Strom ist zu Beginn dieses Jahres wieder spürbar teurer geworden, im Schnitt um vier Prozent. Für einen Durchschnittshaushalt bedeutet das im Jahr ungefähr 35 Euro mehr (Berechnung laut SPIEGEL). Ein Ende der Preissteigerung ist aufgrund der geänderten Energiepolitik in Deutschland nicht absehbar. Eine gute Gelegenheit, das Verbrauchsverhalten zu überdenken und mit sinnvollen Investitionen gegenzusteuern. Ganz unter dem Motto: Sparen mit Spaß und wenig Kosten.
Bevor Sie jetzt losziehen und neue, stromsparende Geräte kaufen, checken Sie erst mal, wo in Ihrem Haushalt Potentiale liegen. Da gibt es mehr, als Sie denken. Ich zeig Ihnen in dieser Blogreihe ein paar Tipps. :) Wenn in der Zwischenzeit ein Gerät kaputtgeht, dann achten Sie bei Neuanschaffungen natürlich darauf, dass diese moderne Energiekriterien erfüllen. Hilfestellung geben die Aufkleber mit A++ bis D. Dazu später in einem gesonderten Blogpost mehr. Jetzt kümmern wir uns erst mal um den Ist-Zustand. Dazu gehört die Reflexion. Kurze Formel: Wer verbraucht wie viel Strom, wann und warum?
Welche Lampen brennen unnötig? Welche Geräte brauchen viel Strom? Kann ich diese Stromfresser zumindest zeitweise abstellen? Ein erster Schritt ist leicht getan: Wenn sich alle Bewohner des Hauses in ihrem Zimmern befinden, braucht es keine Beleuchtung im Gang. Mit etwas Disziplin sollte jeder in der Lage sein, den Lichtschalter neben seiner Tür zu bedienen, wenn er den Hausgang (Treppenhaus) verlässt und in sein Zimmer geht. Das Gleiche gilt für Räume, die Sie nur zeitweise betreten: Badezimmer, Toilette, Vorratskammern, Keller, Speicher, Abstellräume.
Ersetzen Sie ausgebrannte Glühbirnen konsequent durch Sparlampen, vielleicht erst mal da, wo es Sie nicht so stört (manche Menschen müssen sich erst dran gewöhnen). Noch besser: Steigen Sie auf LED-Lampen um. Im Bild sehen Sie eine 3-Watt-Lampe mit einer Schraubfassung (E 27), die in jeder gängigen Fassung eingeschraubt werden kann. Es gibt auch LED-Lampen mit Bajonett-Fassung, diese kennen Sie von Halogen-Strahlern. Mehr dazu aber in einem weiteren Beitrag.
Von einem Einrichtungsgegenstand sollten Sie sich aber gleich trennen, so Sie diesen haben: Deckenfluter. So schön sie aussehen, weil sie indirekt beleuchten und den Helligkeitseindruck des Raumes steigern, sie sind der Todfeind Ihrer Sparbemühungen. Und noch eine kleine Formel: 20 Watt Halogen = 20 Watt Glühbirne. Halogen, ob Hoch- oder Niedervolt, sehen schön aus, verbrauchen aber den gleichen Strom wie die klassische Birne. Andererseits: Braucht es beim Fernsehgucken die große Zimmerbeleuchtung? Eine indirekte Beleuchtung hinter dem Fernseher wirkt manchmal Wunder – aber bitte keinen Deckenfluter. ;) Oft gepredigt, aber noch nicht oft genug: Vermeiden Sie den Standby-Betrieb an Geräten. Oft hilft schon, eine Steckdose(nleiste) mit Schalter zu verwenden. So mache ich das mit meiner Mikrowelle. Nach Gebrauch vom Strom trennen. Auf die eingebaute Uhr im Display kann ich gut verzichten.
Das Wichtigste aber: Dokumentieren Sie Ihren Stromverbrauch. Das geht ganz einfach selber: Erstellen Sie sich in einem Kalkulationsprogramm eine Tabelle, in der Sie Arbeitspreis, Grundpreis, und alle mit dem Strom verbundenen Daten hinterlegen. Stellen Sie sich auf dem Handy oder im elektronischen Kalender eine Erinnerung, dass sie alle zehn Tage den Stromzähler ablesen, und tragen Sie die abgelesenen Daten konsequent ein. Wenn sie dann mit einer Formel arbeiten, die aufs Jahr hochrechnet, haben Sie Ihren Verbrauch sehr schön im Blick, erkennen, ob Sie im Limit bleiben – und: Die Stromrechnung am Ende wird nicht der Schocker, sondern absehbar. Angenehmer Nebeneffekt: Sie merken, wie das Sparen aufgrund der Bemühungen Spaß macht. Mich hat eine solche Liste angespornt. Hier gibt es eine solche Liste übrigens auch zum Herunterladen (Screenshot nebenan). Ich selber habe mit einer solchen Liste und der Selbstkontrolle meinen Stromverbrauch innerhalb eines halben Jahres von 35 Euro auf 27 Euro pro Monat gesenkt. Es geht leicht, ohne auf Komfort zu verzichten.
In weiteren Folgen dieses Blogs werde ich mich mit Haushaltsgeräten, Unterhaltungselektronik und sehr ausführlich mit dem Thema Heizung und Beleuchtung auseinandersetzen. Wenn Sie selber einen Tipp haben, wie Sie Strom sparen, dann sagen Sie es mir. Ich gebe das gern weiter!