Auf dem 10. Verkehrspodium der Hanns-Seidel-Stiftung war unter anderem Gunnar Heipp von der MVG zu Gast. Ich nutzte bei einem sehr interessanten Vortrag zur Mobilität der Zukunft die Gelegenheit, ihn zu einem Semester-Ticket für Münchner Studenten zu befragen. Eher nebenher fiel mir ein, dass ich als MVV-Kunde im Umland gefühlt den Stadtverkehr mitfinanziere:
Meine zweiteilige Frage:
Die Antwort von Gunnar Heipp auf die Tarifstruktur:
Also nochmal zum langsamen Nachlesen:
Die Stadtkunden der MVG finanzieren das Umland (MVV) mit.
Weil: Ich habe auf dem Land weniger Angebot und darf mehr Kilometer fahren.
Oder so.
Eine IsarCard Ring 1 bis 8 kostet mich 107,30 €. Nicht falsch verstehen, das ist ein Preis, den ich gerne zahle. Und in Markt Schwaben bin ich recht gut angebunden.
In Wolfratshausen, wie Gunnar Heipp es anführte, sieht es anders aus. Klar, ich kriege zum Beispiel mit der Kurzstrecke (1,20 €) mehr Kilometer, die ich mit dem Bus fahren darf, als ein Stadtbewohner, der darf nur maximal 4 Stationen fahren (ca. 1,6 Buskilometer im Normalfall). Auf dem Land habe ich ein eingeschränktes Mobilitätsangebot. Aber ich bin glücklicher, weil ich mehr Kilometer fahren darf. Ist ja Wurscht, dass ich am Wochenende oder abends nimmer weiterkomme.
So, wer sich jetzt noch nicht aufgeregt hat, darf sich die Antwort auf die Frage nach einem Semesterticket für München noch geben:
Gut, dass die meisten Studenten mit dem Radl an die Uni fahren, weil sie ja auch in Radlnähe wohnen.
Dann sind die Öffentlichen Verkehrsnittel in München wenigstens nicht so voll.
Andererseits: Der Student zahlt ja nur eine geringfügig höhere Miete in Uni-Nähe und erarbeitet sich das Geld für sein Leben mit Nebenjobs, die seine Regelstudienzeit nicht beeinträchtigen.
Vielleicht verstehen Sie jetzt, dass ich das Logo der MVG auf den Kopf gedreht habe.
(Entschuldigung: Ich habe in diesem Artikel satirische Elemente versteckt.)
Der Bericht über das Verkehrspodium der Hanns-Seidel-Stiftung folgt noch.