Grüne Künstlerförderung

Die bayerische Kultur- und Kreativwirtschaft boomt, die soziale Lage der Kulturschaffenden ist aber häufig prekär. Das geht aus einer Erhebung hervor, die das Bayerische Wirtschaftsministerium auf Antrag des Grünen Dr. Sepp Dürr veranlasst hat.
Dabei kam zu Tage, dass die bayerischen Kreativen europaweit ganz vorn mitspielen:

Allein, so Dürr, die Staatsregierung mache zu wenig und habe die Kreativen bisher sträflich vernachlässigt.

Dieser Fehler, so der kulturpolitische Sprecher der Landtagsgrünen, sei, dass die Minister Zeil und Heubisch lieber angesichts der kleinteiligen Struktur der Szene die Hände in den Schoß legen oder sich um die großen Unternehmen kümmern, statt die Keimzelle der Kreativität zu fördern. Das müsse aber schon bei der kulturellen Bildung anfangen, im Kindergarten und in der Schule. Durch die Schulzeitverkürzung im bayerischen Gymnasium, die Verdrängung von kultureller Bildung durch das notwendige Erlernen von sozialen Fähigkeiten in der Grundschule fehle schlichtweg, so Dürr, die Zeit für den Museumsbesuch. Und: diese Bildung koste nun mal auch Geld.

Sepp Dürr präsentierte heute in München ein Antragspaket zur Förderung der bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaft, das auf den Erkenntnissen des im Winter vorgelegten bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaftsberichts fußt. Kernpunkte des aus 18 Initiativen bestehenden „Grünen Handlungsprogramms“ sind eine Verbesserung der Förderkulisse für die Kulturschaffenden durch Senkung der Förderschwellen und Erleichterung des Zugangs zu Fremdkapital. Außerdem sollen die Studienangebote an den Musik- und Kunsthochschulen um Inhalte zur Selbstvermarktung und wirtschaftlichen Professionalisierung ergänzt werden.

Letztlich, so Dürr, müsse aber auch der Staat wieder verstärkt als Auftraggeber auftreten.

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In der Kategorie Kultur, Politik, Wirtschaft am 14.05.13 um 16:54 Uhr veröffentlicht.
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Frau, Linksliberale, Jüdin: Dora Lux – Lehrerin

Als Frau Lehrerin werden? Im ausgehenden Kaiserreich fast unmöglich. In der Zeit des Nationalsozialismus, zumal als Jüdin, ein Unding. Hilde Schramm, ehedem alternative Abgeordnete des Berliner Abgeordnetenhauses und Tochter von Albert Speer, hat ein Buch über eine bemerkenswerte Lehrerin geschrieben, über ihre Lehrerin. Dr. Dora Lux. Bei einer Lesung im Evangelischen Bildungswerk München stellte sie die bemerkenswerte Persönlichkeit vor. Die Lesung war eine Kooperationsveranstaltung zwischen Nachbarschaftlich leben für Frauen im Alter e.V., dem Evangelischen Bildungswerk München e.V. und der Evangelischen Stadtakademie München.
Dora Lux war rebellisch und klug. Auf diese beiden Eigenschaften kann man sie reduzieren, wenn man sie reduzieren muss. Man sollte sie aber nicht reduzieren, sondern lieber das Buch von Hilde Schramm lesen, um die ganze Person zu erfassen. Man kann die Vielschichtigkeit nicht in einem Artikel wiedergeben, den Versuch unternehme ich auch gar nicht. Einige Ausschnitte aus der Veranstaltung, Lesung, Diskussion sollen Ansporn sein, dieses Buch zu kaufen. Hilde Schramm zu ihrer Faszination an der Person Dora Lux, die sie selber als Lehrerin im Nachkriegsdeutschland hatte:

Hilde Schramm lernte Dora Lux im Nachkriegsdeutschland kennen, sie hat sie als alte Frau in Erinnerung, die noch weit bis ins siebte Lebensjahrzehnt unterrichtete. Lux hatte als eine der ersten Frauen auf Lehramt studiert, sie promovierte in München, das damals schon progressiver war als der Rest der Republik, war verheiratet mit Dr. Heinrich Lux, einem Physiker und Publizisten, Patentanwalt und Freimaurer. Schramm hat akribisch zusammengetragen, was sie von Zeitzeugen bekam.

Wie subtil die Diskriminierung von Juden schon in Kaisers und Preußens Zeiten war, verdeutlicht Schramm bei ihrer Lesung, wenn sie von der Gestaltung der Zeugnisse berichtet. Als erstes kam Religion …

Dr. Dora Lux hat die Nazizeit in Deutschland nahezu unbehelligt überlebt. Grund hierfür war der seltsam anmutende Widerstand, den Lux übte. In der Gesetzgebung des Dritten Reiches, so Schramm, stand in den Paragraphen, die Juden betrafen, oft das Wort „unaufgefordert”. Vielleicht ist das einer der Gründe, dass Dora Lux die Nazizeit überlebte: Sie meldete sich nicht, hatte anfangs schon Kennkarten unwahr ausgefüllt – und: Sie hatte wohl sehr viel Glück, dass keiner der Nachbarn sie denunzierte. Zum privilegierten Judentum gehörte Lux nicht:

Auch die Ehe von Dora Lux mit Heinrich berücksichtigt Hilde Schramm. Sie lässt aus den Erinnerungen von Heinrich in das Buch einfließen:

Wie gesagt, in diesem Blog das Buch und die Lesung umfassend darzustellen, würde den Rahmen sprengen. Die Audiobeispiele sollen aber Lust machen, das Buch zu kaufen und zu lesen.

Bibliographische Angaben:
Hilde Schramm. Meine Lehrerin, Dr. Dora Lux
gebundene Ausgabe, 432 Seiten, 19,95 Euro, erschienen bei Rowohlt.
Die Buchhandlung Avicenna in der Amalienstraße 91, München, hat das Buch in größeren Stückzahlen vorrätig.

Disclaimer: Ich danke Hilde Schramm und dem Evangelischen Bildungswerk München, dass ich die Lesung mitschneiden durfte.
Ich habe weder ein Rezensionsexemplar erhalten noch stehe ich in geschäftlichen Beziehungen zur genannten Buchhandlung.

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In der Kategorie Bildung, Kultur, Schule am 01.05.13 um 20:34 Uhr veröffentlicht.
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Programmtipp – Markus-Passion

Am Karfreitag 2013 bietet NDR Kultur ein echtes Highlight. Ab 15.05 Uhr wird die Markus-Passion übertragen. Das Libretto, also der Text, ist vollständig erhalten. Das Besondere an der Markus-Passion ist, dass die Musik rekonstruiert wurde. Johann Sebastian Bach hat die Markus-Passion komponiert. Uraufgeführt wurde das geistliche Werk am 23. März 1731. Im Jahr 1744 hat Bach selbst noch einmal die Passion dirigiert und um zwei Arien ergänzt. Wer sich via Wikipedia mit dem Werk anfreunden will, der klicke hier.

Freitag, 29.03.2013, 15.05 – 18.00 Uhr
NDR Kultur
Markuspassion
Deutsche Erstaufführung in einer rekonstruierten Fassung von Simon Heighes

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In der Kategorie Kultur, Musik, Religion am 24.03.13 um 21:00 Uhr veröffentlicht.
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Referenzen

Ich habe diese Nacht mal ein paar Aufträge des letzten halben Jahres zusammengestellt, an denen ich mitgewirkt habe – oder die durch mein Zutun entstanden sind.
Eigentlich liest sich das schon als eine gute und tolle Auswahl.

· Hanns-Seidel-Stiftung: Jugend im Dialog 2012, Foto- und Audio-Dokumentation
· Hanns-Seidel-Stiftung: Renaissance des Christlich-Sozialen, Foto-Dokumentation
· Evangelische Landeskirche Bayern: Was wir vorhersagen können, will keiner wissen, Foto- und Audio-Dokumentation, Artikel mit Audio-Elementen
· Förderlehrertag der KEG: Fotos für einen Bericht des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus
· Wertekongress des Wertebündnis Bayern: Fotos für den Bericht des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus
· Shalom Europe: Der erste Israeltag im Bayerischen Landtag, Foto-Dokumentation

Darüber hinaus begleite und dokumentiere ich ausgewählte Veranstaltungen der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern.
Meine Philosophie: Ich arbeite im mittleren Hochpreissegment, mache lieber weniger Aufträge, diese aber in Zusammenarbeit mit Premiumpartnern. Anfragen zu meiner Arbeit sind herzlich willkommen.

Ungefragt gebe ich auch gerne einen Rat an (junge) Kollegen weiter: Macht Euch nicht gemein, haltet die Tarife in Ehren und seid menschlich.

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In der Kategorie Allgemein, Kommunikation, Kultur, Landtag, Service, Social Media am 22.03.13 um 06:02 Uhr veröffentlicht.
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Alexander-Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim

Die archäologische Landesausstellung Alexander der Große öffnet ihre Pforten für die Besucher. Auf rund 1500 m² werden Ausstellungsobjekte aus über 40 Museen und Sammlungen präsentiert. Selten, so die Kuratoren der Ausstellung, hat man so viel Platz wie im Lokschuppen Rosenheim.
Rund 2,3 Millionen Euro kostet die Ausstellung, die Betreiber kalkulieren mit 177.000 Besuchern. Eine stolze Zahl, die aber als realistisch anzusehen ist, die Ausstellungen im Lokschuppen haben bislang immer ihre Zahlen eingespielt. Ein besonderer Schwerpunkt ist im Lokschuppen Rosenheim auch das museumspädagogische Angebot, das neben sportlicher und kulinarischer Ausrichtung dieses Mal auch ganz besonders auf Schüler gerichtet ist. Wie Peter Miesbeck vom Lokschuppen erläutert, wurde die Ausstellung auch mit dem Lehrplan abgestimmt.

Alle Informationen zu Eintrittspreisen und Spezialangeboten gibt es auf der Website des Lokschuppen Rosenheim.
Auch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus befürwortet die Ausstellung. Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle hat ein Grußwort verfasst. Ein Artikel des StMUK findet sich hier.
Wer vorab noch hören will, was es zu sehen gibt und wie die Ausstellung konzipiert wurde, kann hier in Ausschnitte aus der Pressekonferenz in München hineinhören.
Wie die Ausstellung noch vor vier Wochen aussah, habe ich in einer kleinen Slideshow festgehalten.

Einige Impressionen aus der Ausstellung, kurz vor Eröffnung:

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In der Kategorie Ausstellung, Bildung, Kultur, Schule am 21.03.13 um 17:37 Uhr veröffentlicht.
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Glück ist nicht wie Cola am Automaten kaufen

Der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat zusammen mit seinem ältesten Sohn Jonas ein Buch geschrieben. Im Dialog unterhalten sie sich, was bei einem Bischof naheliegt, über den Glauben. Jonas Bedford-Strohm ist 20 Jahre alt und studiert in Heidelberg evangelische Theologie.
Das Buch „Wer’s glaubt, wird selig” entstand aus dem Gespräch von Vater und Sohn, aufgenommen im Familienurlaub 2012 mit einem Smartphone. Sohn Jonas hat es verschriftlicht und der Vater es gegengelesen. Im Presseclub München haben Vater und Sohn Bedford-Strohm einige Passagen vorgetragen und Fragen beantwortet.

In acht Kapiteln von Glück über Glaube bis hin zur Spiritualität steht der Vater dem unbequemen Sohn Rede und Antwort.
Die entspannte Art, mit der der Landesbischof mit seinem Sohn gelesen hat, zeigt auch, wie sehr das Verhältnis beider in der Familie geprägt ist. Es lässt erahnen, dass sie sich im Urlaub ernsthaft mit auch intimen Fragen zum Glauben auseinandersetzen. Besonders fällt dabei die Beschreibung seiner Jugend ins Auge, die Jonas Bedford-Strohm im Vorwort schildert:

Ausgehend von diesem Vorwort und der Situation des Bischofssohnes kann man den Weg nachvollziehen, den Jonas gegangen ist. Es war, so sagte er es auch freimütig, die Kirche seines Vaters, nicht seine Kirche. Jonas sieht es selber als erstaunlich an, dass er heute Theologie studiert. Gleichzeitig betont er aber, nicht Pfarrer werden zu wollen. Er hat durch das Schreiben des Buches Gefallen am Journalismus gefunden.

Das Verhältnis von Jonas zur Kirche vom Papa hat sich durch die Beschäftigung mit dem Thema auch verändert, wie mein Kollege Benjamin Neudek herausfand:

„Wer’s glaubt, wird selig” endet mit einer Frage- und Antwortrunde zum Vaterunser. Nicht nur deswegen kann das Buch Hilfe sein in (evangelischen) Glaubensfragen. Die brillante Theologie des Landesbischofs, vordem Professor für Systematische Theologie in Bamberg, mischt sich in verständlicher Form mit den Fragen seines Sohnes, Vertreter der Jugend. Ein gelungenes Werk, das mir alleine durch die sympathische Vorstellung von Heinrich & Jonas Bedford-Strohm wichtig sein wird.

Der Verleger Manuel Herder, zu dem der Kreuz-Verlag gehört, findet die Form interessant, in der über Gott gesprochen wird. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Bibliophile Angaben:
„Wer’s glaubt, wird selig” ist im Kreuz Verlag erschienen, 192 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3-451-61193-3, 17,99 € (D), 18,50 € (A)

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In der Kategorie Kultur, Religion am 21.02.13 um 18:49 Uhr veröffentlicht.
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Baustelle Alexander – die Ausstellung wird vorbereitet

Die Landesausstellung „Alexander” nimmt Formen an. Noch sind die Handwerker dabei, den Lokschuppen in Rosenheim herzurichten. Bevor sich die Tore am 22. März für die Besucher öffnen, ist noch viel zu machen.
Ein Rundgang durch die Baustelle als Slideshow mit O-Tönen, den ich auf Youtube abgelegt habe.

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In der Kategorie Ausstellung, Kultur am 18.02.13 um 18:45 Uhr veröffentlicht.
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Sieben Wochen ohne …

… In Kirchenkreisen, meist evangelischen, ist es Brauch, dass man in der Fastenzeit auf etwas verzichtet. Die Fastenzeit umfasst sieben Wochen. Ich bin in den letzten zwei Wochen verhaltener geworden und habe nachgedacht. Nach der Weihnachtspause war ich auf vielen Hochzeiten unterwegs, viele Termine, viele Dinge. Und die Erkenntnis: Ich brenne an beiden Enden wie die bildliche Kerze. Nahestehende Menschen, Freunde, haben mir schon vor Weihnachten gesagt, dass ich viel mache. Eigentlich haben diese Freunde gesagt, dass ich zu viel mache.
Diese Freunde haben Recht. Ich war zu viel unterwegs, habe mich zu viel zerfasert, habe versucht, viele Sachen in meine journalistische Arbeit zu integrieren. Und dabei habe ich, Lesern meines Blogs ist es nicht verborgen geblieben, vieles nicht mehr berichtet, nicht mehr thematisiert. Deswegen will ich die Fastenzeit nutzen, um mich auf einige Sachen zu besinnen.

Ich möchte einfach wieder mehr Mensch und Journalist werden, ohne die mir übertragenen Aufgaben zu vernachlässigen.
Ja, ich gebe es zu, ich habe mir viel vorgenommen.

· Ohne Tabak

Einfach mal nicht rauchen, auch wenn mir danach ist. Seit 20 Jahren merke ich, dass ich gerne zur Zigarette greife, wenn ich Langeweile habe. Nicht gerechnet die halb gerauchte Kippe auf dem Weg zur U- oder S-Bahn. Und die Verwunderung darüber, dass ich diese Zeiten gut überbrücken kann, weil es kurze Zeiten sind. Ich war heute von 9 bis 15 Uhr unterwegs und hatte keinen Tabak dabei … und ich habe keinen Augenblick die Kippe vermisst. Sollte also gehen. :)

· Ohne Alkohol

Viel zu oft komme ich abends heim und genieße noch ein Bier oder ein Glas Rotwein. Oder war auf einer Veranstaltung und habe ein Glas Rotwein oder Bier (oder auch zwei) getrunken. Muss auch nicht sein, Gespräche bei Terminen kann man auch ohne Alkohol führen. Einfach so.

· Ohne Fleisch

Zuviel Fleisch esse ich eigentlich erst, seit ich vor einem Jahr meinen Dampfgarer in Betrieb genommen habe, sieht man von Burger-Kost oder Currywurst und dergleichen ab. Muss eigentlich auch nicht sein.
Insofern sind die ersten drei Punkte Genuss-Punkte. Nicht einfach abzustellen, aber ich versuche das.

· Ohne Jazz

Himmel. Wer mich kennt, weiß, dass ich ohne Musik nicht sein kann. Und der Jazz gehört zu meinem Leben, irgendwie. Nachdem ich dieses Jahr nicht in der Jury zum Bayerischen Jazzweekend sein werde, was sehr positiv ist, da ich unabhängiger sein werde, versuche ich, ein echtes Opfer zu bringen und bis Ostern keinen Jazz zu hören. Aber auch keine Liedermacher oder Ernst Mosch. Lieber abends mal hinlegen und die ca. 15 Bücher lesen, die sich mit mir mein Bett teilen.

· Ohne Alter Ego

Ich liebe meinen privaten Twitter-Account „Hynkl”, ich brauche ihn, damit ich Gedanken abseits des ach so wichtigen Medienaccounts äußern kann, damit ich nicht ersticke am Irrsinn dieser Welt. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich der Verantwortung für Hynkl, mein privates Ego, nicht immer gerecht werden kann. Seit Oktober habe ich immer wieder Auszeiten probiert und musste doch immer reaktivieren, weil mich zu viel umtrieb. Weil mich zu viel aufregte. Und nach ein paar Tagen merkte ich, dass ich seiner überdrüssig wurde. Deswegen ist das vielleicht mein größter Verzicht: Einfach mal die Schnauze halten und nix sagen, auch wenn die Finger jucken. Sollte Hynkl wieder notwendig werden, dann kommt er wieder.

Aber ich versuche das alles einmal.
Scheitern inklusive.

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In der Kategorie Jazz, Kultur, Selbstreferentiell, Social Media am 12.02.13 um 23:04 Uhr veröffentlicht.
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Alexander der Große im Lokschuppen Rosenheim

In zwei Monaten öffnet im Lokschuppen Rosenheim die große Archäologische Landesausstellung „Alexander der Große – Herrscher der Welt”. Auf einer Pressekonferenz haben die Macher der Ausstellung, die Archäologische Staatssammlung München und der Lokschuppen Rosenheim das Konzept vorgestellt.

Die Berichte über Alexander den Großen wurden, so erläuterte Professor Dr. Rupert Gebhard, erst 200 – 300 Jahre nach seinem Tod aufgeschrieben. Seine Kindheit verbrachte Alexander in Pella, er wurde nicht nur gemäß der Tradition militärisch unterrichtet und erzogen, auch der große Philosoph Aristoteles unterrichtete Alexander. Von daher ist der historische Kontext gegeben, die Lebensdaten von Alexander dem Großen sind einzuordnen. Zudem ist die Forschung zu Alexander dem Großen ein Kapitel der Geschichtsschreibung, das auch heute jährlich viele Publikationen hervorbringt.

Alexander der Große ist uns heute aus dem Geschichtsunterricht bekannt. Über 23.000 Kilometer Feldzug charakterisieren seinen Lebensweg. Und dieser Feldzug führte ihn vom Hindukusch bis hin zu den Kelten, wie Gebhard in einer historischen Anekdote zu berichten weiß:

Rund 450 Objekte bekommt der Rosenheimer Lokschuppen als Leihgabe. Diese kommen aus der ganzen Welt, nur mit Griechenland gab es Schwierigkeiten wegen der politischen Lage, derzeit sind keine geordneten Verträge möglich. Dafür sind in der Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim aber auch seltene persische Waffen zu sehen:

Im Lokschuppen Rosenheim wird die Geschichte Alexanders des Großen erfahrbar, fast greifbar. Den Ausstellungsmachern ist gelungen, dass sie den großen und in einigen Werken der Literatur beschriebenen und erwähnten Gelageraum von Alexander nachbilden konnten. Daneben gibt es in der Ausstellung auch noch andere Großobjekte zu sehen. Dr. Harald Schulze, Archäologe:

Die Ausstellung im Lokschuppen Rosenheim ist in zehn Themenbereiche unterteilt. Diese reichen von der Geburt Alexanders über die Schlacht bei Issos („333 – bei Issos Kelierei”), seinen Ägypten-Feldzug und die Zeit am Hindukusch bis hin zu seinem Tod. Vielfach werden diese Stationen auch durch Tontafeln dokumentiert, weiß Dr. Ellen Rehm zu berichten:

Zur Ausstellung selber wird es ein umfangreiches Begleitbuch geben. „Alexander der Große – Herrscher der Welt” ist vom 22. März bis 3. November im Lokschuppen Rosenheim zu besichtigen. Alle Infos zur Ausstellung gibt es auf der Website des Lokschuppens.
Auch in den kommenden Monaten wird hier im Blog berichtet.
Geplant ist ein Vorab-Blick in den Aufbau der Ausstellung. Und von der Eröffnung wird Heinrich graut’s auch berichten.

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In der Kategorie Ausstellung, Bildung, Kultur am 17.01.13 um 19:28 Uhr veröffentlicht.
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44. Internationale Jazzwoche in Burghausen

Im März steigt die 44. Internationale Jazzwoche Burghausen. Eine Woche lang zieht die im südöstlichsten Zipfel Bayerns gelegene Kleinstadt wieder Jazzfreunde und -stars an. Heute hat die „Mannschaft” der Interessengemeinschaft Jazz Burghausen e.V. das Programm im Presseclub München vorgestellt. Hochkarätige Stars und Newcomer haben ihr Kommen zugesagt. Professor Joe Viera mit ein paar der Highlights:

Die Eintrittspreise mussten zwar erhöht werden, aber, so Herbert Rißel von der IG Jazz Burghausen:

Am Dienstag, den 12. März gibt es zum fünften Mal das Finale des Burghausener Nachwuchs-Jazzpreises. Fünf Finalisten musizieren um den mit 15.000 Euro dotierten Preis, daneben eröffnen die Gewinner am Folgetag das Konzert in der Wackerhalle.

Alle Infos zur diesjährigen Jazzwoche in Burghausen finden sie hier.
Sie findet vom 12. – 17. März statt. Der Kartenvorverkauf läuft seit 15. Januar. Am ersten Tag war der Andrang bereits recht groß.
Es heißt also schnell sein. Die Anreise kann man auch mit der Südostbayernbahn machen, es gibt auch wieder den Jazz-Express, der am 16. März von Münchener Hauptbahnhof bis Burghausen fährt.
Der Bayerische Rundfunk zeichnet alle Konzerte in der Wackerhalle auf und wird diese fortlaufend sonntags in BR alpha ausstrahlen.
Im Hörfunk gibt es 9 Sendungen, die sich mit dem Burghausener Event befassen:

In BR-Klassik:
8. April, 23:05 Uhr (Jazztime)
3. Mai, 15:05 Uhr (Pour le Piano)
9. Mai, 23:05 Uhr
24. Mai, 23:05 Uhr
6. Juni, 23:05 Uhr
28. Mai, 23:05 Uhr
26. Juli, 23:05 Uhr

In Bayern2 wird am 16. März von 20:05 Uhr bis 02:00 Uhr live übertragen. In der radioJazznacht extra gibt aktuelle Konzerte, Highlights der vergangenen Tage und Interviews. Ulrich Habersetzer und Roland Spiegel moderieren.
In der Nacht vom 20./21. April widmet sich die radioJazznacht nochmals der 44. Internationalen Jazzwoche: Nachklang, Nachlese, Notizen haben Habersetzer und Spiegel die Sendung von 00:05 bis 02:00 Uhr betitelt. Unter anderem gibt es Ausschnitte aus den Konzerten im Stadtsaal Burghausen.

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In der Kategorie Jazz, Kultur, Musik am 16.01.13 um 17:27 Uhr veröffentlicht.
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Vorsätzliche Vorsätze

Es ist nun 15 Jahre her, dass ich meine letzte Radiosendung als Moderator machte. Der Abschied fiel mir damals leicht. Personality in der einen wie der anderen Richtung war nicht mehr gefragt. Radio war nicht mehr das Medium, mit dem ich groß geworden war. Ich wurde vom Radio Luxemburg der anfänglichen 80er Jahre „radiosozialisiert”.

Es war mein Geschmack. Leichte Popkost, auch deutsche Musik, ein paar gute Special-Interest-Sendungen in den Abend- oder Nachtstunden. Dazu sogar Politiksendungen. Ich erinnere mich gerne an Geert Müller-Gerbes. Wenn ich mich richtig entsinne, wurde diese Sendung aus Düsseldorf oder Bonn zugeliefert. Radio-Freaks können mir da sicher den einen oder anderen Hinweis geben. Es sind verblasste Erinnerungen, ich bin älter geworden. Für mich jungen Menschen hatte RTL damals eine gute Mischung. Alles das war Auslöser, selber Radio zu machen. In Belgien habe ich angefangen, in Bayern aufgehört.
In den Jahren, in denen ich nichts mit Medien machte, habe ich mich immer viel mit Medien beschäftigt.
Wer mich Anfang 2000 fragte, bekam die Antwort, dass ich nie zurückkehren würde.
Gehen und Kommen, Zurückkehren gehört (nicht nur) zu meinem Leben.

Im vergangenen Jahr sind mir viele Menschen begegnet, die alte Aufzeichnungen oder auch neuere Produktionen von mir hörten. Menschen, die meine Stimme mögen.

Mein vorsätzlicher Vorsatz für dieses Jahr:
Sie werden mich verstärkt in den Audiobeträgen zu diesem Blog hören.
Versprochen.

Gleichzeitig arbeite ich an einer Lösung, dass meine Audioeinschübe möglichst automatisiert als Text für Mitmenschen bereit stellt, die nicht oder nur schwer hören. Diesbezügliche Tipps (Linux!) gerne an mich.

Was bleiben wird: Dass ich auf möglichst vielen Veranstaltungen bin, versuche, möglichst viele Menschen, mit denen ich digital kommuniziere, auch in diesem Real-Leben kennen zu lernen.

Und damit noch ein Wort zum Schluss des Beginns:
Ich blogge jetzt 11 Monate. Und im Schnitt habe ich über 74.200 Klicks (bereinigt um Robots etc.) pro Monat auf mein Blog. Das sind über 2.475 Klicks pro Tag.
Mit Themen, von denen ich annehme, dass sie vielleicht eher „sperrig” oder nicht „Mainstream” sind.
Mit relativ wenig Werbung, sieht man mal von Facebook, Goggle+ und natürlich Twitter ab.

Danke meinen Freunden, danke meinen Lesern! Ich bin stolz, diese Zahl mit Ihrer/Eurer Hilfe erreicht zu haben.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Neues Jahr – und dass Sie Ihre Vorsätze umsetzen!

Für Kenner: Die BIC wird wiederkommen. In leicht veränderter Zusammensetzung.

Damit wird dieses Blog nach der Exkursion der letzten Woche wieder das, was es sein soll: Den journalistischen Darstellungsformen zurechenbar.

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In der Kategorie Kultur, Medien, Radio am 01.01.13 um 00:00 Uhr veröffentlicht.
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Noch will das Alte uns’re Herzen quälen…

Von guten Mächten treu und still geborgen, erwarte ich getrost, was kommen mag. G”tt ist mit uns am Abend und am Morgen – und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Dietrich Bonhoeffer hat diese Zeilen gedichtet. Kurz vor der Hinrichtung durch die Nazis im KZ Flossenbürg. Bonhoeffer war evangelischer Theologe. Eine umfassende Beschreibung seines Wirkens und seines Widerstands unter den Nationalsozialisten findet sich bei Wikipedia.
Ich habe dieses Lied in meiner Jugend kennengelernt. Ich war Ministrant im Pfarrverbund Kirchberg/Bourheim (Dekanat Jülich) und wir haben als Ministranten ein Singspiel zum „Ijob” aufgeführt. Dieses Lied erschien Pfarrer Dr. Peter Jöcken und uns als adäquat, das Leid des Ijobs (Hiob) darzustellen.
Ijob war ein unermesslich reicher und frommer Mann. Er achtete G”tt.
Dieser Mann wird von G”tt ausersehen, dass er Spielball des Satans sein soll.
G”tt weiß, was er tut. Und er weiß, was er dem Ijob antut. Und G”tt errettet seinen Ijob.
Ijob hat dieses G”ttvertrauen nie verloren. Selbst in der tiefsten Krise vertraute er darauf, dass es jemanden gibt, der ihn hält.

Dietrich Bonhoeffer hat dieses Vertrauen auch nicht verloren. Uns darf sein „Von guten Mächten” als Trost durch dunkle und schwere Zeiten helfen. Am letzten Tag des Jahres gelten seine Worte: „und mit Euch gehen in ein neues Jahr.”

Wir dürfen darauf vertrauen, dass G”tt es so einrichtet, wie wir und darauf einlassen.
G”tt lässt uns nicht fallen, er begleitet uns, er fängt uns auf.

Ich wünsche allen Bloglesern, Freunden und Weniger-Freunden samt Angehörigen und Lieben einen guten Jahreswechsel.
Mit G”ttes Hilfe und unserem Dazutun.

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Wie Sie beim Anhören des Audiofiles merken, bin ich immer noch stark erkältet. Ich bitte dies zu berücksichtigen und nachzusehen.

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In der Kategorie Kirche, Kultur, Religion am 30.12.12 um 23:04 Uhr veröffentlicht.
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(K)ein Jahresrückblick – I

Jahresrückblicke sind nicht meins. Ich blicke gerne nach vorne. Aber zu gegebener Zeit ist es notwendig und tut es gut, Rückschau zu halten. Nicht immer chronologisch, nicht immer nach den höchsten Klickzahlen, einfach so, wie es mir beim Nachdenken in den Sinn kommt.
Nicht ohne Hintersinn erinnere ich mit dem Foto zu diesem Artikel daran, dass ich im Juli zum Bloggen rund um das Jazzweekend in Regensburg eingeladen wurde. Vorangegangen waren viele Sitzungen, in denen die Jury sichtete, hörte und bewertete. Ich durfte Teil dieser Jury sein und bin gerne nach Regensburg gefahren. Und wenn ich auch nur ein n-tel Teil dieser Jury war, so hat sich das gelohnt. Das Programm des 31. Bayerischen Jazzweekends konnte sich sehen und hören lassen. Nochmals ganz herzlichen Dank an das Bayerische Jazzinstitut, dass ich dran teilnehmen durfte.
Unter anderem habe ich hier berichtet, als Conrad Tribble zusammen mit dem Landesjugendjazzorchester Bayern sang.

Gewagt war sie, die Bildunterzeile zu einem Beitrag: „Wenn Lehrer sich zum Affen machen …” – gewagt und doch ein Gewinn. Auf Vermittlung meines Freundes Karlheinz Rieger aus Wasserburg und mit der unglaublichen Offenheit von Ursula Lay, der Vorsitzenden der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern, durfte ich an einem pädagogischen Seminar teilnehmen. Lehrer sollten neue Lieder lernen und mittels eines ganzheitlichen Ansatzes ihre Schüler begeistern. Ganzheitlicher Ansatz meint in dem Fall, dass die Kinder nicht nur singen sollen, sondern auch entsprechende Bewegungen vollführen sollen. Den Beitrag lesen sie hier. Was sich daraus entwickeln würde, war da nicht abzusehen. Der Beitrag hat mir meinen Hauptauftraggeber beschert. Seit August bin ich Pressereferent der KEG Bayern, zuständig für die Lehrer. Vielleicht war es nur Glück, vielleicht war es Fügung, ich urteile nicht drüber. Jedenfalls darf ich jungen Berufskollegen mit auf den Weg geben: Probiert Euch aus. Macht was. Verstellt Euch nicht, seid ihr. Haltet an Euren Überzeugungen fest, egal, wie schwer der Weg ist.

Ein langweiliger Freitagabend. Ich habe nichts vor, das ganze Wochenende ist frei. Zufälligerweise schau ich abends nochmal bei Facebook rein. Karlheinz Rieger, den ich aus meinen Wasserburger Zeit kenne und schätze. Damals war er für mich weniger der Lehrer, der er heute ist, sondern eher ein wirklich cooler Fotograf, der es immer wieder (auch heute!) noch schafft, dass ich mit offenem Mund seine Aufnahmen anschaue. So, wie ich Karlheinz kenne, darf es damit der Lobhudeleien genug sein. Jedenfalls war aus den Gründen, die ich im vorherigen Absatz erklärt habe, war es gut, dass ich mich aufmachte.
Der Artikel über den musikalischen Samstag ist hier abrufbar. Und aus diesem Beitrag und meiner Überzeugung gegen eine dritte Starbahn am Münchner Flughafen sind wieder neue Beiträge entstanden.
So, wie mein Blog an vielen Stellen aus Zufällen und Fügungen besteht.
Probiert was aus! – diesen Rat gebe ich jungen Kollegen mit auf den Weg. Und dann auch erkennen, wenn man einer Sache nicht gewachsen ist und diese an einen Kollegen weitergeben. Zu diesem und weiteren Themen mehr im nächsten Blogbeitrag des Jahresrückblicks.

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In der Kategorie Bildung, Internet, KEG, Kirche, Kommunikation, Kultur, Medien, Musik am 26.12.12 um 21:29 Uhr veröffentlicht.
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Stephanus – Märtyrer

26. Dezember. Die katholische Kirche feiert heute den Gedenktag des Heiligen Stephanus. Er war Diakon, wurde noch von den Aposteln selbst geweiht und ist der erste Märtyrer, den die katholische Kirche zu verzeichnen hat.
Stephanus ist für seine Überzeugung gestorben.
Es ist durchaus gewagt, wenn ich nun eine Brücke schlage in unsere Zeit. Und diese Brücke hat zudem einen Ankerpunkt, der so gar nichts mit unserem Leben zu tun hat. Durchaus gewagt? Jein. Die katholische Kirche betet heute für die bedrängten und verfolgten Christen.
In Deutschland sind Christen wohl kaum von Verfolgung bedroht. In anderen Ländern sieht das anders aus. Unterdrückung, Christen müssen im Untergrund ihre Religion ausleben.

Ich wünsche mir Religionsfreiheit. Nicht nur in anderen Ländern, ich wünsche sie mir auch in Deutschland. Und ich wünsche mir den Schutz des Staates für die Religionsausübung. Nicht nur in Deutschland, ich wünsche sie mir weltweit.
Stephanus, der erste christliche Märtyrer, war sicher ganz anders beseelt als wir. Aber er hatte eine Überzeugung. Für die ist er in den Tod gegangen. Im Dritten Reich sind viele Priester, Diakone, christlich orientierte Menschen in Lagern, bei Zwangsarbeit oder im Gas umgekommen. Und nicht nur sie.
Verzeihen Sie mir, dass ich das nicht freundlicher umschreibe.
Ich denke an einem solchen Tag nicht nur an christliche Märtyrer.
Ich denke an die Gräuel, die das Dritte Reich über unsere Bürger jüdischen Glaubens brachte.
Charlotte Knobloch hat ihre geliebte Großmutter in der Zeit des Nazi-Regimes verloren.
Sie überlebte, weil sie im Schutz eines fränkischen Pfarrhauses aufwachsen durfte.
Trotz der Schrecken in Nazi-Deutschland ist sie geblieben. Nicht geplant.

An diesem 26. Dezember, dem Stephani-Tag, dem Tag des ersten Märtyrers, will ich Sie mit den Erfahrungen von Charlotte Knobloch konfrontieren:

Religion und Christentum heißt für mich: Für den anderen einstehen. Auch, wenn er nicht meiner Ansicht ist.
Ich bin so frei: Es ist auch eine staatsbürgerliche Pflicht.
Im Sinne der Freiheit.

Und: Auch wenn ich nicht der Überzeugung der anderen bin, dann erfahre ich durch die Freiheit, die ich anderen gestatte, selber Freiheit.

Frohe Weihnachten!

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In der Kategorie Bericht, Kultur, Religion am um 09:00 Uhr veröffentlicht.
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„Jogi Löw stellt nicht nach Glauben auf”

Integration macht Mühe, ist aber schön. Mit diesem abgewandelten Spruch eines bayerischen Komikers lässt sich gut umschreiben, was in der DITIB-Moschee in Markt Schwaben gestern praktiziert wurde. Auf Vermittlung der Landtagsabgeordneten und ehemaligen Sozialministerin Christa Stewens (CSU) durften Interessierte (nicht nur aus Parteikreisen) die Moschee besuchen, das Abendgebet erleben, einen Vortrag von Martin Neumeyer hören, Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, und anschließend diskutieren – und einen Imbiss zu sich nehmen.
Verstehen Sie mich nicht falsch, ich spotte nicht über den Abend, auch wenn der provokative Spruch von der Integration zu dieser Annahme verleiten sollte. Im Gegenteil, in der Diskussion wurde eines deutlich: Integration ist nicht nur, dass Migranten sich einbringen oder gar assimilieren. Integration ist, wenn auch wir Einheimischen auf unsere Mitbürger zugehen und sie annehmen.

Einfach: Wenn wir uns gegenseitig für unsere Kulturen interessieren. Zu dieser Kultur gehört neben fremden Bräuchen auch das Verständnis für die Religion des Anderen.
Sensibilität ist von beiden Seiten aus erforderlich. Von denen, die in unser Land kommen und von denen, die mit den neuen Mitbürgern umgehen müssen. Das machte der Abend in Markt Schwaben deutlich.
Und viele dürften zum ersten Mal den Ruf des Muezzin zum Gebet gehört haben:

Christa Stewens, Landtagsabgeordnete der CSU und ehemalige Sozialministerin, führte in den Diskussionsabend ein und erzählte kurz aus ihrer eigenen Familie:

Martin Neumeyer ist CSU-Abgeordneter Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung. Es ist ein Ehrenamt, wie er sagt. Aber das Herzblut merkt man ihm an. In seinem Vortrag (am Ende dieses Artikels als Audio abrufbar) macht er gleich zu Anfang deutlich, dass „Sprache das A und O ist”. Er nimmt Integration nicht auf die leichte Schulter und ist sich bewusst, dass der Weg lang und beschwerlich ist. Aber er wirbt, nicht nur beim Minarett.

Den vollständigen Vortrag von Martin Neumeyer können Sie am Ende des Beitrages herunterladen.
Was in der anschließenden Diskussion deutlich wurde: Integration ist nicht nur, wenn Migranten zu uns kommen und sich uns angleichen. Integration ist, wenn auch der „deutsche” Nachbar der Einladung des „Türken” folgt und zum Grillfest kommt. Integration ist, wenn „Deutsche” wie selbstverständlich Speisen und Getränke „halal” oder „koscher” bereitstellen. Dazu gehört, dass man sich informiert. Information über verschiedene Lebensweisen kann aber nur im Dialog geschehen.

Der Dialog, das ist das Zeichen dieses Abends, darf nicht an religiösen Bräuchen oder Essensvorschriften enden. Der Dialog muss weiter in die Tiefe gehen. Dieser Dialog muss auch beinhalten, dass Kommunen zum Beispiel ermöglichen, dass islamische Frauen, die für sich baden wollen, weil es die Tradition, die sie in sich haben und leben, Badezeiten für sich haben. Das war ein sehr beeindruckender Einwand einer türkischen Frau, in bestem Deutsch vorgetragen, der auf die Frage eines Kommunalpolitikers vorgebracht wurde, was man denn tun könne.
Integration ist nicht nur, dass wir die Kinder fördern, die im Kindergarten oder der Schule sind. Integration begegnet uns jeden Tag, auch bei erwachsenen Menschen.

Es sind nicht die großen Gesten, die für das Zusammenleben notwendig sind, es sind die kleinen, manchmal kaum merkbaren Schritte, die wir aufeinander zu tun.
Integration ist, wenn es alle tun. Dafür muss ich aber von meinem Besitzstandsdenken abtreten können.
Um das in den Köpfen aller Teilnehmer zu verankern, war der Abend wie geschaffen.

Und ja, ich traf den ehrenamtlichen Pressesprecher der türkischen Gemeinde Markt Schwaben heute morgen beim Warten auf den Zug. Und ja, ich war vorsichtig, ihm zu erzählen, welche Erfahrungen ich in der jüdischen Gemeinde gemacht habe. Man weiß ja nie, welches Denken in den Köpfen herrscht. Grade mit diesen Muslimen und den Juden und den Russen, die einwandern und alles und überhaupt.
Verzeihen Sie mir, dass ich „flapsig” wurde. Sie merken, wie sehr Sie selbst auch immer mit diesen Tücken des Denkens zu tun haben?
Ich habe gelernt:
Ein offenes Wort, eine Nachfrage, wie der andere das sieht, ein Aufeinander-Zu-Gehen ist so viel wert. Wenn die Menschen, die zu uns einwandern, und wir, die wir in diesem Land wohnen, das begreifen und den anderen fragen … dann haben wir viel erreicht. Und dann reißen wir diese Denkart in unseren Köpfen ein.

Oder, wie Martin Neumeyer es zum Schluss seines Vortrages sagte: „Jogi Löw stellt nicht nach dem Glauben auf, sondern nach Leistung.”

Gemeinsam schaffen wir diese Leistung.

Die vollständige Rede von Martin Neumeyer ist mit freundlicher Genehmigung als mp3 und ogg-Version herunterladbar.

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In der Kategorie Bericht, Kommunikation, Kultur, Religion am 19.12.12 um 20:23 Uhr veröffentlicht.
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Kriminalrat Kreuzeder im Scharfrichterhaus

Deutschlandradio Kultur geht einen weiteren Schritt aufs Publikum zu. Im Scharfrichterhaus Passau wurde das Hörspiel “Kreuzeder und der Tote im Wald” vorgestellt. Zu Beginn las Sigi Zimmerschied aus dem Roman von Jörg Graser, dann wurde das Hörspiel eingespielt. Der Ort könnte passender nicht sein: Das Scharfrichterhaus diente im Mittelalter als Gefängnis und ist heute berühmt für seine künstlerisch-kabarettistischen Produktionen und Gastspiele.

Der Kriminalrat Franz Kreuzeder ist das, was man bei uns in Bayern an wuiden Hund nennt. Kreuzeder wird von der Polizeipsychologin als Alkoholiker charakterisiert. Sie selber muss den über die Jahre weniger diensteifrig gewordenen Kriminalrat zum Fundort einer Leiche im Wald fahren. In dieser Szene, die als Exposé des Hörspiels dienen mag, wird deutlich: Kreuzeder hat keine Lust, sich das Leben durch eine Leiche, die nahe der deutsch-tschechischen Grenze gefunden wird, versauen zu lassen. Und schon gar nicht am hochheiligen Sonntag, an dem dieser skurrile Kriminaler mittags noch rauschig im Bett liegt. Die Figuren und Situationen sind nicht klischeehaft beschrieben, so, wie sich der „Preiss” das Dolce Vita in Bayern vorstellen mag. Man merkt Jörg Graser als Autor die Menschenkenntnis und die feine Beobachtung an. Leicht überspitzt, um die Besonderheiten seiner Protagonisten heraus zu arbeiten, aber nie platt.
Bei „Kreuzeder” gab es zuerst die Hörspiele. Aus diesen entstand dann der Roman „Weißbier im Blut”. Dem halbstündigen Ausschnitt nach, den Sigi Zimmerschied im Scharfrichterhaus las, ist das gut gelungen. Zur Hinführung auf das Hörspiel, das eingespielt wurde, war es nicht nur amüsant, Zimmerschied zu hören, sondern ihn auch gestikulierend, durch alle Stimmlagen und Charaktere chargierend zu sehen. Der Kabarettist Zimmerschied liest aus dem Roman, er ist Kreuzeder (den er im Hörspiel verkörpert) in Personalunion mit der Polizeipsychologin (im Hörspiel ist das Luise Kinseher, die krankheitsbedingt leider in Passau fehlte) – und dem Pfarrer. Wer die Geschichte des Kabarettisten Zimmerschied einigermaßen kennt, weiß, dass es ihm Genuss ist, diese Welten aufeinander prallen zu lassen. Freilich: Die Personen sind überzeichnet, karikiert.

Doch: Es sind Figuren, die in der Abgeschiedenheit des Bayerischen Waldes und seiner Ausläufer so oder so ähnlich vorkommen mögen. Was bitte nicht als Schelte am „Woidler” (= Wäldler, Bewohner des Bayerischen Waldes) aufgefasst werden möge. In anderen Spielarten kennen wir die Eigenheiten der Allgäuer oder Oberbayern. Plakativ, doch nicht böse überzeichnet, kommen die Protagonisten bei „Kreuzeder” daher.
Torsten Enders (rechts im Bild) ist Hörspielredakteur bei DKultur und verantwortlicher Dramaturg und Redakteur für das Kriminalhörspiel. Er beschreibt die Figur des Kreuzeders:

Die Produktion im modernen Studio von DKultur dauert 10 bis 14 Tage, die Hälfte davon entfällt auf Schnitt, Abmischung und Postproduktion. Für Torsten Enders lohnt sich das. DKultur ist in Berlin oft im „Frannz” zu Gast. Neu hingegen ist für ihn die Reise mit ausgewählten Produktionen durchs Land. Der Dramaturg erlebt immer wieder, wie sich bei Live-Aufführungen das Publikum hineinziehen lasse in die Atmosphäre:

In der Diskussion nach dem Hörspiel erörterte Sigi Zimmerschied, dass das Format Hörspiel Potential habe, soziale Themen zu transportieren, besser vielleicht, als eine Dokumentation:

Aus rechtlichen Gründen kann das Hörspiel und die Lesung des Romans leider (noch) nicht wiedergegeben werden.
Mit freundlicher Genehmigung von Deutschlandradio Kultur darf ich die Diskussionsrunde zum Download anbieten. Für die mp3-Version / ogg-vorbis-Version mit der rechten Maustaste auf die vorstehenden Links klicken und ‘Datei speichern (unter)’ wählen. Es moderiert Jürgen-M. Edelmann von DKultur.

_____________________________
Weiterführende Informationen:
DKultur bietet am Montagabend um 21.33 Uhr das Kriminalhörspiel, Mittwochabend um 21.33 Uhr Hörspiel allgemein, Sonntag von 18.30 bis 20.00 Uhr ist großer Hörspieltermin mit Hörspielen nach Theaterstücken und Romanen. Nachts um 00.05 Uhr gibt es das Freispiel, künstlerische Feature und die Klangkunst.
Zum Programm von DKultur
Zur Twitterseite von DKultur
Zur Facebook-Präsenz von DKultur
Zur Website des Scharfrichterhauses

Bibliographische Angaben zum Roman „Weißbier im Blut” von Jörg Graser:
216 Seiten, ISBN: 978-3-7844-3301-1, 14,99 Euro (D), erschienen bei LangenMüller

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In der Kategorie Hörspiel, Kultur, Literarisches am um 17:25 Uhr veröffentlicht.
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Es kommt ein Schiff geladen …

…beladen bis an sein höchsten Bord.
Wer erinnert sich nicht an alte Advents- und Weihnachtslieder? In Zeiten von „Last Christmas” und „Jingle Bells” mag die Erinnerung daran schon fast verblasst sein, jüngere Leser kennen gar manches Lied nicht mehr.

Nicht wie ein Schiff beladen, aber sehr sorgfältig ausgewählt, kommt SWR2 in der (Vor-)Weihnachtszeit in unser Rundfunkempfangsgerät. Schon seit bald zwei Jahren beobachte ich erstaunt, dass sich der Kultursender aus dem Südwesten der Pflege alten Liedgutes verschrieben hat. Zusammen mit dem Carus-Verlag stellte er das Projekt Volkslieder auf, dann folgte das Projekt Kinderlieder. Als Podcast konnte man beide Serien je eine Woche pro Folge herunterladen. Man bekam die komplette Sendung, die gesungene Fassung des vorgestellten Liedes und die Instrumental-Version zu hören. Da ich zu dieser Zeit nicht auf die Website geschaut habe, kann ich nicht sagen, ob auch Notenblätter publiziert wurden.
Diesen Advent staunte ich nicht schlecht: Meine geliebte Sendung „Jazz vor Sechs”, die ich werktäglich von 17.50 bis 18.00 Uhr aufzeichnete, verschwand. Stattdessen hat SWR2 um diese Zeit vom 1. – 26. Dezember adventliche und weihnachtliche Musik im Programm. Zehn Minuten mit einem „Kalenderblatt”, das die Entstehung des Liedes einordnet, manchmal ein kurzes Hörbeispiel aus der Klassik oder vergleichenden Aufnahmen. Aber immer eine wirklich gut ausgewählte Fassung des vorgestellten Liedes. Die Sendung gibt es als Podcast, das Lied als gesungene Version, als Instrumentalversion und als Textblatt auf swr2.de. Zusätzlich habe ich auch Notenblätter gesehen. Die Sendezeiten sind auch angegeben.

Vielleicht sind Sie ja auch noch auf der Suche nach Liedern, Texten und Noten für den heimischen Advents- oder gar Heiligen Abend. Dann ist hier eine wahre Fundgrube aufgetan. Die Lieder sind noch bis zum 6. Januar 2013 herunter zu laden.
Eine tolle Idee, wie ich meine. Und eine Gelegenheit, solche Lieder ohne schlechtes Gewissen zu konservieren und seinen Kindern und Kindeskindern zugänglich zu machen.
Da verzichte auch auch gerne auf meinen täglichen Jazz! Aber nur bis zum 26. Dezember. ;)

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In der Kategorie Kirche, Kultur, Musik, Radio am 14.12.12 um 21:25 Uhr veröffentlicht.
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Kreuzeder und der Tote im Wald

Deutschlandradio Kultur kommt nach Passau. Im Gepäck: Die Aufführung des Hörspiels „Kreuzeder und der Tote im Wald”.
Das Hörspiel ist als Ursendung bereits 2011 in Deutschlandradio Kultur gelaufen. Und doch verspricht der Abend ein Highlight zu werden. Im Hörspiel sprechen unter anderem Sigi Zimmerschied und Luise Kinseher. Vor der Hörspiel-Aufführung liest Sigi Zimmerschied aus dem Roman „Weißbier im Blut”. Dieser Roman ist aus den drei Hörspielvorlagen des Kreuzeders entstanden. Im Anschluss stehen Luise Kinseher und Sigi Zimmerschied, sowie der Autor des Stückes, Jörg Graser, und Torsten Enders, Redakteur von D-Radio Kultur, für ein Gespräch zur Verfügung. Moderiert wird das Gespräch von Jürgen-M. Edelmann.

Mein Twitter-Kollege Jürgen-M. Edelmann hat mich eingeladen, diesen Abend zu begleiten. Also, ich packe schon mal Kamera, Zoom H4n, Rechner und diverse Kleinteile ein und hoffe, dass ich aus dem Scharfrichterhaus berichten kann (wenn Funknetz vorhanden, auch via Twitter!). Ansonsten hat mein Hotel WLAN und den ausführlichen Nachbericht sollte es dann in diesem Blog geben.
Zum Inhalt des Hörspiels: Polizeipsychologin März, gespielt von Luise Kinseher, informiert Kriminalrat Kreuzeder, dass nahe der tschechischen Grenze eine Leiche gefunden wurde. Kreuzeder mag sich am Sonntag nicht mit einem Mord befassen. Außerdem leidet er mal wieder an den Auswirkungen eines Alkoholrausches. Um den Fall nicht bearbeiten zu müssen, schleppt er den Toten über die Grenze nach Tschechien. Doch das hilft ihm nicht. Die tschechische Polizei bittet prompt um Amtshilfe, denn Spuren führen nach Deutschland. Der Tote, Max Krobel, wurde mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Er war Hausmeister einer Schule und wenig beliebt. Die Art und Weise, wie er ums Leben kam, spricht für einen Auftragsmord. Potential für einen spannenden Abend ist also gegeben.
Ich habe die Ursendung nicht gehört und werde mich in Passau einfangen lassen von der Atmosphäre und hoffe auf gute Gespräche mit allen Beteiligten. Jedenfalls freue ich mich, dass Deutschlandradio Kultur diesen Weg beschreitet.

Nachgeliefert der Termin. Den hatte ich glatt vergessen. 11.12.2012, 20 Uhr, Scharfrichterhaus in Passau.

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In der Kategorie Kultur, Literarisches, Radio am 09.12.12 um 15:18 Uhr veröffentlicht.
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Als wenn es gar nichts wär ….

… Klaus Hoffmann schreibt aus seinem Leben: Hoffmann, Liedermacher und Schauspieler, hat seine Autobiografie vorgelegt. Autobiografie ist übertrieben. Hoffmann erzählt. Klaus macht also, was er am besten kann. Hoffmann erzählt Hoffmanns Erzählungen.
1979 habe ich mir die erste Hoffmann-Platte gekauft: Westend.
Blende.
Es ist Mitte der 90er Jahre. Klaus Hoffmann hat mich über all die Jahre mit seiner Musik begleitet.
Ich sitze in einem Hörfunk-Studio, den Traum des Radio-Redakteurs habe ich mir erfüllt. Neben dem alltäglichen, politischen Geschäft will ich mir was Eigenes aufbauen. Neben der täglichen Politik in einem solchen Betrieb will ich was Besonderes setzen. Das Radio gibt mir eine Möglichkeit. Ich kann auf Radio-Ticket zu Veranstaltungen gehen, die ich als Privat-Mensch teuer bezahlt hätte. Ich sitze da, habe ein paar Fragen vorbereitet und das Interview geht in eine ganz andere Richtung. Es war ein wundervolles Interview. Aus den besten Passagen und den Songs von Klaus Hoffmann habe ich eine Sendung gebastelt. Und manchmal möchte ich mich dafür ohrfeigen, dass ich diese Sendung irgendwann aus meinem Archiv geworfen habe.
Als ich das Radiomachen aufhörte, habe ich lange Jahre weder Klaus noch seine Kollegen gehört.
Klaus Hoffmann hatte in den 90ern bei seinen Konzerten ein Alter Ego, von dem er erzählte. Lachmann. Dieser Lachmann machte eine Ausbildung und erlebte, naja, sagen wir mal, seltsame bis komische Dinge in seiner Kindheit und Jugend.
Der erste Roman von Klaus, den ich gelesen habe, war „Afghana”. Erinnerungen an diese phantastische Reise, bei der Hoffmanns Alter Ego, Lachmann nach der Lehre mit dem von seinem Stiefvater geschenkten Käfer und seinem Kumpel bis Afghanistan reist. Ohne von dem nun vorliegenden Werk ablenken zu wollen: Lesenswert. Und die Bühnenprogramme: Hörenswert.
Warum?
Der Grund ist simpel, aber bestechend: Klaus Hoffmann reißt in „Als wenn es gar nichts wär…” die Schauspieler-Maske manchmal schonungslos runter. Man merkt, dass der Lachmann der frühen Bühnenjahre doch niemand anders als er selbst war. Damals überspitzt, pointiert, heute abgeklärt. Der Wendepunkt dieser Entwicklung mag seine Auseinandersetzung mit Jacques Brel gewesen sein. Brel war einer der Väter dieses Klaus Hoffmann, er war der Übervater. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts hat Hoffmann ein One-Man-Musical auf die Bühne des Schiller-Theaters gehievt. Musikalisch war das ein Befreiungsschlag. Spätestens, seit er Malene geheiratet hat, singt er nicht mehr so trauriges Zeugs, wie er selber in einem späteren Tourprogramm zugibt. Das Buch von Klaus Hoffmann erzählt in einzelnen Kapiteln, mit vielen Blenden seinen Werdegang. Seine Zweifel, seine Hoffnungen, seine Erlebnisse. Mir waren viele Erlebnisse neu. Zugegeben: Ich habe Klaus Hoffmann immer mehr, fast ausschließlich, als Chansonnier wahrgenommen. Der Schauspieler war mir nie präsent. Wohl auch deshalb, weil ich damals zu jung war und die Filme heute wohl nicht mehr im Fernsehen kommen.
Atmosphärisch dicht zeichnet Hoffmann seine Stationen nach. Erzählt aus der wilden Zeit, als er seine Schauspielausbildung machte, aus dem Leben auf Tour. Aus der Zeit als behütetes Kind, aus der Zeit, als er gesetzter wurde. Und doch: Am Ende des Buches weiß man, dass dieser Hoffmann nicht gesetzt ist. Da mag auch dazu beitragen haben, dass er irgendwann seiner Plattenfirma „Adé” sagte und sein Unternehmen „stille – musik” auf eigene Beine stellte, sich selbst produzierte.
Sie merken, dass ich den Literaten Hoffmann kaum vom Klaus Hoffmann, Chansonnier, trennen kann. Oder anders gesagt:
Für echte Hoffmann-Fans ist das Buch ein Muss. Für diejenigen, die Hoffmann noch nicht so richtig kennen, ist das Buch ein interessanter Einstieg in den Kosmos (von) Klaus Hoffmann.

Wenn Sie nun nicht zu dieser Klaus-Hoffmann-Liedermacher-Fraktion gehören, aber dennoch Lust haben, sich verführen zu lassen – und vielleicht über das Buch zur Musik kommen wollen, dann empfehle ich dieses Buch. Es ist eines dieser Werke, die ich an beliebiger Stelle aufschlagen kann und einfach weiter lese.

Ja, und ich weiß, dass ich als Rezensent eines Buches heute kläglich versagt habe. Aber Klaus Hoffmann ist mehr als dieses Buch, mehr als alle Bücher, mehr als alle Lieder. Er ist Getriebener. Für mich war er immer Wegbegleiter. Und deswegen lese ich aus seinem leben so gerne. Hoffmann macht Mut, sich auf eigene Beine zu stellen, seinen Weg zu gehen. Vielleicht lese ich dieses Buch deshalb so gerne, weil ich reflektieren kann.

Bibliographische Angaben:
Klaus Hoffmann – Als wenn es gar nichts wär – Aus meinem Leben
Gebundene Ausgabe, 368 Seiten, 19,99 €
ISBN: 978-3550088513, erschienen bei Ullstein.

Lesen Sie auch meinen Beitrag zum Album „Berliner Sonntag”.

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In der Kategorie Kultur, Literarisches, Musik am 08.12.12 um 07:25 Uhr veröffentlicht.
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Hörspiel und Medienkunst

Gleich mit zwei Knallern möchte ich heute aufwarten: „Kreuzeder und der Tote im Wald” und „Die Reichsgründung”. Augenscheinlich haben das Hörspiel (Kreuzeder) und der Doku-Spielfilm (Die Reichsgründung) nur wenig miteinander zu tun. Hintergründig wird klar, dass wir in Deutschland Rundfunkstationen haben, die dem öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag nachkommen.
Zum Hörspiel: Deutschlandradio Kultur wagt einen Schritt zum Publikum hin. Am 11. Dezember präsentiert der Sender ein Hörspiel live vor Publikum in Passau. „Kreuzeder und der Tote im Wald”, basierend auf einem Roman von Jörg Graser, wird aufgeführt. Zur Handlung: „Polizeipsychologin März (Luise Kinseher) informiert Kriminalrat Kreuzeder (Sigi Zimmerschied) dass nahe der tschechischen Grenze eine Leiche gefunden wurde. Kreuzeder mag sich am Sonntag nicht mit einem Mord befassen. Außerdem leidet er mal wieder an den Auswirkungen eines Alkoholrausches. Um den Fall nicht bearbeiten zu müssen, schleppt er den Toten über die Grenze nach Tschechien. Doch das hilft ihm nicht. Die tschechische Polizei bittet prompt um Amtshilfe, denn Spuren führen nach Deutschland. Der Tote, Max Krobel, wurde mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Er war Hausmeister einer Schule und wenig beliebt. Die Art und Weise, wie er ums Leben kam, spricht für einen Auftragsmord.”

Hörspielstudio des Deutschlandfunks Köln

Soweit die Presseinformation. Jörg Graser ist der Autor und Sigi Zimmerschied spricht den Protagonisten. Er wird vor der Aufführung des Hörspiels auch aus seinem Roman „Weißbier im Blut” lesen, der aus Motiven der Hörspiele um Kreuzeder entstand.
Ich bin gespannt. Vor allem deshalb, weil ich selber in Passau sein werde und mir das Hörspiel angucke und anhöre. Und wenn Funknetz und Internet reichen, dann berichte ich auch sicher live aus dem Scharfrichterhaus. Ich freue mich, dass der Kollege Jürgen M. Edelmann mich eingeladen hat.
Und damit zum Fernsehen, das meine ungeliebte Stiefschwester ist. Ich schau ja nur ungern TV, ich lausche Radio. Das gebe ich gerne (und auch an unpassenden Stellen) zu Protokoll. Am Freitag hatte ich die Gelegenheit, den Preview von „Die Reichsgründung” zu sehen.

Das Ende des ersten Teils habe ich erst diese Nacht nach der Ursendung gesehen. Beim Preview musste ich etwas früher raus, eine Pressemitteilung will geschrieben sein und manchmal muss man sich zerteilen. ;)
Die Tellux hat zusammen mit BRalpha unternommen, deutsche Geschichte aufzuarbeiten. Und die „Reichsgründung” ist nicht ambitioniert. Nein, dieses Wort wäre falsch gewählt. Der Zweiteiler ist genial. In den ersten 90 Minuten kriegt der Zuschauer einen schnell eingestellten Einblick in die Zeit, in der Bismarck seine Strippen zog, um das Deutsche Reich zu gründen. In tagebuchartigen Szenen werden die Ereignisse um das Jahr 1871 dargestellt. Und ich gebe zu: Ich bin beeindruckt von der Stiefschwester meines Radios. Schneller Schnitt, es schwirrt einem der Kopf nach dem Sehen des Films. Den langweiligen Geschichtsunterricht meiner Gymnasial-Zeit habe ich mehr als kompensiert. Ich habe in den 90 Minuten des ersten Teils der Reichsgründung mehr behalten und verstanden, als es meine Lehrer es mir je vermitteln konnten. Das macht Mut, den zweiten Teil am Samstag, 1. Dezember zu sehen. Die Serie wird Anfang 2013 auch im BR-Shop erhältlich sein. Wie gesagt, ein tolles Projekt. Und ich bin nicht der einzige, dem die Ereignisse im Kopf schwirrten: Die Twitter-Userin Spreewaldperle hat es erfasst:

Haben Sie nächsten Samstag um 20.15 Uhr Zeit? Dann schauen Sie den zweiten Teil der Reichsgründung auf BR alpha.

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In der Kategorie Kultur, Literarisches, Medien am 25.11.12 um 05:49 Uhr veröffentlicht.
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