Innovative Lernform: Der Webquest

Wie gestalte ich Unterricht interessant?
Wie binde ich in meinen Unterricht die Region ein?
Wie nutze ich in der Grundschule das Internet im Unterricht?

Der Grundschullehrer ist nicht mehr bloßer Wissensvermittler, sondern mehr und mehr auch Begleiter der Kinder. Und das nicht erst seit der Ganztagesschule oder dem erweiterten Angebot mit Nachmittagsunterricht. Er wird der sein, der Kinder auch durch das Internet lotsen muss. Damit muss er sich im Netz auskennen.

Ein drohendes Leistungsschutzrecht, Unklarheiten beim Urheberrecht, Gängelung der Verlage beim Kopieren und elektronischen Bereitstellen von Unterrichtsmaterial erleichtern diese Aufgabe nicht.
Warum nicht selber Unterrichtsvorlagen erstellen? Das, was früher Lehrer auf Matrize oder mit dem Kopierer machten, kann heute mit dem Internet leichter erledigt werden. Ein Webquest ist zunächst zeitintensiver, sagt Erwin Müller aus Deggendorf. Aber: In der Summe spart man Vorbereitungsarbeiten, weil im Netzwerk jeder davon profitiert.

Abgesehen davon, dass sich manchmal ein Link ändert oder neue Erkenntnisse dazu kommen, bleibt ein Webquest relativ unverändert stehen. Müller zeigte seinen KEG-Kolleginnen und -Kollegen bei der 59. Pädagogischen Ferienwoche im Kloster Niederaltaich, wie das aussieht und wie man es einrichtet. Dazu wechselten sie in den Computerraum der örtlichen Grundschule, so dass jeder Pädagoge einen Rechner hatte und selber probieren konnte.

Gut zwei Stunden dauert die erstmalige Erstellung eines solchen Web-Angebotes für die Kinder.
Zwei Stunden, die sich nach Meinung Müllers lohnen. Denn: Die Arbeitsvorlage ist schnell verfügbar und Weblinks oder Ergänzungen können schnell eingefügt werden. Erwin Müller vergleicht die Arbeit an einem Webquest mit der Arbeit an Wikipedia, der Online-Enzyklopädie. Ganz klar sieht er auch den Nachteil: „Wenn keiner was einstellt, kann auch keiner davon profitieren.”

Das Schwerste, so Müller, ist der Anfang. Hat man sich erst mal eingearbeitet, so wird die Arbeit immer leichter.

Sind Lehrer bereit für Veränderung?

Ursula Lay nahm selber an dem Workshop teil. Die Vorsitzende der KEG Bayern ist begeistert: „Das ist eine innovative Unterrichtsform, von der Lehrer und Schüler profitieren. Zum einen wird die Lebenswirklichkeit von Schülern besser abgebildet und die Kinder lernen, richtig im Internet zu suchen und Informationen zu werten.”
Noch während des Vortrages kommt ihr eine Idee: Wie wäre es, Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärter während ihrer Ausbildung, die Unterrichtsvorbereitungen zu den Themen des Lehrplans in web-basierter Form erstellen zu lassen.
Erwin Müller ist von dieser Idee angetan:

Für das Erstellen der Webquests anhand des Lehrplans bräuchte ein kleines Team rund fünf Jahre. Die Zusammenarbeit mit Studentinnen und Studenten und Lehramtsanwärterinnen und Lehramtsanwärtern bringt nach Meinung von Ursula Lay und Erwin Müller entscheidende Vorteile: Die angehenden Lehrkräfte werden intensiv den Umgang mit dem Computer üben. Dadurch steigert sich die Medienkompetenz des Lehrpersonals. Gleichzeitig sind die Anwärter noch mehr im Lehrplan drin, was der praktischen Ausbildung zugute käme.
Eine Idee, die viel für sich hat.


Weiterführender Link zum Thema Webquest: Grundschulwebquest.de. Professor Christof Schreiber betreut dieses Projekt.

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In der Kategorie Computer, Internet, IT, KEG, Schule am 06.08.12 um 15:01 Uhr veröffentlicht.
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1 Kommentar

Ein Kommentar zu “Innovative Lernform: Der Webquest”

  1. Liebe PrimarWebQuest Interessierte!
    Der Beitrag von Heinrich Bruns und die Aktivitäten von Erwin Müller gefallen mir natürlich besonders. Spitze und vielen Dank. Wer weiterlesen möchte, könnte das im Buch von Julia Langenhan und mir tun: PrimarWebQuest – Projektorientiertes Lernen mit dem Internet in der Primarstufe. Schneider Verlag

    Eine Linkliste habe ich hier zusammengestellt:
    http://www.math.uni-frankfurt.de/~schreibe/LinkseiteWQ.htm

    Ich freue mich über Aktive, die unter Grundschulwebquest.de WebQuests anlegen möchten. Melden Sie sich, ich unterstütze, so gut ich kann!

    Christof Schreiber

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