Cloud oder Stick?

Das Internet ist Teil unseres Lebens. Doch wie werden Daten ausgetauscht? Früher: Diskette, dann CD, dann USB-Stick. Heute: “Cloud”.

Cloud ist Speicherplatz im Internet. Es gibt viele Angebote: Dropbox, Box oder Wuala. Apple (iCloud), Telekom, Strato. Matthias J. Lange schreibt in seinem Blog ‘Redaktion 42′:

Beim Thema Cloud schlagen die Emotionen hoch. Der Cloud-Anbieter Dropbox zum Beispiel spart schlicht Speicherplatz, indem er die Hashwerte der Dateien der Nutzer vergleicht – und wenn der gleich ist, die Datei nur einmal abspeichert, auch wenn sie vielen Nutzerinnen „gehört“. Dropbox versprach Nutzern eine sichere Verschlüsselung, doch tatsächlich hat Dropbox den Generalschlüssel. Auch meine Lieblingsfirma Apple kann verschlüsselte iCloud-Daten einsehen und behält sich in den Nutzungsbedingungen vor, die Daten zu entschlüsseln und weiterzugeben, wenn sie es für „angemessen“ halten.

Einblick in meine Cloud.

Das hält vom Einrichten einer Cloud ab.
Meine Empfehlung ist Wuala von LaCie. ‘Wuala’ wird wie das französische ‘Voilá’ ausgesprochen. Vorteil: Die Daten werden aufgesplittet und auf europäischen Servern gespeichert. Die Verschlüsselung erfolgt beim Anwender. Praktizierter Datenschutz.

Daten überall

Internet vorausgesetzt, kann der Anwender seine Daten synchronisieren oder darauf zugreifen. Termine, Kontakte, Fotos, Filme, Musik: verfügbar, egal auf welchem Gerät. Anwendungsbeispiel: Unterwegs sichere ich Fotos von der Kamera zu Wuala. Vorteil: Freie Speicherkarte und später kann ich auf jedem angeschlossenem Rechner drauf zugreifen.
Mit Freunden teile ich Daten, mit Kollegen arbeite ich an Projekten. Nebenher vergrößert sich der eigene Speicherplatz pro eingeladenen Teilnehmer. Bei Wuala kommt noch ein Vorteil hinzu: Mit einem Promotioncodes gibt es kostenlos mehr Speicherplatz. Nachteil: Die Codes sind zeitlich begrenzt. Die meisten sind ein Jahr gültig. Speicherplatz kann man auch gegen Entgelt erwerben. Wer twittert, hat übrigens die Chance, immer mal wieder einen dieser Promotioncodes zu ergattern. Einfach dem Account @Wuala folgen.

Der USB-Stick ist fast überflüssig geworden. Ausnahme: Orte ohne Netzzugang oder weniger Cloud-affinen Menschen, sensible Daten. Ist das schon das Ende der Entwicklung?

Der Journalist Gunnar Sohn meint:

Die persönliche Cloud folgt allerdings keinem Diktat von Algorithmen und zentralistischen Web-Konzernen, wie Kritiker befürchten. Das Ganze könnte über Mesh-Netzwerke ablaufen. Anstatt auf eine zentrale und zentralisierte Infrastruktur zu vertrauen, die Vernetzung organisiert, wird eine neue Generation von Plattformen entwickelt, die auf dem Prinzip der Maschen beruht.

Mesh-Netzwerke sind Netzwerke von Usern an einem Ort. Erste Anwendungen werden via Kurznachrichten-Diensten bei Hilfsdiensten ausprobiert.

Mehr zu diesem Thema gibt es auf der informare, einer Wissenschaftskonferenz in Berlin. Gunnar Sohn und ich werden uns mit Bernd Stahl, Netzwerkspezialist von Nash Technologies, Bernhard Steimel von der FutureManagement Group und Hannes Schleeh, Social Media Coach & Hypnosetherapeut unterhalten.

Thema: Obi Wan Kenobi und das Future Internet

Hier geht es zum Programm.

Weiterführende Informationen zu allen Clouds und ihren Kapazitäten und Preisen bietet FOCUS.

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In der Kategorie Computer, Kommunikation, Medien, Service, Social Media am 22.04.12 um 06:53 Uhr veröffentlicht.
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