
Professor Alton wies darauf hin, dass die Gefahr der Bequemlichkeit der Unfreiheit Vorschub leistet. Bestes Beispiel: Facebook. Viele Jugendlich kennen sich nicht mehr mit eMail aus, stattdessen bittet man: „Schick’s mir doch via Facebook.” Damit ist klar, dass Zuckerbergs Netzwerk dazu beiträgt, dass die Nutzergruppen unter sich bleiben.
Parzer-Epp findet die Kommerzialisierung des Netzes nicht schlimm, findet aber die Gratisangebote der Majors gefährlich, die mit den Daten ihrer Nutzer Handel treiben.
Erster Einwurf aus dem Publikum: Das Urheberrecht ist sinnvoll, aber die Willkür bei der Verschärfung treibt ihm die Zornesröte ins Gesicht.
Zweiter Einwurf: Industriepatente laufen nach 20 Jahren ab, Erben von Urhebern, die nichts geleistet habe, sollen beschnitten werden.
Pavel Richter entgegnete, dass es nicht mit den 70 Jahren ab Entstehung des Werkes getan ist, sondern dass die Schutzfrist erst mit dem Tod des Autors beginnt.
Bei Wikipedia ist das anders: Die Medien unterliegen einer freien Lizenz, aber das Urheberrecht bleibt beim Urheber.
Nur mit vielen Freiwilligen kann die Wikipedia mit gemeinfreien Werken anwachsen. Richter dankte allen, die jetzt schon mitmachen und freute sich, dass sich Menschen aus allen Bereichen engagieren.
Aus Reihen der Zuhörer wurde kritisiert, dass es im Gegensatz zu früher vielen keinen Spaß mehr macht, Artikel zu schreiben. Früher schrieb man den Artikel und stellte den Artikel online. Heute würden viele Artikel zu schnell mit der Relevanzkeule erledigt. Grade die Schweizer und Südtiroler plädierten für mehr Freiheit im Netz.
Alton sprach davon, dass es keine wirkliche Demokratie mehr in der Wikipedia gibt. Vielmehr habe sich über die Jahre eine Aristokratie der Etablierten entwickelt, die Innovation und Artikelvielfalt verhindere und zu Edit Wars führe.
Der Wikipedia-Admin „southpark” pflichtete Pavel Richter bei, der sagte, dass es wichtig sei, dass Wikipedia-Autoren nicht frei in der Gestaltung ihrer Beiträge seien. Nur so könne eine hohe Qualität der Online-Enzyklopädie gewährleistet werden.
Weiterer Kritikpunkt aus dem Publikum: Viele Eingangskontrolleure hätten zu wenig Ahnung, wenn es um spezielle Artikel geht und würden aus dieser Unkenntnis heraus gute Artikel löschen.
Pavel Richter verteidigte das Thema: In vielen Fällen käme nach einer Diskussion ein besserer Artikel raus.
Auch der Umgangston innerhalb des Netzwerkes lasse oft zu wünschen übrig. Oder, wie es ein User sagte: „Jetzt wissen wir, warum der Wikipedianer in vielen Erdteilen Freunde hat, in seiner Nachbarschaft aber nicht.”
Viel Stoff also für die kommenden Tage in Dornbirn.
Die Wikicon versammelt über 200 Freiwillige, die für Wikipedia schreiben und bringt auch immer wieder den Trägerverein Wikimedia e.V. und die Basis zusammen.
_________
*Deutschland steht hier für das Gebiet der deutschsprachigen Wikipedia.
Im September ist Weltkindertag. Weltweit erinnern 145 Staaten daran, dass auch Kinder Rechte haben. Deutschland hat dafür den 20. September festgelegt. 1989 wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen eingeführt. Das Kinderportal der evangelischen Kirche www.kirche-entdecken.de nimmt den Weltkindertag zum Anlass für ein Kinderrechtequiz, das vom 1. bis 30. September auf der Seite läuft.
Nicola Rössert, die in der Abteilung Vernetzte Kirche / Internet im Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. für kirche-entdecken.de zuständig ist, erklärt, dass Kinderrechte oft missachtet werden und viele Kinder nicht mal um ihre Rechte wissen. Nicht nur in Ländern der Dritten Welt, sondern auch bei uns in Deutschland.
Hand aufs Herz: Wissen Sie auf Anhieb, ob Eltern die Briefe ihrer Kinder aufmachen dürfen? Sie dürfen es nicht.
Das Briefgeheimnis gilt auch für Kinder.

Nicola Rössert von @vernetztekirche
Daneben haben Kinder das Recht auf gesunde Ernährung, auf Spiel und Freizeit und – auf freie Meinungsäußerung. Bei kirche-entdecken.de gibt es das ganze Jahr hindurch Aktionen für Kinder. Nicht immer muss es direkt mit Kirche und Religion zu tun haben, findet Nicola Rössert.
Speziell zum Weltkindertag hat Kira, die Kirchenelster sich etwas Besonderes einfallen lassen. Ein Quiz, in dem Kinder sich spielerisch über ihre Rechte informieren können:
Wenn man eine falsche Antwort anklickt, scheidet man nicht aus aus dem Quiz. Es ist so programmiert, dass auf dem Bildschirm die richtige Antwort erscheint, bevor es mit der nächsten Frage weitergeht.
Es gibt Sachpreise zu gewinnen. Dazu muss man seine eMail-Adresse angeben. Nicola Rössert betont, dass es Kira am Herzen liegt, den Datenschutz zu beachten:
www.kirche-entdecken.de ist das erste Internet-Angebot der evangelischen Kirchen für Kinder. Unter den Fittichen der frechen Kirchenelster Kira können Mädchen und Jungen seit 2005 die unterschiedlichen Räume einer virtuellen Kirche entdecken. Sie können in Schränken wühlen, auf der Orgel spielen, dazu singen oder sich Geschichten vorlesen lassen. Die Seite vermittelt informelles Wissen über die christliche Religion und ermöglicht auch Kindern, die keinen Kontakt zu einer Kirchengemeinde haben, Erfahrungen mit dem Kirchenraum zu machen und sich gleichzeitig mit ihrem eigenen oder einem fremden Glauben auseinanderzusetzen. Ein Infoplakat für Gemeinden, Eltern und Interessierte findet sich hier.
Stellen Sie sich vor, sie sitzen in der Trambahn und wollen einen Arzttermin vereinbaren. Mal ganz ehrlich: Wollen Sie Ihr Leiden im Beisein anderer Menschen schildern? Wohl weniger. Und auch, wenn es nur um einen Routine-Termin geht, dann ist Diskretion angesagt. Auch Ihre Mitreisenden werden es Ihnen danken. Wie nun aber den Termin ausmachen, ohne zu telefonieren?
Es geht nicht nur um die intimen Details, ist klar. Es geht auch darum, dass Ihre Mitfahrenden in Bahn und Bus dankbar sind, Ihre Telefonate nicht mithören zu müssen. Mal ganz ehrlich, das nervt jeden, sich aus fremden Gesprächen akustisch ausblenden zu müssen. Abgesehen von der Intimsphäre.
Die 34-jährige Karolin Bierbrauer hat eine gute Idee und in einem One-Woman-Unternehmen eine Lösung entwickelt:
eReserve.
Das funktioniert so:
Sie scannen mit Ihrem Smartphone den QR-Code des Anbieters und werden auf eine Seite des Dienstanbieters geleitet. Dort geben Sie Ihre Daten ein und den Tag, an dem Sie Zeit haben. Und sie kriegen eine Auswahl freier Termine angezeigt und reservieren.
Damit die Daten auch wirklich sicher sind, läuft das über einen abgesicherten Server, den Karo Bierbrauer eingerichtet hat.
Nicht nur für Arzt und Patient ist das praktikabel, jeder Bereich ist denkbar. Geschäftspartner jeglicher Art.

Die App von „@isartom”. Buchen leicht gemacht!
Der „isartom”, Netzpersönlichkeit, Moderator, WebErklärer, bekommt von Karo Bierbrauer auch so eine „native App” programmiert. Ich durfte schon in den Entwurf reinschauen (Screenshot nebenstehend).
Karolin Bierbrauer erzählt im Interview auch, dass eine Zahnarzthelferin schon um ihren Job fürchtete:
Der Chef hingegen war begeistert:
Karolin Bierbrauer hat es ohne Gründungszuschuss der Arbeitsagentur gewagt hat, sich mit einer Idee selbständig zu machen. Und diese Idee besticht. Chapeau!
Die Voraussetzungen sind denkbar einfach: Ein elektronischer Kalender, egal ob Outlook, iCal oder Thunderbird. Der Kalender von Google + wird eingebunden, sobald die Schnittstellen klar sind.
Auch ich werde eReserve bald selber nutzen, weil es sinnvoll ist. Auch wenn ich immer noch am Papierkalender hänge.
Der wird sinnvoll ergänzt.
Kein Arbeitsplatz stirbt, eReserve erleichtert Terminabsprachen.
Ich finde es sozial und genial.
Weiterführender Link:
eReserve
Wie gestalte ich Unterricht interessant?
Wie binde ich in meinen Unterricht die Region ein?
Wie nutze ich in der Grundschule das Internet im Unterricht?
Der Grundschullehrer ist nicht mehr bloßer Wissensvermittler, sondern mehr und mehr auch Begleiter der Kinder. Und das nicht erst seit der Ganztagesschule oder dem erweiterten Angebot mit Nachmittagsunterricht. Er wird der sein, der Kinder auch durch das Internet lotsen muss. Damit muss er sich im Netz auskennen.
Ein drohendes Leistungsschutzrecht, Unklarheiten beim Urheberrecht, Gängelung der Verlage beim Kopieren und elektronischen Bereitstellen von Unterrichtsmaterial erleichtern diese Aufgabe nicht.
Warum nicht selber Unterrichtsvorlagen erstellen? Das, was früher Lehrer auf Matrize oder mit dem Kopierer machten, kann heute mit dem Internet leichter erledigt werden. Ein Webquest ist zunächst zeitintensiver, sagt Erwin Müller aus Deggendorf. Aber: In der Summe spart man Vorbereitungsarbeiten, weil im Netzwerk jeder davon profitiert.
Abgesehen davon, dass sich manchmal ein Link ändert oder neue Erkenntnisse dazu kommen, bleibt ein Webquest relativ unverändert stehen. Müller zeigte seinen KEG-Kolleginnen und -Kollegen bei der 59. Pädagogischen Ferienwoche im Kloster Niederaltaich, wie das aussieht und wie man es einrichtet. Dazu wechselten sie in den Computerraum der örtlichen Grundschule, so dass jeder Pädagoge einen Rechner hatte und selber probieren konnte.
Gut zwei Stunden dauert die erstmalige Erstellung eines solchen Web-Angebotes für die Kinder.
Zwei Stunden, die sich nach Meinung Müllers lohnen. Denn: Die Arbeitsvorlage ist schnell verfügbar und Weblinks oder Ergänzungen können schnell eingefügt werden. Erwin Müller vergleicht die Arbeit an einem Webquest mit der Arbeit an Wikipedia, der Online-Enzyklopädie. Ganz klar sieht er auch den Nachteil: „Wenn keiner was einstellt, kann auch keiner davon profitieren.”
Das Schwerste, so Müller, ist der Anfang. Hat man sich erst mal eingearbeitet, so wird die Arbeit immer leichter.
Ursula Lay nahm selber an dem Workshop teil. Die Vorsitzende der KEG Bayern ist begeistert: „Das ist eine innovative Unterrichtsform, von der Lehrer und Schüler profitieren. Zum einen wird die Lebenswirklichkeit von Schülern besser abgebildet und die Kinder lernen, richtig im Internet zu suchen und Informationen zu werten.”
Noch während des Vortrages kommt ihr eine Idee: Wie wäre es, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter während ihrer Ausbildung, die Unterrichtsvorbereitungen zu den Themen des Lehrplans in web-basierter Form erstellen zu lassen.
Erwin Müller ist von dieser Idee angetan:
Für das Erstellen der Webquests anhand des Lehrplans bräuchte ein kleines Team rund fünf Jahre. Die Zusammenarbeit mit Studentinnen und Studenten und Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern bringt nach Meinung von Ursula Lay und Erwin Müller entscheidende Vorteile: Die angehenden Lehrkräfte werden intensiv den Umgang mit dem Computer üben. Dadurch steigert sich die Medienkompetenz des Lehrpersonals. Gleichzeitig sind die Anwärter noch mehr im Lehrplan drin, was der praktischen Ausbildung zugute käme.
Eine Idee, die viel für sich hat.
Weiterführender Link zum Thema Webquest: Grundschulwebquest.de. Professor Christof Schreiber betreut dieses Projekt.
Die Verführung und Gefährdung ist immer nur einen Mausklick entfernt. Davon ist Jörg Kabierske überzeugt. Er meint damit nicht nur die Pornografie, die sich im Netz leicht finden lässt, sondern auch Gewaltverherrlichung und Urheberrechtsverletzung. Das war der Tenor eines Vortrages und interaktiven Gespräches, das Kabierske bei der Pädagogischen Freizeitwoche der Katholischen Erziehegemeinschaft hielt.
Sehr praktisch führte der Dozent vor, was Jugendliche sich im Netz alles anschauen können, von Seiten mit pornografischen Inhalten bis hin zu Maze Games, die sich in zunächst harmlos daher kommenden Youtube-Filmen finden lassen.
Sehr erschreckend ist auch, so Kabierske, dass teilweise 80 Prozent der Schüler einer 6. Klasse ohne Aufsicht ins Internet dürfen.
Nicht, das man einem Jugendlichen von vorn herein negative Absichten unterstellen wolle, so der Gründer von Klicksalat.de, aber angesichts der Verrohung, die Kinder und Jugendliche im Fernsehen zu unpassenden Zeiten erleben, darf es nicht wundern, wenn immer mehr Jugendlich ethische Werte vermissen lassen. Der Held auf dem Schulhof ist nicht der, der dem anderen in der Not hilft, sondern der, der die grausamsten Filme und härtesten Pornos zeigt. Deswegen ist es wichtig, dass Lehrer sensibilisiert werden und wissen, was ihre Schüler so konsumieren.
Nicht nur Pornografie und Gewalt sind täglich im Netz präsent, sondern immer noch auch Portale zu Essstörungen. Kabierske führte aktuelle Beispiele vor, das Entsetzen war groß, als die Pädgogen sahen, wie eine 15jährige sich für alle drei Kilo belohnt, die sie abgenommen hat.
Kabierske empfahl ein paar technische Lösungen, um Kindern Internetbeschränkungen aufzuerlegen.
Anhand seines Facebook-Profiles zeigte er den Lehrern der Katholischen Erzieher Gemeinschaft, was in sozialen Netzwerken wichtig ist und wie man seine Privatsphäre schützt. Grundsätzlich empfahl Kabierske, dass die Lehrer sich bei Facebook anmelden. „Damit Sie wissen, über was Ihre Schüler reden.”
Schnell zum Bahnhof und einen Zug besteigen, für die Fahrkarte am Automaten bleibt kaum Zeit.
Diese Situation kommt Ihnen bekannt vor?
Aber das muss doch nicht sein!
Dafür gibt es doch eine App.
Die von „Touch & Travel”.
Eine tolle Erfindung.
Ich habe eine IsarCard 9 Uhr für den MVV. Das heißt, ab 9 Uhr kann ich alle Verkehrsmittel des Münchner Verkehrsverbundes nutzen. Für einen Journalisten ausreichend, die meisten Pressekonferenzen und Veranstaltungen sind erst ab 10, meistens sogar 11 Uhr angesetzt. Gelegentlich kommt es aber vor, dass auch der Journalist früher raus muss. Gestern hatte ich einen solchen Termin. Normalerweise kaufe ich dann eine Kurzstrecke um 1,20 Euro, nehme die S-Bahn um 08.56 Uhr und wenn ich die nächste Station Poing erreicht habe, ist es 9 Uhr und meine IsarCard gilt.
Ein korrektes und legales Vorgehen.
Allein: Die steuerliche Erfassung eines Beleges um 1,20 Euro nervt. Und da solche „Grenzfälle” öfters vorkommen, war ich dankbar, dass ich Touch & Travel entdeckte. Einfach am Bahnhof einchecken, beim nächsten Bahnhof auschecken, die Strecke wird erfasst, der Betrag vom Konto abgebucht und ich bekomme eine Monatsrechnung. Meine Steuerberaterin freut’s, mich auch. Und das nicht nur, weil das lästige Anstehen am Automaten entfällt.
Ich habe mich für den Dienst registriert. Schnell bekam ich meine Kundennummer per Mail mitgeteilt, auf meinem Mobiltelefon landete die SMS mit der PIN.
Auf dem Smartphone habe ich mich eingeloggt, klappte vorzüglich.
Mit den gleichen Daten wollte ich mich dann auf der Website einloggen, weil ich natürlich in die Tiefen des Systems vordringen möchte.
Nach fünfmaliger Eingabe von Kundennummer und Pin und dem fünfmaligen Hinweis, dass diese nicht zusammenpassen würden, wurde mein Zugang gesperrt.
Ein Anruf bei der kostenlosen Hotline ergab, dass man für den Webzugang ein anderes Passwort als für die App braucht.
Leider hat mich die Mail mit diesem Passwort aber nicht erreicht, das Touch&Travel-System hatte wohl Schluckauf. Kein Problem, die freundliche Dame am Telefon schickte mir stante pede eine neue Kennung zu und entsperrte meinen Zugang.
Ja, ich war richtig geil drauf, diese App zu testen. Und ich war bereit, sogar mehr als 1,20 Euro in der Rechnung zu zahlen. Ein Bekannter fährt morgens um 8.36 Uhr mit der S-Bahn durch Markt Schwaben. Check: um 9 Uhr ist diese Bahn am Ostbahnhof. Zwei Zonen, 5 Euro. Okay, also ein Heiermann der Neuzeit – wer geil ist, zahlt jeden Preis. Fast.
Ein Touch&Travel – Kasterl für NFC oder Barcode-Scan hat Markt Schwaben nicht. Ich habe also via App eine Standortbestimmung durchführen lassen. Und ich wurde sogar richtig in Markt Schwaben lokalisiert. Also: Fahrt begonnen. Am Ostbahnhof aus der Bahn heraus die Fahrt beendet. Die Betrag für die Fahrt würde mir später angezeigt. Okay. Kein Problem. Zumal ich ja im Verbund fahre und auf der Website geschrieben wird, dass man mehrere Fahrten gegebenfalls zu einem Tagesticket zusammenfassen würde.
Als ich später in einer Konferenz bin und zwischendrin meine Mails checke, sehe ich eine von Touch&Travel. Ah! Gleich aufmachen, ist sicher der Fahrtpreis drin aufgelistet. Weit gefehlt! Ich werde belehrt, dass ich die App außerhalb des Geltungsbereiches benutzt habe.
Und weiter: „Bei der oben genannten Fahrt berechnen wir die von Ihnen genutzte Strecke bis zum letzten Tarifpunkt innerhalb des Geltungsbereiches im Touch&Travel-System. Bitte beachten Sie, dass Sie für anderweitige Fahrten mit der Touch&Travel-App keine Fahrtberechtigung besitzen und im Falle einer Kontrolle mit einem erhöhten Beförderungsentgelt (EBE) zu rechnen haben.”
Verlasse Dich NIE auf das, was Du auf Websites liest: „DB Regio – Wir bieten Ihnen mit unseren Regionalzügen, S-Bahnen und Bussen über ein weit verzweigtes Regionalverkehrsnetz Anschluss in Ballungsräumen und in der Fläche.”
Gut, die S-Bahn München ist wohl nicht DB-Regio. Hätte ich als bahnaffiner Kunde eigentlich wissen müssen. Aber verliert man in der Geilheit nicht manchmal den Blick für sowas? Aber wenn ich mich doch einloggen und ausloggen darf? Jahaaa, die Unwissenheit schützt vor den Folgen nicht!
Jetzt sitze ich also da und warte auf die Rechnung von Touch&Travel.
Und werde Buße tun und meine Karten weiterhin am Automaten ziehen.
Immer diese falsch zu verstehende App-Economy.
(Ich werde den Bericht fortsetzen …)
Drei Tage halten sich gut 20 Leute, die am Online-Lexikon „Wikipedia“ mitarbeiten, im Bayerischen Landtag auf. Ziel: Möglichst viele Abgeordnete fotografieren und neue Bilder für Wiki Commons zu bekommen.
Montagnachmittag sind sie aus ganz Deutschland angereist und haben Quartier in der Landeshauptstadt bezogen, sofern sie nicht einheimisch sind. Abends gab es ein Treffen im Landtag, wo die Listen abgeglichen wurden und bei einer guten Brotzeit über das Projekt gesprochen wurde.
Dienstagmorgen sind alle pünktlich im Landtag, von befreundeten Fotografen wird Zubehör wie Leinwände angeschleppt. Natürlich muss auch eine Internetverbindung geschaffen werden. Darum kümmert sich vor allem Michael Movchin. Er hat eine besondere Motivation:
Olaf Kosinsky leitet innerhalb der Wikipedia-Autoren das Projekt. Er will mit der Zeit alle Landtage in Deutschland aufsuchen. Der Bayerische Landtag ist der vierte, den die Wikis sich vornehmen. Besonders ist ihm ein Abgeordneter aus dem niedersächsischen Parlament in Erinnerung geblieben, der meinte:
Überall wird fleißig gewerkelt, 20 Leute haben recht viel zu tun, von der Betreuung der Abgeordneten während des Shootings bis hin zum Live-Editieren von deren Wikipediaeinträgen. Auch die Fotos werden sofort bearbeitet und hochgeladen.
Die anderen bauen Fotostände für die Porträts auf, richten die Blitzer ein, probieren beim Weißabgleich rum, beratschlagen, stellen wieder um. Im ehemaligen Senatssaal des Maximilianeums können sich die Parlamentarier, die es wollen, mit der Bayerischen Flagge fotografieren lassen. Um möglichst immer die gleiche Position beim Foto zu haben, werden Markierungen mit Gewebeband angebracht.
Die Fotos werden bei Wikipedia veröffentlicht und sind, weil unter einer Creativ-Commons-Lizenz stehend, für jedermann unentgeltlich nutzbar. Jan-Patrick Fischer aus Markt Schwaben steht geduldig zum Einleuchten Modell. Für ihn als Mitglied der CSU gibt es noch einen gewichtigen Grund, mitzumachen:
Gerd Seidel ist extra aus Fürth angereist, um mitzumachen. Mit seiner freundlichen und beruhigenden Art zerstreut er die Bedenken einzelner Abgeordneter, dass die Wikipedians auch kurz in den Fraktionen fotografieren wollen:
Um 13 Uhr wird der erste Landtagsabgeordnete fotografiert: Es ist der CSU-Politiker Herman Imhof.
Morgen wird Gerd Seidel dann in der Staatskanzlei fotografieren. Aug’ in Aug’ seinem Ministerpräsidenten gegenüber. Auch für Horst Seehofer wird die Wikipedia ein Gesicht bekommen.
Die ZPÜ, vertreten durch die GEMA, will offensichtlich schon wieder mehr Geld.
Dieses Mal für Externe Speicherplatten.
Bis ein Terrabyte Kapazität sollen es 7 Euro sein, darüber 9 Euro pro Platte.
Das geht aus einer Pressemitteilung des Informationskreises Aufnahmemedien und Bitkom hervor.
Dieser Zusammenschluß von Herstellern von Speichermedien eine Studie in Auftrag gegeben, nach der die externe Festplatte nur zu gut drei Prozent für Privatkopien genutzt werden. Im Klartext: 97 Prozent der Festplatten werden für Sicherungskopien eigener Fotos und Dokumente genutzt.
Schon im Mai war die Verwertungsgesellschaft für die geplante Erhöhung der Abgabe auf USB-Sticks heftig kritisiert worden.
Die Pressemitteilung finden Sie hier.
Unterdessen zitert der Kollege Peter Viebig von der Nürnberger Zeitung GEMA-Sprecher Peter Hempel, der die GEMA einer Kampagne ausgesetzt sieht:
“Wir sind momentan für jedes Sommerloch gut”, klagt Hempel. (Zitat mit freundlicher Genehmigung der NZ)
… meinte Thomas Pfeiffer in seinem Eingangsstatement. Eine Anspielung auf den Mann im Springer Verlag, der sich so heftig dafür einsetzt, dass das Gesetz kommt. Momentan ist es etwas ruhiger um das Leistungsschutzrecht. Zuviele andere ‘Baustellen’ erregen das Gemüt der Internetnutzer. Meldegesetz, Urheberrecht, die Geschäftspolitik der GEMA, um nur einige zu nennen. Dennoch haben sich Emmanuelle Roser (Piraten), Thomas Pfeiffer (Grüne) und Victor Fuchs (CSU) mit mir an einen Tisch gesetzt, um über das Leistungsschutzrecht zu diskutieren. Zugegeben, uns fehlte etwas der leidenschaftliche Verfechter eines LSR, aber das tat der Diskussion nur wenig.
Hier ein kurzes Statement von Thomas Pfeiffer:
Im Gesprächseinstieg versuchte ich mich ein wenig als Ketzer, der das Leistungsschutzrecht gut findet, weil Blogger dann selber recherchieren müssen und durch ein Fehlen der ‘kommerziellen Seiten’ die Blogger mehr gelesen würden. Ich gebe zu, dass das grenzwertig ist. Aber die Chance besteht.
Was sich allerdings herauskristallisiert, ist in einem Tweet zusammen gefasst, den ich vor ein paar Tagen absetzte:
Das #LSR ist im Grunde genommen der Ausdruck dafür, dass man Gatekeeper bleiben will und das Sender-Empfänger-Modell für zeitgemäß hält.
— Heinrich R. Bruns (@hrbruns) June 28, 2012
Hier ist die komplette Diskussion ungeschnitten herunterzuladen: Und ich habe in der Eile eines Sonntagabends (2.12.2012) wirklich nicht geschnitten. Es prallen aufeinander die Meinungen von Victor Fuchs, Thomas Pfeiffer und Emanuelle Rosner:
als mp3
als ogg-Vorbis
Danke an unseren Gast Thomas Pfeiffer, der so bereitwillig mitgemacht hat. Gerne wieder!
Vergangenen Mittwoch reihte sich bei der Bahn und S-Bahn München wieder mal ein Unglück und Ausfall an den anderen.
Kurz aufgezählt:
In der Früh Personenschaden bei Schleissheim. Zugverkehr beeinträchtigt, S-Bahn kann fahren.
Im morgendlichen Berufsverkehr folgt dann eine Signalstörung am Rosenheimer Platz. Verzögerungen Richtung Ostbahnhof bis 10 Minuten.
Dazu kommt ein Notarzt-Einsatz am Hauptbahnhof (tief).
Zwischendrin funktioniert das Signal am Rosenheimer Platz wieder, der Notarzt-Einsatz ist beendet.
Nicht lange, und am Hauptbahnhof muss die Feuerwehr anrücken.
Und das Signal am Rosenheimer Platz fällt wieder wegen Störung aus.
Zwischen Mühldorf und Dorfen meldet die Südostbayernbahn Zugausfälle. Wegen Personenschaden.
Richtung Ostbahnhof kann die S-Bahn die Verspätungen abbauen, das Signal arbeitet wieder.
Dafür gibt es eine Weichenstörung am Ostbahnhof, die Züge können Richtung Innenstadt nur mit Verzögerung in den Stammstreckentunnel einfahren.
Gegen 10.25 Uhr gibt es eine Mail vom Streckenagenten, dass sich die Verzögerungen Stammstrecke Richtung Ostbahnhof auflösen.
Dafür ist jetzt das ganze Stellwerk am Ostbahnhof gestört.
Vom Stachus bis zum Ostbahnhof braucht der Zug gute 25 Minuten, mit Aufenthalt am Rosenheimer Platz und Dauerhalt im Tunnel, weil er nicht einfahren kann.
Grund: Signalstörung Rosenheimer Platz und Stellwerkstörung Ostbahnhof.
Der ganze Vormittag war mehr oder weniger eine einzige Störung auf der Stammstrecke.
Die S-Bahn München muss dringend fit gemacht werden!
Gegen Personenschäden kann die Bahn nur wenig beziehungsweise nichts machen. Verstehen Sie mich nicht falsch!
Aber: Wie wäre es, wenn man die Gelder, die der Flughafen München derzeit nicht mehr braucht, weil es keine dritte Startbahn gibt, einfach in die Ertüchtigung der Stammstrecke einbringt? Oder gar eine Alternative zur Stammstrecke erwägt? Eine zweite Röhre halte ich für wenig geraten, besser wäre aus meiner Sicht eine Art Ringstrecke, so dass Pendler, die aus einem Außenbereich des MVV in den anderen müssen, mit wenigen Umstiegen weiterkommen. In der Stadt kann kam sich mit ein wenig Geschick ja mittels U-Bahn, Tram und Bus behelfen. Und mit etwas Planungsgeschick sollte sich eine Ringstrecke so verwirklichen lassen, dass man nicht großartig neu bauen muss, um München zu umfahren. Eine Strecke im Süden gibt es ja schon.
Das Leistungsschutzrecht bewegt.
Auch ich als Journalist und Blogger bin davon betroffen. Deswegen habe ich mich entschlossen, in diesem auf WordPress basierten Blog ein Plugin zu verwenden, das die Initiative D64 e.V. programmiert hat.
Sie werden auf eine Landingpage von D64 e.V. geleitet, die über das “LSR” informiert. Mit einem weiteren Klick gelangen Sie dann zur eigentlichen Verlinkung.
Bei D 64 wird eine Blacklist geführt, die ein tägliches Update erfährt.
Es ist für Sie als Leser zwar etwas umständlicher geworden, aber ich halte die Sensibilisierung für dringend notwendig und empfehle allen Mit-Bloggern, genauso zu handeln.
Im Übrigen empfehle ich diese Anleitung zum Bau einer Melkmaschine und diesen polemischen, aber sehr, sehr wahren Text (beide von Mario Sixtus) zur Lektüre: Ja, habt Ihr denn überhaupt keinen Stolz?
Irgendwie erinnert mich das Vorgehen der Verlage an den Zündler, der selber in der Feuerwehr ist …
Und bitte: Komme mir jetzt keiner mit der Idee, flächendeckend und gleichzeitig sämtliche Abonnements und Kioskkäufe von Zeitungen für zwei Wochen auszusetzen. So reizvoll der Gedanke eines “Generalstreiks” sein mag: Ich fürchte, dass dabei die Freien Journalisten die ersten und größten Leidtragenden sind.
Abgesehen vom Jammern und Wehklagen: Natürlich kann ein Leistungsschutzrecht auch eine unglaubliche Chance sein. Verbunden mit mehr Aufwand, weil jeder selber recherchieren muss, verbunden damit, dass meine Texte, die unter CC-Lizenz stehen, noch gelistet werden in Suchmaschinen, während die großen Verlage rausfallen.
Die Chance, im “Windschatten” des Leistungsschutzrechtes mehr interessante Geschichten lesen zu können, weil selbst recherchiert und damit nicht mehr so im Mainstream.
Lassen wir uns überraschen. :)
Montag abend, Untergiesing. Twittwoch e.V. hat zur Diskussion über das Urheberrecht geladen.
Für mehr als eine Stunde verlief die Diskussion sachlich und spannend, jeder der Podiumsteilnehmer machte seine Position deutlich. Die Lager gehen quer durch die Gesellschaft: Auf der einen Seite die, die an den alten Geschäftsmodellen festhalten wollen und ihren Verlegern und Abnehmern die Treue halten und von deren Verwertungsketten (Kino, TV, DVD, …) angetan sind. Auf der anderen Seite sind die, die das Urheberrecht modernisiert und an die Lebenswirklichkeit angepasst sehen wollen (Konstantin von Notz und Bruno Kramm).
Als die Zuschauer sich in die Diskussion einmischten, nahm die Veranstaltung an Fahrt auf: Hier wurde klar, dass das Festhalten an alten Geschäftsmodellen an der Lebenswirklichkeit der Mediennutzer vorbeigeht. Exemplarisch hier ein Ausschnitt aus der Diskussion, Jochen Greve hält an den alten Modellen fest. Was aber, wenn jemand einen Film nicht im Kino sehen will, sondern zeitgleich lieber zu Hause im Fernseher? Legal, versteht sich:
Durch die beständige Präsenz des Thema ‘Urheberrecht’ in den Medien ist die Öffentlichkeit sensibilisiert. Mehr als durch bisherige Kampagnen der Content-Provider. Beim Twittwoch forderte keiner eine Kostenlos-Kutur. Aber, das wurde in den Statments von Bruno Kramm und Konstantin von Notz deutlich, legales Teilen und weniger Restriktionen fördern das Bekanntwerden von Künstlern und Werken.
Das Urheberrecht ist eine gute Sache, Verwertungsmodelle auch, denn nicht jeder Künstler ist auch ein Geschäftsmann.
Aber das alles bedarf der Reform.
Hier geht es zum Videostream des Twittwoch Spezial.
Auf der Bühne, von links nach rechts: Thomas Pfeiffer (@codeispoetry) von Twittwoch, Tatort-Autor Jochen Greve, Dr. Konstantin von Notz(@KonstantinNotz), MdB B’90/Grüne, Reinher Karl vom Verband der unabhängigen Musikunternehmen e.V. und Bruno Kramm (@BrunoGertKramm), Labelbesitzer, Musiker und Urheberrechts-Beauftragter der Piratenpartei Deutschlands.
Mal was leicht „Selbstreferentielles“. ;)
Danke für Eure Reaktionen auf meinen Blogpost zur neuen Leermedien-Abgabe, die ab Juli 2012 greifen soll.
Ich habe heute mittag mal ein paar Screenshots gemacht:
Es zeigt mir, dass der Weg via Social Media richtig und wichtig ist.
Ich habe mich über jede einzelne Wertschätzung und Nennung gefreut. Noch jetzt klingelt alle paar Minuten Twitter bei mir, weil der Artikel retweeted wird.
Vor zwei Wochen war ich in Berlin auf der informare, einer Wissenschaftskonferenz. Zusammen mit Gunnar Sohn habe ich ein Panel moderiert. Ich habe mir als Freier Journalist und Blogger Wertschätzung meiner Leser gewünscht.
Das ist nun eingetreten. Gestern abend habe ich zum ersten Mal eine Wertschätzung pekuniärer Art erhalten. Ich bin geflattrt worden. Davon werde ich nicht leben können, ganz klar. Aber es zeigt, dass das Netz eben nicht die Kostenloskultur ist, die manche Urheber darin sehen wollen.
Deswegen an dieser Stelle nochmals ein ganz herzliches Dankeschön!
Oder in Netzsprech: <3!
Danke übrigens auch an die Nürnberger Zeitung, die die Geschichte aufgegriffen hat und mich als Urheber nannte.
Spiegel Online verweist auf mich in einem Artikel:
Es gibt aber auch einen großen, mächtigen Verlag, der ganz laut nach einem Leistungsschutzrecht schreit, es aber nicht mal nötig hat, einen Urheber zu nennen. Von Honoraren will ich hier noch nicht mal träumen. Mein Kollege Gunnar Sohn hat diesen Verlag für den Gichtling-Orden vorgeschlagen.
Welt Online hat nach massiven Protesten von Gunnar Sohn meinen Namen in die Meldung eingebaut.
Urheber der Meldung war die Nachrichtenagentur dapd, deren Netz-Chef Daniel Bouhs zugegeben hat, dass ich als Quelle durchgerutscht bin.