Ein Lob dem Papierkalender

Dafür gibt es doch eine App.
Gibt es dafür nicht eine App?
Die App musst Du haben!

Ich gebe zu: Kaum hatte ich mein erstes „Smartphone” in den Händen, war ich dem Zauber des elektronischen Kalenders erlegen.
Und wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich schon lange vor dem Smartphone schon einen elektronischen Kalender. Ich rede von diesen Dingern, die Anfang der 90er Jahre den Weg bereiteten. Wie bezeichnet man die eigentlich? Egal. Sie wissen sicher, was ich meine, wenn ich sage: Die Dinger, die auch ein Wörterbuch mit drauf hatten und in jeder Tasche verstaut werden konnten. Adressbuch, Terminkalender, Notizbuch, Taschenrechner. 64 oder 128 MB Speicherplatz. Was waren das für Zeiten?
Aber … irgendwann 2004 oder 2005 hatte ich mein erstes Smartphone in den Händen. Fortan hackte ich alle Termine in den elektronischen Sklaven.
Und war zunehmend genervter, wenn das Ding an den unpassendsten Stellen meldete, dass der Termin X ansteht. Ja. Doch. Ich gebe es zu.
So schön die elektronische Verwaltung unseres Lebens auch ist, so praktisch, weil man an alles erinnert wird, an das man erinnert werden will: Ich bevorzuge mittlerweile wieder die Papierform.

Grobe Übersicht, aber ich weiß, woran ich bin.

Die Übersichtlichkeit finde ich besser. Egal, ob es die Wochenansicht wie im Bild oben ist oder die Jahresübersicht an meiner Wand, ich bin im Bilde und im Termin.
Viele meiner „Web 2.0-Freunde” werden den Kopf schütteln. Sollen sie auch. Ich bin da halt altmodisch und habe lieber elend viel Papier, um Übersicht zu kriegen. Und ehrlich gesagt, wenn eine dieser Anfragen kommt: „Hast Du an diesem Wochenende Zeit?” – ich kann die Anfrage meist schneller beantworten als die App-Jünger.
Es ist nicht Retro, es ist nicht Oldstyle, es ist nicht „Nicht-Zeitgemäß”.
Es ist Ausdruck meines Lebens.

Übrigens: Ich freue mich, wenn Victor Fuchs mir in den nächsten Wochen meinen Papier-Kalender für 2013 überreicht. Es wird einer aus dem CSU-Shop sein. Mit der Prägung „Das können sie alles senden.” Ohne übermäßig Werbung für die Partei machen zu wollen, deren Mitglied ich nicht bin: Ich mag Papier. Und ich bin da gerne Web 0.2. ;)

Sie fragen sich grade, was dieser Blogpost bezweckt? Ehrlich, das frage ich mich auch. Nein! Nicht wirklich. Mir war einfach danach. Ein Lob dem Papier!
Solche Beiträge können wohl auch nur in diesen Nächten entstehen, wenn man ausgeschlafen am Schreibtisch sitzt und die Web 2.0-Timeline schon schlafen gegangen ist.

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In der Kategorie Bericht, Zwischenruf am 21.07.12 um 03:56 Uhr veröffentlicht.
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2 Kommentare

2 Kommentare zu “Ein Lob dem Papierkalender”

  1. Victor Fuchs sagt:

    PDA, so hießen die elektronischen
    Helferlein damals ;-)

  2. Heisenberg sagt:

    Finde ich gut!
    Danke für diesen Blog.
    Ich beschäftige mich gerade damit wie ich mich organisiere.
    Papier oder Apps – das ist hier die Frage.
    Gerne höre ich noch was von dir.
    Interessant!
    Gruß
    Heisenberg

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