Im Internet, dort wo die Drossel wirkt, Telekom,
und Deine Flat zur Highspeed-Bremse wird, Telekom,
und Videos ruckeln wie 2002,
da ist der Netzzugang auch nicht mehr frei.
Wenn es stimmen sollte, was das Fanboy-Blog berichtet, dann soll die D(ro)S(se)L-Flat der Telekom bald ähnlich Geschwindigkeits-reduziert sein, wie wir das vom Mobilfunk her kennen. Die Geschichte geistert schon seit ein paar Tagen durch das Netz. Ich habe mich des Volksliedes „Im grünen Wald, dort wo die Drossel singt” bedient und anstelle eines Gstanzls eine neue erste Strophe getextet. – Mein Kommentar.
„Damit bist Du raus beim Bloggercamp” – kurz gefasst, knapp. Ich beneide Hannes Schleeh um diese Formulierung. Und ich bin dankbar für die klare Kante. Nein, ich bin nicht böse und ich bin nicht verbittert. Kurze Anmerkungen von meiner Seite aus, dass ich froh bin, nicht mehr Teil des Projektes zu sein:
Ich habe meine freiberufliche Tätigkeit Ende Dezember 2011 begonnen. In dieser Zeit las ich oft Beiträge von Gunnar Sohn und fand, ganz der Redakteur und Korrektor, der ich im Grunde meines Herzens immer noch bin, einige Tipp- und Schönheitsfehler in seinen Aufsätzen. Da Gunnar mir auf Twitter folgte, habe ich die Gelegenheit genutzt, ihn per privater Nachricht auf Korrekturen hinzuweisen. Frei bleibend. Gunnar hat diese angenommen, sofern sie grammatikalisch und rechtschreiberisch in Ordnung waren, in anderen Dingen bewahrte er sich durchaus eine andere Ansicht. Darüber bin ich froh.
Gunnar war auch der Mensch, der mir als erstes einen bezahlten Auftrag zuschanzte. Im Vorfeld zur informare! machte ich ein paar Interviews, moderierte mit Gunnar im Cafe Moskau eine Art Late Night Show.
Schon bei der Moderation habe ich mich unwohl gefühlt. Was ich damals nicht ausdrücken konnte, kann ich heute und an diesem Sonntagabend um so besser. Ich fühlte mich in diesen Wirtschafts- und Internetthemen, sofern beide in Konjunktion stehen, verloren. Ich habe einfach keine Ahnung von Wirtschaft. So einfach ist das.
An diesem Abend lernte ich auch Bernd Stahl und Hannes Schleeh kennen. Nach erfolgter Show sind wir noch einen trinken gegangen. In der StaeV (Ständige Vertretung) in Berlin. Und wie es so kommen musste, ist bei dieser Gelegenheit ein Projekt geboren worden – das Bloggercamp.
Ich war Feuer und Flamme – Die Möglichkeit, sich zu präsentieren, über Netzthemen zu sprechen, ohne einem Formatzwang zu unterliegen, war gegeben – und das mit Gleichgesinnten.
Nun bin ich also raus – und ich bin froh. Ich gebe zu, dass ich mich nicht im Camp engagiert habe, die Themen, vorgegeben durch Gunnar und Hannes, waren nicht Teil meines Lebens. Ich habe es erkannt, aber nicht gesagt. Den Fehler gebe ich zu, frei und ohne Hoffärtigkeit oder das Gefühl von Schuld. Manches erkennt man irgendwann. Und braucht Zeit, es zu formulieren, es zu überdenken.
Und das ist der Punkt, an dem ich zweikommasechs Erklärungen liefern muss: Ich ging sehr offen in das Projekt, musste nur leider erkannte ich irgendwann, dass Themen besetzt werden, die ich nicht beliefern kann.
Einerseits bin ich netzaffin, andererseits habe ich im letzten Vierteljahr meinen Google+ Account stillgelegt, engagiere mich auf Facebook auch nur noch temporär und bin vollauf beschäftigt, mit Twitter Themen zu propagieren, zu erfassen, zu vernetzen.
Es ist keine Social Media Müdigkeit.
Der Kern ist tiefer zu suchen.
Lieber Gunnar, lieber Hannes, lieber Bernd,
ihr habt tolle Themen im Bloggercamp. Aber ich kann einfach nicht mitreden. Die Disruption kann ich bei Google nachschlagen, aber ich kann keine Inhalte dazu liefern. Weil meine Lebenswirklichkeit eine andere ist.
Kurz nach der informare! habe ich einen Auftraggeber gewonnen, der viel Platz in meinem beruflichen Leben hat und mir neben der reinen Pressetätigkeit eröffnet, dass ich mich in der wirklichen Welt vernetze und diese in die virtuelle übertrage. Das erfordert aber auch, dass ich in der wirklichen Welt unterwegs bin. Viele Stunden im Landtag, viele Stunden, in denen ich einen Kultusminister beobachte, einen Bildungsausschuss besuche etc. Daneben ergibt diese Tätigkeit für einen Lehrerverband auch andere Optionen: Aufträge einer politischen Stiftung, Aufträge der evangelischen (!) Kirche, Aufträge aus Ministerien und von Politikern, ohne dass diese mit dem Auftrag der KEG kollidieren. Darauf achte ich schon sehr genau.
Mir fehlt schlichtweg die Zeit, mich ins Bloggercamp einzuklinken. Ich habe es nicht forciert, dass das so kam. Eines baute auf das andere auf. Und eines kam zum anderen. Ich habe in der Zwischenzeit den Auftrag zurückgegeben, ein Buch zu Social Media zu schreiben, wenngleich ich dieses sicher in meinem Umfeld gut verkaufen könnte. Und so habe ich mich still zurück gezogen und mein Engagement im Bloggercamp auf Null gefahren.
Ich gebe zu, dass ich einen Fehler gemacht habe. Den Fehler, dass ich es Euch nicht gesagt habe.
Es gibt Menschen, die Einblick in meinen Kalender und meine Tätigkeiten haben. Diese werden bestätigen, dass ich vergleichsweise mehr als Ihr unterwegs bin. Weil sich meine Themen nicht vom Schreibtisch alleine behandeln lassen. Ohne, dass ich Euch da einen Vorwurf mache. Das bleibt mein Fehler, der alte Fehler, dass ich versuchte, alles unter einen Hut zu bringen und möglichst keinen zu verprellen.
Noch eines: Ich bin mit dem, was in meiner Kirche, der katholischen Kirche abläuft, auch nicht immer einverstanden. Der Missbrauch gehört thematisiert und muss diskutiert werden. Ich mache das auch im Rahmen meiner Tätigkeit für Lehrer („Lehrer, die katholischen” – wie Hannes sagte). Nur: Draufhauen, immer wieder draufhauen, und nochmal draufhauen, weil es dem Zeitgeist und Klickzahlen entspricht, ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg, mit dem Thema Missbrauch umzugehen. Der Finger gehört in die Wunde gelegt, der Finger muss mahnend erhoben werden. Und ich betone, indem ich mich einer Aussage des evangelischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm bediene, dass auch mir jeder Fall in den Kirchen leid tut.
Abseits des Bloggercamps war das auch ein Grund, dass ich mich zurückzog. Ich bin immer noch der Meinung, dass das innerhalb des Systems besser zu thematisieren ist. Von außen billig draufhauen können Qualitätsjournalisten. Nicht ihr!
Lieber Hannes, ich danke Dir für die klaren Worte „Damit bist Du raus…”, ich danke Dir und Gunnar für die Freundschaft und Weggefährtschaft. Irgendwann folge ich Euch auch wieder auf Twitter, ich brauche momentan etwas mehr Luft zum Atmen.
Euch alles Gute mit dem Bloggercamp.
Und nicht vergessen, dass ich vor kurzer Zeit nicht die Twittertussi gegeben habe. Sorry, manchmal muss ich direkt brutal ernst sein und Hintergrundgespräche führen.
Einfach mal so schnell auf Sendung gehen und in einer lauten Disco Tweets vorlesen … ach, da findet Ihr auch einen anderen. ;)
Beste Grüße,
Heinrich
…auch das Recht?
Die Münchener Juristische Gesellschaft hatte ein echtes Highlight aufzubieten: Der Passauer Rechtsprofessor Dr. Dirk Heckmann hielt vor Standeskollegen einen Vortrag zum Internet und den damit verbundenen Rechtsfolgen. Heckmann ist CSU-Netzrat und war vor 15 Jahren einer der ersten, der sich mit dem Internet und seiner juristischen Komponente auseinandersetzte. Er ist an der Universität Passau Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Sicherheitsrecht und Internetrecht.
Alle Aspekte seines Vortrages sollen hier nicht beleuchtet werden.
Professor Heckmann schlug einen Bogen von dem Vortrag vor 15 Jahren, bei dem er noch belächelt wurde bis hin zu den dringlichen Problemen des Internets von heute. Er zeigte die Dilemmata auf, die das Internet mit sich bringt. Eine kurze Verschriftung:
Nach Heckmann gibt es bei der freiheitlichen Internet-Nutzung folgende Problempunkte:
Die Anonymität in digitalen Welten – schon die Kirchen haben in den Osterbotschaften des letzten Jahres die Abschaffung der Anonymität im Netz gefordert. Dem widerspricht §5 GG (Meinungsfreiheit). Nach Heckmann ist nicht nur das berechtigte Interesse von Geschmähten zu berücksichtigen, dass die Urheber gefunden werden, sondern auch die wie im Falle des „Spick-mich-Urteils” von höchster richterlicher Stelle bestätigte Anonymität zu berücksichtigen. Allein das Vorhandensein von Foren, die HIV-erkrankten Menschen helfen wollen oder solchen, die sich mit Suizidgedanken tragen, rechtfertigt die Anonymität des Internets. Kein Mensch würde mehr diese Foren in Anspruch nehmen, wenn sein Besuch von Providern registriert würde. Hier gilt laut Heckmann: „Die Anonymität ist auch ein Segen.”
Denn: Ein bisschen anonym gibt es ebenso wenig wie ein bisschen schwanger.
Ein zweiter Punkt ist die Selbstbestimmung in komplexen Systemen: Der Staat hat eine gewisse Schutzpflicht. Aber vordringlicher ist, dass jeder User Medienkompetenz hat.
Der dritte Punkt, den Professor Heckmann anführt, sind die Geschäftsmodelle in sozialisierten Umgebungen: seiner Meinung nach fehlt das probate Geschäftsmodell. Das zielt unter anderem in Richtung der Verleger, aber auch anderer Parteien, die eine Kulturflatrate fordern. Heckmann zweifelt am Sinn einer Kulturflatrate: Es braucht individuelle Angebote und Erlösmodelle.
Professor Heckmann rät, dass man nicht resignieren soll.
Er meint:
· Kompensieren (durch Anonymitätsfolgenausgleich)
· Konfigurieren (durch technischen Datenschutz)
· Korrigieren (durch technikkonformes Urheberrecht)
bringen eine Rechtssicherheit im Web 2.0. Wie sich das im Einzelnen ausgestaltet, wird eine der großen Aufgaben unserer digitalen Gesellschaft sein.
Heckmanns Fazit ist jedenfalls: Das Internet schafft Transparenz und Fülle.
Noch ein paar schattenrissartige Gedanken. Nach Heckmann ist die
Gesellschaft 1.0 = Law in books (Gesetz in Büchern)
Gesellschaft 2.0 = Law in Action (Gesetz im Handeln)
Gesellschaft 3.0 = Law in Interaction (Gesetz in der Interaktion, die Gesellschaft 3.0 ist das, wo Heckmann die Internet-Gemeinde sieht: Im Web 3.0)
Professor Heckmann hat in der Diskussion noch etwas bemerkenswertes gesagt und manchem aus der Seele gesprochen: Manche Geschäftsmodelle werden nicht überleben. Das haben wir bei der Industriellen Revolution erlebt. Und die haben wir auch überlebt:
Vielleicht mag das auch den derzeit in der Klemme befindlichen Verlegern ein Fingerzeig sein.
Ein Satz von Dirk Heckmann war sehr bezeichnend: „Wir müssen eine Zeitlang mit Rechtsverletzungen leben.” Jede neue Technologie birgt neben den Chancen auch immer Gefahren und Rechtsverstöße. Ein freies Internet wird aber nur da sein, so mein Schluss, wenn alle gesellschaftlichen Kräfte an der Lösung der Aufgaben mitwirken.
Manchmal kann das auch der Protest auf der Straße sein, wie bei ACTA:
Jahresrückblicke sind nicht meins. Ich blicke gerne nach vorne. Aber zu gegebener Zeit ist es notwendig und tut es gut, Rückschau zu halten. Nicht immer chronologisch, nicht immer nach den höchsten Klickzahlen, einfach so, wie es mir beim Nachdenken in den Sinn kommt.
Nicht ohne Hintersinn erinnere ich mit dem Foto zu diesem Artikel daran, dass ich im Juli zum Bloggen rund um das Jazzweekend in Regensburg eingeladen wurde. Vorangegangen waren viele Sitzungen, in denen die Jury sichtete, hörte und bewertete. Ich durfte Teil dieser Jury sein und bin gerne nach Regensburg gefahren. Und wenn ich auch nur ein n-tel Teil dieser Jury war, so hat sich das gelohnt. Das Programm des 31. Bayerischen Jazzweekends konnte sich sehen und hören lassen. Nochmals ganz herzlichen Dank an das Bayerische Jazzinstitut, dass ich dran teilnehmen durfte.
Unter anderem habe ich hier berichtet, als Conrad Tribble zusammen mit dem Landesjugendjazzorchester Bayern sang.
Gewagt war sie, die Bildunterzeile zu einem Beitrag: „Wenn Lehrer sich zum Affen machen …” – gewagt und doch ein Gewinn. Auf Vermittlung meines Freundes Karlheinz Rieger aus Wasserburg und mit der unglaublichen Offenheit von Ursula Lay, der Vorsitzenden der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern, durfte ich an einem pädagogischen Seminar teilnehmen. Lehrer sollten neue Lieder lernen und mittels eines ganzheitlichen Ansatzes ihre Schüler begeistern. Ganzheitlicher Ansatz meint in dem Fall, dass die Kinder nicht nur singen sollen, sondern auch entsprechende Bewegungen vollführen sollen. Den Beitrag lesen sie hier. Was sich daraus entwickeln würde, war da nicht abzusehen. Der Beitrag hat mir meinen Hauptauftraggeber beschert. Seit August bin ich Pressereferent der KEG Bayern, zuständig für die Lehrer. Vielleicht war es nur Glück, vielleicht war es Fügung, ich urteile nicht drüber. Jedenfalls darf ich jungen Berufskollegen mit auf den Weg geben: Probiert Euch aus. Macht was. Verstellt Euch nicht, seid ihr. Haltet an Euren Überzeugungen fest, egal, wie schwer der Weg ist.
Ein langweiliger Freitagabend. Ich habe nichts vor, das ganze Wochenende ist frei. Zufälligerweise schau ich abends nochmal bei Facebook rein. Karlheinz Rieger, den ich aus meinen Wasserburger Zeit kenne und schätze. Damals war er für mich weniger der Lehrer, der er heute ist, sondern eher ein wirklich cooler Fotograf, der es immer wieder (auch heute!) noch schafft, dass ich mit offenem Mund seine Aufnahmen anschaue. So, wie ich Karlheinz kenne, darf es damit der Lobhudeleien genug sein. Jedenfalls war aus den Gründen, die ich im vorherigen Absatz erklärt habe, war es gut, dass ich mich aufmachte.
Der Artikel über den musikalischen Samstag ist hier abrufbar. Und aus diesem Beitrag und meiner Überzeugung gegen eine dritte Starbahn am Münchner Flughafen sind wieder neue Beiträge entstanden.
So, wie mein Blog an vielen Stellen aus Zufällen und Fügungen besteht.
Probiert was aus! – diesen Rat gebe ich jungen Kollegen mit auf den Weg. Und dann auch erkennen, wenn man einer Sache nicht gewachsen ist und diese an einen Kollegen weitergeben. Zu diesem und weiteren Themen mehr im nächsten Blogbeitrag des Jahresrückblicks.
Überlegen Sie bitte mal ganz kurz, nur so 25 Sekunden. Haben Sie eine Cloud, also Speicherplatz im Internet? Ja?
Gut.
Sicher speichern Sie da auch ganz schrecklich viele Musiktitel, gescannte Bücher und sowas ab, also alles, was urheberrechtlich geschützt ist.
„Kla … WAS?”, werden Sie nun sagen.
In meinen Clouds (ja, ich habe mehrere), befinden sich MEINE Fotos, MEINE Dokumente, MEINE Audio-Dateien, die ich immer wieder mal brauche, wenn ich auf verschiedenen Rechnern verschiedene Aufgaben erfülle. Und ich glaube, dass das den meisten Usern so geht.
Dann wird Sie vielleicht folgende Meldung aus dem Nachbarland Österreich interessieren:
Die Interessengemeinschaft von Autoren in Österreich möchte eine Abgabe auf die Cloud haben. Hier findet sich der entsprechende Artikel des „Standards”.
Ich bin jetzt ganz polemisch, ganz ungerecht und überhaupt: Die Forderung empfinde ich als nicht diskutabel und ähnlich verrückt, wie ich schon die Erhöhung der Leerabgabe bei USB-Sticks und Speicherkarten in Deutschland empfand. Es regt mich auf.
Aber irgendwann wird auch die GEMA diese Forderung entdecken und vorantreiben. Beziehungsweise nur vorantreiben, denn entdeckt haben die Freunde vom Rosenheimer Platz das sicher schon.
Ganz bitter deswegen heute mein Fazit: So viele Internetnichtversteher. Weil Euch, wie den Verlagen, die Idee zu einem Erlösmodell fehlt.
Mein heutiger Blogpost hat einen ungewohnt technischen Hintergrund. In früheren Jahren habe ich Mails automatisiert verschickt. Das habe ich via Linux und crontab gemacht. Und ich hatte alles in einer wunderbaren crontab geregelt. Es funktionierte auch.
2003 war das alles nicht mehr nötig. Ich wechselte den Job, ja, ich wurde sogar Windows-User. Seit letztem Jahr bin ich aber wieder auf Linux migriert.
Mein Problem: Seinerzeit rauchte die Festplatte mit Linux ab, ich hatte keine Sicherungen angelegt. Ihr dürft jetzt auch lachen. Als meine Festplatte abrauchte, war das schon lange nicht mehr nötig, ich hatte neben der Branche auch das System gewechselt.
Tja, und jetzt will ich Newsletter/Pressemitteilungs-Versand eben mit Linux wieder aktivieren, damit ich die Geschäftsstelle eines Vereines entlaste und unterwegs schneller agieren kann.
Ich weiß noch, wie ich die crontab editieren kann. Manche Dinge verlernt man nie. ;)
Mir ist es allerdings zu mühselig, dumme Kommentare in vielen Foren zu lesen und vielen irreführenden Querverweisen nachzugehen.
Mein Arbeitsweg:
Ich erstelle auf einem beliebigen Device eine Nachricht (auch als pdf im Anhang), schicke diese von meinem Account an eine zu definierende Mail-Adresse. Diese Empfänger-Mailadresse soll der crontab als Signal dienen, dass sie zu arbeiten hat.
· Die Absenderadresse soll in eine gültige Mailadresse umgewandelt werden, die dem Verein zugeordnet ist.
· Die offizielle Absenderadresse soll auch für eine Rückantwort dienen, ohne das das an den gleichen Versenderkreis geleitet wird.
· Die Mail samt Anhängen (meistens nur ein pdf) soll einem Empfängerkreis von gut 300 Adressen zugeschickt werden.
Anforderungen:
· Der Newsletter soll als Plaintext und im Anhang als pdf verschickt werden.
· Jeder Adressat soll persönlich angesprochen werden: „Sehr geehrte/r Frau/Herr xxx, ____________ (Text nach Eingabe)
· Linux-Bordmittel wie crontab und sendmail etc.
Ich komme derzeit nicht mehr drauf, wie ich das mit Bordmitteln lösen kann. Für Hinweise und Lösungen bin ich dankbar, es fehlt mir schlichtweg die Zeit, mich einzulesen und durch viele Websites zu klicken.
Belohnung:
Social Bier mit mir. ;)
Lösungsvorschläge an mich per Mail: hrb@hrbruns.de.
Danke!
Was bislang nur analog möglich war, darf bald auch digital getan werden: Lehrer können aus urheberrechtlich geschützten Werken digitale Kopien erstellen und dürfen diese auch ihren Schülern zugänglich machen und – weitergeben. Auf diese kurze Botschaft lässt sich eindampfen, was zum Thema der digitalen Nutzung von Unterrichtsmitteln im weitesten Sinne heute von der Kultusministerkonferenz beschlossen wurde.
Das kostet die deutschen Kultusministerien insgesamt eine halbe Million Euro mehr. Statt 8,5 Millionen Euro bekommen Verlage und Urhebergesellschaften ab nächstem Jahr neun Millionen Euro. Ansonsten ändert sich nicht viel: Weiterhin dürfen, wie in der analogen Welt, nur zehn Prozent, maximal aber nur 20 Seiten, digitalisiert werden.
Für den Amtschef des Bayerischen Kultusministeriums, Dr. Peter Müller, steht fest: „Unsere Lehrkräfte können mit den Möglichkeiten des Jetzt arbeiten. Das heißt, die digitale Welt hält damit auch bei der Bereitstellung von Textauszügen und Musiknoten Einzug, für die die Urheberrechte bei den Bildungsverlagen liegen.” Weiter sieht Müller eine sichere Rechtsgrundlage für Lehrer.
Der Pressesprecher des Bayerischen Kultusministeriums, Dr. Ludwig Unger, ergänzt: „Das erleichtert die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, die jetzt schon in der Moderne stehen und mit Whiteboard, USB-Stick und Speichermedien arbeiten.”
Es ist ein Stückchen Rechtssicherheit. Auf jeden Fall. Mehr wäre, wie in den meisten Fällen, wünschenswert gewesen. Auffällig: Erst Werke, die seit 2005 publiziert wurden, fallen unter die neue Regelung.
Das Positive an dieser neuen Vereinbarung ist jedoch: Der sogenannte Schulbuchtrojaner ist vom Tisch – beziehungsweise vom Rechner.
Für eine Handvoll halbe Million Euro.
Die Pressemitteilung des Kultusministeriums finden Sie hier.
Die Schulwelt verändert sich. Seit heute sogar noch ein Stückchen mehr. Denn „mebis” ist gestartet. „Mebis” ist eine Plattform, auf der Lehrer und Schüler sich einloggen können. Hier finden sie Medien, die den Unterricht bereichern können und gleichzeitig in ansprechender Form das digitale Lernen unterstützen.
Das St.-Anna-Gymnasium in Augsburg ist eine Modellschule. Modellschule insoweit, als dass dort alle Schüler über einen Internetzugang zu Hause verfügen. Und: das alle Lehrer sich einbringen in das Projekt Digitales Lernen. Jeder mit seinen Fähigkeiten. Denn, so Schulleiter Peter Schwertschlager:
„mebis” zeichnet sich durch mehrere Aspekte aus. Erst einmal ist es unerheblich, mit welchem Betriebssystem sich Schüler und Lehrer einloggen. Da das System webbasiert arbeitet, sind kaum Zugangsbeschränkungen vorhanden. Egal ob mit Tablet, Netbook, PC, ob mit Windows, Linux oder Apple-Betriebssystem: „mebis” ist verfügbar. Kultusstaatssekretär Bernd Sibler ist es wichtig, dass Rechtssicherheit besteht. Alle Filme, Unterlagen und Videos beachten das geltende Urheberrecht. Wichtig ist für Sibler in dieser Pilotphase, dass Lehrer online in „mebis” Rückmeldungen über Qualität und Nutzen der digitalen Inhalte abgeben können:
Das St.-Anna-Gymnasium lässt derzeit auf eigene Kosten die Pulte für den digitalen Unterricht bauen. Neben einem Tablet ist eingebaut ein Verstärker, CD/DVD-Player und als Transportmittel für visuelle Inhalte eine Datenkamera. Auf das Whiteboard will Schwertberge bewusst verzichten. Denn das würde seiner Meinung nach einen Rückschritt bedeuten. Hier würde der Lehrer wieder wie an der klassischen grünen Tafel mit dem Rücken zu den Schülern unterrichten. Herzstück ist die Datenkamera, die das Tablet, aber auch das klassische Schulheft zur Leinwand hin abbildet:
Für Schwertschlager ist entscheidend, dass digitales Lernen da eingesetzt wird, wo Lehrer und Schüler sich in der Lage dazu sehen. Der Schulleiter aus Augsburg geht sogar noch einen Schritt weiter. Dass er beim Projekt „mebis” mitmacht, ist dem Umstand geschuldet, dass das System offen ist. Offen, weil es kein bestimmtes Produkt und keine bestimmte Software braucht, um einzusteigen. Im Gegenteil, so Schwertberger, an seiner Schule würden Arbeiten mit Open Office, einer freien „Büro”-Software erstellt. So seien Texte und Präsentationen, die die Schüler anfertigten, auf allen Systemen zu verarbeiten. Und wieder einmal stellt die Kamera die Schnittstelle dar: Sie verbindet alte und neue Medien und hilft, von bekannten Unterrichtsformen zu neuen Formen des Lernens zu gelangen.
Für Schwertberger ist „mebis” ein Gewinn. Alle Inhalte sind zertifiziert, alles ist innerhalb einer anbieterunabhängigen Cloud gespeichert, man liefert sich keinem Hersteller von Soft- oder Hardware aus. Den Unterschied bisheriger digitaler Lernversuche zu „mebis” sieht er im fächerübergreifenden und begleitenden Ansatz.
Wenn dieses Modell Schule macht und auch die Schulbuchverlage mitziehen, dann wird tatsächlich einmal der Traum vieler Schülerrücken Wirklichkeit: Keine Schulbücher mehr, die schwer im Schulranzen liegen, keine vergessenen Bücher und Arbeitsunterlagen mehr. Sondern alles (fast) überall reproduzier- und abrufbar. Insofern ist „mebis” ein engagiertes Projekt. Wissenschaftlich begleitet wird es von der Ludwig-Maximilian-Universität in München, die bis April die Rückmeldungen sammeln und bearbeiten will und so zum nächsten Schuljahr notwendige Änderungen, aus den Erkenntnissen der Praxis gewonnen, in das System einbringen will. Derzeit haben 90 Schulen in Bayern den Zugriff auf rund 64.000 Filme, interaktive Karten und Simulationen. Der Umfang wird kontinuierlich erweitert.
Der netzpolitische Arbeitskreis der CSU, der @CSU_net, wird ein Jahr alt. Vor einem Jahr von vielen belächelt, schien das Internet doch eher in Piraten-Hand zu sein und die CSU so völlig deplatziert, hat CSU_net Position bezogen, sich gegen ACTA und VDS ausgesprochen und ist damit in manchem konträr zum „Mutterschiff”. Dorothee Bär, stellvertretende Generalsekretärin der CSU und Vorsitzende, zog Bilanz und erinnerte in ihrer Rede an den Beginn im Herbst 2011, als es einer der ersten Tweets, der sich gegen die Vorratsdatenspeicherung richtete, bis in die Tagesschau schaffte und für Aufsehen sorgte:
Für das Ziel, dass sich Menschen auch weiterhin ACTA oder INDECT nicht gefallen lassen, wird der CSU_net auch weiterhin kämpfen, betonte Bär.
Einen breiten Raum nahm die Podiumsdiskussion ein, die sich hauptsächlich um das Thema Medienkompetenz drehte. Interessant war, dass eine für viele unbekannte Podiumsform praktiziert wurde: Fishbowl. Das heißt, dass ein Stuhl auf dem Podium leer bleibt und sich Panelzuhörer spontan einbringen können und neben den Diskutanten den freien Platz einnehmen. Nun ist das Thema Medienkompetenz eines, das mich auch immer wieder umtreibt. Lehrer müssen fit sein in puncto Internet und neue Medien, damit sie ihren Schülern Hilfestellung geben können. Es freut mich, dass Professor Gabriele Goderbauer-Marchner das ähnlich sieht und mit der Fachkompetenz einer Journalismus-Dozentin forderte, dass die Medienausbildung schon im universitären Bereich angesiedelt werden sollte und in der Schule selber Medienunterricht einen großen Stellenwert einnehmen soll. Ein Ausschnitt:
Ältester Teilnehmer aus dem Publikum war ein über 70jähriger, der selber Soziale Medien nutzt, er twittert zum Beispiel. Ihn als Kronzeugen zu benennen, was die Nutzung des Internets durch Digital Immigrants angeht (= Menschen, die nicht mit dem Computer aufgewachsen sind), würde zu weit führen. Ein gutes Beispiel ist er auf jeden Fall, dass man die Scheu vor dem Netz sehr gut verlieren kann und bei Seminaren von Medientrainern, Internet-Erklärern oder Bildungseinrichtungen lernen kann, sich sicher im Internet zu bewegen. Das soll Mut machen.
Im März dieses Jahres forderte Dorothee Bär auf dem Netzkongress der CSU, dass jedes Kind in der Schule einen Tablet-PC bekommen solle. Der CSU_net macht sich stark, dass Haushaltsmittel eingesetzt werden, um die Digitale Kompetenz der Schüler zu stärken. Sponsoring müss aber sehr genau angeschaut werden, um sich nicht in Abhängigkeiten zu begeben oder einen Monopolisten zu fördern:
Zwei Anträge wurden einstimmig verabschiedet: Einmal sprachen sich die Mitglieder des CSU_net dafür aus, dass das Depublizieren öffentlich-rechter Inhalte im Internet nach 7 Tagen rückgängig gemacht wird. Aus der Antragsbegründung: „Das gesetzlich vorgeschriebene „Depublizieren“ konterkariert auch den journalistischen Arbeitsaufwand, der hinter jedem einzelnen Beitrag steckt. Der Recherche- und Bearbeitungsaufwand, die Gründlichkeit der Arbeit, die zu Recht zum Grundverständnis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehört, findet keine Würdigung in der Vorschrift, die geschaffenen Produkte der Öffentlichkeit nach kurzer Frist nachhaltig zu entziehen.”
Der andere Antrag befasste sich mit der Ermittlung von Straftaten im Netz. Sicherheitsbehörden sollen fachlich und personell so ausgestattet werden, dass sie in der Lage sind, erfolgsorientiert arbeiten zu können. Dabei ist dem CSU_net wichtig, dass es nicht um Überwachungsmaßnahmen in sozialen Netzen und die sinnlose Speicherung von Daten geht: „Bei den Ermittlungen muss dabei der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und des Datenschutzes gewährt bleiben. Maßnahmen wie die anlasslose Speicherung von Daten oder Überwachung der privaten Kommunikation – auch in sozialen Netzen – lehnen wir ab.”
Der einjährige Geburstag des CSU_net wurde auch gefeiert. Bescheiden, wie es sich für einen Arbeitskreis der CSU gehört und mit #lila Schokolade, die Landesgeschäftsführer Ludwig Reicherstorfer spendierte:
Jeder, der zur #csunetcon12 erschien, bekam ein Poloshirts mit Logo-Aufdruck, gesponsert von Ralph Mahlo, Unternehmer und Mitglied im netzpolitischen Arbeitskreis der CSU.
Die komplette Rede von Dorothee Bär findet sich hier zum Download (rechte Maustaste!) als mp3 und als ogg-vorbis (25 min 30; ca. 25/14 MB)
… oder: Stefan Körner erklärt uns, warum das Internet kein rechtsfreier Raum ist und, dass es einen Shitstorm auch analog gab und gibt.
Der Presseclub München war mit einer Diskussionsrunde auf den Medientagen München zu Gast. Thema: „Die neue Macht des Internets”. Parallel dazu haben heute zwei bundesweit bekannte Piraten ihren Rückzug aus der Parteispitze bekanntgegeben. Die noch junge Partei ist in unruhigem Fahrwasser. Die Querelen und Streitereien, die man auch täglich via Twitter verfolgen kann, überdecken die Sachthemen der Piraten.
Dazu kommen Themenbereiche, die von anderen Parteien grundsätzlich anders bewertet werden. Damit meine ich unter anderem das Internet und den rechtsfreien Raum, der damit nicht verbunden sein darf.
In einem zweiten Take erklärt Stefan Körner, was es mit dem Shitstorm auf sich hat. Eigentlich gibt es den auch analog, in den klassischen Debatten – oder in den Leserbriefen der Heimatzeitung. Unterschied: Im Internet ist es etwas heftiger und nicht gefiltert.
Für den politischen Betrieb wäre es sinnvoll, wenn auch bei den Piraten Ruhe einkehrt. Selbstfindungsprozess hin oder her.
Mein Rat an (Partei-)Freund und Feind: Messt Politiker an ihren Aussagen.
Angenehm, wenn sie ruhig, aber bestimmt vorgetragen werden.
Seit zehn Jahren zeichnet das Leseforum Bayern Buchhandlungen aus, die sich für Kinder in der Schule engagieren und mit vielfältigen Aktionen wie Lesekoffer, Lesetüte und Rhythmusübungen die Lesekompetenz fördern. In München hat Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle 145 Buchläden quer durch Bayern geehrt.
Eine Buchhändlerin arbeitet dabei mit einer Handpuppe und liest Texte vor, in denen in einzelnen Worten Buchstaben vertauscht sind. Die Kinder sind begeistert dabei und korrigieren den Bechstubenverwuchsler:
Zusammen mit einem Musiklehrer macht sie Schulbesuche. Der Musiker schult dabei das rhythmische Gefühl der Schüler. Denn das ist wichtig. Sprache und Bewegung gehören zusammen. Einen anderen Weg geht Paloma Baier. Mit anderen Jugendlichen betreibt sie ein Literarisches Jugend-Quartett. Denn, so ist sie überzeugt, Leselust wird am Besten durch Gleichaltrige geweckt:
Kultusminister Spaenle machte in seiner Rede darauf aufmerksam, dass Lesen eine Schlüsselkompetenz ist:
Allerdings sprach er auch seine Vorbehalte gegenüber dem Internet an:
Spaenle hat in seiner Familie selber eine junge Leseratte und freut sich, wenn sein Kind in ein Buch vertieft ist und kaum noch die Welt wahrnimmt. Für ihn ist wichtig, dass Kinder lesen:
Darf Wikipedia als Referenz für wissenschaftliche Arbeiten herhalten?
Soll es im wissenschaftlichen Umfeld verboten sein, aus Wikipedia zu zitieren?
Dieser Frage gingen Falko Wilms und Frank Weber in einem Vortrag nach.
Im Rahmen der wissenschaftlichen Arbeit, so berichtet ein Angehöriger von der Uni Innsbruck, darf Wikipedia nicht zitiert werden. Das liegt aber nicht daran, dass Wikipedia nicht ausreichende Standards hätte, sondern, dass vornehmlich gewünscht ist, aus Primärquellen zu zitieren.
Primärquellen sind Artikel, die etwas originär behandeln. Wikipedia als Online-Enzyklopädie fasst hingegen Standpunkte, Meinungen und Erkenntnisse zusammen, die allesamt schon vorher diskutiert wurden. Allerdings kann man Wikipedia als Einstieg in ein Thema nutzen. Hier wird gute Vorarbeit geleistet und in den Quellen unterm Artikel Relevantes zum Thema ausgezeichnet und verlinkt.
Andere Hochschulen haben es aufgegeben, gegen das Zitieren aus Wikipedia vorzugehen.
Ziko van Dijk forderte das Wikipedia-Abschreibverbot nicht nur für die Universität, sondern auch für Journalisten. Diese sollten, wie Wissenschaftler auch, in der Lage sein, Sachverhalte selber zu erklären.
Ein Soziologe führte an, dass er seine Studenten zu Forschern und Wissenschaftlern erziehen will. Insofern könne man Wikipedia sicher zitieren, um einen Ansatz-und Ausgangspunkt des eigenen Diskurses zu finden.
Die Bandbreite des Einsatzes ist sehr weit, sagte Frank Weber. Von Totalverweigerern bis zu Enthusiasten gäbe es an der FH Vorarlberg alles.
Vielleicht ist der goldene Mittelweg hier, wie so oft, das Richtige.
Die grüne Europaabgeordnete Eva Lichtenberger stieg in ihre Keynote mit der Bemerkung ein, dass ein Projekt wie Wikipedia es heute viel schwerer hätte, wen es starten würde. Lobbying, der Streit ums Urheberrecht, Versuche, die Gemeinfreiheit zu beschneiden, wären ein Hindernis für die freie Entwicklung. Viele Projekte, die einst als freie Software starteten, seien heute proprietär.
Einer der ersten Lobbyisten, der an Lichtenberger herangetreten sei, war Warner. Die Bitte, ihr etwas schriftliches zukommen lassen, ist bis heute nicht erfüllt worden.
Lichtenberger betonte, dass die Ablehnung von ACTA im Europa-Parlament nur möglich gewesen sei, weil die Zivilbevölkerung auf die Straße ging und protestierte. Die Informationen der Bürgerbewegung sei entscheidend gewesen, dass viele, die ACTA positiv gegenüber standen, das Umdenken begonnen hätten.
Aber die Gefahr von ACTA sei nicht gebannt, warnte Lichtenberger. Der Kampf ums Internet und die Freiheit sei nicht zu Ende, die Nachfolgevorhaben stehen zur Debatte.
Auch die Verträge und Gesetzesvorhaben von Ländern wie Kanada müssen dabei im Parlament beraten werden. Dank dem Vertrag von Lissabon könne das Parlament aber auch solche Vorhaben ablehnen.
Im Herbst wird das Parlament über die Reform der Urheberrechtsgesellschaften beraten. Ein großes Projekt, von dem auch Wikipedia berührt werden wird.
Ein Besipiel: Sie habe Kollegen, die das Verfassen eines Schriftstücks mit dem Erwerb eines Autos gleichsetzen. Aber genau diese Kollegen würden ihrerseits sich andererseits auch aus den Texten und Dokumenten der Wikipedia bedienen. Sagen will sie damit wohl, dass die Wertschätzung gegenüber Immaterialgütern wohl fehlt oder schwach ausgeprägt ist.
Oder deutlicher gesagt: Die Hardliner des Urheberrechts sind so frei, sich gerne bei Wikipedia und frei zugänglichen Dokumenten zu bedienen.
Mehrere deutsche Politiker sind dabei ja aufgefallen, dass sie es mit Quellenangaben nicht so genau nehmen.
Ein weiteres Problem sind die Werke, deren Verfasser unbekannt sind und die wegen möglicher Urheberrechtsansprüche nicht veröffentlicht werden. (Orphan Works) – Eine ambitionierte Regelung würde wiederum durch Verlage und Rechtelobbyisten verhindert.
Lichtenberg malte das Bild einer harten Auseinandersetzung um den Begriff des Eigentums.
Interessanter Tweet von Pavel Richter von Wikimedia Deutschland dazu:
Ein Hilferuf aus dem EU-Parlament von Eva Lichtenberger: Lasst uns nicht allein mit den Verwertungs-Lobbyisten #wikicon
— Pavel Richter (@pavel) September 1, 2012
Zum Schluß der Diskussion bat Eva Lichtenberger darum, dass die Wikipedianer und alle Interessierten Vorschläge machen, die die Abgeordneten berücksichtigen können.
Nach der Eröffnung der WikiCon startete gleich die erste Diskussion. Falko Wilms begrüßte auf dem Podium Wikimedia-Geschäftsführer Pavel Richter, Verena Parzer-Epp, Ting Chen und Professor Roland Alton.
Alle Teilnehmer waren sich einig, dass die Freiheit des Internets nicht nur in Staaten wie dem Iran bedroht ist, sondern auch bei uns in Deutschland*. Und das nicht nur durch ACTA und vergleichbare Gesetzesvorhaben.
Wichtigste These von Pavel Richter: Viele Menschen haben Probleme mit der Freiheit, auch mit der Freiheit des Internets und – gerade auch Lehrer betreffend – mit Wikipedia.
Professor Alton wies darauf hin, dass die Gefahr der Bequemlichkeit der Unfreiheit Vorschub leistet. Bestes Beispiel: Facebook. Viele Jugendlich kennen sich nicht mehr mit eMail aus, stattdessen bittet man: „Schick’s mir doch via Facebook.” Damit ist klar, dass Zuckerbergs Netzwerk dazu beiträgt, dass die Nutzergruppen unter sich bleiben.
Parzer-Epp findet die Kommerzialisierung des Netzes nicht schlimm, findet aber die Gratisangebote der Majors gefährlich, die mit den Daten ihrer Nutzer Handel treiben.
Erster Einwurf aus dem Publikum: Das Urheberrecht ist sinnvoll, aber die Willkür bei der Verschärfung treibt ihm die Zornesröte ins Gesicht.
Zweiter Einwurf: Industriepatente laufen nach 20 Jahren ab, Erben von Urhebern, die nichts geleistet habe, sollen beschnitten werden.
Pavel Richter entgegnete, dass es nicht mit den 70 Jahren ab Entstehung des Werkes getan ist, sondern dass die Schutzfrist erst mit dem Tod des Autors beginnt.
Bei Wikipedia ist das anders: Die Medien unterliegen einer freien Lizenz, aber das Urheberrecht bleibt beim Urheber.
Nur mit vielen Freiwilligen kann die Wikipedia mit gemeinfreien Werken anwachsen. Richter dankte allen, die jetzt schon mitmachen und freute sich, dass sich Menschen aus allen Bereichen engagieren.
Aus Reihen der Zuhörer wurde kritisiert, dass es im Gegensatz zu früher vielen keinen Spaß mehr macht, Artikel zu schreiben. Früher schrieb man den Artikel und stellte den Artikel online. Heute würden viele Artikel zu schnell mit der Relevanzkeule erledigt. Grade die Schweizer und Südtiroler plädierten für mehr Freiheit im Netz.
Alton sprach davon, dass es keine wirkliche Demokratie mehr in der Wikipedia gibt. Vielmehr habe sich über die Jahre eine Aristokratie der Etablierten entwickelt, die Innovation und Artikelvielfalt verhindere und zu Edit Wars führe.
Der Wikipedia-Admin „southpark” pflichtete Pavel Richter bei, der sagte, dass es wichtig sei, dass Wikipedia-Autoren nicht frei in der Gestaltung ihrer Beiträge seien. Nur so könne eine hohe Qualität der Online-Enzyklopädie gewährleistet werden.
Weiterer Kritikpunkt aus dem Publikum: Viele Eingangskontrolleure hätten zu wenig Ahnung, wenn es um spezielle Artikel geht und würden aus dieser Unkenntnis heraus gute Artikel löschen.
Pavel Richter verteidigte das Thema: In vielen Fällen käme nach einer Diskussion ein besserer Artikel raus.
Auch der Umgangston innerhalb des Netzwerkes lasse oft zu wünschen übrig. Oder, wie es ein User sagte: „Jetzt wissen wir, warum der Wikipedianer in vielen Erdteilen Freunde hat, in seiner Nachbarschaft aber nicht.”
Viel Stoff also für die kommenden Tage in Dornbirn.
Die Wikicon versammelt über 200 Freiwillige, die für Wikipedia schreiben und bringt auch immer wieder den Trägerverein Wikimedia e.V. und die Basis zusammen.
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*Deutschland steht hier für das Gebiet der deutschsprachigen Wikipedia.
Im September ist Weltkindertag. Weltweit erinnern 145 Staaten daran, dass auch Kinder Rechte haben. Deutschland hat dafür den 20. September festgelegt. 1989 wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen eingeführt. Das Kinderportal der evangelischen Kirche www.kirche-entdecken.de nimmt den Weltkindertag zum Anlass für ein Kinderrechtequiz, das vom 1. bis 30. September auf der Seite läuft.
Nicola Rössert, die in der Abteilung Vernetzte Kirche / Internet im Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. für kirche-entdecken.de zuständig ist, erklärt, dass Kinderrechte oft missachtet werden und viele Kinder nicht mal um ihre Rechte wissen. Nicht nur in Ländern der Dritten Welt, sondern auch bei uns in Deutschland.
Hand aufs Herz: Wissen Sie auf Anhieb, ob Eltern die Briefe ihrer Kinder aufmachen dürfen? Sie dürfen es nicht.
Das Briefgeheimnis gilt auch für Kinder.

Nicola Rössert von @vernetztekirche
Daneben haben Kinder das Recht auf gesunde Ernährung, auf Spiel und Freizeit und – auf freie Meinungsäußerung. Bei kirche-entdecken.de gibt es das ganze Jahr hindurch Aktionen für Kinder. Nicht immer muss es direkt mit Kirche und Religion zu tun haben, findet Nicola Rössert.
Speziell zum Weltkindertag hat Kira, die Kirchenelster sich etwas Besonderes einfallen lassen. Ein Quiz, in dem Kinder sich spielerisch über ihre Rechte informieren können:
Wenn man eine falsche Antwort anklickt, scheidet man nicht aus aus dem Quiz. Es ist so programmiert, dass auf dem Bildschirm die richtige Antwort erscheint, bevor es mit der nächsten Frage weitergeht.
Es gibt Sachpreise zu gewinnen. Dazu muss man seine eMail-Adresse angeben. Nicola Rössert betont, dass es Kira am Herzen liegt, den Datenschutz zu beachten:
www.kirche-entdecken.de ist das erste Internet-Angebot der evangelischen Kirchen für Kinder. Unter den Fittichen der frechen Kirchenelster Kira können Mädchen und Jungen seit 2005 die unterschiedlichen Räume einer virtuellen Kirche entdecken. Sie können in Schränken wühlen, auf der Orgel spielen, dazu singen oder sich Geschichten vorlesen lassen. Die Seite vermittelt informelles Wissen über die christliche Religion und ermöglicht auch Kindern, die keinen Kontakt zu einer Kirchengemeinde haben, Erfahrungen mit dem Kirchenraum zu machen und sich gleichzeitig mit ihrem eigenen oder einem fremden Glauben auseinanderzusetzen. Ein Infoplakat für Gemeinden, Eltern und Interessierte findet sich hier.
Stellen Sie sich vor, sie sitzen in der Trambahn und wollen einen Arzttermin vereinbaren. Mal ganz ehrlich: Wollen Sie Ihr Leiden im Beisein anderer Menschen schildern? Wohl weniger. Und auch, wenn es nur um einen Routine-Termin geht, dann ist Diskretion angesagt. Auch Ihre Mitreisenden werden es Ihnen danken. Wie nun aber den Termin ausmachen, ohne zu telefonieren?
Es geht nicht nur um die intimen Details, ist klar. Es geht auch darum, dass Ihre Mitfahrenden in Bahn und Bus dankbar sind, Ihre Telefonate nicht mithören zu müssen. Mal ganz ehrlich, das nervt jeden, sich aus fremden Gesprächen akustisch ausblenden zu müssen. Abgesehen von der Intimsphäre.
Die 34-jährige Karolin Bierbrauer hat eine gute Idee und in einem One-Woman-Unternehmen eine Lösung entwickelt:
eReserve.
Das funktioniert so:
Sie scannen mit Ihrem Smartphone den QR-Code des Anbieters und werden auf eine Seite des Dienstanbieters geleitet. Dort geben Sie Ihre Daten ein und den Tag, an dem Sie Zeit haben. Und sie kriegen eine Auswahl freier Termine angezeigt und reservieren.
Damit die Daten auch wirklich sicher sind, läuft das über einen abgesicherten Server, den Karo Bierbrauer eingerichtet hat.
Nicht nur für Arzt und Patient ist das praktikabel, jeder Bereich ist denkbar. Geschäftspartner jeglicher Art.

Die App von „@isartom”. Buchen leicht gemacht!
Der „isartom”, Netzpersönlichkeit, Moderator, WebErklärer, bekommt von Karo Bierbrauer auch so eine „native App” programmiert. Ich durfte schon in den Entwurf reinschauen (Screenshot nebenstehend).
Karolin Bierbrauer erzählt im Interview auch, dass eine Zahnarzthelferin schon um ihren Job fürchtete:
Der Chef hingegen war begeistert:
Karolin Bierbrauer hat es ohne Gründungszuschuss der Arbeitsagentur gewagt hat, sich mit einer Idee selbständig zu machen. Und diese Idee besticht. Chapeau!
Die Voraussetzungen sind denkbar einfach: Ein elektronischer Kalender, egal ob Outlook, iCal oder Thunderbird. Der Kalender von Google + wird eingebunden, sobald die Schnittstellen klar sind.
Auch ich werde eReserve bald selber nutzen, weil es sinnvoll ist. Auch wenn ich immer noch am Papierkalender hänge.
Der wird sinnvoll ergänzt.
Kein Arbeitsplatz stirbt, eReserve erleichtert Terminabsprachen.
Ich finde es sozial und genial.
Weiterführender Link:
eReserve
Wie gestalte ich Unterricht interessant?
Wie binde ich in meinen Unterricht die Region ein?
Wie nutze ich in der Grundschule das Internet im Unterricht?
Der Grundschullehrer ist nicht mehr bloßer Wissensvermittler, sondern mehr und mehr auch Begleiter der Kinder. Und das nicht erst seit der Ganztagesschule oder dem erweiterten Angebot mit Nachmittagsunterricht. Er wird der sein, der Kinder auch durch das Internet lotsen muss. Damit muss er sich im Netz auskennen.
Ein drohendes Leistungsschutzrecht, Unklarheiten beim Urheberrecht, Gängelung der Verlage beim Kopieren und elektronischen Bereitstellen von Unterrichtsmaterial erleichtern diese Aufgabe nicht.
Warum nicht selber Unterrichtsvorlagen erstellen? Das, was früher Lehrer auf Matrize oder mit dem Kopierer machten, kann heute mit dem Internet leichter erledigt werden. Ein Webquest ist zunächst zeitintensiver, sagt Erwin Müller aus Deggendorf. Aber: In der Summe spart man Vorbereitungsarbeiten, weil im Netzwerk jeder davon profitiert.
Abgesehen davon, dass sich manchmal ein Link ändert oder neue Erkenntnisse dazu kommen, bleibt ein Webquest relativ unverändert stehen. Müller zeigte seinen KEG-Kolleginnen und -Kollegen bei der 59. Pädagogischen Ferienwoche im Kloster Niederaltaich, wie das aussieht und wie man es einrichtet. Dazu wechselten sie in den Computerraum der örtlichen Grundschule, so dass jeder Pädagoge einen Rechner hatte und selber probieren konnte.
Gut zwei Stunden dauert die erstmalige Erstellung eines solchen Web-Angebotes für die Kinder.
Zwei Stunden, die sich nach Meinung Müllers lohnen. Denn: Die Arbeitsvorlage ist schnell verfügbar und Weblinks oder Ergänzungen können schnell eingefügt werden. Erwin Müller vergleicht die Arbeit an einem Webquest mit der Arbeit an Wikipedia, der Online-Enzyklopädie. Ganz klar sieht er auch den Nachteil: „Wenn keiner was einstellt, kann auch keiner davon profitieren.”
Das Schwerste, so Müller, ist der Anfang. Hat man sich erst mal eingearbeitet, so wird die Arbeit immer leichter.
Ursula Lay nahm selber an dem Workshop teil. Die Vorsitzende der KEG Bayern ist begeistert: „Das ist eine innovative Unterrichtsform, von der Lehrer und Schüler profitieren. Zum einen wird die Lebenswirklichkeit von Schülern besser abgebildet und die Kinder lernen, richtig im Internet zu suchen und Informationen zu werten.”
Noch während des Vortrages kommt ihr eine Idee: Wie wäre es, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter während ihrer Ausbildung, die Unterrichtsvorbereitungen zu den Themen des Lehrplans in web-basierter Form erstellen zu lassen.
Erwin Müller ist von dieser Idee angetan:
Für das Erstellen der Webquests anhand des Lehrplans bräuchte ein kleines Team rund fünf Jahre. Die Zusammenarbeit mit Studentinnen und Studenten und Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern bringt nach Meinung von Ursula Lay und Erwin Müller entscheidende Vorteile: Die angehenden Lehrkräfte werden intensiv den Umgang mit dem Computer üben. Dadurch steigert sich die Medienkompetenz des Lehrpersonals. Gleichzeitig sind die Anwärter noch mehr im Lehrplan drin, was der praktischen Ausbildung zugute käme.
Eine Idee, die viel für sich hat.
Weiterführender Link zum Thema Webquest: Grundschulwebquest.de. Professor Christof Schreiber betreut dieses Projekt.