Der Flughafen München und seine dritte Startbahn sind immer noch Gegenstand von Auseinandersetzungen, der Bürgerentscheid blockiert die Ausbaupläne für ein Jahr, mehrere Gerichtsverfahren sind beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof anhängig. Und die Landtagsgrünen hegen mittlerweile größere Zweifel, ob der Ausbau des Münchner Flughafens noch vertretbar ist. Dazu haben sie eine ökonomische Studie anfertigen lassen, die Dr. Christian Magerl und Jasper Faber von CE Delft im Landtag vorstellten.
Die Zahl der Flugbewegungen ist am Flughafen München um 2,9 Prozent im Jahr 2012 zurückgegangen. Damit wurde das Niveau des Jahres 2005, als die Planungen für die dritte Startbahn begannen, leicht unterschritten, erklärte Magerl:
Nebenstehende Grafik verdeutlicht die Zahl der Flugbewegungen. Für das Jahr 2013 rechnet Christian Magerl dabei mit einem weiteren Rückgang um drei bis vier Prozent. Damit würden die Flugbewegungen auf das Jahr 2004 zurückfallen. Das Jahr, bevor mit der Planung der dritten Startbahn begonnen wurde.
Eine der Ursachen ist der Ölpreis, der in die Berechnungen seitens des Flughafens mit einer falschen Annahme einfloss. Er wurde permanent zu niedrig kalkuliert.
Jasper Faber von CE Delft, die eine Studie zum Flughafen angefertigt haben, hat Einwände gegen die Methodik, die beim Wirtschaftsgutachten seitens Betreibern angewandt wurde. Er befürchtetm, dass der Steuerzahler letztlich die Investition leisten müsse. Die Wertschöpfung liege weit unter den prognostizierten 0,4 Milliarden Euro. Und auch für die Arbeitsplätze (6.000 in München, 11.000 in Bayern) sieht er schwarz.
Hier der englische Originalton:
Faber stellt aufgrund der vorliegenden Zahlen vier Mängel fest: Der Bruttonutzen der Flughafenerweiterung wurde zu hoch eingeschätzt, externe Kosten, die der Region entstehen, wurden unzureichend eingearbeitet, die Budgetierung für die dritte Startbahn wurde nicht ausreichend kalkuliert, wenn es zu Überschreitungen kommen sollte und Alternativen zur dritten Startbahn seien kaum oder gar nicht durchgerechnet worden.
Sowohl Magerl als auch Faber betonten, dass die Ticketpreise steigen würden, da der Ölpreis steige und die Folge sei, dass immer weniger Menschen fliegen würden. Schlichtweg, weil sie sich die Preise nicht mehr leisten könnten. Außerdem, so sind sich beide einig, könne man anhand der schon vorhandenen Flugbewegungen sagen, dass eine dritte Startbahn nur an wenigen Tagen wirklich dringend gebraucht werde.
Magerls Fazit: „Wer heute noch behauptet, der Bau der 3. Start- und Landebahn sei dringend erforderlich, leidet offensichtlich an zunehmendem Realitätsverlust. Die FMG und die beiden Gesellschafter Bund und Land sollten sich der Realität stellen und die notwendigen Konsequenzen ziehen und versuchen, wieder Frieden mit dem Umland zu schließen.“
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Wieder einmal Schienenersatzverkehr.
Die Deutsche Bahn und die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) haben sich etwas einfallen lassen, damit Kunden schnell von A nach B kommen: Den Schnellbus. Sinnvoll. Soweit. Erklärstück: Schnellbus heißt, der Bus fährt nicht alle Stationen an.
Ein altes Muaterl (Ein altes Mütterchen) verlässt sich nicht auf den Einweiser der Deutschen Bahn, sondern wendet sich gleich ans Kompetenzzentrum, den Busfahrer. Da ist sie prinzipiell richtig, die orts- und fahrplanunkundigen Einweiser sind nicht immer erste Wahl.
Leider muss man der Bahn den Vorwurf machen, dass sie immer noch Hilfskräfte anheuern, die einfach nicht in der Materie drin sind.
Nun gut, das Muaterl macht es richtig und wendet sich an den Busfahrer.
Das Muaterl war in der Stadt und will schnell heim.
· Muaterl: Sie, i muass nach St. Kolomann.
· Fahrer: Da sans richtig!
· Muaterl: Des is guad! San Sie der Schnellbus?
· Fahrer: (schaut im Dienstplan nach) Naa, Sie, Schnellbus is aus, den gibts erst morgen wieder.
· Muaterl: Und wia kimm i dann hoam?
· Fahrer: Steigens ruhig ein, i lass Eahna scho naus, mit hoam nehm i Eahna ned.
Zwischen meinen journalistischen Phasen war ich auch Busfahrer. Angefangen habe ich im Linienverkehr, aufgehört im Reiseverkehr. In Dialogen mit Fahrgästen passieren manchmal unglaublich komische Sachen.
Das hat verschiedene Ursachen: Nicht jeder Fahrer (auch ich nicht!) ist jeden Tag gleich gut aufgelegt. Nicht jeder Fahrgast ist gleich gut drauf – oder hat überhaupt Ahnung, wie Öffentlicher Nahverkehr funktioniert. Alle Chefs, die ich in den Jahren hatte, waren Individualisten. Und übrigens: Ich habe in all den Jahren NIE einen Arbeitsvertrag unterschrieben, es ging immer per Handschlag und im Großen und Ganzen war es fair. Kleine Ausnahme: Beim letzten Arbeitgeber habe ich einen Vertrag unterschrieben. Aber da ging es besonders fair zu.
Schienenersatzverkehr (SEV) fordert allen Beteiligten ein Höchstmaß an Nervenkostüm ab. Züge fallen aus, Anschlüsse werden nicht erreicht. Fahrgäste sind beunruhigt und haben viele Fragen. Vor allem auch an das Fahrpersonal, das aber meist nicht den kompletten Überblick hat, sondern sich im besten Fall auf „Reisenden-Lenker” und „Einweiser” verlassen kann. Die Fahrer im SEV sind meistens schon abgeklärt, wie der folgende Dialog beweisen mag:
· Kunde: „Fahren Sie da, wo die S-Bahn fährt?”
· Fahrer: „Ich fahre auf der Straße.”
· Kunde: „Ja, ich mein, halten Sie da, wo die S-Bahn hält?”
· Fahrer: „Nein, nur möglichst nahe an den Haltestellen der S-Bahn.”
· Kunde: „Ich mein halt: Fahren Sie alles an?”
· Fahrer: „Wenn ich alles anfahre, ist der Bus kaputt und mein Chef böse.”
Der Kunde war ein „Mystery Customer Client” der Bahn, also einer, der die ordnungsgemäße Durchführung des Schienenersatzverkehrs überprüfen sollte.
Folge dieses Dialogs war, dass ich drei Tage später eine Stellungnahme schreiben durfte und danach von der Durchführung von Schienenersatz „befreit” war.
Aber ich lache noch heute.
Noch ein Wochenende, dann ist es geschafft: Die Bauarbeiten an der Stammstrecke gehen zu Ende. Heiko Hamann mit seinem Stab zog eine positive Bilanz: Die Arbeiten sind im Plan, rein bautechnisch betrachtet kam es zu keinen Pannen oder Unglück. Über 200 Arbeitskräfte waren jedes Wochenende 56 Stunden im Einsatz. Rund 16 Kilometer Schienen samt Schotter und dazugehörigen Schwellen wurden erneuert und ausgetauscht.
Gegen das Winterwetter wurden 18 von 27 Weichen mit sogenannten Verschlussfachabdeckungen nachgerüstet. Die sorgen zusammen mit der elektrischen Heizung dafür, dass die Weichen im Winter nicht mehr einfrieren. Auch Kabelkanäle, Zugfunkanlagen und die Tunnelbauwerke wurden inspiziert und bei Bedarf saniert.
Ein weiterer Punkt war der Brandschutz in den fünf Tunnelbahnhöfen. Die alten Funkenschutzplatten an der Oberleitung wurden rausgerissen. Gute 200 Tonnen Stahlschrott fielen dabei an.
Eine neue Bahnsteigbeleuchtung wurde eingezogen, die weniger Energie verbraucht und heller strahlt, die Decke wird neu abgehängt.
Diese Arbeiten wird die Bahn auch noch in den Folgejahren fortsetzen, die unterirdischen Bahnhöfe der Stammstrecke werden also an einigen Stellen auch noch weiter einer Baustelle gleichen.
Daneben wurden die Treppenaufgänge erneuert und neu „eingehaust“, der Standard entspricht modernsten Ansprüchen und Verordnungen. Mit der Baumaßnahme wird erreicht, dass im Falle von Feuer und Rauch die Fluchtwege möglichst lang rauchfrei bleiben.
Heiko Hamann, Leiter des Bahnhofmanagements München:
Rund 66 Millionen Euro hat die Bahn in die Ertüchtigung der Stammstrecke gesteckt, davon entfielen sechs Millionen Euro auf den Gleiskörper.
Eine Bilanz des Schienenersatzverkehrs wird in der kommenden Woche gezogen.
Früher war alles einfacher: Man hatte ein Auto, der Sprit war billig, öffentliche Verkehrsmittel waren das Statussymbol von Schulkindern oder weniger Begüterten. Wer freiwillig auf das Auto verzichtete, wurde scheel angeguckt.
Angesichts knapper Ölreserven und fehlendem Platz in Städten, um ein Auto zu parken, ist das Auto heute nicht mehr das erste Mittel der Wahl.
Deswegen gibt es Überlegungen, wie man öffentliche und individuelle Mobilität miteinander kombinieren kann. Wie kann das aussehen, wenn Münchner nach Garmisch fahren möchte? Muss er das Auto nehmen oder kommt er als Bahnreisender beispielsweise auch über Garmisch hinaus und tiefer ins Oberland?
Dieser Frage ging letzte Woche das 10. Verkehrspodium der Hanns-Seidel-Stiftung nach. Martin Keil von BMW, Gunnar Heipp von der MVG, Markus Schildhauer vom ADFC, Professor Klaus Bogenberger von der Bundeswehr-Uni und Dr. Christoph Ebert von eGAP diskutierten unter der Leitung von Karl Heinz Keil (HSS).
Die Frage: Wie sieht die urbane Mobilität der Zukunft aus?
Rund 90 Besucher waren auf alle erdenklichen Arten, zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto, den Öffentlichen gekommen, um sich in einer exzellenten Veranstaltung zu informieren.
Vorweg: Auch Automobilkonzerne haben erkannt, dass Benzinschleudern nicht mehr zeitgemäß sind und entwickeln schon seit geraumer Zeit erfolgreich Autos mit Hybrid- oder Elektroantrieb.
Mehr noch: BMW als Beispiel investiert auch in Apps, also Applikationen für Mobilgeräte, die Vernetzung ermöglichen sollen. Der Gedanke ist reizvoll, kein eigenes Auto mehr zu haben und unterhalten, sondern am Endpunkt der Reise vom Zug auf das Leihauto umsteigen kann. Auch die Bahn bietet diesen Service bereits an. Bei BMW ist zumindest soviel klar, dass der Konzern die Autos maximal ein halbes Jahr im Leihpool lässt, dann werden sie ausgetauscht.
Martin Keil meinte dazu auf Nachfragen aus dem Publikum, dass das mit eine Garantie dafür sei, dass der Kunde gewartete Fahrzeuge übernehmen könne.
Eine andere Fortbewegungsart empfiehlt Markus Schildhauer vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. Zusammen mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bietet man ein Klappfahrrad an, das zusammengefaltet nicht größer als ein Reisetrolley ist und so praktisch beim Umstieg in den Zug oder die S-Bahn mitgenommen werden kann.
Seine Kernaussage: Es braucht nicht mal ein eigenes Fahrrad, man wird sich bald auch Lastenfahrräder für den Einkauf ausleihen können.
Einen umfassenderen Ansatz will die Modellregion eGAP gehen. „Wie machen wir das“, fragte Dr. Christoph Ebert das Publikum, „wenn sich jemand in ländlicher Region ein Auto leihen will und wie kriegen wir das wieder an den Verleihpunkt zurück?“
Diese Fragen sollen in Forschungsprojekten wie eGAP geklärt werden. Die Modellregion Garmisch-Partenkirchen wurde mit Bedacht gewählt. Einerseits ländliche Struktur, gebirgige Region und andererseits touristisch attraktiv.
Ebert erläuterte, dass es darum geht, bestehende Verkehrsangebote wie Bus und Bahn im Konzept zu verknüpfen:
Zweieinhalb Jahre wird nun dieses Konzept, unter anderem mit Elektro-Fahrrädern und -Autos ausprobiert.
Bleibt zu hoffen, dass auch die Deutsche Bahn eine solche Universalfahrkarte auf die Reihe kriegt. Bei allen anderen Beteiligten besteht die Sicherheit, dass sie ihren Teil zum Gelingen beitragen werden.
Das Bild ist aus vielen Reportagen im Fernsehen bekannt: Horden von Schülern, die ungeduldig in die S-Bahn drängeln, sich auf Sitzen flätzen, in der Gruppe mutig werden, andere Fahrgäste, meistens schwächere Schüler, werden belästigt oder drangsaliert, manche vergreifen sich gar an der Inneneinrichtung. Oft überschreiten Schüler auch einfach die Bahngleise. Die Gefahr ist groß, der materielle Schaden immens, das Verhalten der Schüler unsozial.
Es muss aber nicht so sein. Die Deutsche Bahn bildet seit mehreren Jahren auch im Bereich der S-Bahn München Schülerbegleiter aus.
Dabei ist das Konzept denkbar einfach: Statt Erwachsene einzusetzen, die bei Jugendlichen eher Kopfschütteln oder Ignoranz ernten, setzt die Bahn auf Schüler. Wie Klaus Figur und Michael Siegel betonen, ist es viel wirksamer, dass Schüler die Gleichaltrigen auf Fehlverhalten hinweisen oder deeskalierend eingreifen.
Damit die Schüler das machen können (und dürfen!), werden sie von den beiden Lokführern geschult. Rund 60.000 Euro nimmt die S-Bahn München pro Jahr in die Hand, um den Schülerbegleitern den richtigen Umgang mit Krisensituationen beizubringen.
Die Schüler der 8. Jahrgangsstufe sollen dabei nicht Helden spielen, sondern dürfen nach Abschluss der Ausbildung selber entscheiden, ob sie in der S-Bahn eingreifen. „Wichtig“, so die Trainer, „ist, dass sich die Begleiter nicht selbst in Gefahr bringen.“
Für ihren Einsatz sind die Schülerbegleiter nun geehrt worden. Neben Norbert Klimt von der Deutschen Bahn und dem Präsidenten der Bundespolizeidirektion München, Hubert Steiger, war auch der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil auf der Bühne, um den Schülerbegleitern zu danken. Moderator Tim Wilhelm fragte den Minister:
Eine Schülerin schilderte im Interview auf der Bühne das Vorgehen als Begleiterin. Sie sparte nicht mit Kritik an anderen Fahrgäste, die in Konfliktsituationen nur zuschauen:
Die Idee zu Schülerbegleitern entstand in den 90er Jahren im Ruhrgebiet. Die Schäden, die randalierende Schüler an Fahrzeugen anrichteten, die Sicherheit, die während der Fahrt nicht gewährleistet war, hat die Verkehrsgesellschaft auf den Plan gebracht, neue Wege zu gehen:
700 Schüler haben bei der S-Bahn München die dreimonatige „Ausbildung“ bisher durchlaufen. Teilnehmen können grundsätzlich alle Schulen aus dem Einzugsgebiet der S-Bahn. Den Lohn für Ihren Einsatz bekamen die Schülerbegleiter nun mit einem Sommerfest vergolten. Die Bahn hatte neben Aktions- und Geschicklichkeitsspielen auch kreative Workshops im Angebot: Schminken wie ein Maskenbildner oder T-Shirts bemalen. Die Mittel für dieses Fest wurden übrigens nicht aus dem Ausbildungsetat genommen.
Seit über vier Jahren wird am Bahnhof in Pasing gebaut. Ziel ist, den Bahnhof barrierefrei zu gestalten. Dafür hat die Bahn gut 35 Millionen Euro in die Hand genommen. Seit Oktober 2009 sind die S-Bahnsteige schon mit Aufzügen erreichbar, dieses Jahr im August sollen die Bahnsteige 3 und 4 Rolltreppen bekommen. Dort fahren die Regionalzüge ab. Der Aufzug ist schon in Betrieb. Das war für den Leiter des Bahnhofmanagement München, Heiko Hamann, die Gelegenheit, das Projekt nochmals vorzustellen und eine kleine Bilanz zu ziehen.
Der Fahrstuhl an Gleis 3/4 ist schon in Betrieb, doch die Arbeiten gehen weiter, so Heiko Hamann:
Rund 600 Radl-Stellplätze soll es in der Unterführung geben, die Hälfte davon ist jetzt schon nutzbar. Das Reisezentrum soll auch in die Unterführung und raus aus dem historischen Gebäude. Für das gibt es andere Pläne:
Bis November 2012 sollen die Aufzüge und Rolltreppen an den Gleisen 9 und 10 (Fernverkehr) eingebaut sein. Und dann wird verschönert:
Dafür wird es nochmal eng werden in der Unterführung: Es wird halbseitig abgesperrt, damit der Boden verlegt werden kann.
Beim barrierefreien Bau des Pasinger Bahnhofs hat die Bahn auch an sehbehinderte Menschen gedacht: Alle Bahnsteige und Wege werden taktil ausgelegt.
Um die historische Substanz des Bahnhofs gleichermaßen wie die neu eigebauten Zuganzeiger, Dächer und Gerätschaften zu schützen, werden zum Tauben vergrämen die bekannten Metallstifte eingesetzt.
Im Dezember soll nach Plan dann ein Bahnhofsfest den Abschluss der Bauarbeiten markieren.
Wichtige Info, nicht nur für Nachtschwärmer:
Schon vor der großen Stammstrecken-Sperrung ab 6. Juli (Heinrich graut’s berichtete) fallen in den Nächten von Sonntag auf Montag auf der Stammstrecke die S-Bahnen aus. Grund sind Vorarbeiten.
Beginn ist in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni.
S-Bahn-Chef Heiko Hamman weist darauf hin, dass ab 6. Juli schon am Freitag nachmittag ab 16 Uhr mit Behinderungen wegen der Bauarbeiten zu rechnen ist:
Die letzten Züge werden die Stammstrecke dann bis ca. 20 Uhr verlassen haben.
Update: Die S-Bahn München hat das Infoheft auch als PDF-Download publiziert. Mit allen Fahrplänen, Haltestellenübersichten und Antworten zu den wichtigsten Fragen.
Vergangenen Mittwoch reihte sich bei der Bahn und S-Bahn München wieder mal ein Unglück und Ausfall an den anderen.
Kurz aufgezählt:
In der Früh Personenschaden bei Schleissheim. Zugverkehr beeinträchtigt, S-Bahn kann fahren.
Im morgendlichen Berufsverkehr folgt dann eine Signalstörung am Rosenheimer Platz. Verzögerungen Richtung Ostbahnhof bis 10 Minuten.
Dazu kommt ein Notarzt-Einsatz am Hauptbahnhof (tief).
Zwischendrin funktioniert das Signal am Rosenheimer Platz wieder, der Notarzt-Einsatz ist beendet.
Nicht lange, und am Hauptbahnhof muss die Feuerwehr anrücken.
Und das Signal am Rosenheimer Platz fällt wieder wegen Störung aus.
Zwischen Mühldorf und Dorfen meldet die Südostbayernbahn Zugausfälle. Wegen Personenschaden.
Richtung Ostbahnhof kann die S-Bahn die Verspätungen abbauen, das Signal arbeitet wieder.
Dafür gibt es eine Weichenstörung am Ostbahnhof, die Züge können Richtung Innenstadt nur mit Verzögerung in den Stammstreckentunnel einfahren.
Gegen 10.25 Uhr gibt es eine Mail vom Streckenagenten, dass sich die Verzögerungen Stammstrecke Richtung Ostbahnhof auflösen.
Dafür ist jetzt das ganze Stellwerk am Ostbahnhof gestört.
Vom Stachus bis zum Ostbahnhof braucht der Zug gute 25 Minuten, mit Aufenthalt am Rosenheimer Platz und Dauerhalt im Tunnel, weil er nicht einfahren kann.
Grund: Signalstörung Rosenheimer Platz und Stellwerkstörung Ostbahnhof.
Der ganze Vormittag war mehr oder weniger eine einzige Störung auf der Stammstrecke.
Die S-Bahn München muss dringend fit gemacht werden!
Gegen Personenschäden kann die Bahn nur wenig beziehungsweise nichts machen. Verstehen Sie mich nicht falsch!
Aber: Wie wäre es, wenn man die Gelder, die der Flughafen München derzeit nicht mehr braucht, weil es keine dritte Startbahn gibt, einfach in die Ertüchtigung der Stammstrecke einbringt? Oder gar eine Alternative zur Stammstrecke erwägt? Eine zweite Röhre halte ich für wenig geraten, besser wäre aus meiner Sicht eine Art Ringstrecke, so dass Pendler, die aus einem Außenbereich des MVV in den anderen müssen, mit wenigen Umstiegen weiterkommen. In der Stadt kann kam sich mit ein wenig Geschick ja mittels U-Bahn, Tram und Bus behelfen. Und mit etwas Planungsgeschick sollte sich eine Ringstrecke so verwirklichen lassen, dass man nicht großartig neu bauen muss, um München zu umfahren. Eine Strecke im Süden gibt es ja schon.
Dieser Satz stammt von Dieter Janecek, dem Parteichef von Bündnis 90 / Die Grünen in Bayern.
Am Sonntag entscheiden die Bürger der Landeshauptstadt München über den Bau einer dritten Startbahn beim Flughafen im Erdinger Moos. Gestern stellte Heiko Tammena vom KLJB Bayern die ablehnende Haltung zur Flughafenerweiterung dar. Auch Janecek wünscht sich, dass die Bürger Münchens gegen die dritte Startbahn stimmen:
Er führt viele Argumente an, warum eine dritte Startbahn nicht gut ist. Und er zieht eine Parallele zu Frankfurt. Dort wache man mittlerweile auch auf.
Der Vorsitzende der Grünen fürchtet, dass die Mehrkosten, die zu erwarten sind, dem Steuerzahler aufgebürdet werden:
Für Janecek ist wichtig, dass Stadt und Region zusammenhalten und gemeinsam dem Großprojekt dritte Startbahn eine Absage erteilen. Das Geld für diese Startbahn sieht er besser in der Region angelegt beim Ausbau des Öffentlichen Nahverkehrs. Denn da hinke Bayern in der Fläche weit hinter Baden-Württemberg her. Und mit einem flächendeckend gut ausgebauten Nahverkehr ist allen Bewohnern Bayerns gedient. Und auch Dieter Janecek begrüßt die Patenschaften, die man mittels der Website “Meine Münchner Stimme” eingehen kann.
Ab dem 6. Juli müssen sich Nutzer der Münchner S-Bahn auf Behinderungen einstellen. Für sieben Wochenenden, bis zum 20. August, wird die Stammstrecke nicht befahren. Stattdessen gibt es zwischen Ostbahnhof und Pasing Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die Busse setzen ab Freitag, 19.30 Uhr ein und fahren bis Montag früh 4.00 Uhr. Die Bahn wechselt die Gleise und den Oberbau aus, außerdem wird der Brandschutz in den Tunnelbahnhöfen verbessert.
Das sind die Änderungen:
Von Osten her enden die S-Bahnen 2, 3, 4, 7 am Ostbahnhof.
Von Westen her enden die S3 und S4 in Pasing. Die S 1, S 2, S 6 und S 7 fahren von der letzten Station vor der Stammstrecke aus ohne Halt bis zum Hauptbahnhof. Sie enden vorwiegend im Starnberger Flügelbahnhof.
Die S8 fährt ab Pasing ohne Halt zum Ostbahnhof und dann normal weiter zum Flughafen. Dafür nutzt sie den Südring und hält am Ostbahnhof auf Gleis 7.
Die Busse zwischen Ostbahnhof und Pasing sollen alle 3 bis 5 Minuten fahren.
Der 10-Minuten-Takt in Berufsverkehr wird teilweise ausfallen.
Wegen des Christopher-Street-Day (CSD) in München werden am Wochenende 14./15. Juli Stachus (Karlsplatz) und Marienplatz nicht angefahren, stattdessen verkehren die SEV-Busse über den Odeonsplatz.
Die Bahn wird die Fahrpläne rechtzeitig bekanntgeben, auch Heinrich graut’s wird dazu verlinken.
S-Bahn-Chef Heiko Hamman weist darauf hin, dass ab 6. Juli schon am Freitag nachmittag ab 16 Uhr mit Behinderungen wegen der Bauarbeiten zu rechnen ist:
Die letzten Züge werden die Stammstrecke dann bis ca. 20 Uhr verlassen haben.
(Quelle: Deutsche Bahn, S-Bahn München, pdf)
Wer mich schon mal auf dem Weg zu einem Termin oder vor Ort gesehen hat, der weiß, dass ich einen großen Rucksack mit mir führe. Lange habe ich gesucht, mir bis dahin immer wieder mit Umpacken beholfen. Beim nächsten Termin gemerkt, dass ich was vergessen habe oder in den Tiefen des Rucksacks nicht gleich finde, was ich brauche. Deswegen musste ein eigenes Trageutensil her. Meine Wahl fiel auf einen Rucksack, den es vor ein paar Wochen bei dem Discounter mit dem großen „A“ für 29,99 Euro gab.
Zum Ausprobieren des Rucksacks habe ich mein Fotostativ mitgenommen,
weil das Hauptargument war, es solle ohne Querlegen rein passen. Die Rollen nutze ich recht selten. Die Ziehstange ist so lang ausfahrbar, dass mir ein bekannter Fotograf (knapp über zwei Meter Körpergröße) attestierte, sogar er könne damit umgehen. Für den Fall, dass man den Rucksack nicht auf dem Rücken tragen will, verstaut man die Tragegurte bequem und unsichtbar.
Im Hauptfach finden das Alu-Stativ, meine Kamera, ein großes Mikrofasertuch und im separaten Innenfach mein Netbook Platz. Damit sind die schwersten Teile schon mal nah am Körper.
Oben am Rucksack befindet sich ein kleines Fach, in dem ich bequem XLR-Kabel, Mobiltelefon und Taschentücher unterbringe.
Im größeren Mittelfach verstaue ich Stativplatte, Schwanenhals und Kurz-Stativ mit Mikrofon-Halterung. So bin ich auf Pressekonferenzen oder anderen Aufnahmesituationen, wo ich nicht direkt beim Sprechenden sein kann, gut aufgestellt. Praktisch: Wenn ich Zusatzteile mitnehmen will, ist hier auch immer noch genügend Platz. Mein Bonustipp: Plastiktüte. Schützt vor Spritzwasser.
Das kleinere Mittelfach beherbergt Skizzenbuch, Kalender, das Zoom H4n als Aufnahmegerät und einen Windschutz.
Im Vorderfach finden sich all die kleinen Utensilien, die ich beim Arbeiten brauche. Eine Dreifach-Steckdose und ein Adapter mit zwei USB-Steckplätzen. Ersteres ist im ICE von Vorteil, wenn die Steckdosen nicht ausreichen, zweiteres hilfreich, wenn man mehr als ein Gerät laden muss. Oder dem Sitznachbarn aushelfen will.
Daneben habe ich noch Ersatzakkus für H4n und Canon dabei, ein USB-Kabel (rot), ein Shure SM58 als Handmikro, eine Mikro-Halterung für das H4n und eine Infrarot-Fernbedienung für die Kamera.
Dazu noch ein Mikrofasertuch, das auch als Unterlage unter der Mikroplatte dient und Klopfgeräusche dämpft.
Besonders erwähnen möchte ich den Solar-Akku. Der ET3000 ist leistungsstark, er kann übrigens auch per USB aufgeladen werden, was ich meistens zu Hause mache. Spätestens, wenn man in den Rheinwiesen bei Köln hockt und der Akku des Mobiltelefons schwächelt, merkt man, wie praktisch der ET3000 ist. Einen iPod kann man damit eineinhalb Mal aufladen. Und selbst im Zug reicht die Sonnenstrahlung aus, um den Akku wieder nachzuladen. Zu diesem Akku gehört auch das schwarze USB-Kabel. Der kleine Anschluss kommt in den ET3000, das andere Ende gabelt sich in einen großen USB-Stecker und ein Adapterteil. Eine kleine Blechschachtel beherbergt alle möglichen Adapter, die man für verschiedene Geräte braucht.
Natürlich kann dieser Rucksack nicht mit der Ausrüstung von Richard Gutjahrs Kulturtasche mithalten. Ich habe viele spezifische Einzelteile, um breit aufgestellt zu sein. Mit dem Zoom H4n kann ich nicht nur Interviews führen, sondern auch Chor oder Orchester aufnehmen. Auf dem Netbook schneide ich, auch die Fotos werden da gespeichert und bearbeitet.
Wer den Rucksack mal sehen will: auf der #informare12 und beim #Jazzweekend in Regensburg habe ich den sicher dabei.
Diese Woche wird sehr interessant. Am Montag ist wieder Chorprobe in St. Johannes von Capistran.

St. Johannes von Capistran
Seit Oktober singe ich da nun im Chor mit und freue mich auf die Proben und – natürlich auf die Gottesdienstgestaltungen. Ein lieber Ex-Dozent hatte mich zu einem Konzert eingeladen, ich war so begeistert, dass ich, obwohl in Markt Schwaben wohnend, die kleine Reise nach München auf mich nehme, um mit engagierten Mitsängern schöne Stunden zu erleben.
Am Dienstag geht es in der Früh um 8 Uhr los nach Berlin. Ich habe die Gelegenheit, den Freischütz in einer unstrittenen, teilweise als sexistisch bezeichneten Inszenierung von Calixto Bieito an der Komischen Oper zu erleben. Hier eine Kritik der Zeitung Der Freitag. Als Max brilliert mein Twitterfreund Vincent Wolfsteiner. Ich bin unglaublich gespannt auf die Inszenierung und wünsche Vincent alles erdenklich Gute!
DLF-Intendant Dr. Willi Steul
Nach einem ausgiebigen Frühstück begebe ich mich Mittwochmittag ins tazcafé in der Rudi-Dutschke-Straße. Dort treffe ich eine Bekannte, mit der ich Dinge berede (das ist jetzt sicher ne Twitterformulierung ;) ), über die ich zu gegebener Zeit sicher ausführlicher berichten werde. Die Bekannte bekommt auch eine Portion meines schon gerühmten Auflaufes. Ich hoffe, dass der Auflauf die Reise überlebt. Am frühen Abend ziehe ich dann weiter zur HIIG, wo der Deutschlandfunk die Plattform Diskurs@Deutschlandfunk eröffnet. Anfang des Jahres war ich ja in Köln zum 50. Geburtstag des Deutschlandfunk, der nicht mit Buchsbaumfeier, sondern mit einer interessanten, zweitägigen Veranstaltung im Funkhaus gefeiert wurde. Hier habe ich ja drüber berichtet.
Der Mittwochabend klingt dann mit einem sehr interessanten Treffen aus. Ich habe über Twitter, Facebook und Google+ Kontakt zu einem Medienschaffenden bekommen, der ja schon für Furore im Netz gesorgt hat. Sebastian Pertsch hat sich als ‘Rockbär’ einen Namen gemacht, weil er die Social-Media-Aktivitäten verschiedener Radiosender untersuchte und Charts einführte. Seit letztem Mai hat er an einer neuen Website gebastelt, die nun die verschiedenen Medien in Deutschland, der Schweiz und Österreich in Hinsicht auf Social Media untersucht. Hier geht es zu traxy.de
Tja. Und am Donnerstag geht es wieder nach Hause.

Vielleicht kann ich Euch dann schon zwei neue Blogeinträge bieten. Einen zum Freischütz mit kurzen Impressionen und einen zur Veranstaltung des Deutschlandfunks. Vielleicht auch noch ein paar garnierende Eindrücke zum Besuch eines fast wirklichen Oberbayern in der Hauptstadt. Den Freitag nutze ich nach einer Ausschlafphase dann sicher für die Steuer, und Samstag und Sonntag habe ich mir noch nichts vorgenommen. Aber wer weiß, was mich bis dahin schon wieder an- und umtreibt.
Schöne Woche!