Die Pressemitteilung – Ein Workshop

Pressearbeit ist das A und O, um seine Ziele zu transportieren. Für die Katholische Erziehergemeinschaft Bayern arbeite ich als Pressereferent der Lehrer. Der KEG-Bezirksverband Oberbayern hat mich auf seine Bezirksvertreterversammlung eingeladen, dass ich Grundzüge der Pressearbeit in einem Workshop vermittle. Für mich war es als Referent eine Premiere. Sehr geholfen dabei hat mir, dass ich 2011 selber Pressearbeit an der Journalistenakademie Dr. Hooffacker in München lernte, mit Peter Lokk als Dozent. Die Unterlagen aus meinem Kurs habe ich heute noch, anhand dieser habe ich mit Übernahme der Tätigkeit für die KEG meine Pressearbeit ausgerichtet. Meine Erfahrung als Radio-Journalist hilft ebenso, Pressemitteilungen so zu schreiben, dass ich in verschiedenen Medien erreiche, wahrgenommen zu werden.
Einige Erkenntnisse habe ich mitgenommen, die ich Kollegen weiterreichen möchte:
Pressearbeit ist so individuell wie Dein Auftraggeber. Wobei mir das vorher durchaus klar war.
Es kratzt überhaupt nicht an meiner „Autorität” oder meinem Status, Wissen, Technik und Können zu teilen.
Es macht Spaß, mit Lehrern zu arbeiten, verbandstechnisch sind wir in den gut zwei Stunden einen gewaltigen Schritt nach vorne gekommen.
Strukturen und Mechanismen, die sich über Jahre eingeschlichen haben, brechen auf einmal auf, werden in Frage gestellt und es bewegt sich viel nach vorne.
Nachdem ich Ende Januar meinen unbefristeten Vertrag mit der KEG unterschrieben habe, freue ich mich, noch mehr Teil des Verbandes zu sein. Der heutige Workshop hat dazu beigetragen, dass sich die „Basis” und ich als Externer noch mehr verzahnen werden.

Und noch eins: Pressearbeit muss heute auch Social Media bedienen und einbeziehen. Karlheinz Rieger, der auch das Foto zu diesem Artikel mit dem Handy schoss, hat während der BVV-Tagung auch den Twitter-Account der KEG bedient. Und im Nachgang erleben Lehrer, die der Freuden an Social Media ja meist eher unverdächtig sind, dass ich Inhalte schnell teilen und verbreiten kann.
Die nächsten Monate werden spannend.
Unabhängig von meiner Person tat Ursula Lay, die Landesvorsitzende der KEG Bayern, gut daran, in Pressearbeit zu investieren.
Alles in allem ein Workshop, der mir auch Feedback brachte. Ich habe heute schon meine Schulungsunterlagen überarbeitet, um noch zielgerichteter arbeiten zu können.
Danke dafür an Andreas Fichtl, den Bezirksvorsitzenden der KEG Oberbayern und alle „KollegInnen”, die uns die Erfahrung ermöglicht haben.

Nicht nur für KEG-Bezirksverbände, sondern auch für andere Organisationen stehe ich auf Anfrage zur Verfügung, um Seminare im Bereich Pressearbeit und Social Media zu halten.

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In der Kategorie KEG, Kommunikation, Medien, Social Media am 17.03.13 um 01:46 Uhr veröffentlicht.
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Fundstück aus der „Welt”

Quelle: Internet

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In der Kategorie Medien, Politik am 02.03.13 um 03:22 Uhr veröffentlicht.
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Pressereferent.

Heute habe ich meinen unbefristeten Vertrag mit der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern unterschrieben. Schon seit Juli war ich als Pressereferent (Lehrer) für den Verband tätig, seit August 2012 mit einem auf ein halbes Jahr befristeten Vertrag.
Diesen Vertrag haben Ursula Lay als Vorsitzende der KEG Bayern und ich nun unbefristet paraphiert. Ich freue mich, dass der Vorstand der KEG einstimmig beschlossen hat, mich als Pressereferent zu übernehmen.
Dafür sage ich an dieser Stelle DANKE.

Ich freue mich auf die weitere Zeit mit der Katholischen Erziehergemeinschaft in Bayern.
Und ich verwende meine Kraft und Zeit darauf, mit Politik, Gesellschaft, Religionen und Menschen in den Dialog einzutreten.
Das ist mein Versprechen an die KEG, das ist mein Versprechen im Ringen um gute Bildung in Bayern.

Danke möchte ich an dieser Stelle denen sagen, die mich (manchmal) in den Verband geschubst haben. Danke denen, die mich im ersten, turbulenten halben Jahr gestützt haben.
Danke sage ich aber vor allem Ursula Lay, der Vorsitzenden der KEG Bayern.

Heute feiere ich kurz, morgen bin ich dann wieder im Bildungsausschuss des Landtages.

Für die Bildung in Bayern, für ein gutes Bildungs- und Schulsystem.

Word!
_______
Das Foto zum Artikel stammt von der Demonstration zum BayKiBiG, die die KEG Bayern im Schulterschluss mit der LAGFW im Juli 2012 auf dem Odeonsplatz machte.

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In der Kategorie KEG, Kommunikation, Medien, Politik am 29.01.13 um 22:05 Uhr veröffentlicht.
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Das Internet verändert alles ….

…auch das Recht?

Die Münchener Juristische Gesellschaft hatte ein echtes Highlight aufzubieten: Der Passauer Rechtsprofessor Dr. Dirk Heckmann hielt vor Standeskollegen einen Vortrag zum Internet und den damit verbundenen Rechtsfolgen. Heckmann ist CSU-Netzrat und war vor 15 Jahren einer der ersten, der sich mit dem Internet und seiner juristischen Komponente auseinandersetzte. Er ist an der Universität Passau Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Sicherheitsrecht und Internetrecht.

Alle Aspekte seines Vortrages sollen hier nicht beleuchtet werden.
Professor Heckmann schlug einen Bogen von dem Vortrag vor 15 Jahren, bei dem er noch belächelt wurde bis hin zu den dringlichen Problemen des Internets von heute. Er zeigte die Dilemmata auf, die das Internet mit sich bringt. Eine kurze Verschriftung:
Nach Heckmann gibt es bei der freiheitlichen Internet-Nutzung folgende Problempunkte:

Die Anonymität in digitalen Welten – schon die Kirchen haben in den Osterbotschaften des letzten Jahres die Abschaffung der Anonymität im Netz gefordert. Dem widerspricht §5 GG (Meinungsfreiheit). Nach Heckmann ist nicht nur das berechtigte Interesse von Geschmähten zu berücksichtigen, dass die Urheber gefunden werden, sondern auch die wie im Falle des „Spick-mich-Urteils” von höchster richterlicher Stelle bestätigte Anonymität zu berücksichtigen. Allein das Vorhandensein von Foren, die HIV-erkrankten Menschen helfen wollen oder solchen, die sich mit Suizidgedanken tragen, rechtfertigt die Anonymität des Internets. Kein Mensch würde mehr diese Foren in Anspruch nehmen, wenn sein Besuch von Providern registriert würde. Hier gilt laut Heckmann: „Die Anonymität ist auch ein Segen.”
Denn: Ein bisschen anonym gibt es ebenso wenig wie ein bisschen schwanger.

Ein zweiter Punkt ist die Selbstbestimmung in komplexen Systemen: Der Staat hat eine gewisse Schutzpflicht. Aber vordringlicher ist, dass jeder User Medienkompetenz hat.

Der dritte Punkt, den Professor Heckmann anführt, sind die Geschäftsmodelle in sozialisierten Umgebungen: seiner Meinung nach fehlt das probate Geschäftsmodell. Das zielt unter anderem in Richtung der Verleger, aber auch anderer Parteien, die eine Kulturflatrate fordern. Heckmann zweifelt am Sinn einer Kulturflatrate: Es braucht individuelle Angebote und Erlösmodelle.

Professor Heckmann rät, dass man nicht resignieren soll.
Er meint:

· Kompensieren (durch Anonymitätsfolgenausgleich)
· Konfigurieren (durch technischen Datenschutz)
· Korrigieren (durch technikkonformes Urheberrecht)

bringen eine Rechtssicherheit im Web 2.0. Wie sich das im Einzelnen ausgestaltet, wird eine der großen Aufgaben unserer digitalen Gesellschaft sein.

Heckmanns Fazit ist jedenfalls: Das Internet schafft Transparenz und Fülle.
Noch ein paar schattenrissartige Gedanken. Nach Heckmann ist die

Gesellschaft 1.0 = Law in books (Gesetz in Büchern)
Gesellschaft 2.0 = Law in Action (Gesetz im Handeln)
Gesellschaft 3.0 = Law in Interaction (Gesetz in der Interaktion, die Gesellschaft 3.0 ist das, wo Heckmann die Internet-Gemeinde sieht: Im Web 3.0)

Professor Heckmann hat in der Diskussion noch etwas bemerkenswertes gesagt und manchem aus der Seele gesprochen: Manche Geschäftsmodelle werden nicht überleben. Das haben wir bei der Industriellen Revolution erlebt. Und die haben wir auch überlebt:

Vielleicht mag das auch den derzeit in der Klemme befindlichen Verlegern ein Fingerzeig sein.

Ein Satz von Dirk Heckmann war sehr bezeichnend: „Wir müssen eine Zeitlang mit Rechtsverletzungen leben.” Jede neue Technologie birgt neben den Chancen auch immer Gefahren und Rechtsverstöße. Ein freies Internet wird aber nur da sein, so mein Schluss, wenn alle gesellschaftlichen Kräfte an der Lösung der Aufgaben mitwirken.

Manchmal kann das auch der Protest auf der Straße sein, wie bei ACTA:

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In der Kategorie Internet, Kommunikation, Medien, Politik, Social Media am 16.01.13 um 01:17 Uhr veröffentlicht.
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Köpfe mit Themen

Ein strammes Programm hatten die Piraten sich für ihren Landesparteitag 2013 vorgenommen. Ob das klappen würde? Nach dem Besuch des Oberbayern-Parteitages vor einem guten halben Jahr konnte man durchaus zweifeln. Damals verstrickten sich die Piraten in vielen Änderungsanträgen. Ganz anders dieses Mal: Die Piraten haben aus dem Chaos der Vergangenheit gelernt und arbeiteten sich zügig durch die Vielzahl der Anträge.
Von der Methodik der Piraten können sich die etablierten Parteien durchaus die eine oder andere Scheibe abschneiden. Der Antrag wird zur Entscheidung aufgerufen, der Antragsteller erläutert ihn. Da im Vorfeld via Internet schon über den einen oder anderen Antrag diskutiert wurde, kann die Basis um eine Meinungsbild nachfragen. Das heißt, dass die anwesenden Mitglieder per Stimmkarte darüber entscheiden können, ob ein Antrag überhaupt diskutiert werden soll. Ist dies nicht gewünscht oder erfolgreich absolviert, gibt es jeweils fünf Pro- und fünf Contra-Redner. In Unterhaching hatten die Piraten das auch räumlich getrennt.
Danach wird vom Versammlungsleiter gefragt, ob weiterer Diskussionsbedarf besteht. Oder aber die Basis kann am „Help-Desk” beantragen, dass die Rednerliste geschlossen wird. Dann wird per Stimmzettel abgestimmt.

Das Verfahren ist basisdemokratisch und zielführend. Und die Atmosphäre bei diesem Parteitag: professionell. Gut, über manche Begründung und manchen schrägen Vergleich mag man den Kopf schütteln, aber insgesamt haut das bei den Piraten mit der Basisdemokratie hin. Bis Sonntag um 17.18 Uhr wurden so 70 Anträge verabschiedet. Wie die @PP_Flaschenpost, redaktioneller Twitteraccount der Piraten, schreibt: „Absoluter Rekord”.
Stefan Körner, bayerischer Piratenchef, meinte in einem Gespräch: „ Wir sind schon viel professioneller geworden und werden es noch immer mehr werden.”
Dem ist nichts hinzuzufügen.
Außer vielleicht: Etwas mehr Realitätssinn bei manchen Anträgen könnte nicht schaden, um schaffbare politische Ziele zu setzen.
Aber das ist vielleicht auch ein Markenzeichen der basisdemokratischen, auf dem Weg zur Professionalisierung befindlichen Piratenpartei.

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In der Kategorie Kommunikation, Medien, Politik am 13.01.13 um 18:40 Uhr veröffentlicht.
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Das Abend-Bier, der Penisneid und die Zeitung

Zugegeben, der Titel ist kryptisch.
Anlass ist die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), die mehr oder minder spöttisch den Versuch eines amerikanischen Journalisten kommentiert, der, so war es zu lesen, seine Festanstellung aufgab und seine Artikel nun in ein eigenes Blog umzieht.
Um gleich mal klar zu machen, wessen Geisteshaltung der Autor ist: Ich mag Zeitungen. Ich mag Verlage, die Zeitungen herausbringen. Auch wenn ich selber für keinen dieser Verlage arbeite. Und: Es wird weiter Zeitungen geben. Dessen bin ich mir sicher.

Aber die Gegenfrage sei erlaubt: Was ist verwerflich daran, dass ein Journalist versucht, sich mit einem Bezahlmodell in die neue Zeit zu wagen? Wie viele Blogs hat die FAZ aufgegeben, wie viele sind umgezogen oder versuchen ihr Glück auf dem freien Markt?

Nein, ich will nicht einschlagen auf eine gebeutelte Zeitung, die wohl doch noch als eine der überregionalen Tageszeitungen gut da steht.

Gleichwohl erlebe ich es immer wieder, dass wir Blogger als minderwertig abgetan werden. Nicht mal von den großen Capos der Zeitungen, eher von den Kollegen, die für das „Totholz” schreiben.

Das ist der Punkt, den ich schade finde. Unter Kollegen müssen wir uns nichts vergeben, jeder von uns hat mal die Geschichte, die der Aufhänger des Tages ist.

Aber warum gehen, bis auf wenige Ausnahmen wie zum Beispiel die Rheinzeitung nicht andere Blätter den Weg und bieten Mehrwert auf dem digitalen Weg an?
Und warum muss eine renommierte Zeitung wie die FAZ, die alle Möglichkeiten der Publikation hat und diese eher als andere mit Erlösmodellen verbinden kann, einfach nur humorlos und süffisant auf einen Blogger reagieren, der in den Staaten sein Glück versucht? Der seine Popularität ausnutzt?
Vielleicht neiden sie ihm das abendliche Bier, dass sich der Kollege aufgrund der eingegangenen Abos (laut FAZ über 100.000 Dollar) sicher leisten kann. Oder vielleicht ist es nur Penisneid? Ich weiß es nicht.

Das Umdenken ist noch lange nicht bei den Kollegen angekommen.
Das Umdenken ist in den Verlagen noch nicht angekommen.

Aber wer nicht beginnt, umzudenken, der wird erleben, dass ihn die gnadenlose Revolution auffrisst.

Bis dahin werden Zeitungen sterben.

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In der Kategorie Medien, Wirtschaft, Zwischenruf am 03.01.13 um 23:16 Uhr veröffentlicht.
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Einkaufen gehen. Themen entdecken.

Silvester stand ich in der gewaltigen Schlange derer, die einkauften. Ich gebe ja zu: Ich bin in dieser Hinsicht „nerdig” und kaufe gestaffelt an den Tagen vorher schon ein. Somit muss ich an den Tagen zwischen den Tagen nur noch das einkaufen, was ausgegangen ist. Warum ich das erzähle?
Der Allgemeinheit nur am Rande. Den Kollegen, die in die Medien stürmen wollen, schon eher: Ich stand an Silvester zwischen zwei Damen an der Kasse eines Discounters. Die eine kaufte Unmengen ein, die andere nur ein Bündel Karotten, eine Flasche Sekt und ein Packerl Sahne.

Keine große Geschichte, ich hatte selber nur Schinken, Käse und etwas aus den Sonderangeboten des Marktes auf das Band geladen. Und ich sprach einfach die Dame hinter mir an und versuchte, sie in ein Gespräch zu verwickeln. Über diesen Einkaufswahnsinn „zwischen den Tagen”.
Ich habe es in diesem Augenblick bedauert, dass ich mein Aufnahmegerät nicht dabei hatte. Von „Familien, die zwischen den Jahren einkaufen müssen, weil beide berufstätig sind” bis zu „die spinnen alle, übermorgen gibt es auch noch was” war alles dabei.

Was ich damit sagen will? Liebe Kolleginnen und Kollegen, die ihr frei beschäftigt seid oder in der Ausbildung: Es sind oft nur die kleinen Sachen, es muss nicht Weihnachten und Ostern sein, es muss nicht die Einkaufsschlange sein.
Es sind die kleinen Themen, aus denen man wunderbare Geschichten basteln kann.
Ich übe das selber wieder ein, manchmal dürfen die Situationen auch absurd sein.
Bewahren Sie sich den Blick und das Gefühl dafür.
Dafür sollten Sie sich aber immer auch als Teil des Volkes sehen. ;)

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In der Kategorie Allgemein, Medien am um 00:43 Uhr veröffentlicht.
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Vorsätzliche Vorsätze

Es ist nun 15 Jahre her, dass ich meine letzte Radiosendung als Moderator machte. Der Abschied fiel mir damals leicht. Personality in der einen wie der anderen Richtung war nicht mehr gefragt. Radio war nicht mehr das Medium, mit dem ich groß geworden war. Ich wurde vom Radio Luxemburg der anfänglichen 80er Jahre „radiosozialisiert”.

Es war mein Geschmack. Leichte Popkost, auch deutsche Musik, ein paar gute Special-Interest-Sendungen in den Abend- oder Nachtstunden. Dazu sogar Politiksendungen. Ich erinnere mich gerne an Geert Müller-Gerbes. Wenn ich mich richtig entsinne, wurde diese Sendung aus Düsseldorf oder Bonn zugeliefert. Radio-Freaks können mir da sicher den einen oder anderen Hinweis geben. Es sind verblasste Erinnerungen, ich bin älter geworden. Für mich jungen Menschen hatte RTL damals eine gute Mischung. Alles das war Auslöser, selber Radio zu machen. In Belgien habe ich angefangen, in Bayern aufgehört.
In den Jahren, in denen ich nichts mit Medien machte, habe ich mich immer viel mit Medien beschäftigt.
Wer mich Anfang 2000 fragte, bekam die Antwort, dass ich nie zurückkehren würde.
Gehen und Kommen, Zurückkehren gehört (nicht nur) zu meinem Leben.

Im vergangenen Jahr sind mir viele Menschen begegnet, die alte Aufzeichnungen oder auch neuere Produktionen von mir hörten. Menschen, die meine Stimme mögen.

Mein vorsätzlicher Vorsatz für dieses Jahr:
Sie werden mich verstärkt in den Audiobeträgen zu diesem Blog hören.
Versprochen.

Gleichzeitig arbeite ich an einer Lösung, dass meine Audioeinschübe möglichst automatisiert als Text für Mitmenschen bereit stellt, die nicht oder nur schwer hören. Diesbezügliche Tipps (Linux!) gerne an mich.

Was bleiben wird: Dass ich auf möglichst vielen Veranstaltungen bin, versuche, möglichst viele Menschen, mit denen ich digital kommuniziere, auch in diesem Real-Leben kennen zu lernen.

Und damit noch ein Wort zum Schluss des Beginns:
Ich blogge jetzt 11 Monate. Und im Schnitt habe ich über 74.200 Klicks (bereinigt um Robots etc.) pro Monat auf mein Blog. Das sind über 2.475 Klicks pro Tag.
Mit Themen, von denen ich annehme, dass sie vielleicht eher „sperrig” oder nicht „Mainstream” sind.
Mit relativ wenig Werbung, sieht man mal von Facebook, Goggle+ und natürlich Twitter ab.

Danke meinen Freunden, danke meinen Lesern! Ich bin stolz, diese Zahl mit Ihrer/Eurer Hilfe erreicht zu haben.

Ich wünsche Ihnen ein gutes Neues Jahr – und dass Sie Ihre Vorsätze umsetzen!

Für Kenner: Die BIC wird wiederkommen. In leicht veränderter Zusammensetzung.

Damit wird dieses Blog nach der Exkursion der letzten Woche wieder das, was es sein soll: Den journalistischen Darstellungsformen zurechenbar.

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In der Kategorie Kultur, Medien, Radio am 01.01.13 um 00:00 Uhr veröffentlicht.
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(K)ein Jahresrückblick – II

Im ersten Teil dieses Jahresrückblicks beschäftigte ich mich mit Musik. Jazzweekend in Regensburg, Musik als pädagogisches Element in der Schule, Musik als das, was sie sein soll: Volkes Musik. Musik ist aber immer auch Ausdruck. Und Volksmusik, egal, ob an Stammtischen oder im Konzertsaal dargebracht, ist Volkes Musik. Volkes Musik soll auch Volksmusik bleiben.
Musik ist Wert. Musik ist wertvoll. Und kein Mensch kann ernsthaft fordern, dass Musik kostenlos sein soll. Insofern verstehe ich die GEMA, dass sie Abgaben fordert. Wenn diese Abgaben dann nur auch die Musikschaffenden erreichen würden. Dass 95 Prozent der Musikschaffenden sich mit fünf Prozent der Urheberabgaben zufrieden geben müssen, ist dank der Aufklärungsarbeit von Bruno Kramm (Piraten) und anderen kein Geheimnis mehr. Die Geschichte mit Crowdfunding soll mal unbeleuchtet bleiben.

Klar, die USB-Stick-Geschichte war der Knaller des Jahres. Die GEMA erhöht (für die ZPÜ) die Leerabgabe auf Speichermedien. Eine solche Geschichte zuerst zu haben, ist das Sahnehäubchen als Journalist und Blogger. Und wenn ich nicht bei Twitter aufmerksam mitläse, dann wäre diese Geschichte an mir vorbeigegangen. Ein bisserl Eigeninitiative, eigene Recherche und guter Willen langen, um ein Thema zu platzieren. Und dann dazu ein Multiplikator. In meinem Fall war das Thomas Stadler. Rechtsanwalt aus Freising, ein Mensch, der das Herz am rechten Fleck hat und die ganze Computer-Branche im Blick hat. @RAStadler kann das alles.

Das Digitale und das Natürliche (!) treiben mich um. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen das. Als ich am 1. August als Pressereferent der Katholischen Erziehergemeinschaft berufen wurde, war ich teilweise unbedarft. Das gebe ich gerne zu. Ich arbeite gerne mit Ursula Lay zusammen, mit vielen Lehrern, bin gerne auf Veranstaltungen, bekomme auch ordentliches Feedback. Nicht nur immer positiv, aber: Wir arbeiten dran. Und dann gibt es kleine Highlights wie das Interview mit Kurt Neudert. Er ist 50 Jahre bei der KEG, im (Un-)Ruhestand und immer noch aktiv. Zum Beispiel engagiert er sich im Wertebündnis Bayern.

Immer wieder beschäftigt mich auch das Mediensterben. Vor allem das der Holzmedien. Zeitungen sind wichtig. Aber Zeitungen werden verlieren. Also zumindest die aus Totholz. Mit Klaus Schrage habe ich mich unterhalten. Zum Tod der Nürnberger Abendzeitung. Hier können Sie vor allem nachhören. Ich gebe es zu: Ich habe auch keine Patentrezepte, die Print retten könnten, selbst, wenn ich das wollte. Die gnadenlose Revolution ist Bestandteil unseres journalistischen Lebens geworden. Die AZ, die Frankfurter Rundschau, die Financial Times Deutschland sind die ersten, die es in Deutschland so richtig böse erwischt hat. Dazu die Nachrichtenagentur dapd. 2013 wird sich dieser Trend fortsetzen. Manchem Kollegen der schreibenden Zunft, der immer noch glaubt, dass „Zeitung in der Schule” das Rettungsmittel ist, wünsche ich: Wach bitte auf. Egal, wie hart das gerade ist. Stell Dich neu auf. Überprüfe Deine Positionen.

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In der Kategorie Bericht, Kommunikation, Medien, Musik, Politik am 27.12.12 um 19:53 Uhr veröffentlicht.
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(K)ein Jahresrückblick – I

Jahresrückblicke sind nicht meins. Ich blicke gerne nach vorne. Aber zu gegebener Zeit ist es notwendig und tut es gut, Rückschau zu halten. Nicht immer chronologisch, nicht immer nach den höchsten Klickzahlen, einfach so, wie es mir beim Nachdenken in den Sinn kommt.
Nicht ohne Hintersinn erinnere ich mit dem Foto zu diesem Artikel daran, dass ich im Juli zum Bloggen rund um das Jazzweekend in Regensburg eingeladen wurde. Vorangegangen waren viele Sitzungen, in denen die Jury sichtete, hörte und bewertete. Ich durfte Teil dieser Jury sein und bin gerne nach Regensburg gefahren. Und wenn ich auch nur ein n-tel Teil dieser Jury war, so hat sich das gelohnt. Das Programm des 31. Bayerischen Jazzweekends konnte sich sehen und hören lassen. Nochmals ganz herzlichen Dank an das Bayerische Jazzinstitut, dass ich dran teilnehmen durfte.
Unter anderem habe ich hier berichtet, als Conrad Tribble zusammen mit dem Landesjugendjazzorchester Bayern sang.

Gewagt war sie, die Bildunterzeile zu einem Beitrag: „Wenn Lehrer sich zum Affen machen …” – gewagt und doch ein Gewinn. Auf Vermittlung meines Freundes Karlheinz Rieger aus Wasserburg und mit der unglaublichen Offenheit von Ursula Lay, der Vorsitzenden der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern, durfte ich an einem pädagogischen Seminar teilnehmen. Lehrer sollten neue Lieder lernen und mittels eines ganzheitlichen Ansatzes ihre Schüler begeistern. Ganzheitlicher Ansatz meint in dem Fall, dass die Kinder nicht nur singen sollen, sondern auch entsprechende Bewegungen vollführen sollen. Den Beitrag lesen sie hier. Was sich daraus entwickeln würde, war da nicht abzusehen. Der Beitrag hat mir meinen Hauptauftraggeber beschert. Seit August bin ich Pressereferent der KEG Bayern, zuständig für die Lehrer. Vielleicht war es nur Glück, vielleicht war es Fügung, ich urteile nicht drüber. Jedenfalls darf ich jungen Berufskollegen mit auf den Weg geben: Probiert Euch aus. Macht was. Verstellt Euch nicht, seid ihr. Haltet an Euren Überzeugungen fest, egal, wie schwer der Weg ist.

Ein langweiliger Freitagabend. Ich habe nichts vor, das ganze Wochenende ist frei. Zufälligerweise schau ich abends nochmal bei Facebook rein. Karlheinz Rieger, den ich aus meinen Wasserburger Zeit kenne und schätze. Damals war er für mich weniger der Lehrer, der er heute ist, sondern eher ein wirklich cooler Fotograf, der es immer wieder (auch heute!) noch schafft, dass ich mit offenem Mund seine Aufnahmen anschaue. So, wie ich Karlheinz kenne, darf es damit der Lobhudeleien genug sein. Jedenfalls war aus den Gründen, die ich im vorherigen Absatz erklärt habe, war es gut, dass ich mich aufmachte.
Der Artikel über den musikalischen Samstag ist hier abrufbar. Und aus diesem Beitrag und meiner Überzeugung gegen eine dritte Starbahn am Münchner Flughafen sind wieder neue Beiträge entstanden.
So, wie mein Blog an vielen Stellen aus Zufällen und Fügungen besteht.
Probiert was aus! – diesen Rat gebe ich jungen Kollegen mit auf den Weg. Und dann auch erkennen, wenn man einer Sache nicht gewachsen ist und diese an einen Kollegen weitergeben. Zu diesem und weiteren Themen mehr im nächsten Blogbeitrag des Jahresrückblicks.

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In der Kategorie Bildung, Internet, KEG, Kirche, Kommunikation, Kultur, Medien, Musik am 26.12.12 um 21:29 Uhr veröffentlicht.
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Mein Weg ist mein Weg …

Heute vor einem Jahr habe ich mich selbständig gemacht. In meinem Papierkalender habe ich einen Eintrag vermerkt: Bilanz ziehen. Wo stehst Du? Als ich Anfang Dezember 2011 in die Gründungsphase einstieg, hatte ich außer drei vagen Zusagen, dass es Projekte gäbe, bei denen ich mitarbeiten könne, nichts weiter als die Zuversicht, dass ich in meinem Leben schon viel gemacht habe und manchmal an Abgründen vorbeigeschrammt bin, aber nie ernsthaft unterging. Schwimmen verlernt man nicht.
Kurzer Rückblick:
Ende April 2011 begann ich mit meinem Kurs „Online-Journalismus” an der Journalisten-Akademie München. Ich hatte mir nach meiner Zeit im Radio fast 14 Jahre eine Auszeit genommen, aber erkannt, dass ich wieder in den Medien aktiv werden will. Vieles hat sich in diesen Jahren geändert, ein Update, gerade im Bereich Online-Publizieren, war angesagt. Am dritten Lehrgangstag sollten wir ein Bild malen. Thema: „Wo sehe ich mich am Ende des Kurses, wo in einem Jahr.” Ich male nicht gut, wie man im Bild sieht:

Was man erkennen könnte: Ein Tisch, ein Rechner, links und rechts Instrumente (Tenorhorn, Posaune und Snare-Drum). Das Bild, so künstlerisch wertlos es sein mag, hängt immer noch an meiner Wand. Und diesen Traum, den ich gezeichnet habe, den habe ich nahezu verwirklicht.
Was habe ich gemacht? Es gibt keine Patentrezepte, wie man den Einstieg in die freie Existenz bekommt. Und letztlich auch nicht, wie man davon leben kann. Und als Quer-/Wieder-Einsteiger ist das noch ein bisschen schwerer. Ich habe mich via Twitter, Facebook und Google+ mit vielen Menschen vernetzt. Ich habe das Bloggen angefangen, bin auf viele Veranstaltungen gefahren, habe mit Menschen geredet und einfach mal angefangen, Neigungsschwerpunkte journalistisch zu bearbeiten und mich dazu an anderen Sachen ausprobiert.
Das eine habe ich verstärkt, ganz andere Sachen habe ich wieder fallen lassen.
Heute kann ich vom Ertrag meiner Arbeit leben.
Die Vernetzung geht weiter.
Für mich zählt dabei ein Grundgedanke: Ich werde nicht gegen meine Überzeugungen arbeiten.
Auf diesem Weg haben mich viele Menschen begleitet, viele sind mir heute noch verbunden, zu einigen Menschen hat sich der Kontakt verflüchtigt, neue Wegbegleiter sind hinzu gekommen.

Allen diesen Menschen, die mich begleitet haben, begleiten und begleiten werden an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön.
Und auch DANKE an Sie, die Leser dieses Blogs. Denn ohne die entsprechende Resonanz wäre ich heute sicher noch nicht da, wo ich bin. Und ich möchte, dass dieser Weg weitergeht.

Mein Weg ist mein Weg! … ist unser Weg!

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In der Kategorie Allgemein, Medien, Selbstreferentiell am 15.12.12 um 20:23 Uhr veröffentlicht.
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Leerabgabe für die Cloud?

Überlegen Sie bitte mal ganz kurz, nur so 25 Sekunden. Haben Sie eine Cloud, also Speicherplatz im Internet? Ja?
Gut.
Sicher speichern Sie da auch ganz schrecklich viele Musiktitel, gescannte Bücher und sowas ab, also alles, was urheberrechtlich geschützt ist.
„Kla … WAS?”, werden Sie nun sagen.

In meinen Clouds (ja, ich habe mehrere), befinden sich MEINE Fotos, MEINE Dokumente, MEINE Audio-Dateien, die ich immer wieder mal brauche, wenn ich auf verschiedenen Rechnern verschiedene Aufgaben erfülle. Und ich glaube, dass das den meisten Usern so geht.
Dann wird Sie vielleicht folgende Meldung aus dem Nachbarland Österreich interessieren:
Die Interessengemeinschaft von Autoren in Österreich möchte eine Abgabe auf die Cloud haben. Hier findet sich der entsprechende Artikel des „Standards”.

Ich bin jetzt ganz polemisch, ganz ungerecht und überhaupt: Die Forderung empfinde ich als nicht diskutabel und ähnlich verrückt, wie ich schon die Erhöhung der Leerabgabe bei USB-Sticks und Speicherkarten in Deutschland empfand. Es regt mich auf.
Aber irgendwann wird auch die GEMA diese Forderung entdecken und vorantreiben. Beziehungsweise nur vorantreiben, denn entdeckt haben die Freunde vom Rosenheimer Platz das sicher schon.

Ganz bitter deswegen heute mein Fazit: So viele Internetnichtversteher. Weil Euch, wie den Verlagen, die Idee zu einem Erlösmodell fehlt.

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In der Kategorie Internet, IT, Medien, Zwischenruf am 10.12.12 um 19:40 Uhr veröffentlicht.
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Der Schulbuchtrojaner ist vom Rechner

Was bislang nur analog möglich war, darf bald auch digital getan werden: Lehrer können aus urheberrechtlich geschützten Werken digitale Kopien erstellen und dürfen diese auch ihren Schülern zugänglich machen und – weitergeben. Auf diese kurze Botschaft lässt sich eindampfen, was zum Thema der digitalen Nutzung von Unterrichtsmitteln im weitesten Sinne heute von der Kultusministerkonferenz beschlossen wurde.
Das kostet die deutschen Kultusministerien insgesamt eine halbe Million Euro mehr. Statt 8,5 Millionen Euro bekommen Verlage und Urhebergesellschaften ab nächstem Jahr neun Millionen Euro. Ansonsten ändert sich nicht viel: Weiterhin dürfen, wie in der analogen Welt, nur zehn Prozent, maximal aber nur 20 Seiten, digitalisiert werden.
Für den Amtschef des Bayerischen Kultusministeriums, Dr. Peter Müller, steht fest: „Unsere Lehrkräfte können mit den Möglichkeiten des Jetzt arbeiten. Das heißt, die digitale Welt hält damit auch bei der Bereitstellung von Textauszügen und Musiknoten Einzug, für die die Urheberrechte bei den Bildungsverlagen liegen.” Weiter sieht Müller eine sichere Rechtsgrundlage für Lehrer.
Der Pressesprecher des Bayerischen Kultusministeriums, Dr. Ludwig Unger, ergänzt: „Das erleichtert die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer, die jetzt schon in der Moderne stehen und mit Whiteboard, USB-Stick und Speichermedien arbeiten.”

Es ist ein Stückchen Rechtssicherheit. Auf jeden Fall. Mehr wäre, wie in den meisten Fällen, wünschenswert gewesen. Auffällig: Erst Werke, die seit 2005 publiziert wurden, fallen unter die neue Regelung.
Das Positive an dieser neuen Vereinbarung ist jedoch: Der sogenannte Schulbuchtrojaner ist vom Tisch – beziehungsweise vom Rechner.
Für eine Handvoll halbe Million Euro.

Die Pressemitteilung des Kultusministeriums finden Sie hier.

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In der Kategorie Bildung, Computer, Internet, Medien, Politik am 06.12.12 um 18:51 Uhr veröffentlicht.
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Auch Kira hat einen Adventskalender

Adventszeit ist (für Kinder) auch Adventskalenderzeit. Während die meisten wohl einen haben, hinter dem sich ein Schokoladenplättchen versteckt, bietet die Kinderseite der evangelischen Kirche unter kirche-entdecken.de einen Adventskalender, hinter dem sich jeden Tag eine Geschichte verbirgt. Diese spielen zu der Zeit, als Jesus geboren wurde. In kurzen Texten tauchen die Kinder ein in diese Zeit. Neben den Themen, die sich in der Bibel finden, wie zum Beispiel der Verkündigung an Maria, bieten sich auch Texte zu den Römern an, wie heute, am 1. Dezember.
Kira, die Kirchenelster der evangelischen Kirche, führt die Kinder zum Adventskalender. Der ist auch ein Adventsrätsel. Nicola Rössert, die in der Abteilung Vernetzte Kirche / Internet im Evangelischen Presseverband für Bayern e.V. für kirche-entdecken.de zuständig ist, erläutert:

Screenshot vom 1. Dezember

Die Preise sind Bücher, Quartettspiele oder CDs. Die Adressen werden datenschutzkonform behandelt und nur für das Gewinnspiel verwendet.
Kleiner Tipp von mir: Wenn man die Kirche auf kirche-entdecken.de betreten hat, findet man rechts neben der Liedtafel, auf Höhe der Empore, die Päckchen. Draufklicken und man kommt zum Adventskalender/-rätsel. Bei den einzelnen Geschichten findet man exponiert einen Buchstaben. Diese sammeln und richtig zusammensetzen, dann kann die Post an Kira abgehen. Viel Spaß und noch mehr Glück beim Rätseln! Hier geht’s direkt zum Adventskalender.

(Screenshots mit freundlicher Genehmigung von Vernetzte Kirche)

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In der Kategorie Kirche, Medien, Religion am 01.12.12 um 10:11 Uhr veröffentlicht.
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Hörspiel und Medienkunst

Gleich mit zwei Knallern möchte ich heute aufwarten: „Kreuzeder und der Tote im Wald” und „Die Reichsgründung”. Augenscheinlich haben das Hörspiel (Kreuzeder) und der Doku-Spielfilm (Die Reichsgründung) nur wenig miteinander zu tun. Hintergründig wird klar, dass wir in Deutschland Rundfunkstationen haben, die dem öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrag nachkommen.
Zum Hörspiel: Deutschlandradio Kultur wagt einen Schritt zum Publikum hin. Am 11. Dezember präsentiert der Sender ein Hörspiel live vor Publikum in Passau. „Kreuzeder und der Tote im Wald”, basierend auf einem Roman von Jörg Graser, wird aufgeführt. Zur Handlung: „Polizeipsychologin März (Luise Kinseher) informiert Kriminalrat Kreuzeder (Sigi Zimmerschied) dass nahe der tschechischen Grenze eine Leiche gefunden wurde. Kreuzeder mag sich am Sonntag nicht mit einem Mord befassen. Außerdem leidet er mal wieder an den Auswirkungen eines Alkoholrausches. Um den Fall nicht bearbeiten zu müssen, schleppt er den Toten über die Grenze nach Tschechien. Doch das hilft ihm nicht. Die tschechische Polizei bittet prompt um Amtshilfe, denn Spuren führen nach Deutschland. Der Tote, Max Krobel, wurde mit einem Kopfschuss regelrecht hingerichtet. Er war Hausmeister einer Schule und wenig beliebt. Die Art und Weise, wie er ums Leben kam, spricht für einen Auftragsmord.”

Hörspielstudio des Deutschlandfunks Köln

Soweit die Presseinformation. Jörg Graser ist der Autor und Sigi Zimmerschied spricht den Protagonisten. Er wird vor der Aufführung des Hörspiels auch aus seinem Roman „Weißbier im Blut” lesen, der aus Motiven der Hörspiele um Kreuzeder entstand.
Ich bin gespannt. Vor allem deshalb, weil ich selber in Passau sein werde und mir das Hörspiel angucke und anhöre. Und wenn Funknetz und Internet reichen, dann berichte ich auch sicher live aus dem Scharfrichterhaus. Ich freue mich, dass der Kollege Jürgen M. Edelmann mich eingeladen hat.
Und damit zum Fernsehen, das meine ungeliebte Stiefschwester ist. Ich schau ja nur ungern TV, ich lausche Radio. Das gebe ich gerne (und auch an unpassenden Stellen) zu Protokoll. Am Freitag hatte ich die Gelegenheit, den Preview von „Die Reichsgründung” zu sehen.

Das Ende des ersten Teils habe ich erst diese Nacht nach der Ursendung gesehen. Beim Preview musste ich etwas früher raus, eine Pressemitteilung will geschrieben sein und manchmal muss man sich zerteilen. ;)
Die Tellux hat zusammen mit BRalpha unternommen, deutsche Geschichte aufzuarbeiten. Und die „Reichsgründung” ist nicht ambitioniert. Nein, dieses Wort wäre falsch gewählt. Der Zweiteiler ist genial. In den ersten 90 Minuten kriegt der Zuschauer einen schnell eingestellten Einblick in die Zeit, in der Bismarck seine Strippen zog, um das Deutsche Reich zu gründen. In tagebuchartigen Szenen werden die Ereignisse um das Jahr 1871 dargestellt. Und ich gebe zu: Ich bin beeindruckt von der Stiefschwester meines Radios. Schneller Schnitt, es schwirrt einem der Kopf nach dem Sehen des Films. Den langweiligen Geschichtsunterricht meiner Gymnasial-Zeit habe ich mehr als kompensiert. Ich habe in den 90 Minuten des ersten Teils der Reichsgründung mehr behalten und verstanden, als es meine Lehrer es mir je vermitteln konnten. Das macht Mut, den zweiten Teil am Samstag, 1. Dezember zu sehen. Die Serie wird Anfang 2013 auch im BR-Shop erhältlich sein. Wie gesagt, ein tolles Projekt. Und ich bin nicht der einzige, dem die Ereignisse im Kopf schwirrten: Die Twitter-Userin Spreewaldperle hat es erfasst:

Haben Sie nächsten Samstag um 20.15 Uhr Zeit? Dann schauen Sie den zweiten Teil der Reichsgründung auf BR alpha.

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In der Kategorie Kultur, Literarisches, Medien am 25.11.12 um 05:49 Uhr veröffentlicht.
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Kompetenz statt Angst – Der @CSU_net wird ein Jahr

Der netzpolitische Arbeitskreis der CSU, der @CSU_net, wird ein Jahr alt. Vor einem Jahr von vielen belächelt, schien das Internet doch eher in Piraten-Hand zu sein und die CSU so völlig deplatziert, hat CSU_net Position bezogen, sich gegen ACTA und VDS ausgesprochen und ist damit in manchem konträr zum „Mutterschiff”. Dorothee Bär, stellvertretende Generalsekretärin der CSU und Vorsitzende, zog Bilanz und erinnerte in ihrer Rede an den Beginn im Herbst 2011, als es einer der ersten Tweets, der sich gegen die Vorratsdatenspeicherung richtete, bis in die Tagesschau schaffte und für Aufsehen sorgte:

Für das Ziel, dass sich Menschen auch weiterhin ACTA oder INDECT nicht gefallen lassen, wird der CSU_net auch weiterhin kämpfen, betonte Bär.

Einen breiten Raum nahm die Podiumsdiskussion ein, die sich hauptsächlich um das Thema Medienkompetenz drehte. Interessant war, dass eine für viele unbekannte Podiumsform praktiziert wurde: Fishbowl. Das heißt, dass ein Stuhl auf dem Podium leer bleibt und sich Panelzuhörer spontan einbringen können und neben den Diskutanten den freien Platz einnehmen. Nun ist das Thema Medienkompetenz eines, das mich auch immer wieder umtreibt. Lehrer müssen fit sein in puncto Internet und neue Medien, damit sie ihren Schülern Hilfestellung geben können. Es freut mich, dass Professor Gabriele Goderbauer-Marchner das ähnlich sieht und mit der Fachkompetenz einer Journalismus-Dozentin forderte, dass die Medienausbildung schon im universitären Bereich angesiedelt werden sollte und in der Schule selber Medienunterricht einen großen Stellenwert einnehmen soll. Ein Ausschnitt:

Ältester Teilnehmer aus dem Publikum war ein über 70jähriger, der selber Soziale Medien nutzt, er twittert zum Beispiel. Ihn als Kronzeugen zu benennen, was die Nutzung des Internets durch Digital Immigrants angeht (= Menschen, die nicht mit dem Computer aufgewachsen sind), würde zu weit führen. Ein gutes Beispiel ist er auf jeden Fall, dass man die Scheu vor dem Netz sehr gut verlieren kann und bei Seminaren von Medientrainern, Internet-Erklärern oder Bildungseinrichtungen lernen kann, sich sicher im Internet zu bewegen. Das soll Mut machen.
Im März dieses Jahres forderte Dorothee Bär auf dem Netzkongress der CSU, dass jedes Kind in der Schule einen Tablet-PC bekommen solle. Der CSU_net macht sich stark, dass Haushaltsmittel eingesetzt werden, um die Digitale Kompetenz der Schüler zu stärken. Sponsoring müss aber sehr genau angeschaut werden, um sich nicht in Abhängigkeiten zu begeben oder einen Monopolisten zu fördern:

Zwei Anträge wurden einstimmig verabschiedet: Einmal sprachen sich die Mitglieder des CSU_net dafür aus, dass das Depublizieren öffentlich-rechter Inhalte im Internet nach 7 Tagen rückgängig gemacht wird. Aus der Antragsbegründung: „Das gesetzlich vorgeschriebene „Depublizieren“ konterkariert auch den journalistischen Arbeitsaufwand, der hinter jedem einzelnen Beitrag steckt. Der Recherche- und Bearbeitungsaufwand, die Gründlichkeit der Arbeit, die zu Recht zum Grundverständnis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehört, findet keine Würdigung in der Vorschrift, die geschaffenen Produkte der Öffentlichkeit nach kurzer Frist nachhaltig zu entziehen.”
Der andere Antrag befasste sich mit der Ermittlung von Straftaten im Netz. Sicherheitsbehörden sollen fachlich und personell so ausgestattet werden, dass sie in der Lage sind, erfolgsorientiert arbeiten zu können. Dabei ist dem CSU_net wichtig, dass es nicht um Überwachungsmaßnahmen in sozialen Netzen und die sinnlose Speicherung von Daten geht: „Bei den Ermittlungen muss dabei der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und des Datenschutzes gewährt bleiben. Maßnahmen wie die anlasslose Speicherung von Daten oder Überwachung der privaten Kommunikation – auch in sozialen Netzen – lehnen wir ab.”

Der einjährige Geburstag des CSU_net wurde auch gefeiert. Bescheiden, wie es sich für einen Arbeitskreis der CSU gehört und mit #lila Schokolade, die Landesgeschäftsführer Ludwig Reicherstorfer spendierte:

Jeder, der zur #csunetcon12 erschien, bekam ein Poloshirts mit Logo-Aufdruck, gesponsert von Ralph Mahlo, Unternehmer und Mitglied im netzpolitischen Arbeitskreis der CSU.

Die komplette Rede von Dorothee Bär findet sich hier zum Download (rechte Maustaste!) als mp3 und als ogg-vorbis (25 min 30; ca. 25/14 MB)

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In der Kategorie Internet, Kommunikation, Medien am 18.11.12 um 08:50 Uhr veröffentlicht.
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Verändern Twitter und Facebook den Wahlkampf?

Social Media beeinflusst den Wahlkampf. In den USA war das bei der Präsidentenwahl zu beobachten. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hatte zusammen mit dem US-Konsulat zu einer weiteren Podiumsdiskussion geladen, bei der die US-Wahl nachbetrachtet wurde. Professor Dr. Molly Selvin analysierte recht anschaulich mit wenig Grafiken, aber mehr YouTube-Videos die Beeinflussung, die Demokraten und Republikaner über das Netz auszuüben versuchten. Klaus Kastan vom Bayerischen Rundfunk moderierte die Veranstaltung. Kastan war zuletzt 6 Jahre als Korrespondent in den Staaten und darf zu Recht als Kenner der Verhältnisse gelten.

Quintessenz: Social Media verändert Politik, unabhängig von Kampagnen können Politiker mit Ihren Wählern direkt in Kontakt treten. Videos, die unter Nutzern verbreitet werden, tragen zur Meinungsbildung bei. Und noch eins: Verkürzte Statements (insbesondere auf Twitter) finden schnell den Weg zur Massenverbreitung. Hier heißt es also für Wahlkämpfer: Aufpassen.
Was mir positiv auffiel: Die Skype-Schalte mit einem SZ-Korrespondeten. Brachte Leben in die Debatte, war ein toller Einblick in Social Media – allgemein gesehen, wenn man Skype dazu zählen will.

Sehr gut zusammengefasst haben die Diskussion Klaus Kastan und LMU-Professor Carsten Reinemann. Das Schluss-Statement:

BLM-Präsident Siegfried Schneider und US-Generalkonsul Bill Moeller hielten zu Beginn ihre Statements.
Auf Twitter war die Debatte in Auszügen mit zu verfolgen. Der Hashtag auf Twitter war: #miwk.
Sobald die BLM einen Bericht zur Veranstaltung erstellt hat, reiche ich diesen nach.

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In der Kategorie BLM, Kommunikation, Medien, Social Media, US-Konsulat am 14.11.12 um 01:10 Uhr veröffentlicht.
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Das Zeitungssterben geht weiter …

Es ist kein Mantra, nein, es ist kein Mantra: „Die Zeitungen sterben.” Nein, es ist kein Mantra, das ich vor mir her murmele. Aber seit eben steht fest, dass die Frankfurter Rundschau insolvent ist. Im Zuge des Verfahrens werden die Details sicher aufmerksam beobachtet werden, die Analytiker stehen schon in den Startlöchern.
Und die „FR” ist nicht die einzige Zeitung, die bedroht ist. Auch die Financial Times Deutschland (FTD) ist gerüchteweise von der Einstellung bedroht. Genauso wie Prinz, das Stadtmagazin, das zukünftig nur noch online erscheinen soll.

Eine Entwicklung, die in beiden Fällen von außen her sicher nicht für jeden vorhersehbar war, wenngleich ich mich entsinne, dass das Wimmern bei der Frankfurter Rundschau schon im letzten Jahr vernehmbar war. Nein, ich will jetzt nicht klug daher reden. Dennoch: Ich selber habe mich im letzten Jahr bei der FR mal beworben und wurde abgelehnt. Insofern könnte ich jetzt sagen: „Gottlob”. Aber angesichts dessen, dass die Zukunft der Kollegen ungewiss ist, möchte ich das hier ausdrücklich nicht.
Es wäre auch zu einfach, hier und jetzt ins Feld zu führen, dass die Printmedien versäumt haben, alternative Modelle zu entwickeln. Erlösmodelle, die auch in Zeiten des Internets tragen.
Wolfgang Büchner von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hat dazu Bemerkenswertes gesagt, beim Dialog Digitale Zukunft in der Hanns-Seidel-Stiftung.

Nicht nur bei den Journalisten muss das Umdenken anfangen. Auch nicht mehr bei den Verlegern. Das Umdenken muss wohl auch schon im Agenturbetrieb losgehen. Sonst frisst die digitale Revolution uns alle. Gnadenlos. Den Konsumenten und sein Verhalten werdet Ihr nicht ändern. Ihr müsst ihn locken.

Nachtrag (14:56 Uhr): Ich singe hier nicht das Lied des sterbenden Qualitätsjournalimus.

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In der Kategorie Allgemein, Medien, Wirtschaft, Zwischenruf am 13.11.12 um 15:17 Uhr veröffentlicht.
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Die gnadenlose Revolution

Medien unterliegen dem Wandel. Diese Binse zu betonen ist eigentlich unnötig. Und dennoch. Sie muss betont werden, da es in den Köpfen der meisten Zeitungs-Journalisten noch nicht richtig angekommen ist. Das zeigte die Diskussion in Nürnberg, zu der die dju Mittelfranken vor ein paar Wochen eingeladen hatte. Ich will hier keine Kollegenschelte betreiben.
Und deswegen habe ich mich auch mehrere Wochen zurückgehalten, das Erlebte zu skizzieren.
Referent des Abends war Johannes Friedrich Reichert, erfahrener Journalist (Ex-BR) und heute Medientrainer. Er skizzierte zu Beginn seines Folienvortrages den Wandel der Medien.
Ein kleiner Ausschnitt aus seinem Vortrag:

Das Ding, das anstelle eines Mikrophons da stand, war übrigens mein Zoom H4n. Die Kollegen vom BR oder Antenne Bayern haben ähnliche Geräte, die funktional einfach den modernen Zeiten angepasst sind. Und da fängt leider schon die Schelte an, der ich mich doch enthalten wollte. Reichert hat in seinem Vortrag sehr richtig bemerkt, dass sinkende Kosten und das Internet es ermöglichen, dass jeder zum Sender werden kann. Und das klassische Mikrofon weicht dem sozusagen multimedial veranlagten Apparat, der dem Journalisten vor Ort ermöglicht, schnell zu arbeiten.
Die Folge: Das althergebrachte Kommunikationsmodell von Sender und Empfänger ist nicht mehr gültig. Der Journalist von heute ist nicht mehr der Gatekeeper, der Informationen zurückhält und sie „bröckchenweise” an seine Leser/Zuschauer/Hörer weitergibt. Er muss auf die Anforderungen seiner Konsumenten reagieren, auf deren Fragen und auch „Ermittlungen” reagieren. Der Journalist von heute muss im Netz unterwegs sein, Trends aufspüren, aufgreifen und sie in einen Kontext einordnen.
Das Berufsbild unterliegt (wie eigentlich jedes) einem Wandel.
Und deswegen war ich in der Veranstaltung mit den Kollegen auch etwas erbost, dass wieder einmal nach Lösungsmöglichkeiten für mehr Printleser gesucht wurde, statt aus dem sehr fundierten Vortrag von Johannes Friedrich Reichert Lehren zu ziehen.

Lehrstück eins:
Print befindet sich im Wandel. Die Tageszeitung, wie wir sie heute noch kennen, wird nicht verschwinden, aber sie wird sich ändern. Langfristig wird man seine Zeitung zum Frühstück nicht mehr als Print-Ausgabe dem/der Partner/Partnerin vorhalten, sondern auf einem Tablet (oder vergleichbaren Gerät) die tagesaktuellen Meldungen lesen. Abgesehen davon, dass das, was ich morgens in der Totholz-Ausgabe meiner Heimatzeitung lese, schon veraltet ist und von der medialen Wirklichkeit des Netzes schon überholt wurde.
Zeitungen müssen sich wandeln, sie werden Begleitmedium werden. Nicht so, wie das Radio, sondern: Sie werden mittelfristig Erklärstücke und Hintergründe liefern müssen.

Lehrstück zwei:
Ja, die Blogger werden den Printmedien Leser wegnehmen. Blogger arbeiten cross- oder multimedial. Sie thematisieren, sie decken Geschichten auf, sie schreiben gegen Verlagslinien an. Damit meine ich, dass Blogger keinen Regeln unterworfen sind. Sie müssen nicht die Wirtschaftsinteressen eines Verlages respektieren. Freilich – und das schreibe ich gerne: Nicht jeder Blogger erfüllt journalistische Standards. Aber muss ich deswegen alle Blogger in einen Topf werfen und umrühren, bis herauskommt, dass meine Tageszeitung das einzig Wahre ist?

Lehrstück drei:
Es ist sinnvoll, in Schulen zu gehen und Kindern beizubringen, wie eine Zeitung gemacht wird. Ja! Die Kinder lernen die Kulturtechnik des Publizierens, von der Arbeit des Reporters über den Satz bis hin zum Druck. Sie haben viele haptische Erlebnisse. Das ist wichtig, damit die Schüler lernen, dass digital nicht alles ist. Kinder müssen wissen, wie sich ein Buch anfühlt. Sie müssen wissen, wie schön Zeitungspapier ist. Nicht nur als Verpackungsmittel, wenn ich meine Playstation einem Ebay-Kunden versende. Aber es ist falsch zu glauben, dass das der einzige Weg ist, zahlenden Nachwuchs für sein Totholz-Nachrichtenangebot zu bekommen.

Lehrstück vier:
Journalisten, lernt, dass das Netz nicht kaputt macht. Das Netz beschleunigt. In allen Bereichen. Ich sehe das in meiner Arbeit für die Katholische Erziehergemeinschaft, ich sehe das tagtäglich: Meldungen überschlagen sich, müssen geprüft werden, verifiziert sein, wenn sie online gehen. Nutzt diese Möglichkeiten. Ihr seid die Gewinner!

Ein weiteres Mimimimi-ich-bin-so-ein-toller-Journalist-und-ich-habe-die-Kontakte hilft Euch nicht.
Die Zeiten sind härter geworden, unerbittlicher. Nicht nur bei den Autobauern oder sonst wo in der Wirtschaft.
Auch im Journalismus.

Ich weiß, dass ich hier an viele Wände schreibe und ungehört verhalle.
Eigentlich kann es mir egal sein.
Ich schätze journalistische Blogger wie Gunnar Sohn.
Ich liebe und lobe die Blogs von Klaus Schrage und Peter Viebig. Mag sein, dass die NN/NZ und sonstig Beteiligten denen die Freiheit gegeben haben, dass sie machen dürfen, was sie machen. Ein Beispiel für uns alle sollte es sein.
Ja, und ich nehme mich da nicht aus.
Das Internet verändert uns und unsere Arbeit.
Das ist die gnadenlose Revolution.

(Torte statt Graubrot war schon einmal ein Fehler.)

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In der Kategorie Medien, Politik, Wirtschaft, Zwischenruf am 07.11.12 um 19:52 Uhr veröffentlicht.
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GEMA einigt sich mit VDM, DDO und DDU

Die GEMA hat sich mit den Verbänden Deutsche Discjockey Organisation, Deutsche Discotheken Unternehmer und Verband Deutscher Musikschaffender (DDO, DDU, VDM) auf mäßigere Anhebungen bei den sogenannten Discotheken-Tarifen geeinigt. Ab 1. April 2013 steigen diese an, wie mehrfach berichtet. Die Verbände erhalten einen 20-prozentigen Nachlass auf das Gesamtvolumen.
Weiter schreibt die GEMA in einer Pressemitteilung:

„• Einführungsnachlass: Die GEMA gewährt Betrieben, die zwei oder mehr Veranstaltungen wöchentlich durchführen, gesonderte Einführungsnachlässe auch für Veranstaltungen mit einem Eintrittsgeld von weniger als 10 EUR über einen Zeitraum von 5 Jahren.
• Vervielfältigungsrechte: Die GEMA plant für die zukünftige Lizenzierung der Vervielfältigungsrechte (sogenannter Laptopzuschlag), den bereits heute bestehenden Vervielfältigungstarif VR-Ö entsprechend anzupassen. Die Lizenz beträgt dort € 0,13 je vervielfältigtem Werk. Dadurch würde der bisherige Zuschlagstarif VR-T-G entfallen.”

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In der Kategorie Medien, Musik, Politik, Wirtschaft am 05.11.12 um 15:11 Uhr veröffentlicht.
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