Heute ist der fünfte Tag meines Einsatzes für @MunichLovesU.
Freitag.
Wir starten ins Wochenende.
Ich bin in Niederbayern, Kloster Niederaltaich.
Dort ist eine Tagung der Katholischen Erzieher Gemeinschaft (KEG), deren Pressereferent für den bayerischen Verband ich seit Mittwoch offiziell bin.
Für die meisten von uns ist heute der letzte Arbeitstag der Woche. Einige schaffen auch am Samstag noch.
Für rund 10.000 Münchner und Oberbayern ist morgen Ruhetag.
Bei den Juden ist morgen Schabbes, Schabbat.
Sozusagen der Sonntag in der jüdischen Gemeinde. Waren Sie schon mal in einer Synagoge?
Nicht?
Ich habe mich im Vorfeld meiner Woche für MunichLovesU aufgemacht und die Hauptsynagoge am Jakobsplatz besucht.
Der Grundstein für Ohel Jakob wurde 2003 gelegt und am 9. November 2006 wurde das Gebetshaus unserer jüdischen Mitbürger eröffnet.
Die „alte” Hauptsynagoge in München wurde auf Anordnung der Stadt München ab dem 9. Juni 1938 niedergerissen. Sie war seit 1887 Kultuszentrum unserer jüdischen Mitbürger. Ein zu schaffender Parkplatz in der Herzog-Max-Straße diente den Nationalsozialisten als Vorwand, das Gebäude zu zerstören. Weitere Informationen finden sich in der Wikipedia.
In Ohel Jakob gibt es eine Ansicht dieses Gebäudes, eingemeißelt in Stein.
In München findet sich noch ein ‘Schwester-Gebäude’ der Synagoge, die Kirche St. Lukas. Beide Gebäude hatten den gleichen Architekten. Mehr zu St. Lukas morgen bei @MunichLovesU und später im Blog.
Im Rahmen einer Führung gelangt man unterirdisch vom Kultuszentrum in die Synagoge, durch den Gang der Erinnerung.
Auf der linken Seite befinden sich in mehreren Schichten Tafeln mit den Namen der im Dritten Reich ermordeten Juden. Rechts ziert ein großer Davidsstern die Mauer, daneben sind die Namen der größten Konzentrationslager zu finden. Worte finden sich, deren wichtigstes „Erinnerung” ist.
Der Versammlungsraum selber, also das Herzstück von Ohel Jakob, ist schlicht in Holz gehalten, hell und freundlich. Durch das Dach gelangt viel Licht in den Raum.
Er ist multifunktional ausgelegt. Neben den Sitzen und dem Lesepult vorne samt siebenarmigem Leuchter findet sich in der Mitte ein Tisch, zu dem die Thora-Rollen getragen werden, um daraus vorzulesen. Dieses Podest kann für Hochzeiten auch mit einem Baldachin überspannt werden, so dass Braut, Bräutigam, die Eltern, Zeugen und der Rabbiner darunter Platz finden.
Eine Orgel hat diese Synagoge nicht, auch wird die Sprache im G”ttesdienst nicht durch Mikrofon und Lautsprecher verstärkt.
Weitere Bilder: