Meine Woche bei @MunichLovesU habe ich heute mit der Erinnerung an ein Gemetzel begonnen. Es geht um die Schlacht von Hohenlinden. Diese fand rund um den 3. Dezember 1800 statt, die Franzosen haben gegen Bayern/Österreich gewonnen.
Warum habe ich damit angefangen, zumal es jetzt Sommer ist?
Wir müssen dazu nur rund neun Jahre zurückgehen. Sommer 2003. Ich hatte meinen Führerschein für den Bus gemacht und fuhr jeden Tag die RVO-Linie 9410. Diese beginnt in Gars am Inn oder Haag und führt bis zum Ostbahnhof in München. Eine sehr schöne Überlandlinie. Große Abschnitte laufen auf der Bundesstraße 12 und der B 12 alt, bevor spätestens bei Parsdorf auf die A 94 aufgefahren wird.¹
Die B 12 wird zu Recht von der Polizei stark überwacht, kaum eine Woche vergeht, da der Busverkehr nicht behindert ist, weil irrsinnige Menschen meinen, sie müssten im Großhaager Forst überholen, trotz absolutem Überholverbot und einer sehr schlecht einsehbaren Strecke. Aber das ist ein anderes Thema.
Am Ausgang des Großhaager Forstes liegt die Haltestelle Schimmelberg. An dieser Haltestelle steigt vielleicht einmal im Jahr ein Mensch aus und wenn du der Busfahrer bist, der diesen Menschen befördert hast, dann darfst Du stolz sein und hast eigentlich einen Preis verdient.
Wenn man von Haag/Maitenbeth nach Hohenlinden fährt und vor der Kurve mal in den Wald guckt, dann sieht man an Höhe der Haltestelle zurückliegend einen Holzverschlag. Naheliegender Gedanke: Hier hat sich ein Tippelbruder einen Unterstand gebaut. Nein, dem ist nicht so.
Ich fuhr die Linie von 2003 bis 2009. Es ist in dieser Zeit genau ein Mensch in Schimmelberg ausgestiegen und wieder eingestiegen. Er stieg in Armeeklamotten und mit Rucksack in den Bus, löste bis Schimmelberg und wir kamen ins Gespräch. Ein Diplom-Ingenieur, der in seiner Freizeit mit Metallsonde auf Entdeckungsreise geht. Heute hatte er sich den Großhaager Forst ausgesucht, zwischen Schimmelberg und Hohenlinden. Er wollte nach Spuren der Schlacht von Hohenlinden suchen.
Nachdem ich diesen Kurs beendet hatte, setzte ich mich ins Auto und fuhr zur Haltestelle Schimmelberg. Mein Auto parkte ich etwas oberhalb in einer Seitenstraße und ging in den Wald. Den Trampelpfad entlang kommt man nach wenigen Metern zum Franzosenbrunnen, in der Region „Franzosenbründl” genannt.
Ein Gedenkkreuz, dass an die Toten erinnert, eine Stele mit Erklärtext, sehr gut vom Verein Schlacht von Hohenlinden aufbereitet, eine Bank zum Niedersetzen und die Einfassung der Quelle samt Holzverschlag. Wenn man weiter durch den Wald geht, dann kommt man parallel zur Bundesstraße 12 über den Schimmelberg und Birkach wieder nach Hohenlinden. Bei mittlerem Marschtempo brauchte ich eine Stunde. Natürlich darf man in der Ortsmitte nicht versäumen, das Denkmal zur Schlacht von Hohenlinden zu besuchen.
Ein paar Tipps noch:
· Planen Sie für diese Tour einen Tag ein, es sind 47 km mit dem Radl.
· Von Schimmelberg nach Hohenlinden brauchen Sie zu Fuß gut eine Stunde.
· Wenn Sie Kinder dabei haben: Brotzeit und Getränke einpacken, Sie sind im Outback!
· Bitte Obacht, wenn Sie mit dem Bus hinfahren: Die B 12 ist stark befahren. Kleine Kinder auf den Arm, größere fest an die Hand nehmen und lieber mal 15 min stehen bleiben, bevor Sie die Straße queren. Nur bei absolut freier Straße gehen, hier rasen Unvernünftige!
· Mit der Linie 9410 kommen Sie vom Ostbahnhof zur Haltestelle Schimmelberg. Entweder lösen Sie ein Tagesticket im RVO-Bus (Wenn Sie keine MVV-Karte haben) oder bei Gesamtnetzkarte: Ab Birkach bis Schimmelberg.
Einen musikalischen Tipp habe ich noch parat: Ich bin in späteren Jahren den Weg mit dem Auto gefahren und habe beim Anblick des Schimmelbergs ganz gerne den zweiten Satz aus der 9. Sinfonie von Antonin Dvorak gehört (Aus der neuen Welt). Mit etwas Phantasie sieht man im Morgengrauen, bei leichtem Nebel, die Soldaten auf der Höhe des Schimmelbergs in Formation stehen. Bereit zum Kampf.
Hier nochmal alle Fotos dieser Tour:
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¹ Schnellkurse der Linie 9410 fahren schon von/bis Anwesen Ostermaier auf der A 94. (Hinweis für die Busfetischisten)
Mixed Links…
Es geht um die Schlacht von Hohenlinden. Hier mehr dazu in seinem Blog Heinrich graut’s – Ansichten, Einsichten, Aussichten….
[...] Abschließend noch eine andere Variante der Einbeziehung: bei @MunichLovesU wird nicht eingebunden, sondern der Account übergeben. Jede Woche twittert ein anderer unter dem Account. Eine Superidee und meist einer der lebendigsten Twitter-Accounts, denen ich folge. München-Interessierte sollten mal durchblättern, wer in den Wochen aktiv war. Letzte Woche war es Heinrich Bruns. Seinen ersten Tag bei MunichLovesU hat er „mit der Erinnerung an ein Gemetzel begonnen. Es geht um die Schlacht von Hohenlinden.“ Hier mehr dazu in seinem Blog Heinrich graut’s – Ansichten, Einsichten, Aussichten. [...]