Vor ein paar Wochen war ich einer Führung in Ohel Jakob, der Hauptsynagoge von München.
Ich habe im Rahmen meiner Woche für @MunichlovesU drüber berichtet. Den Bericht mit Fotos gibt es hier.
Für mich ist es nicht nur spannend, Kirchen, G”tteshäuser oder Gebetsstätten zu besuchen. Ich bin neugierig. Nicht nur auf die Gebäude, sondern auch auf die Riten.
Zum Verständnis: Ich rede nicht von Sekten.
Wer mein Blog verfolgt, weiß, dass ich mich mit religiösen Themen oder verwandten Bereichen auseinandersetze. Mit einem meiner Twitterfreunde bin ich letztens in einem durch und durch amerikanisch und freikirchlich geprägtem Event gewesen. Das Wort „G”ttesdienst” möchte ich, weil recht eindeutig besetzt, nicht verwenden.
Es war eine spirituelle Erfahrung. Und so schlecht habe ich mich beim ICF auch nicht gefühlt. Eine katholische Ordensschwester im Ornat war ebenfalls anwesend.
Doch lassen wir diesen Ausflug. Ich war doch bei Ohel Jakob.
Die Synagoge hat mich seit ihrer Entstehung interessiert, ich habe den Bau und die Einweihung verfolgt, ich war letztes Jahr bei Chanukka, dem jüdischen Lichterfest (vergleichbar mit dem christlichen Weihnachten). Mit vielen anderen stand ich auf dem Jakobsplatz und es war spannend, wie der große Leuchter entzündet wurde.
Und anschließend stand ich mit meiner „Siamesischen Zwillingsschwester” noch auf Krapfen und Punsch zusammen. Es war kalt, der Schneeregen unangenehm, und doch: Mein Herz war warm. Eines Tages würde ich auch in der Synagoge Ohel Jakob sein. Zur Besichtigung habe ich das schon erlebt.
Einige Wochen sind ins Land gezogen, ich habe viele Termine wahrgenommen, viele Leute kennengelernt.
Dabei habe ich dabei auch einen jungen Mann kennengelernt, ihn später auf der Gegendemo gegen die NPD in München wiedergesehen und mich mit ihm angefreundet. Wir chatten sehr viel. Er weiß um meine Einstellung, ich habe ihm als erstem Menschen überhaupt gestanden, dass ich mit der Beschneidung meine Probleme habe. Er ist Jude. Er hat mich ernst genommen. Er hat meinen Beitrag zur Beschneidung, der in diesem Internet doch beachtet wurde, ernst genommen. Er hat ihn für gut befunden.
Ich bin dankbar für diesen Zuspruch.
Heute hat mich Michael eingeladen, mit ihm zum Schabbes-Gebet zu gehen.
Für mich geht ein Herzenswunsch in Erfüllung.
Danke!
Ich weiß, dass ich nicht viel verstehen werde von dem, was in Originaltexten gelesen wird. Vielleicht kann ich eine Übersetzung ergattern, vielleicht wird Michael mir einflüstern, welcher Text gelesen wird. Fest steht: Ich bin glücklich, dass ich einen so offenen und tollen Menschen meinen Freund nennen darf.
Ich freue mich auf den G”ttesdienst, das Shabbes-Gebet in Ohel Jakob.
Ich fühle mich in der Liebe zu G”tt geborgen.