Am Karfreitag 2013 bietet NDR Kultur ein echtes Highlight. Ab 15.05 Uhr wird die Markus-Passion übertragen. Das Libretto, also der Text, ist vollständig erhalten. Das Besondere an der Markus-Passion ist, dass die Musik rekonstruiert wurde. Johann Sebastian Bach hat die Markus-Passion komponiert. Uraufgeführt wurde das geistliche Werk am 23. März 1731. Im Jahr 1744 hat Bach selbst noch einmal die Passion dirigiert und um zwei Arien ergänzt. Wer sich via Wikipedia mit dem Werk anfreunden will, der klicke hier.
Freitag, 29.03.2013, 15.05 – 18.00 Uhr
NDR Kultur
Markuspassion
Deutsche Erstaufführung in einer rekonstruierten Fassung von Simon Heighes
Im März steigt die 44. Internationale Jazzwoche Burghausen. Eine Woche lang zieht die im südöstlichsten Zipfel Bayerns gelegene Kleinstadt wieder Jazzfreunde und -stars an. Heute hat die „Mannschaft” der Interessengemeinschaft Jazz Burghausen e.V. das Programm im Presseclub München vorgestellt. Hochkarätige Stars und Newcomer haben ihr Kommen zugesagt. Professor Joe Viera mit ein paar der Highlights:
Die Eintrittspreise mussten zwar erhöht werden, aber, so Herbert Rißel von der IG Jazz Burghausen:
Am Dienstag, den 12. März gibt es zum fünften Mal das Finale des Burghausener Nachwuchs-Jazzpreises. Fünf Finalisten musizieren um den mit 15.000 Euro dotierten Preis, daneben eröffnen die Gewinner am Folgetag das Konzert in der Wackerhalle.
Alle Infos zur diesjährigen Jazzwoche in Burghausen finden sie hier.
Sie findet vom 12. – 17. März statt. Der Kartenvorverkauf läuft seit 15. Januar. Am ersten Tag war der Andrang bereits recht groß.
Es heißt also schnell sein. Die Anreise kann man auch mit der Südostbayernbahn machen, es gibt auch wieder den Jazz-Express, der am 16. März von Münchener Hauptbahnhof bis Burghausen fährt.
Der Bayerische Rundfunk zeichnet alle Konzerte in der Wackerhalle auf und wird diese fortlaufend sonntags in BR alpha ausstrahlen.
Im Hörfunk gibt es 9 Sendungen, die sich mit dem Burghausener Event befassen:
In BR-Klassik:
8. April, 23:05 Uhr (Jazztime)
3. Mai, 15:05 Uhr (Pour le Piano)
9. Mai, 23:05 Uhr
24. Mai, 23:05 Uhr
6. Juni, 23:05 Uhr
28. Mai, 23:05 Uhr
26. Juli, 23:05 Uhr
In Bayern2 wird am 16. März von 20:05 Uhr bis 02:00 Uhr live übertragen. In der radioJazznacht extra gibt aktuelle Konzerte, Highlights der vergangenen Tage und Interviews. Ulrich Habersetzer und Roland Spiegel moderieren.
In der Nacht vom 20./21. April widmet sich die radioJazznacht nochmals der 44. Internationalen Jazzwoche: Nachklang, Nachlese, Notizen haben Habersetzer und Spiegel die Sendung von 00:05 bis 02:00 Uhr betitelt. Unter anderem gibt es Ausschnitte aus den Konzerten im Stadtsaal Burghausen.
Zitat aus einer Pressemitteilung der GEMA:
„Als weiteren Schritt geht die GEMA mit einer Abmahnung gegen den Inhalt der willkürlich auf YouTube geschalteten Sperrtafeln vor: „Die Sperrtafeln tragen bis heute in großem Umfang dazu bei, die öffentliche und mediale Meinung in höchst irreführender Weise negativ zu beeinflussen.
Durch den eingeblendeten Text wird der falsche Eindruck erweckt, dass die GEMA die Lizenzierung von Musiknutzung kategorisch verweigere. Tatsächlich war die GEMA jedoch immer dazu bereit eine Lizenz zu erteilen, die YouTube nach den gesetzlichen Regelungen auch jederzeit einseitig hätte erwerben können. YouTube war aber in der Vergangenheit aus uns nicht nachvollziehbaren Gründen nicht bereit, diesen Weg einzuschlagen. Bislang haben wir in diesem Zusammenhang auf rechtliche Schritte bewusst verzichtet, um die laufenden Gespräche durch ein weiteres gerichtliches Verfahren nicht zu belasten“, erklärt Dr. Harald Heker das Vorgehen der GEMA.”
Die Kollegen der Nürnberger Zeitung haben das Thema gleich aufgegriffen.
Im ersten Teil dieses Jahresrückblicks beschäftigte ich mich mit Musik. Jazzweekend in Regensburg, Musik als pädagogisches Element in der Schule, Musik als das, was sie sein soll: Volkes Musik. Musik ist aber immer auch Ausdruck. Und Volksmusik, egal, ob an Stammtischen oder im Konzertsaal dargebracht, ist Volkes Musik. Volkes Musik soll auch Volksmusik bleiben.
Musik ist Wert. Musik ist wertvoll. Und kein Mensch kann ernsthaft fordern, dass Musik kostenlos sein soll. Insofern verstehe ich die GEMA, dass sie Abgaben fordert. Wenn diese Abgaben dann nur auch die Musikschaffenden erreichen würden. Dass 95 Prozent der Musikschaffenden sich mit fünf Prozent der Urheberabgaben zufrieden geben müssen, ist dank der Aufklärungsarbeit von Bruno Kramm (Piraten) und anderen kein Geheimnis mehr. Die Geschichte mit Crowdfunding soll mal unbeleuchtet bleiben.
Klar, die USB-Stick-Geschichte war der Knaller des Jahres. Die GEMA erhöht (für die ZPÜ) die Leerabgabe auf Speichermedien. Eine solche Geschichte zuerst zu haben, ist das Sahnehäubchen als Journalist und Blogger. Und wenn ich nicht bei Twitter aufmerksam mitläse, dann wäre diese Geschichte an mir vorbeigegangen. Ein bisserl Eigeninitiative, eigene Recherche und guter Willen langen, um ein Thema zu platzieren. Und dann dazu ein Multiplikator. In meinem Fall war das Thomas Stadler. Rechtsanwalt aus Freising, ein Mensch, der das Herz am rechten Fleck hat und die ganze Computer-Branche im Blick hat. @RAStadler kann das alles.
Das Digitale und das Natürliche (!) treiben mich um. Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen das. Als ich am 1. August als Pressereferent der Katholischen Erziehergemeinschaft berufen wurde, war ich teilweise unbedarft. Das gebe ich gerne zu. Ich arbeite gerne mit Ursula Lay zusammen, mit vielen Lehrern, bin gerne auf Veranstaltungen, bekomme auch ordentliches Feedback. Nicht nur immer positiv, aber: Wir arbeiten dran. Und dann gibt es kleine Highlights wie das Interview mit Kurt Neudert. Er ist 50 Jahre bei der KEG, im (Un-)Ruhestand und immer noch aktiv. Zum Beispiel engagiert er sich im Wertebündnis Bayern.
Immer wieder beschäftigt mich auch das Mediensterben. Vor allem das der Holzmedien. Zeitungen sind wichtig. Aber Zeitungen werden verlieren. Also zumindest die aus Totholz. Mit Klaus Schrage habe ich mich unterhalten. Zum Tod der Nürnberger Abendzeitung. Hier können Sie vor allem nachhören. Ich gebe es zu: Ich habe auch keine Patentrezepte, die Print retten könnten, selbst, wenn ich das wollte. Die gnadenlose Revolution ist Bestandteil unseres journalistischen Lebens geworden. Die AZ, die Frankfurter Rundschau, die Financial Times Deutschland sind die ersten, die es in Deutschland so richtig böse erwischt hat. Dazu die Nachrichtenagentur dapd. 2013 wird sich dieser Trend fortsetzen. Manchem Kollegen der schreibenden Zunft, der immer noch glaubt, dass „Zeitung in der Schule” das Rettungsmittel ist, wünsche ich: Wach bitte auf. Egal, wie hart das gerade ist. Stell Dich neu auf. Überprüfe Deine Positionen.
Jahresrückblicke sind nicht meins. Ich blicke gerne nach vorne. Aber zu gegebener Zeit ist es notwendig und tut es gut, Rückschau zu halten. Nicht immer chronologisch, nicht immer nach den höchsten Klickzahlen, einfach so, wie es mir beim Nachdenken in den Sinn kommt.
Nicht ohne Hintersinn erinnere ich mit dem Foto zu diesem Artikel daran, dass ich im Juli zum Bloggen rund um das Jazzweekend in Regensburg eingeladen wurde. Vorangegangen waren viele Sitzungen, in denen die Jury sichtete, hörte und bewertete. Ich durfte Teil dieser Jury sein und bin gerne nach Regensburg gefahren. Und wenn ich auch nur ein n-tel Teil dieser Jury war, so hat sich das gelohnt. Das Programm des 31. Bayerischen Jazzweekends konnte sich sehen und hören lassen. Nochmals ganz herzlichen Dank an das Bayerische Jazzinstitut, dass ich dran teilnehmen durfte.
Unter anderem habe ich hier berichtet, als Conrad Tribble zusammen mit dem Landesjugendjazzorchester Bayern sang.
Gewagt war sie, die Bildunterzeile zu einem Beitrag: „Wenn Lehrer sich zum Affen machen …” – gewagt und doch ein Gewinn. Auf Vermittlung meines Freundes Karlheinz Rieger aus Wasserburg und mit der unglaublichen Offenheit von Ursula Lay, der Vorsitzenden der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern, durfte ich an einem pädagogischen Seminar teilnehmen. Lehrer sollten neue Lieder lernen und mittels eines ganzheitlichen Ansatzes ihre Schüler begeistern. Ganzheitlicher Ansatz meint in dem Fall, dass die Kinder nicht nur singen sollen, sondern auch entsprechende Bewegungen vollführen sollen. Den Beitrag lesen sie hier. Was sich daraus entwickeln würde, war da nicht abzusehen. Der Beitrag hat mir meinen Hauptauftraggeber beschert. Seit August bin ich Pressereferent der KEG Bayern, zuständig für die Lehrer. Vielleicht war es nur Glück, vielleicht war es Fügung, ich urteile nicht drüber. Jedenfalls darf ich jungen Berufskollegen mit auf den Weg geben: Probiert Euch aus. Macht was. Verstellt Euch nicht, seid ihr. Haltet an Euren Überzeugungen fest, egal, wie schwer der Weg ist.
Ein langweiliger Freitagabend. Ich habe nichts vor, das ganze Wochenende ist frei. Zufälligerweise schau ich abends nochmal bei Facebook rein. Karlheinz Rieger, den ich aus meinen Wasserburger Zeit kenne und schätze. Damals war er für mich weniger der Lehrer, der er heute ist, sondern eher ein wirklich cooler Fotograf, der es immer wieder (auch heute!) noch schafft, dass ich mit offenem Mund seine Aufnahmen anschaue. So, wie ich Karlheinz kenne, darf es damit der Lobhudeleien genug sein. Jedenfalls war aus den Gründen, die ich im vorherigen Absatz erklärt habe, war es gut, dass ich mich aufmachte.
Der Artikel über den musikalischen Samstag ist hier abrufbar. Und aus diesem Beitrag und meiner Überzeugung gegen eine dritte Starbahn am Münchner Flughafen sind wieder neue Beiträge entstanden.
So, wie mein Blog an vielen Stellen aus Zufällen und Fügungen besteht.
Probiert was aus! – diesen Rat gebe ich jungen Kollegen mit auf den Weg. Und dann auch erkennen, wenn man einer Sache nicht gewachsen ist und diese an einen Kollegen weitergeben. Zu diesem und weiteren Themen mehr im nächsten Blogbeitrag des Jahresrückblicks.
Stabilitas loci heißt, dass man an dem Ort bleibt, der einem zugewiesen wurde. Ich selber bin in den letzten Jahren ziemlich viel umgezogen, die stabilitas loci habe ich innerlich jedoch nie aufgegeben. Ich bin meinen Arbeitgebern nachgezogen. Mein Kollege und Freund Karlheinz Rieger, den ich nach einigen Jahren in Wasserburg wiedertraf, ist sesshaft geblieben.
Ende März war ich nach langer Zeit wieder einmal in Wasserburg und habe Ernst Schusser vom Volksmusikarchiv in Aktion mit den Wasserburgern erlebt. Und selber kräftig mitgesungen. Den Bericht gibt es hier.
Und wieder einmal war Ernst Schusser in Wasserburg. Er sang mit den Wasserburgern unter den Arkaden. Diesmal ging es um Weihnachtslieder. Ich finde es wichtig, in Zeiten von „Last Christmas” wieder auf das Ursprüngliche zurück zu kommen. Dank an Ernst Schusser und auch an das Oberbayerische Volksblatt, das sich in den Dienst der Sache stellt. 60.000 Exemplare der Weihnachtslieder sind schon unters Volk gebracht.
Hier zwei kurze Höreindrücke aus Wasserburg:
Musik ist ein wichtiges Element. Und auch im pädagogischen Sinne muss Volkes Musik weiter gepflegt werden.
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Alle Zulieferungen in diesem Artikel mit freundlicher Genehmigung von Karlheinz Rieger.
Die GEMA und die Bundesvereinigung der Musikveranstalter (BVMV) e.V. haben sich im Tarifstreit um neue “Discotarife” auf eine Übergangslösung verständigt. Die besonders seitens der Discotheken kritisierte Anhebung ist damit in Teilen vorerst vom Tisch.
Die Einigungen in Kürze: Zum 1. Januar werden die Tarife im Veranstaltungsbereich um fünf Prozent angehoben. Der Tarif für Clubs und Discotheken wird zum 1.April 2013 nochmals um zehn Prozent angehoben. Der sogenannte Laptop-Zuschlag wird ab 1. April durch einen neuen Tarif ersetzt.
Inwieweit die Verhandlungen mit dem Bund der Karnevalisten, den Schützenvereinen und den eher kleineren Organisationen wie Deutsche Diskotheken Unternehmer (DDU), Deutsche Discjockey Organisation (DDO) und Verband Deutscher Musikschaffender (VDM) davon betroffen sind, wird derzeit innerhalb der GEMA noch abgeklärt.
“Heinrich graut’s” berichtet weiter.
Eine eindeutige Stellungnahme der GEMA war zu diesem Punkt noch nicht zu bekommen, man diskutiere intern, hiess es aus München.
Ungeachtet der jetzigen Vereinbarung wird zwischen GEMA einerseits und den betroffenen Vereinen und Organisationen andererseits unter Federführung des Deutschen Patent- und Markenamtes weiter verhandelt. Bis Mitte 2013 soll eine Lösung gefunden sein, die Reform soll dann 2014 umgesetzt werden.
…beladen bis an sein höchsten Bord.
Wer erinnert sich nicht an alte Advents- und Weihnachtslieder? In Zeiten von „Last Christmas” und „Jingle Bells” mag die Erinnerung daran schon fast verblasst sein, jüngere Leser kennen gar manches Lied nicht mehr.
Nicht wie ein Schiff beladen, aber sehr sorgfältig ausgewählt, kommt SWR2 in der (Vor-)Weihnachtszeit in unser Rundfunkempfangsgerät. Schon seit bald zwei Jahren beobachte ich erstaunt, dass sich der Kultursender aus dem Südwesten der Pflege alten Liedgutes verschrieben hat. Zusammen mit dem Carus-Verlag stellte er das Projekt Volkslieder auf, dann folgte das Projekt Kinderlieder. Als Podcast konnte man beide Serien je eine Woche pro Folge herunterladen. Man bekam die komplette Sendung, die gesungene Fassung des vorgestellten Liedes und die Instrumental-Version zu hören. Da ich zu dieser Zeit nicht auf die Website geschaut habe, kann ich nicht sagen, ob auch Notenblätter publiziert wurden.
Diesen Advent staunte ich nicht schlecht: Meine geliebte Sendung „Jazz vor Sechs”, die ich werktäglich von 17.50 bis 18.00 Uhr aufzeichnete, verschwand. Stattdessen hat SWR2 um diese Zeit vom 1. – 26. Dezember adventliche und weihnachtliche Musik im Programm. Zehn Minuten mit einem „Kalenderblatt”, das die Entstehung des Liedes einordnet, manchmal ein kurzes Hörbeispiel aus der Klassik oder vergleichenden Aufnahmen. Aber immer eine wirklich gut ausgewählte Fassung des vorgestellten Liedes. Die Sendung gibt es als Podcast, das Lied als gesungene Version, als Instrumentalversion und als Textblatt auf swr2.de. Zusätzlich habe ich auch Notenblätter gesehen. Die Sendezeiten sind auch angegeben.
Vielleicht sind Sie ja auch noch auf der Suche nach Liedern, Texten und Noten für den heimischen Advents- oder gar Heiligen Abend. Dann ist hier eine wahre Fundgrube aufgetan. Die Lieder sind noch bis zum 6. Januar 2013 herunter zu laden.
Eine tolle Idee, wie ich meine. Und eine Gelegenheit, solche Lieder ohne schlechtes Gewissen zu konservieren und seinen Kindern und Kindeskindern zugänglich zu machen.
Da verzichte auch auch gerne auf meinen täglichen Jazz! Aber nur bis zum 26. Dezember. ;)
… Klaus Hoffmann schreibt aus seinem Leben: Hoffmann, Liedermacher und Schauspieler, hat seine Autobiografie vorgelegt. Autobiografie ist übertrieben. Hoffmann erzählt. Klaus macht also, was er am besten kann. Hoffmann erzählt Hoffmanns Erzählungen.
1979 habe ich mir die erste Hoffmann-Platte gekauft: Westend.
Blende.
Es ist Mitte der 90er Jahre. Klaus Hoffmann hat mich über all die Jahre mit seiner Musik begleitet.
Ich sitze in einem Hörfunk-Studio, den Traum des Radio-Redakteurs habe ich mir erfüllt. Neben dem alltäglichen, politischen Geschäft will ich mir was Eigenes aufbauen. Neben der täglichen Politik in einem solchen Betrieb will ich was Besonderes setzen. Das Radio gibt mir eine Möglichkeit. Ich kann auf Radio-Ticket zu Veranstaltungen gehen, die ich als Privat-Mensch teuer bezahlt hätte. Ich sitze da, habe ein paar Fragen vorbereitet und das Interview geht in eine ganz andere Richtung. Es war ein wundervolles Interview. Aus den besten Passagen und den Songs von Klaus Hoffmann habe ich eine Sendung gebastelt. Und manchmal möchte ich mich dafür ohrfeigen, dass ich diese Sendung irgendwann aus meinem Archiv geworfen habe.
Als ich das Radiomachen aufhörte, habe ich lange Jahre weder Klaus noch seine Kollegen gehört.
Klaus Hoffmann hatte in den 90ern bei seinen Konzerten ein Alter Ego, von dem er erzählte. Lachmann. Dieser Lachmann machte eine Ausbildung und erlebte, naja, sagen wir mal, seltsame bis komische Dinge in seiner Kindheit und Jugend.
Der erste Roman von Klaus, den ich gelesen habe, war „Afghana”. Erinnerungen an diese phantastische Reise, bei der Hoffmanns Alter Ego, Lachmann nach der Lehre mit dem von seinem Stiefvater geschenkten Käfer und seinem Kumpel bis Afghanistan reist. Ohne von dem nun vorliegenden Werk ablenken zu wollen: Lesenswert. Und die Bühnenprogramme: Hörenswert.
Warum?
Der Grund ist simpel, aber bestechend: Klaus Hoffmann reißt in „Als wenn es gar nichts wär…” die Schauspieler-Maske manchmal schonungslos runter. Man merkt, dass der Lachmann der frühen Bühnenjahre doch niemand anders als er selbst war. Damals überspitzt, pointiert, heute abgeklärt. Der Wendepunkt dieser Entwicklung mag seine Auseinandersetzung mit Jacques Brel gewesen sein. Brel war einer der Väter dieses Klaus Hoffmann, er war der Übervater. In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts hat Hoffmann ein One-Man-Musical auf die Bühne des Schiller-Theaters gehievt. Musikalisch war das ein Befreiungsschlag. Spätestens, seit er Malene geheiratet hat, singt er nicht mehr so trauriges Zeugs, wie er selber in einem späteren Tourprogramm zugibt. Das Buch von Klaus Hoffmann erzählt in einzelnen Kapiteln, mit vielen Blenden seinen Werdegang. Seine Zweifel, seine Hoffnungen, seine Erlebnisse. Mir waren viele Erlebnisse neu. Zugegeben: Ich habe Klaus Hoffmann immer mehr, fast ausschließlich, als Chansonnier wahrgenommen. Der Schauspieler war mir nie präsent. Wohl auch deshalb, weil ich damals zu jung war und die Filme heute wohl nicht mehr im Fernsehen kommen.
Atmosphärisch dicht zeichnet Hoffmann seine Stationen nach. Erzählt aus der wilden Zeit, als er seine Schauspielausbildung machte, aus dem Leben auf Tour. Aus der Zeit als behütetes Kind, aus der Zeit, als er gesetzter wurde. Und doch: Am Ende des Buches weiß man, dass dieser Hoffmann nicht gesetzt ist. Da mag auch dazu beitragen haben, dass er irgendwann seiner Plattenfirma „Adé” sagte und sein Unternehmen „stille – musik” auf eigene Beine stellte, sich selbst produzierte.
Sie merken, dass ich den Literaten Hoffmann kaum vom Klaus Hoffmann, Chansonnier, trennen kann. Oder anders gesagt:
Für echte Hoffmann-Fans ist das Buch ein Muss. Für diejenigen, die Hoffmann noch nicht so richtig kennen, ist das Buch ein interessanter Einstieg in den Kosmos (von) Klaus Hoffmann.
Wenn Sie nun nicht zu dieser Klaus-Hoffmann-Liedermacher-Fraktion gehören, aber dennoch Lust haben, sich verführen zu lassen – und vielleicht über das Buch zur Musik kommen wollen, dann empfehle ich dieses Buch. Es ist eines dieser Werke, die ich an beliebiger Stelle aufschlagen kann und einfach weiter lese.
Ja, und ich weiß, dass ich als Rezensent eines Buches heute kläglich versagt habe. Aber Klaus Hoffmann ist mehr als dieses Buch, mehr als alle Bücher, mehr als alle Lieder. Er ist Getriebener. Für mich war er immer Wegbegleiter. Und deswegen lese ich aus seinem leben so gerne. Hoffmann macht Mut, sich auf eigene Beine zu stellen, seinen Weg zu gehen. Vielleicht lese ich dieses Buch deshalb so gerne, weil ich reflektieren kann.
Bibliographische Angaben:
Klaus Hoffmann – Als wenn es gar nichts wär – Aus meinem Leben
Gebundene Ausgabe, 368 Seiten, 19,99 €
ISBN: 978-3550088513, erschienen bei Ullstein.
Lesen Sie auch meinen Beitrag zum Album „Berliner Sonntag”.
Die GEMA hat sich mit den Verbänden Deutsche Discjockey Organisation, Deutsche Discotheken Unternehmer und Verband Deutscher Musikschaffender (DDO, DDU, VDM) auf mäßigere Anhebungen bei den sogenannten Discotheken-Tarifen geeinigt. Ab 1. April 2013 steigen diese an, wie mehrfach berichtet. Die Verbände erhalten einen 20-prozentigen Nachlass auf das Gesamtvolumen.
Weiter schreibt die GEMA in einer Pressemitteilung:
„• Einführungsnachlass: Die GEMA gewährt Betrieben, die zwei oder mehr Veranstaltungen wöchentlich durchführen, gesonderte Einführungsnachlässe auch für Veranstaltungen mit einem Eintrittsgeld von weniger als 10 EUR über einen Zeitraum von 5 Jahren.
• Vervielfältigungsrechte: Die GEMA plant für die zukünftige Lizenzierung der Vervielfältigungsrechte (sogenannter Laptopzuschlag), den bereits heute bestehenden Vervielfältigungstarif VR-Ö entsprechend anzupassen. Die Lizenz beträgt dort € 0,13 je vervielfältigtem Werk. Dadurch würde der bisherige Zuschlagstarif VR-T-G entfallen.”
Zugegeben, in den 90ern hätte ich mir wegen des beruflichen Umfeldes vorstellen können, ein Konzert der (Zillertaler) Schürzenjäger zu besuchen. Dass es im ausgehenden Jahr 2012 dazu kam, habe ich meinem Kollegen Dorin Popa zu verdanken. Er fragte via Twitter seine Follower, wer Lust habe und ich sagte gleich zu. Gleich vorweg: Ich habe mich durchaus amüsiert. Was aber eher an der Abgeklärtheit liegen mag, die einen Mitte 40 schon mal heimsucht.
Die Wandlung von den Zillertaler Schürzenjägern zu den Schürzenjägern haben die Herren ja schon Mitte bis Ende der 90er vollzogen. Damit einher ging eine etwas rockigere Variante ihrer Lieder. Wobei rockig nur bedingt gilt. Sagen wir mal so: Wer „EUROPE” (The Final Countdown) vor eben jenem Hit kannte, weiß, was ich meine. Streckenweise konnte der Leadsänger der Schürzenjäger auch mit dem Aussehen und Posing von Joey Tempest mithalten. Also mit dem Aussehen aus den 80er Jahren, als er noch langes, glattes Haar hatte. Dass ich die sichtbaren Spuren in seinem Gesicht nicht wahr nahm, verdanke ich sicher dem Sitzplatz im oberen Rang des Circus Krone. Aber lassen wir das.
Schürzenjägermusik ist seichte Kost. Selbst im rockigerem Gewand. Die alten Gesetze gelten immer noch: Hymnisch-glorifizierendes lockt Feuerzeuge und Leuchtstäbe hervor, weckt Erinnerungen an Sierra Madre und lässt Fanherzen höher schlagen. Auch kleinste Anklänge an eben diesen größten Hit zaubern diese Reaktionen herbei. Ein Bacherl, ein Bruckerl, ein Kircherl, der Himmel, Kinder, die ach so wichtige Verantwortung für die Natur: Einfach gestrickte Texte, die immer noch dem nie formulierten, aber immer befolgten Gesetz von H. R. Beierlein folgen: Diese Zutaten machen einen volkstümlichen Hit aus.
Neben einigen neuen Titeln präsentierten die Schürzenjäger aber genau das, was sie ausmacht: Einfach begreifbare Texte, eingängige Melodien, keine Überraschungen. Und alles garniert mit viel Gitarre und Schlagzeug.
Ich war vor Jahren mal in einem Konzert von Hubert von Goisern, bei dem er seine „Trad II” – CD vorstellte. Ich bin nach gut anderthalb Stunden geflüchtet, weil mir die Musik geballt in einem Konzert auf den Geist ging. Auf dem Heimweg von Kempten via München nach Wasserburg hätte ich einen schnell befahrbaren Highway To Hell brauchen können. Spätestens heute habe ich gemerkt, was echte Volksmusik im zeitgemäßen Gewand in sich hat. Dass ich heute geblieben bin, lag sicher daran, dass die Musik so einfach war, Harmonien und Melodiefolgen vorhersehbar und: Dass Dorin wohl nicht recht wusste, auf was er sich eingelassen hatte. Die Gespräche mit ihm sind aber ein eigener Kunstgenuss, den ich hier herausstellen will, aber nicht konzertabhängig konnotiert wissen möchte.
Und ja: Auch das Einfache, Vorhersehbare hat seinen Reiz. Im knapp zur Hälfte gefüllten Krone-Bau waren wohl überwiegend Fans zugegen.
Denen mag der Highway To Hell im Zugabenblock gefallen haben. Für mich war es eher nur Zillertaler Bundesstraße. Bei lauem Sommerwetter.
32 Jahre lang begleitet mich die Musik von Klaus Hoffmann. Mal mehr, mal weniger intensiv. In den letzten Jahren wieder intensiver. Ja, ich gebe zu: Ich habe Klaus zwischendrin vernachlässigt. Sträflich. Während meiner Jahre bei Radio Alpenwelle hatte ich auch mal das Glück eines Telefoninterviews mit Klaus. Was für Zeiten! Klaus hat mir in der Pubertät Heimat gegeben, er war die Kompassnadel.
Und das mit seinem ’79er Album „Westend”. Was mich als langjährigen Konsumenten ausweisen mag. Und vielleicht weniger als Kritiker, vulgo: Rezensent.
Also, da war Westend. Ein junger Liedermacher sang mir aus der Seele. Über die Jahre habe ich Hoffmanns Ausflüge ertragen. Nein, genossen. Die eigenen Songs, die sich mir manchmal nur schwer erschlossen. Die Brel-Adaptionen, die ich heute, im mittleren Alter angekommen, von Klaus Hoffmann mehr schätze als von vielen, die es auch versuchen.
Hoffmann war (und ist) nie einer, der sich anbiedert(e). Feine Geschichten erzählt er, der Klaus. So auch auf „Berliner Sonntag”, seinem neuesten Album. In dieses fließt soviel ein. Der Brel, der Markttag-S(G)änger. Der Geschichtenerzähler. Der Schauspieler. Der Autor. Egal, was man ihm anheftet. Für mich bleibt er immer der Klaus Hoffmann, der mir meine Jugend erträglich machte. Weil da immer ein Ausweg war, ein Weg raus der kleinbürgerlichen Miefigkeit, die er doch so gerne besingt. Manchmal.
Die Kleinode von Hoffmanns Schaffen sind die Duette mit Reinhard Mey. Seit „Melancholia” darf man ja auf jedes Album gespannt sein, ob sich wieder so etwas auf dem aktuellen Träger findet. Bei „Berliner Sonntag” findet sich wieder eines. Und Till Brönner findet sich auch auf dem Album. Der steuert beim Titelsong seine Trompete bei.
Klaus Hoffmann kann ich heute immer noch nicht vollständig beschreiben. Und gar nicht in Worte fassen. Ich mag seine Lieder, seine Geschichten. Wenn Sie gezielt eine Suchmaschine bemühen, werden Sie viele finden, die Klaus Hoffmann mögen. Und gar erstaunliches zu schreiben wissen.
Das alles muss ich nicht machen. Ich weiß, dass Klaus mich sehr beeinflusst hat. Mit Liedern und seiner Art zu erzählen. Manchmal finden sich auch in diesem Blog Spuren davon.
Von daher kann ich jetzt auch keine unbedingte Kaufempfehlung für „Berliner Sonntag” abgeben. Sorry. Denn: Eigentlich muss man jedes Album haben. Aber mit „Berliner Sonntag” kann man anfangen. Und dann weitermachen.
Und wie immer gilt: Hören Sie ruhig im Web mal rein in das Album. Zum Beispiel bei diesem digitalen Kolonialwaren-Handel. Aber kaufen Sie das Album bitte nach Möglichkeit in ihrer lokalen Handlung. Das Warten, wenn das Album nicht vorrätig ist, lohnt sich. Oder bestellen Sie direkt bei Stille Musik, dem Verlag von Klaus Hoffmann.
Die alten Jahre mit Hannes sind vorbei. Und doch, sie sind immer noch da. Mich hat Waders Aufnahme der Sozialistischen Internationale geprägt. Und natürlich das Lied der Sozialistischen Jugend: „Dem Morgenrot entgegen”. Ach, Kinders. Das waren noch Zeiten. Als ich mit Paul Eßer* auf dem Schulhof stand und die SI grölte. Tempi Passati. Ich bin nun alt. Und die sozialistischen Songs von Wader trinke höre ich nur noch, wenn ich einen Bierabend mache.
Wader reloaded in den wichtigsten Stationen: Aus Bielefeld stammend, im Umfeld von Reinhard Mey, Klaus Hoffmann und anderen sozialisiert, Umzug von Berlin nach Nordfriesland. DKP-Mitglied, bald ausgetreten. Google hilft hier weiter. Ganz sicher. :)
Für mich waren in Waders Schaffen immer zwei Komponenten wichtig:
Die Überlieferung alten Liedgutes und die Erinnerung daran, dass die Linken immer bessere Songs als alles rechts der Mitte hatten.
In den letzten Jahren hat Wader vor allem eines geschafft: Er hat abseits von Mey und den üblichen Verdächtigen gezeigt, dass er Lieder machen kann. Und das meine ich durchaus im besten Sinn.
Wer die Liedermacherszene im Ursprung und in der Fortführung der Alten erleben will, der sollte sich die CD kaufen.
Und: Ja. Ich meine wirklich die CD. Der haptische Genuß ist durch nichts zu ersetzen.
Die Songs auf Nah dran sind aus dem Leben gegriffen. Und eben nicht so verklärt wie bei den Kollegen.
Gehen Sie in die Buchhandlung Ihres Vertrauens. Kaufen Sie Hannes Wader – Nah dran. Wenn sie Liedermacher mögen, dann ist Wader ein weiteres Sahnehäubchen in Ihrer Sammlung.
Wenn sie mal ins Album reinhören wollen, dann schauens zu Am*z*n. Aber meine Bitte, die keinen stört: Kaufen Sie das Album beim Buchhändler Ihres Vertrauens.
DANKE!
(Als regelmäßiger Leser des Blogs wissen Sie, dass ich hier nur GEMA-freie Musik bieten darf. Selbst, wenn anderes verkaufsfördernd sein sollte.)
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* Der Bruder des Mannes, der bei Bild Hans Esser war.
… und kommuniziert wieder falsch.
Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und Vervielfältigungsrechte, kurz GEMA, steht seit Monaten in der Kritik. Ursache ist hauptsächlich die geplante Tarifreform für Veranstaltungen mit Tanzmusik. Betroffen sind vor allem Discotheken- und Clubbetreiber, aber auch Schützenvereine, Karnevalisten und alle Veranstalter, die Musikdarbietungen bei ihren Veranstaltungen dabei haben. Heute sind Proteste unter anderem in München, Nürnberg, Berlin und weiteren Standorten der GEMA-Bezirksdirektionen geplant. Aus diesem Grund hat die GEMA heute vormittag eilig eine Pressekonferenz einberufen, um aus ihrer Sicht nochmals darzustellen, warum die Proteste der Gegner überzogen sind.
Im April waren die neuen Tarife veröffentlicht worden. Seitdem rechneten DEHOGA und Clubbetreiber, was da an Kosten auf sie zukommen würde. Vor allem via Internet, befeuert von Piraten und GEMA-Kritikern, formierte sich Widerstand in der Bevölkerung.
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit hatte der Bund der Karnevalisten eine Vereinbarung mit der GEMA ausgehandelt, die einen gemäßigten Anstieg der Lizenzgebühren beinhaltet und zudem erst nach der laufenden Session zum 1. April 2013 in Kraft tritt.
Überraschendster Punkt: Das, was die Karnevalisten ausgehandelt haben, soll laut Jürgen Baier von der GEMA auch für alle anderen gelten. Die Tarife steigen mit einer Staffelung an. Zudem werden Zuschläge nicht, wie ursprünglich veröffentlicht, nach fünf, sondern erst nach acht Stunden erhoben. Und auch in der Höhe der Zuschläge hat die GEMA mit sich reden lassen: Von einstmals 50% für jede ab der sechsten Musikstunde sind nur noch 25% je zwei Stunden ab der achten Stunde geblieben.
Jürgen Baier, zuständig für die Tarifentwicklung, dazu im O-Ton:
Bezeichnenderweise wusste von diesen Tarifänderungen kaum ein Kollege der Presse. Die GEMA hatte diesen Punkt kommuniziert. Und zwar in einer Pressemitteilung betreffend die Einigung mit dem Bund der Karnevalisten.
Zitat:
Die Vereinbarung mit dem BDK sieht gegenüber den seit April 2012 veröffentlichten Tarifen U-V und M-V im Wesentlichen folgende Anpassungen vor:
· Die GEMA gewährt Einführungsnachlässe über die Dauer von fünf Jahren. Der bisher im Tarif vorgesehene Zeitzuschlag ab fünf Stunden Veranstaltungsdauer wird auf acht Stunden erhöht und steigt danach linear um 25 % je weitere zwei Stunden.
· Die GEMA gewährt in ihren Tarifen einen Nachlass in Höhe von 15 % für soziale, religiöse und kulturelle Veranstaltungen, die keine wirtschaftlichen Ziele verfolgen.
· Die Härtefallnachlassregelung wird als Angemessenheitsregelung konkretisiert: Die Obergrenze für die Vergütung der GEMA-Rechte beträgt außerhalb der Mindestvergütung maximal 10 % der Eintrittsgelder.
· Der neue Tarif gilt ab 1.4.2013 und nicht wie bisher vorgesehen ab 1.1.2013.
Zitat Ende. (Pressemitteilung vom 24.7.2012)
Aus der Pressemitteilung geht nicht zwangsläufig hervor, dass dieses Angebot für alle Vertragspartner gelten soll. Denkbar wäre ein Gleichbehandlungsgrundsatz. Aber die GEMA muss sich den Vorwurf wohl gefallen lassen, dass sie hier unsauber kommuniziert hat.
In der damaligen Einladung zur Pressekonferenz hieß es nur:
Zitat: Gerne möchten wir Sie ausführlich über die Inhalte des neuen Gesamtvertrages zwischen der GEMA und dem BDK und die damit einhergehende Modifizierung der neuen Tarife für den Veranstaltungsbereich informieren. Zitat Ende.
Die Zusammenfassung von Jürgen Baier zu den Tarifänderungen nochmals im Wortlaut:
Kommentar:
Gemessen an dem, was bislang im Raum stand, mögen die Nachlässe ein Entgegenkommen der GEMA sein.
Dass das unzureichend kommuniziert wurde, scheint der Fall zu sein.
Dass die bisherigen Proteste der Clubbetreiber und die Berichterstattung der Presse die Bevölkerung (zurecht) gegen die GEMA in Stellung gebracht haben, ist aber ebenso unbestritten. Denn letztlich – ohne den monatelangen Aufschrei derer, die die Erhöhung zahlen werden müssen (die Clubbesucher also), wäre die Verwertungsgesellschaft nicht kompromissbereit gewesen.
Für den juristischen Laien stellt sich der Hintergrund so dar: Die GEMA darf eine Veranstaltung nicht bestreiken, sprich, sie darf das Abspielen von Musik nicht verbieten. Somit ist die Lösung, dass die Verwerter einen Schritt entgegenkommen, nicht die schlechteste Entwicklung. Einen Gleichbehandlungsgrundsatz anzustreben, scheint mir geboten. Aber bitte, da sollen die Juristen urteilen.
Die Proteste halte ich für gerechtfertigt und notwendig. Und sie sollen bitte stattfinden und weitergehen.
Dazu sollen DEHOGA und andere Verbände neue Berechnungen anstellen. Aufgrund der Rahmendaten, die die GEMA heute bekannt gegeben hat.
Festzustellen bleibt:
Die GEMA hat sich im ersten Halbjahr ungeschickt angestellt. Und dafür, liebe Verwerter, geht das Volk auf die Straße. Mit Krumen gibt sich das Volk nicht zufrieden, es will Torte.
Lesen Sie dazu hier im Blog auch:
Das halbe Herz der GEMA
Trinken für die GEMA
Wenn die Technojünger Justin Bieber finanzieren
GEMA-frei und doch nicht frei
„Jazzer sitzen im verrauchten Keller, spielen wirres Zeug und sind lebensfremd.”
Dieses Klischee stimmt nicht. Zumindest nicht, wenn es ums Landesjugend-Jazzorchester Bayern geht. Beim 31. Bayerischen Jazzweekend in Regensburg hatte ich Gelegenheit, das Orchester einen Tag zu begleiten. Die jungen Musiker haben sich in Schloss Alteglofsheim, einem Sitz der Bayerischen Musikakademie getroffen. Zusammen erarbeiten sie das Repertoire für kommende Auftritte. Abends werden sie einen solchen haben. Zur Eröffnung des Jazzweekends in Regensburg.
Konzentriert sind die Jungs und Mädels. Dirigent Harald Rüschenbaum, einer der angesagtesten Jazzmusiker in Deutschland, kann sich auf die Arbeit von Johannes Herrlich verlassen, der das Orchester in den Probentagen immer wieder motiviert und angetrieben hat. Als ich den Probensaal betrete, spielen die jungen Musiker unter der Leitung von Johannes Herrlich. Rüschenbaum sitzt im Publikum, umringt von jungen Musikern, die am Abend noch nicht spielen sollen. Er hört zu, er geht mit. Mittendrin packt er sein Tambourin, sagt: ‘Jetzt muss ich wohl nach vorne’ – und übernimmt fließend die Probe von Herrlich.
Die Musiker sitzen in Sommerkleidung da, manche barfuß, es ist Sommer. Es ist heiß. Kein Probenwetter. Trotzdem sind die jungen Musiker bereitwillig dabei. Bis zum Mittag kümmert sich Harald Rüschenbaum um die Feinheiten. Er lässt die Nusiker die Instrumente absetzen und ihre Stimme aus der Partitur singen. Bis es ihm passt. Der Jugend passt es. Sie sind hier, um zu lernen. Und sie lernen gerne. Von Harald Rüschenbaum, von Johannes Herrlich.
Überhaupt. Das Lernen. Vor dem Mittagessen zieht sich Johannes Herrlich mit zwei Eleven zurück. Der erfahrene Jazzer und Posaunist erteilt den Jungs (6. und 7. Klasse) eine Lektion in Improvisation. Keine Spur von Lehrer und Schüler. Herrlich, wie Herrlich die Jungs in das Improvisationsspiel einführt. Die Jungs gehen bereitwillig mit. Sie haben ein Herz für Jazz. Das merkt man an jedem Ton. Hier eine Anfangsimprovisation über „Alle meine Entchen”:
Nach dem Mittagessen gibt es noch eine kurze Probe. Dann packen die Musiker zusammen. Willi Staud, gute Seele und Organisator des Landesjugend-Jazzorchesters Bayern verstaut die Instrumente im Van.
Am Abend spielt das LJJB die Eröffnung des Bayerischen Jazzweekends auf dem Bismarck-Platz in Regensburg. Zusammen mit Conrad Tribble werden sie perfekte Musik liefern.
Die Homepage des Landesjugend-Jazzorchesters: LJJB.de
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Leider darf ich aufgrund der geltenden Bestimmungen keinen Probenmitschnitt des Landesjugend-Jazzorchesters Bayern präsentieren.
Ich bedanke mich bei Sylke Merbold und Uli Schwarz vom Bayerischen Jazzinstitut, die mir den Probenbesuch ermöglichten.
Beinahe wäre es passiert.
Ich hätte Herman van Veen aus seinem eigenen Konzert geworfen.
Sie kennen Herman?
Großer Sänger, Clown und Vater von Alfred Jodokus Kwak. Alles klar? Alles klar!
Herbst 1997.
Ich stand zwölf Monate vor dem Abitur und verdiente mir etwas Geld dazu als Aufbauhelfer an der Festhalle Viersen.
Herman van Veen gastierte in Viersen. Nun ist Viersen nicht so groß, dass man annehmen dürfte, dass da jeder große Künstler vorbeikommt und auftritt. Meine Kollegen an der Festhalle erklärten mir: „Der van Veen tritt hier auf, weil er, damals, als er noch nicht so bekannt war, hier auftreten durfte.” Auch eine Art von Stabilitas Loci, der Beharrlichkeit, die ich neulich beschrieb.
Wir hatten ab dem Vormittag aufgebaut. Lichttraversen in den Schnürboden eingezogen, Boxen gestemmt. Was man halt als Bühnenhelfer so macht.
Am frühen Abend waren wir fertig. Einen Kollegen schickten wir zu Biggis Futterkrippe, er holte für die Mannschaft Pommes und Currywurst. Bier war in „Keller 14”, unserem Getränkelager. Nach dem Konzert würden wir auch wieder mit abbauen müssen. Eine Stärkung war angebracht.
Zusätzlich wurden wir ab Öffnung der Abendkasse noch als Saalwache eingeteilt. Meine Kollegen wachten über die Eingänge in die Festhalle, damit keiner aus der Lobby vor 19.30 Uhr in den Saal gelangte.
Ich war im Saal stationiert.
Wenig zu tun, ich hatte die Gelegenheit, dem Toningenieur von Herman zu assistieren und über die Schulter zu schauen.
Und auf einmal ging vor 19.30 Uhr eine Seitentür auf. Ich sprang elektrisiert auf und ging hurtig auf den Eindringling zu.
Gerade wollte ich schon in bester bayerischer Grantlermanier loslegen, was dieser Mensch hier suche und warum (und wie!) er in den Saal gelangt sei.
Kurz vor ihm blieb ich stehen.
Und dann sah ich dieses Gesicht, diese Halbglatze, diese Jeansjacke.
Ein kurzer Moment des Innehaltens.
Dann wechselte ich den Preset für die Stimme, von Poltern schaltete ich um auf „Guten Abend, Herr van Veen.”
Grade noch geschafft. ;)
Herman van Veen ging danach zu seinem „Toning”, kurze Besprechung, dann verschwand er via Seiteneingang hinter der Bühne.
Das Konzert selber erlebte ich je nach Einsatz aus einer Seitenloge oder aus dem Seitengang der Bühne. Oder vom Schnürboden.
Ich habe es genossen.
Auch mit Herman van Veen habe ich gelernt, dass Zuhören eine sehr wichtige Eigenschaft ist. Nicht nur für einen Journalisten.
Sondern auch für mich als Mensch.
25 Jahre nach diesem Konzert von Herman van Veen habe ich zu hören.
Auf meine Auftraggeber.
Ich will deren Vorgaben umsetzen.
Auf Menschen, die mich begleiten.
Sie sollen sich wohl fühlen und ohne das professionelle Gehabe eines Therapeuten einfach reden können und sich verstanden fühlen.
Ich lerne jeden Tag das Zuhören neu.
Und abseits des Journalisten in mir stelle ich Rückfragen.
An meine Gesprächspartner und an mich.
Herman van Veen hätte ich an diesem Abend in Viersen beinahe aus seinem eigenen Konzert geworfen.
Wenn mir der Mensch nicht vom Plakat her bekannt vorgekommen wäre.
Ich habe zuhören dürfen.
Zuhören macht fröhlich.
Die ZPÜ, vertreten durch die GEMA, will offensichtlich schon wieder mehr Geld.
Dieses Mal für Externe Speicherplatten.
Bis ein Terrabyte Kapazität sollen es 7 Euro sein, darüber 9 Euro pro Platte.
Das geht aus einer Pressemitteilung des Informationskreises Aufnahmemedien und Bitkom hervor.
Dieser Zusammenschluß von Herstellern von Speichermedien eine Studie in Auftrag gegeben, nach der die externe Festplatte nur zu gut drei Prozent für Privatkopien genutzt werden. Im Klartext: 97 Prozent der Festplatten werden für Sicherungskopien eigener Fotos und Dokumente genutzt.
Schon im Mai war die Verwertungsgesellschaft für die geplante Erhöhung der Abgabe auf USB-Sticks heftig kritisiert worden.
Die Pressemitteilung finden Sie hier.
Unterdessen zitert der Kollege Peter Viebig von der Nürnberger Zeitung GEMA-Sprecher Peter Hempel, der die GEMA einer Kampagne ausgesetzt sieht:
“Wir sind momentan für jedes Sommerloch gut”, klagt Hempel. (Zitat mit freundlicher Genehmigung der NZ)
Neuer Monat – und Neues von der GEMA.
Die Verwertungsgesellschaft hat heute in einer Pressemitteilung den Vorschlag einer EU-Richtlinie begrüßt, die einen einheitlichen Rechtsrahmen für Verwertungsgesellschaften schaffen soll.
Der Vorstandsvorsitzende Dr. Harald Heker erklärte:
„Wir freuen uns, dass die Kommission die Initiative für einen gemeinsamen Rechtsrahmen für die kollektive Rechtewahrnehmung in Europa ergriffen hat. Die GEMA wird das weitere Gesetzgebungsverfahren mit ihrem Sachverstand konstruktiv begleiten“.
Deutschlandradio Kultur berichtete, dass mehrere Künstler das Konzept der EU kritisieren, darunter Nick Mason, Schlagzeuger der Band “Pink Floyd” und Ed O’Brien, Gitarrist der Band “Radiohead”.
Jeff John Roberts hat die Meldung auf seiner Website paidcontent.org. Die Künstler sehen in der Richtlinie die Urheber nicht genügend berücksichtigt. Sie werfen den Verwertungsgesellschaften vor, das digitale Geschäft vernachlässigt zu haben.
Die Pressemitteilung der GEMA finden Sie hier.
Der Rechtsanwalt Thomas Stadler hat die Situation in seinem Blog näher beleuchtet.
Ich berichte weiter.
Heute abend ist das Ziel fast vollbracht: Die Band Porter hat mittels Crowdfunding das Geld für eine CD-Produktion zusammenbekommen. Vor gut drei Wochen habe ich in diesem Blog darüber berichtet. Ich war nicht der Einzige, der sich für diese Sache eingesetzt hat. Viele User auf Twitter haben sich engagiert, der Drummer und Initiator der Band und des Projektes, Markus G. Sänger hat in hier mal zusammengefasst, wer alles “mediale” Unterstützung geliefert hat. Die CD Wolkenstein wird nun produziert werden können. Und das Beste an der Scheibe: Sie wird GEMA-frei sein. Meiner Meinung nach ist das der zukunftsweisende Weg und ich gratuliere Porter zur Entscheidung, unter einer Creativ-Commons-Lizenz zu veröffentlichen. Und natürlich auch, dass sie sich als regionale Band getraut haben, das Geld in größerem Umfang … ja, was eigentlich? Einzusammeln.
Merke: Viele, viele kleine Beiträge schaffen Großes.
So ist das mit der “Netzgemeinde”.
Heute ist der letzte Tag beim Bayerischen Jazzweekend in Regensburg. Auch das heutige Programm kann unter bayerisches-jazzweekend.de eingesehen werden.
Ab 11.30 Uhr spielt die Isar-Amper Jazz Company am Bismarckplatz und bietet swingenden Jazz aus den letzten 100 Jahren. Begonnen haben sie mit einem Stück, das einen Mann besing, dessen Frau im Bad nicht fertig wird. Der Mann ist dem Wahn nahe. Oder, wie der Ansager der Gruppe meinte: Eigentlich hat sich seit 100 Jahren nix geändert …
Noch bis 13 Uhr spielt im Thon-Dittmer-Hof das Landes-Jugendjazzorchester unter der Leitung von Harald Rüschenbaum.
Pünktlich um 16 Uhr übernahmen Dr. Jazz aus Straubing den Bismarckplatz. Feinster Dixie und Swing zu sommerlichen Temperaturen, ein paar Kinder toben im Brunnen, die Eltern sitzen da, unterhalten sich, lassen sich unterhalten und genießen die einmalige Atmosphäre. Wer je die Gelegenheit hat, Dr. Jazz in Concert zu sehen: Hingehen und erleben.
Originellen Swing gibt es seit kurz nach 18 Uhr am Haidplatz. “Swing tanzen verboten” unterhalten mit Piano/Akkordeon, Bass, Gitarre/Trompete und Schlagzeug. Dazu ein dreistimmiger Satzgesang von stilecht gekleideten Damen. Klar, dass da ‘Bei mir bist Du scheen’ nicht fehlen darf. Die Band kommt übrigens aus Augsburg.
Für den Abend noch eine Empfehlung: Ab 20 Uhr gibt es am Haidplatz türkisch-bayerischen Jazz mit Cayzyapjazz.
Und um 22.30 Uhr geht das Bayerische Jazzwekend Nummer 31 mit einer letzten Session im “Leeren Beutel” zu Ende.
Bis 2013!