Witterung und Graffiti haben die S-Bahnen in München im Laufe der Jahre unansehnlich werden lassen. Deswegen bekommen alle 238 Garnituren bis Jahresende einen neuen Schutzlack. Kein billiges Unterfangen, die Bahn nimmt rund 1,5 Millionen Euro in die Hand, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) beteiligt sich zu gut einem Drittel an den Kosten.
Mit dem neuen Lack können die Wägen leichter von Verunreinigungen wie Insekten, aber auch von Graffiti befreit werden. Früher rückten die Reinigungstrupps den Bahnen mit aggressiven Chemikalien zu Leibe, heute achtet die Bahn auch auf Umweltverträglichkeit, wie Jörg Rau vom S-Bahn-Werk Steinhausen betont:
Graffiti sind nicht nur Sachbeschädigung. Sie erzeugen beim Fahrgast auch ein Gefühl der Unsicherheit, weiß Bernd Honerkamp, Pressesprecher der S-Bahn München:
Jedes Fahrzeug schlägt dabei mit 15.000 Euro zu Buche. 131 Garnituren hat die Bahn bereits neu lackiert, die restlichen 107 folgen bis Jahresende. Um die Schäden aus Vandalismus zurückzudrängen, setzt die Bahn auf Videoüberwachung. Aber auch die Mitarbeiter von DB-Sicherheit kümmern sich darum, sowohl im Werk Steinhausen als auch an den Plätzen im Umland, an denen Garnituren abgestellt werden.
Bevor der Schutzlack aufgebracht wird, bessern die Werksmitarbeiter aber Korrosions- und Farblackschäden aus. Dafür muss das Fahrzeug für 36 Stunden aus dem Verkehr genommen werden. Abends um 19 Uhr beginnen die Arbeiten, erklärte Jörg Rau.