Überlegen Sie bitte mal ganz kurz, nur so 25 Sekunden. Haben Sie eine Cloud, also Speicherplatz im Internet? Ja?
Gut.
Sicher speichern Sie da auch ganz schrecklich viele Musiktitel, gescannte Bücher und sowas ab, also alles, was urheberrechtlich geschützt ist.
„Kla … WAS?”, werden Sie nun sagen.
In meinen Clouds (ja, ich habe mehrere), befinden sich MEINE Fotos, MEINE Dokumente, MEINE Audio-Dateien, die ich immer wieder mal brauche, wenn ich auf verschiedenen Rechnern verschiedene Aufgaben erfülle. Und ich glaube, dass das den meisten Usern so geht.
Dann wird Sie vielleicht folgende Meldung aus dem Nachbarland Österreich interessieren:
Die Interessengemeinschaft von Autoren in Österreich möchte eine Abgabe auf die Cloud haben. Hier findet sich der entsprechende Artikel des „Standards”.
Ich bin jetzt ganz polemisch, ganz ungerecht und überhaupt: Die Forderung empfinde ich als nicht diskutabel und ähnlich verrückt, wie ich schon die Erhöhung der Leerabgabe bei USB-Sticks und Speicherkarten in Deutschland empfand. Es regt mich auf.
Aber irgendwann wird auch die GEMA diese Forderung entdecken und vorantreiben. Beziehungsweise nur vorantreiben, denn entdeckt haben die Freunde vom Rosenheimer Platz das sicher schon.
Ganz bitter deswegen heute mein Fazit: So viele Internetnichtversteher. Weil Euch, wie den Verlagen, die Idee zu einem Erlösmodell fehlt.
Mein heutiger Blogpost hat einen ungewohnt technischen Hintergrund. In früheren Jahren habe ich Mails automatisiert verschickt. Das habe ich via Linux und crontab gemacht. Und ich hatte alles in einer wunderbaren crontab geregelt. Es funktionierte auch.
2003 war das alles nicht mehr nötig. Ich wechselte den Job, ja, ich wurde sogar Windows-User. Seit letztem Jahr bin ich aber wieder auf Linux migriert.
Mein Problem: Seinerzeit rauchte die Festplatte mit Linux ab, ich hatte keine Sicherungen angelegt. Ihr dürft jetzt auch lachen. Als meine Festplatte abrauchte, war das schon lange nicht mehr nötig, ich hatte neben der Branche auch das System gewechselt.
Tja, und jetzt will ich Newsletter/Pressemitteilungs-Versand eben mit Linux wieder aktivieren, damit ich die Geschäftsstelle eines Vereines entlaste und unterwegs schneller agieren kann.
Ich weiß noch, wie ich die crontab editieren kann. Manche Dinge verlernt man nie. ;)
Mir ist es allerdings zu mühselig, dumme Kommentare in vielen Foren zu lesen und vielen irreführenden Querverweisen nachzugehen.
Mein Arbeitsweg:
Ich erstelle auf einem beliebigen Device eine Nachricht (auch als pdf im Anhang), schicke diese von meinem Account an eine zu definierende Mail-Adresse. Diese Empfänger-Mailadresse soll der crontab als Signal dienen, dass sie zu arbeiten hat.
· Die Absenderadresse soll in eine gültige Mailadresse umgewandelt werden, die dem Verein zugeordnet ist.
· Die offizielle Absenderadresse soll auch für eine Rückantwort dienen, ohne das das an den gleichen Versenderkreis geleitet wird.
· Die Mail samt Anhängen (meistens nur ein pdf) soll einem Empfängerkreis von gut 300 Adressen zugeschickt werden.
Anforderungen:
· Der Newsletter soll als Plaintext und im Anhang als pdf verschickt werden.
· Jeder Adressat soll persönlich angesprochen werden: „Sehr geehrte/r Frau/Herr xxx, ____________ (Text nach Eingabe)
· Linux-Bordmittel wie crontab und sendmail etc.
Ich komme derzeit nicht mehr drauf, wie ich das mit Bordmitteln lösen kann. Für Hinweise und Lösungen bin ich dankbar, es fehlt mir schlichtweg die Zeit, mich einzulesen und durch viele Websites zu klicken.
Belohnung:
Social Bier mit mir. ;)
Lösungsvorschläge an mich per Mail: hrb@hrbruns.de.
Danke!
Die Schulwelt verändert sich. Seit heute sogar noch ein Stückchen mehr. Denn „mebis” ist gestartet. „Mebis” ist eine Plattform, auf der Lehrer und Schüler sich einloggen können. Hier finden sie Medien, die den Unterricht bereichern können und gleichzeitig in ansprechender Form das digitale Lernen unterstützen.
Das St.-Anna-Gymnasium in Augsburg ist eine Modellschule. Modellschule insoweit, als dass dort alle Schüler über einen Internetzugang zu Hause verfügen. Und: das alle Lehrer sich einbringen in das Projekt Digitales Lernen. Jeder mit seinen Fähigkeiten. Denn, so Schulleiter Peter Schwertschlager:
„mebis” zeichnet sich durch mehrere Aspekte aus. Erst einmal ist es unerheblich, mit welchem Betriebssystem sich Schüler und Lehrer einloggen. Da das System webbasiert arbeitet, sind kaum Zugangsbeschränkungen vorhanden. Egal ob mit Tablet, Netbook, PC, ob mit Windows, Linux oder Apple-Betriebssystem: „mebis” ist verfügbar. Kultusstaatssekretär Bernd Sibler ist es wichtig, dass Rechtssicherheit besteht. Alle Filme, Unterlagen und Videos beachten das geltende Urheberrecht. Wichtig ist für Sibler in dieser Pilotphase, dass Lehrer online in „mebis” Rückmeldungen über Qualität und Nutzen der digitalen Inhalte abgeben können:
Das St.-Anna-Gymnasium lässt derzeit auf eigene Kosten die Pulte für den digitalen Unterricht bauen. Neben einem Tablet ist eingebaut ein Verstärker, CD/DVD-Player und als Transportmittel für visuelle Inhalte eine Datenkamera. Auf das Whiteboard will Schwertberge bewusst verzichten. Denn das würde seiner Meinung nach einen Rückschritt bedeuten. Hier würde der Lehrer wieder wie an der klassischen grünen Tafel mit dem Rücken zu den Schülern unterrichten. Herzstück ist die Datenkamera, die das Tablet, aber auch das klassische Schulheft zur Leinwand hin abbildet:
Für Schwertschlager ist entscheidend, dass digitales Lernen da eingesetzt wird, wo Lehrer und Schüler sich in der Lage dazu sehen. Der Schulleiter aus Augsburg geht sogar noch einen Schritt weiter. Dass er beim Projekt „mebis” mitmacht, ist dem Umstand geschuldet, dass das System offen ist. Offen, weil es kein bestimmtes Produkt und keine bestimmte Software braucht, um einzusteigen. Im Gegenteil, so Schwertberger, an seiner Schule würden Arbeiten mit Open Office, einer freien „Büro”-Software erstellt. So seien Texte und Präsentationen, die die Schüler anfertigten, auf allen Systemen zu verarbeiten. Und wieder einmal stellt die Kamera die Schnittstelle dar: Sie verbindet alte und neue Medien und hilft, von bekannten Unterrichtsformen zu neuen Formen des Lernens zu gelangen.
Für Schwertberger ist „mebis” ein Gewinn. Alle Inhalte sind zertifiziert, alles ist innerhalb einer anbieterunabhängigen Cloud gespeichert, man liefert sich keinem Hersteller von Soft- oder Hardware aus. Den Unterschied bisheriger digitaler Lernversuche zu „mebis” sieht er im fächerübergreifenden und begleitenden Ansatz.
Wenn dieses Modell Schule macht und auch die Schulbuchverlage mitziehen, dann wird tatsächlich einmal der Traum vieler Schülerrücken Wirklichkeit: Keine Schulbücher mehr, die schwer im Schulranzen liegen, keine vergessenen Bücher und Arbeitsunterlagen mehr. Sondern alles (fast) überall reproduzier- und abrufbar. Insofern ist „mebis” ein engagiertes Projekt. Wissenschaftlich begleitet wird es von der Ludwig-Maximilian-Universität in München, die bis April die Rückmeldungen sammeln und bearbeiten will und so zum nächsten Schuljahr notwendige Änderungen, aus den Erkenntnissen der Praxis gewonnen, in das System einbringen will. Derzeit haben 90 Schulen in Bayern den Zugriff auf rund 64.000 Filme, interaktive Karten und Simulationen. Der Umfang wird kontinuierlich erweitert.
Bei der WikiCon in Dornbirn (Vorarlberg, Österreich) standen wir natürlich auch zusammen, rauchten und ratschten. Klar, dass das Gespräch auch irgendwann auf die Geschichte mit den USB-Sticks kommen musste, deren Verteuerung ich aufgedeckt hatte. Einer der Teilnehmer meinte lachendes Auges zu mir: „Naja, dann kauf ich die Sticks halt im Ausland …” Gar keine schlechte Idee, mag man meinen. Wer, wie ich, seine Sticks nicht auf (GEMA-)Pressekonferenzen bekommt, scheint damit gut bedient zu sein.
Weit gefehlt, auch wenn die Stiftung Warentest das als Tipp „verkauft”.
Der Informationskreis Aufnahmemedien, mit dem ich seit der USB-Stick-Geschichte Kontakt habe, informierte mich eben über einen sehr interessanten Aspekt:
Zitat: Rein rechtlich übersieht Stiftung Warentest nämlich, dass auch der Online-Bezug von Speichermedien aus dem Ausland vergütungspflichtig ist – also Urheberabgabe an die ZPÜ gezahlt werden muss. Der private Verbraucher muss nicht selbst an die ZPÜ zahlen, wohl aber schon der im Ausland sitzende Online-Händler (Schricker/Löwenheim, UrhG § 54b Rn. 4; BR-Drs. 218/94 S. 20). Er muss die Preise also genauso kalkulieren wie der inländische Händler, sodass es eigentlich keinen Preisvorteil geben kann, im Ausland zu kaufen! Und schon gar nicht kann man so die Forderungen der ZPÜ umgehen! Es mag ja sein, dass viele Händler im Ausland dies nicht tun. Sie handeln jedoch rechtswidrig und es ist höchst befremdlich, dass eine staatlich geförderte Organisation dazu aufruft, derartige Hinterziehungspraktiken durch den Erwerb der angebotenen Produkte zu belohnen.
Richtig nett finde ich den Satz in der Pressemitteilung des Informationskreises Aufnahmemedien, dass es skurril sei, „dass ausgerechnet diese Organisation, deren Stifterin und Gründerin die Bundesregierung ist, zum Boykott des deutschen Handels aufruft und die Nichtachtung der Gesetze unterstützt.”
Also, beim nächsten Besuch im befreundeten Ausland: Augen auf beim KaffeeUSB-Stick-Kauf.
Wie gestalte ich Unterricht interessant?
Wie binde ich in meinen Unterricht die Region ein?
Wie nutze ich in der Grundschule das Internet im Unterricht?
Der Grundschullehrer ist nicht mehr bloßer Wissensvermittler, sondern mehr und mehr auch Begleiter der Kinder. Und das nicht erst seit der Ganztagesschule oder dem erweiterten Angebot mit Nachmittagsunterricht. Er wird der sein, der Kinder auch durch das Internet lotsen muss. Damit muss er sich im Netz auskennen.
Ein drohendes Leistungsschutzrecht, Unklarheiten beim Urheberrecht, Gängelung der Verlage beim Kopieren und elektronischen Bereitstellen von Unterrichtsmaterial erleichtern diese Aufgabe nicht.
Warum nicht selber Unterrichtsvorlagen erstellen? Das, was früher Lehrer auf Matrize oder mit dem Kopierer machten, kann heute mit dem Internet leichter erledigt werden. Ein Webquest ist zunächst zeitintensiver, sagt Erwin Müller aus Deggendorf. Aber: In der Summe spart man Vorbereitungsarbeiten, weil im Netzwerk jeder davon profitiert.
Abgesehen davon, dass sich manchmal ein Link ändert oder neue Erkenntnisse dazu kommen, bleibt ein Webquest relativ unverändert stehen. Müller zeigte seinen KEG-Kolleginnen und -Kollegen bei der 59. Pädagogischen Ferienwoche im Kloster Niederaltaich, wie das aussieht und wie man es einrichtet. Dazu wechselten sie in den Computerraum der örtlichen Grundschule, so dass jeder Pädagoge einen Rechner hatte und selber probieren konnte.
Gut zwei Stunden dauert die erstmalige Erstellung eines solchen Web-Angebotes für die Kinder.
Zwei Stunden, die sich nach Meinung Müllers lohnen. Denn: Die Arbeitsvorlage ist schnell verfügbar und Weblinks oder Ergänzungen können schnell eingefügt werden. Erwin Müller vergleicht die Arbeit an einem Webquest mit der Arbeit an Wikipedia, der Online-Enzyklopädie. Ganz klar sieht er auch den Nachteil: „Wenn keiner was einstellt, kann auch keiner davon profitieren.”
Das Schwerste, so Müller, ist der Anfang. Hat man sich erst mal eingearbeitet, so wird die Arbeit immer leichter.
Ursula Lay nahm selber an dem Workshop teil. Die Vorsitzende der KEG Bayern ist begeistert: „Das ist eine innovative Unterrichtsform, von der Lehrer und Schüler profitieren. Zum einen wird die Lebenswirklichkeit von Schülern besser abgebildet und die Kinder lernen, richtig im Internet zu suchen und Informationen zu werten.”
Noch während des Vortrages kommt ihr eine Idee: Wie wäre es, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter während ihrer Ausbildung, die Unterrichtsvorbereitungen zu den Themen des Lehrplans in web-basierter Form erstellen zu lassen.
Erwin Müller ist von dieser Idee angetan:
Für das Erstellen der Webquests anhand des Lehrplans bräuchte ein kleines Team rund fünf Jahre. Die Zusammenarbeit mit Studentinnen und Studenten und Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern bringt nach Meinung von Ursula Lay und Erwin Müller entscheidende Vorteile: Die angehenden Lehrkräfte werden intensiv den Umgang mit dem Computer üben. Dadurch steigert sich die Medienkompetenz des Lehrpersonals. Gleichzeitig sind die Anwärter noch mehr im Lehrplan drin, was der praktischen Ausbildung zugute käme.
Eine Idee, die viel für sich hat.
Weiterführender Link zum Thema Webquest: Grundschulwebquest.de. Professor Christof Schreiber betreut dieses Projekt.
Drei Tage halten sich gut 20 Leute, die am Online-Lexikon „Wikipedia“ mitarbeiten, im Bayerischen Landtag auf. Ziel: Möglichst viele Abgeordnete fotografieren und neue Bilder für Wiki Commons zu bekommen.
Montagnachmittag sind sie aus ganz Deutschland angereist und haben Quartier in der Landeshauptstadt bezogen, sofern sie nicht einheimisch sind. Abends gab es ein Treffen im Landtag, wo die Listen abgeglichen wurden und bei einer guten Brotzeit über das Projekt gesprochen wurde.
Dienstagmorgen sind alle pünktlich im Landtag, von befreundeten Fotografen wird Zubehör wie Leinwände angeschleppt. Natürlich muss auch eine Internetverbindung geschaffen werden. Darum kümmert sich vor allem Michael Movchin. Er hat eine besondere Motivation:
Olaf Kosinsky leitet innerhalb der Wikipedia-Autoren das Projekt. Er will mit der Zeit alle Landtage in Deutschland aufsuchen. Der Bayerische Landtag ist der vierte, den die Wikis sich vornehmen. Besonders ist ihm ein Abgeordneter aus dem niedersächsischen Parlament in Erinnerung geblieben, der meinte:
Überall wird fleißig gewerkelt, 20 Leute haben recht viel zu tun, von der Betreuung der Abgeordneten während des Shootings bis hin zum Live-Editieren von deren Wikipediaeinträgen. Auch die Fotos werden sofort bearbeitet und hochgeladen.
Die anderen bauen Fotostände für die Porträts auf, richten die Blitzer ein, probieren beim Weißabgleich rum, beratschlagen, stellen wieder um. Im ehemaligen Senatssaal des Maximilianeums können sich die Parlamentarier, die es wollen, mit der Bayerischen Flagge fotografieren lassen. Um möglichst immer die gleiche Position beim Foto zu haben, werden Markierungen mit Gewebeband angebracht.
Die Fotos werden bei Wikipedia veröffentlicht und sind, weil unter einer Creativ-Commons-Lizenz stehend, für jedermann unentgeltlich nutzbar. Jan-Patrick Fischer aus Markt Schwaben steht geduldig zum Einleuchten Modell. Für ihn als Mitglied der CSU gibt es noch einen gewichtigen Grund, mitzumachen:
Gerd Seidel ist extra aus Fürth angereist, um mitzumachen. Mit seiner freundlichen und beruhigenden Art zerstreut er die Bedenken einzelner Abgeordneter, dass die Wikipedians auch kurz in den Fraktionen fotografieren wollen:
Um 13 Uhr wird der erste Landtagsabgeordnete fotografiert: Es ist der CSU-Politiker Herman Imhof.
Morgen wird Gerd Seidel dann in der Staatskanzlei fotografieren. Aug’ in Aug’ seinem Ministerpräsidenten gegenüber. Auch für Horst Seehofer wird die Wikipedia ein Gesicht bekommen.
Die ZPÜ, vertreten durch die GEMA, will offensichtlich schon wieder mehr Geld.
Dieses Mal für Externe Speicherplatten.
Bis ein Terrabyte Kapazität sollen es 7 Euro sein, darüber 9 Euro pro Platte.
Das geht aus einer Pressemitteilung des Informationskreises Aufnahmemedien und Bitkom hervor.
Dieser Zusammenschluß von Herstellern von Speichermedien eine Studie in Auftrag gegeben, nach der die externe Festplatte nur zu gut drei Prozent für Privatkopien genutzt werden. Im Klartext: 97 Prozent der Festplatten werden für Sicherungskopien eigener Fotos und Dokumente genutzt.
Schon im Mai war die Verwertungsgesellschaft für die geplante Erhöhung der Abgabe auf USB-Sticks heftig kritisiert worden.
Die Pressemitteilung finden Sie hier.
Unterdessen zitert der Kollege Peter Viebig von der Nürnberger Zeitung GEMA-Sprecher Peter Hempel, der die GEMA einer Kampagne ausgesetzt sieht:
“Wir sind momentan für jedes Sommerloch gut”, klagt Hempel. (Zitat mit freundlicher Genehmigung der NZ)
Das Leistungsschutzrecht bewegt.
Auch ich als Journalist und Blogger bin davon betroffen. Deswegen habe ich mich entschlossen, in diesem auf WordPress basierten Blog ein Plugin zu verwenden, das die Initiative D64 e.V. programmiert hat.
Sie werden auf eine Landingpage von D64 e.V. geleitet, die über das “LSR” informiert. Mit einem weiteren Klick gelangen Sie dann zur eigentlichen Verlinkung.
Bei D 64 wird eine Blacklist geführt, die ein tägliches Update erfährt.
Es ist für Sie als Leser zwar etwas umständlicher geworden, aber ich halte die Sensibilisierung für dringend notwendig und empfehle allen Mit-Bloggern, genauso zu handeln.
Im Übrigen empfehle ich diese Anleitung zum Bau einer Melkmaschine und diesen polemischen, aber sehr, sehr wahren Text (beide von Mario Sixtus) zur Lektüre: Ja, habt Ihr denn überhaupt keinen Stolz?
Irgendwie erinnert mich das Vorgehen der Verlage an den Zündler, der selber in der Feuerwehr ist …
Und bitte: Komme mir jetzt keiner mit der Idee, flächendeckend und gleichzeitig sämtliche Abonnements und Kioskkäufe von Zeitungen für zwei Wochen auszusetzen. So reizvoll der Gedanke eines “Generalstreiks” sein mag: Ich fürchte, dass dabei die Freien Journalisten die ersten und größten Leidtragenden sind.
Abgesehen vom Jammern und Wehklagen: Natürlich kann ein Leistungsschutzrecht auch eine unglaubliche Chance sein. Verbunden mit mehr Aufwand, weil jeder selber recherchieren muss, verbunden damit, dass meine Texte, die unter CC-Lizenz stehen, noch gelistet werden in Suchmaschinen, während die großen Verlage rausfallen.
Die Chance, im “Windschatten” des Leistungsschutzrechtes mehr interessante Geschichten lesen zu können, weil selbst recherchiert und damit nicht mehr so im Mainstream.
Lassen wir uns überraschen. :)
… nein, hier ist nicht der Banküberfall oder Kriminalist gefordert, sondern „nur” der Urheber beziehungsweise Verwerter. Ich habe an anderer Stelle in diesem Blog schon mal über die Gefahren des Pressespiegels berichtet.
Mein Freund und Kollege Hannes Schleeh hat sich in einem Interview mit einem Fotografen mit der Problematik des Bildrechtes auseinander gesetzt. Das ist sehr lesenswert und hilfreich. In verschiedenen Seminaren habe ich selber gelernt, was ich beim „Pressefoto” beachten muss. Für den Endanwender hat es Hannes Schleeh in diesem Interview herausgearbeitet.
Die Welle der Empörung gegen die Disco-Tarif-Erhöhung der GEMA ist grade etwas abgeflaut, da droht neues Ungemach: Zum 1. Juli 2012 erhöhen sich die Tarife für USB-Sticks und Speicherkarten. Statt bislang 10 Cent pro Stick oder Karte wird künftig nach Größe und Art unterschieden.
In den letzten Wochen entschied die Schiedsstelle des Patentamtes in München zu Gunsten der Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ). Der alte Vertrag mit den Herstellern war 2011 ausgelaufen, die Verhandlungen scheiterten und die GEMA machte das, was sie dann immer tut:
Sie veröffentlicht die neuen Tarife einseitig, so dass die Gegenseite zur Feststellung der Rechtmäßigkeit zum Patentgericht gehen kann. Bei der Abgabe auf Leermedien handelt es sich nicht um eine neue Erfindung: Seit 1963 erhebt die ZPÜ diese Gebühr. Jeder, der irgendwann mal ein Tonband oder eine Leer-Cassette kaufte, einen CD- oder DVD-Rohling, hat sie schon über den Ladenpreis entrichtet.
Bislang waren die Tarife mit 0,10 Euro je Stick/Karte einheitlich, ab 1. Juli wird zunächst einmal nach Größe, dann aber auch nach Art des Mediums unterschieden.
Für USB-Sticks mit einer Kapazität bis einschließlich 4 GB müssen künftig 91 Cent abgeführt werden, USB-Sticks mit einer Speicherkapazität größer 4 GB schlagen mit 1,56 Euro zu Buche.
Speicherkarten bis 4 Gigabyte kosten ebenfalls 0,91 Euro, über 4 GB sind 1,95 Euro zu berappen.
(Quelle: GEMA / PDF)
Hinweis: Die GEMA als Gesellschafter der ZPÜ übernimmt die Publikation und Verbreitung dieser Tarife.
Info: Für was Sie Leerabgabe zahlen
… möcht ich etwas glücklich sein.” Dieser alte Schlager von Friedrich Hollaender hat mich beim Panel ‘Obi Wan Kenobi und das Future Internet’ inspiriert.
Gunnar Sohn, Hannes Schleeh, Arnoud de Kemp, Bernd Stahl und ich durften unseren Wunsch zum Schluss nennen. Ich äußerte zwei Wünsche, der eine ist meiner Situation geschuldet:
Der andere Wunsch war profaner, eine Flasche Bier. So einfach können manchmal Wünsche sein. Vielleicht haben wir deshalb im Anschluss in der StaeV die Altkanzler-Platte (Curry-Wurst!) gegessen?
Was entsteht, wenn man dann gemütlich zusammensitzt, können Sie bei Gunnar Sohn nachlesen: Die Idee zu einem Blogger-Camp.
Ich danke für Ihre Wertschätzung.
(Die Ton-Qualität bitte ich zu entschuldigen, ich hatte nach dem Soundcheck keine Möglichkeit mehr, nachzupegeln.)
Vor ein paar Wochen forderte Dorothee Bär, die stellvertretende Generalsekretärin und netzpolitische Sprecherin der CSU, dass jedes Schulkind seinen Tablet-PC bekommen soll. Ich habe mich aufgemacht in die Nähe von Wasserburg am Inn und mit Karlheinz Rieger über die Medienwirklichkeit und Medienkompetenz an einer Schule gesprochen. Der 60jährige ist Rektor der Grund- und Mittelschule in Eiselfing.
Er erinnert sich an die Bestandsaufnahme, als er vor etwas mehr als sechs Jahren an die Schule kam:
Karlheinz Rieger hat eines dieser etwas zu groß geratenen Smartphones, auf dem er während unseres Treffens immer mal wieder rumtippt. Sein Engagement in Sachen Social Media ist eingeschränkt, wie er selber zugibt:
Rieger ist kein Digital Native. Aber der Rektor gibt eine sehr klare Definition, was für ihn Social Media bedeutet:
Karlheinz Rieger fördert auch die Social-Media-Aktivitäten seiner Schüler:
Der Rektor gibt allen Eltern mit auf den Weg, sich selber mit Social Media zu beschäftigen:
Einerseits ist, so Rieger, die Politik gefordert. Aber auch jeder Einzelne muss sein Verhalten überdenken:
Deswegen muss Schule heutzutage auch mehr leisten als die traditionelle Wissensvermittlung. Mehr noch: Medienunterricht und Medienkompetenz können gar nicht mehr vor dem Privatbereich der Schüler Halt machen, wenn man Auswüchse vermeiden will:
Die Digitalisierung des Alltags wird weiter fortschreiten. Und so wird auch irgendwann die Vision von Dorothee Bär Wirklichkeit, dass jeder Schüler sein Tablet hat:
Die Mittelschule Eiselfing ist hier in Facebook präsent.
Die Schüler der Grund- und Mittelschule Eiselfing erstellen ein Wiki über ihren Ort.
Was passiert eigentlich mit meinen Dokumenten und Daten, wenn mein Account bei Facebook oder Google+ gesperrt wird?
Ich wurde heute durch diesen Artikel von Gunnar Sohn im „The European“ aufgeschreckt:
Ansonsten spitzt sich die Frage zu, ob nun das Grundgesetz gilt oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook. Wenn der politische Meinungsbildungsprozess auf privaten Servern stattfindet und Mark Zuckerberg nach Lust und Laune virtuelle Existenzen ein- oder ausschalten kann, dann sieht man das Konfliktpotenzial für die Netz-Gesellschaft. Hier brauchen wir neue Regeln und zwar international. Sascha Lobo brachte die Uno ins Spiel. Und in der Tat geht es um ein völkerrechtliches Problem. Es geht um Weltfragen. „Theoretisch können heute fünf Milliarden Menschen das Internet nutzen, wenn man den Mobilfunk einschließt. So ein gigantisches Wachstum hat es in der Menschheitsgeschichte vorher nie gegeben. Deswegen sind viele politische Akteure überfordert, weil sie zur Regelung von Weltfragen nur das System der zwischenstaatlichen Organisationen haben – etwa die Vereinten Nationen, der G8-Gipfel, die Europäische Union oder die OECD. Hier findet alles hinter verschlossenen Türen statt. Es wird von oben nach unten hinter verschlossenen Türen entschieden“, bemängelt Professor Wolfgang Kleinwächter in dem Republica-Panel „HACKING THE MAP OF INTERNET GOVERNANCE“. Man bekomme keinen Zugang zu Dokumenten, ACTA-Verhandlungen laufen unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit und Einflüsterungen von Lobbyisten bei Gesetzesinitiativen erreichen nicht das Licht der Öffentlichkeit.
Ich bekam schon letztes Jahr an einer Aus- und Weiterbildungseinrichtung für Journalisten immer ein schlechtes Gefühl, wenn ich die Querverweise auf Gogglemail oder Googledocs hörte. So verlockend das Angebot ist, ich schreibe lieber lokal bei mir auf meinem Rechner und gleiche diese Dokumente maximal durch eine geschützte Cloud mit anderen Rechnern ab. Leser meines Blogs wissen, welchen Anbieter ich schätze. Bei besonders brisanten Geschichten würde ich sogar heute noch soweit gehen und komplett offline schreiben und konventionell mittels USB-Stick zu sichern.
Das ist keine Paranoia, nur eine kleine Vorsichtsmaßnahme. In letzter Zeit las man öfters, dass Profile in Sozialen Netzwerken gesperrt werden, manchmal reicht nur ein ungewöhnlicher Name.
Dass ich die Kostenlos-Kultur der Sozialen Netzwerke im Internet mit meinen Daten bezahle, schreckt mich nicht mehr sonderlich. Bruder Sorglos darf ich nicht sein, ich überlege mir bei jeder Anwendung, ob sie notwendig ist, handle restriktiv und, … manchmal bin ich sogar unterwegs, ohne mich bei Foursquare einzuloggen.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: die klassische Totholz-Kalender-App hat bei mir eine Wiederbelebung erfahren. Es kann nämlich auch nervend sein, wenn meine synchronisierten Rechner parallel Terminerinnerungen raushauen und so für ein akustisches Inferno sorgen.
Noch eins fällt mir auf: Als ich mit iPad und WiFi unterwegs war, reichten mir 500 MB locker als Mobiles Volumen für einen Monat. Seit meinem Wechsel zu Android sind die Apps weniger geworden, aber das Volumen ist so gestiegen, dass ich nach 20 Tagen limitierte Geschwindigkeit spüre.
Ich will keines der beteiligten Unternehmen der Datenschleuderei bezichtigen, auch nicht das eine besser als das andere hinstellen. Dennoch würde ich manchmal gerne wissen, was für Daten da verschaufelt werden.
Meine These: Solange ich nicht abgesichert bin gegen letztlich auch eine Löschung meiner Existenz, werde ich einen Teufel tun, mehr Daten von mir als notwendig in die Wolke und zu Anbietern zu schieben, als ich unbedingt muss.
Aber ich bin gespannt, wie die Experten Hannes Schleeh, Arnoud de Kemp und Bernhard Stahl auf dem Panel Obi Wan Kenobi und das Future Internet auf meine Abschottung reagieren.
Wir sehen uns! Am 09.Mai um 17.30 Uhr im Café Moskau in Berlin.
(Mag sein, dass der Titel des Artikels heute durch Gerhard Polt beeinflußt ist, dem zu entkommen heute nur durch strengste Medienabstinenz möglich wäre.)
Bernd Stahl von Nash Technologies hat eine Vision: Das Internet der Zukunft verbirgt seine komplizierten und komplexen Mechanismen künftig in einer Anwendung, die alles für uns erledigt: Wetterbericht abfragen, die Verbindung in alle Sozialen Netze, die Planung der nächsten Geschäftsreise. Wie sich das darstellen könnte, hat er mir in einem Interview verraten, das bei Soundcloud komplett zu hören ist.
Hier gibt es einen kleinen Anreisser:
Das komplette Interview gibt es hier.
Sprache wird immer wichtiger, wenn es um die Kommunikation mit dem Internet geht. Smartphone und Tablet sind jetzt schon auf unseren Wegen immer dabei. Der Kühlschrank, der seine Vorräte für seinen Besitzer bestellt, ist konkret, noch nicht serienreif, aber er wird kommen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis ich über meine Armbanduhr das Flugticket nach Berlin oder Brüssel buche.
Mehr zu diesem Thema gibt es nächste Woche auf einem Panel von Gunnar Sohn auf der informare, einer Wissenschaftskonferenz. Im Cafe Moskau diskutieren wir unter dem Titel “Obi Wan Kenobi und das Future Internet”.
Arnoud de Kemp ist Niederländer, hat in Diensten des Springer Verlages gearbeitet, sich dann selbständig gemacht und organisiert neben seinem Beruf als Verleger die informare, eine Wissenschaftskonferenz in Berlin. Er prophezeit: das klassische Buch und das eBook werden noch länger in friedlicher Koexistenz leben. Aber: das eBook wird auf Dauer mehr Gewicht bekommen. Mehr dazu in diesem Interview:
Arnoud de Kemp ist Gast auf einem Panel, das der Wirtschaftsjournalist Gunnar Sohn und ich unter dem Titel “Obi Wan Kenobi und das Future Internet” moderieren. Eine Diskussion im Format einer Late-Night-Show.
Das Programm der informare im Cafe Moskau
Fotocredit: Arnoud de Kemp, privat.
Die informare 12 in Berlin rückt unaufhaltsam näher. Der Wirtschaftsjournalist Gunnar Sohn hat mich als Co-Moderator zu seinem Panel gebeten. Wir sind am 9. Mai von 17 bis 18.30 Uhr im Café Moskau. Im Stil einer Late-Night-Show reden wir zur Entwicklung des Internets. Ist die “App” schon das Ende der technischen Entwicklung oder kommt noch was nach? Und wenn ja, was? Mehr Informationen dazu gibt es im Blog von Gunnar Sohn.
Das Bayerische Staatsministerium für Verbraucherschutz lud zum zweiten Mal zum Verbrauchertag ein. Im Kardinal-Wendel-Haus führten Thomas Gerlach und Matthias J. Lange vor dem Panel mit einem Multimedia-Vortrag auf das Kernproblem hin: Sind meine Daten sicher, wo bleibe ich als Verbraucher?
Es ist keine Neuigkeit, dass sich die Welt seit der Erfindung und Verbreitung des Internets rasant verändert. Damit einher geht aber immer die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit von Usern und Anbietern.
Dr. Thomas Stögmüller, Rechtsanwalt, stellte sieben Thesen in sieben Minuten auf.
Wichtigste Forderung: Der Nutzer muss wissen, wem er seine Daten weitergibt. Er soll zwischen Güter- und Interessenabwägung auswählen können. Denn, so Stögmüller, wenn ich eine Flut an Hinweisen bekäme, könne ich diese irgendwann nicht mehr auswerten. Der Informations-Overkill drohe.
Das europäische Datenschutzniveau sei hoch, so Stögmüller weiter, aber: „Das deutsche Datenschutzniveau sei zu hoch.“
Eine Forderung, der sich Dr. Christoph Wenk-Fischer vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels anschloss. Und weiter: „eCommerce macht mittlerweile zwei Drittel des Handels aus.“ Das Internet sei ein Faktor des täglichen Lebens geworden. Auch zum Einkauf. Er fordert weniger Furcht, weist allerdings darauf hin, dass die Verbraucher mündig werden müssen.
Futter für Dr. Beate Merk (CSU). Die Bayerische Justiz- und Verbraucherschutzministerin machte geltend, dass Verbraucher wie Unternehmer oftmals gar nicht so recht wüssten, was sie im Netz eigentlich tun.
Sie verwies auf eine amerikanische Studie, bei der zu Tage kam, dass viele Anwender in Sozialen Netzwerken nicht genau wissen, wie sie sich vor Datenklau schützen können.
Das beginnt ja schon bei den einfachen Anwendungen, die Facebook als Spiele implementiert habe, setze sich über den „Freunde-Finder“ bis hin zur Geburtstags-App fort.
Ministerin Merk will den Verbrauchern Hilfestellung bieten. Dazu dient ihrer Ansicht nach auch dieser Verbrauchertag.
„Das Internet ist genial,“ so Merk, „aber wir müssen dem Menschen mehr an die Hand geben.“
Das ist der Ruf nach mehr Medienkompetenz. Den Verbrauchern muss klar sein, dass sie bei ‘kostenlosen’ Angeboten wie Facebook, Google + und anderen Netzwerken doch zahlen: Mit ihren Daten.
Fragen aus dem Publikum, vor allem von Vertretern der Verbraucherverbände gestellt, machen deutlich, dass einerseits der Datenschutz nicht hoch genug bewertet werden kann.
Die Vertreter der Wirtschaft wollen Sicherheit bei gleichzeitig niedrigeren Schwellen und einer generellen Vereinfachung des Handelsrechtes.
Beate Merk zeigte sich erschüttert, dass es ohne weiteres möglich ist, dass sich 13jährige Kinder ohne Erlaubnis der Eltern bei Sozialen Netzwerken anmelden könnten. Sie forderte eindringlich eine deutsche und europäische Lösung, dazu Ausbildung und Aufklärung. „Medienkompetenz muss so in Fleisch und Blut übergehen wie das links und rechts schauen vor dem Überqueren der Straße.“
Fazit: Alle Beteiligten sind aufgefordert, zusammen zu wirken. Nur dann kann Internet zum Nutzen aller werden.
Das Internet, vor 20 Jahren noch für viele eine Spinnerei einiger Weniger, ist für die meisten von uns heute nicht mehr wegzudenken. Prozesse in Wirtschaft und Politik werden im Netz begleitet, manches wird sehr schnell transparenter als früher. Es gibt Politiker, die ihren Doktortitel aberkannt bekamen, weil Netizen sich zusammentaten und Plagiate nachwiesen. Ich kaufe mir meine Musik im Netz, ich kaufe meine Bahnfahrkarten online, meine Information beziehe ich fast ausschliesslich über die Online-Zeitungen.
SMS schreibe ich nur noch selten, meine Freunde erreiche ich via Facebook, Twitter und anderen Social Media – Applikationen. Das Telefon? Brauche ich nur noch, um mal länger am Stück Sachen auszudiskutieren oder mit Menschen aus der Offline-Welt Kontakt zu haben.
Ich habe mich mit Hannes Schleeh getroffen. Er ist Betriebswirt und selbständiger Social-Media-Berater. Daneben ist er Hypnose-Therapeut. Als ich Schüler war, faszinierte mich der Satz von Friedrich Dürrenmatt, niedergeschrieben in den 21 Thesen zu den Physikern: Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden.’
Social Media wird die Wirtschaft also noch radikaler verändern, als wir das uns jetzt vorstellen wollen und können. Mehr zu diesem Thema, weitere Thesen und Meinungen werden der Wirtschaftsjournalist Gunnar Sohn und ich auf einem Panel mit Gästen erörtern.
Wir wollen im Stile einer Late Night Show diskutieren. Es wird also sicher kein langweiliger Vortrag auf der informare 12 im Café Moskau (Berlin).
Gäste sind Bernd Stahl (Netzwerkspezialist, Nash Technologies GmbH, Nürnberg), Bernhard Steimel (Leiter FutureMarkets-Center Information & Kommunikation, FutureManagementGroup AG, Eltville) Arnoud de Kemp von der informare, und Hannes Schleeh (Social Media Coach und Hypnosetherapeut, Coaching Innovation, Aresing)
Ich möchte zu meinem gestrigen Post noch ergänzend hinzufügen, was mich an Apple, seinen Produkten und seiner (Geschäfts-) Politik stört.
Wenn man ein Produkt haben will, ist man bereit, die saftigen Preise zu zahlen. Klar, das habe ich auch getan und ich habe es gern getan. Gut gestylte Computer, sinnvoll durchdacht. Soweit.
Das Erste, was ich mir nach Erhalt meines iPods kaufte, waren vernünftige Kopfhörer. Mag sein, dass ich komische Ohren habe, aber bei mir hingen die mitgelieferten Ohrhörer immer nur locker drin, fielen gern raus und taten mir aufgrund der Hartplastik-Schale auch oft weh, wenn ich versuchte, die Kapseln etwas besser im Ohr zu verankern. Der Akku lässt bei mir nach zwei Jahren im Dauerbetrieb nun schon merklich nach, vielleicht sollte sich Apple da überlegen, dass nicht automatisch bei jeder Synchronisation via Kabel geladen wird. Nun gut, man kann jetzt auch drahtlos syncen, sicher schon ein Schritt in die richtige Richtung.
Mein größter Kritikpunkt am iPad ist, dass ich ohne Jailbreak keine Audiostücke einspielen kann, die ich mit einem anderen Gerät aufgenommen habe. Die Abschottung via iTunes hat ihre Berechtigung, das kreide ich nicht an. Aber das iPad bietet mir nicht das, was ich bei meiner Arbeit brauche. Und die Aufnahmequalität ist nicht das, was ich haben möchte, da ich oft mit unterschiedlichen Einstellungen arbeite.
Mein MacBook Pro ist kein Tragegerät. Als solches war es auch nie richtig geplant. Es steht auf meinem Schreibtisch, zeichnet mittels eyeTV Radio und Fernsehen auf und sollte am heimischen Arbeitsplatz mir vernünftiges Arbeiten an einem für Medien besonders geeigneten Gerät ermöglichen. Tut es soweit auch, bis auf iMovie, das eben nicht mehr das macht, was es soll. Und wenn ich mir zurückliegend anschaue, wie viele Programme anfangs nach dem Update auf OS Lion Probleme bereiteten, dann war das auch nicht gerade glücklich und fehlerfrei.
Dieser Satz von ‘fehlerfreier Software’, die Apple ausliefere, hat mir den Kamm schwellen lassen. Daher die Frage an die Leserschaft: Ist jemandem mit iMovie auch etwas Seltsames passiert? Ich kann keine Standbilder mehr zeitlich angleichen, dann haut es mir die Audiospur an den Anfang. Eine Slideshow kann ich so nicht machen. Gut nur, dass es den Pinguin gibt. :) Hier kann ich mir unter Umständen sogar noch selber helfen.
Irgendwann musste das kommen: Ich bin unglücklich mit Apple.
Samstag wollte ich eine Slideshow machen. O-Töne auf dem Linuxrechner geschnitten, getextet, eingesprochen und montiert. Bilder ausgesucht, vermaßt und Storyboard geschrieben. iMovie auf dem MacBook Pro gestartet. Bilder in der richtigen Reihenfolge eingespielt, Tonspur darunter gelegt. Dann folgt die Feinarbeit: Standzeit der Bilder angleichen, damit keine Text-Bild-Schere entsteht. Zuletzt habe ich das im Dezember gemacht. Die große Überraschung: Als ich das erste Bild angleichen will, verschiebt sich die Tonspur ganz an den Anfang und lässt sich auch nicht mehr unter die Bilder bewegen. Programm geschlossen, Rechner runtergefahren, neuer Versuch. Wieder das gleiche Bild. Auf der Website von Apple geschaut, ob der Fehler schon bei anderen aufgetreten ist. Nichts gefunden, dafür aber zwei Updates, die ich mir ziehe.
Ich klicke das erste Update an und bekomme die Meldung, dass ich im App-Store nachschauen soll, ob ein Update vorliegt. Ich gucke nach, es gibt keins. Appstore zu, ‘Ok’ in der Meldung geklickt. Programm schliesst sich. Nichts passiert. Gut, denke ich: Zweites Update. Genau das gleiche Spiel. Ich rufe den Apple-Support an. Und muss mich drüber belehren lassen, dass ich ein Support-Ticket erwerben muss, da ich das Gerät länger als 90 Tage habe. Stimmt, ich habe mein MacBook seit November 2010 und habe noch nicht einmal bei Apple etwas in Anspruch nehmen müssen, keinen Support, keinen Workshop, keinen Expertentipp.
Ich möchte nicht zahlen. Ich habe noch nie Support von Apple in Anspruch genommen, aber teures Geld für geil ausschauende Geräte gezahlt. Dafür bekomme ich allerdings zu hören, dass ich das Programm falsch bediene. Und den bemerkenswerten Satz des Apfelmitarbeiters:‘Wir liefern keine fehlerhafte Software aus.’ Achso, ja. Ich erinnere mich: Ich bin ein dummer Computerquäler, der alles kaputtmacht. Die Gottgleichheit Apples darf nicht in Zweifel gezogen werden. Hallo, Apple? Ich habe unter Windows gelitten, mit Linux Lösungen gebastelt. Ich habe nicht die erste Slideshow mit iMovie gemacht. Mit dem Programm kenne ich mich aus. Ich habe mir für meine Abschlussarbeit an der Journalistenakademie die App gekauft. Ich bin oft als Apple-Fanboy angesehen worden, den Spott ertrug ich gern. Lassen wir mal die Arbeitsbedingungen bei Zulieferern und die Umgangsform mit Mitarbeitern im Store außen vor. Alleine die Arroganz, wie mit einem Kunden umgegangen wird, langt schon. Service geht anders.
Vor Weihnachten habe ich übrigens mein iPad verkauft, weil ich damit keinen Audiobeitrag schneiden kann, den ich nicht mit ihm aufgenommen habe. Stattdessen habe ich mir ein Notebook zugelegt, Ubuntu-Linux draufgespielt und sitze nun also mit ‘vonStolzing’ und meinem MacBook am Schreibtisch. Ein iPhone habe ich nie als notwendig erachtet, ich habe mir letzten Herbst einen Androiden gekauft. Bei meinem zwei Jahre alten iPod lässt seit letztem Sommer die Batterie merklich nach. Das nächste Abspielgerät wird vor allem eines können: Abspielen. Nicht nur mp3, sondern auch ogg-vorbis. Video brauche ich nicht, da ich unterwegs keine Bewegtbilder schaue.
Bis jetzt habe ich nichts gefunden, das ich ohne Apple nicht erledigen könnte. Und die eingangs gestellte Frage beantworte ich mit: