Kooperationen und anderes …
Themen zu finden, ist nicht schwer. Themen journalistisch und weniger als Blogger aufzubereiten, ist schon schwerer. Ich habe mich zu Beginn meiner freien Tätigkeit gefragt, wie ich mich positionieren, wie ich bekannt werden kann. Ich habe meinem Bauch vertraut und so ganz unrecht hatte der dicke Bauch nicht.
Der erste kleine Knaller, den ich im Blog hatte, war meine Medienschelte und Kritik an der Berichterstattung des Spiegels in Bezug auf Dagmar Wöhrl. Dass Politiker von Journalisten genau beobachtet werden, ist kein Geheimnis. Aber bei allem Verständnis: Fairness geht anders, als es die Kollegen machten. Man kann auch kritisch sein, ohne unter die Gürtellinie zu gleiten. Deswegen hatte ich Hals und Bauch und musste etwas schreiben. Vor allem, wenn ich Dagmar Wöhrl als das sehe, was sie ist: Ein Mensch, dem es abseits der Parteipolitik wichtig ist, Menschen in das Zentrum ihres Handelns zu stellen. Der „Rant” gegen den Spiegel fand in einigen Publikationen Widerhall. Unter anderem berichtete „Pottblog” drüber, Christian Jakubetz und das Bildblog.
Dagmar Wöhrl ist auch eine der ersten Politiker(innen), die erkannt hat, dass Bloggen ein sehr guter Weg ist, sich der Welt mitzuteilen. Und Social Media der Weg, um es zu bekannt zu machen. Mein Respekt für @DWoehrl.
Stellen Sie sich vor, sie stehen in einer Reihe veritabler Kollegen vor dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Alle Kollegen fragen wirklich ernsthafte Dinge, zur Position der Kirche, zum Aufenthalt in Regensburg, zu Ergebnissen der Konferenz. Und dann komme ich daher, locker, flockig, unbedarft und mit einer Anleihe bei einem geschätzten Kollegen, Richard Gutjahr. Was ungewöhnliches machen, was ungewöhnliches fragen. Und dadurch (auch) bekannt werden. Erzbischof Zollitsch hat einen Twitter-Account. Wie Sie hier nachlesen können, war die Frage nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Aber in dem Augenblick war mir das egal. Hinter mir saßen der damalige Generalvikar des Bistum Regensburg und der Pressesprecher des Bistums. Aus dieser Pressekonferenz entstanden Beiträge: Wie die Pressestelle des Bistum Regensburg Social Media nutzt und der twitternde Generalvikar des Bistums. Bis heute habe ich zu Michael Fuchs eine tiefe Bindung. Ich schätze ihn als Theologen, der mitten im Leben steht und durchaus die Strömungen in der Kirche erfasst. Und vor allem: Der auf Twitter einsteht für seine Überzeugung.
Aus der Lust auf Bericht und journalistisches Arbeiten habe ich mich damals beim Lokschuppen Rosenheim akkreditiert. Rosi Raab macht die Pressearbeit für den Lokschuppen. Eher in einem kleinen Nebenbei-Beitrag habe ich skizziert, wie sie Social Media nutzt. Und ich freue mich, wenn im nächsten Jahr eine Ausstellung zu Alexander dem Großen in den Lokschuppen kommt. Der Lokschuppen ist jedenfalls ein geniales Ausstellungszentrum, dass ich noch aus meiner Zeit als Busfahrer kenne. Und die diesjährige TIEFSEE-Ausstellung hat die Erwartungen mehr als übertroffen.
Nicht vergessen möchte ich meinen Kollegen Gunnar Sohn mit seinem ichsagmal-Blog. Zusammen mit ihm und Hannes Schleeh, Arnoud de Kemp und Bernd Stahl saßen wir auf der informare und diskutierten. Und später entstand die Idee zum BloggerCamp, das sich nun auf Google+ verwirklicht.
Ebenfalls ins Gedächtnis geschrieben sind die Beiträge zur Verständigung. Unvergessen mein erster Besuch in der Synagoge in München – oder der in der Moschee in Markt Schwaben.
Immer wieder finden sich in meinem Blog auch Beiträge zur Bahn. Meistens kommt die Bahn nicht gut weg. Aber hier ist ein Beitrag, der mich selber noch begeistert. Rüdiger Grube ist ein Chef, dem ich zutraue, dass er wirklich auf die Basis hört.
Früher ließ man, so ein altes Sprichwort, die Kirche im Dorf. Heute stehen angesichts fortschreitender Verweltlichung und Priestermangel viele Kirchen leer. Der sonntägliche Kirchgang ist schon lange nicht mehr die Regel. Die Kirche steht vor der Frage, wie sie die Menschen erreichen kann. Das hat auch Erzbischof Robert Zollitsch unlängst zum Abschluss der Deutschen Bischofskonferenz in Regensburg thematisiert.
Auf der einen Seite geht es um Medienkompetenz, die sowohl die Kirche an den Tag legen muss als auch vermitteln will und soll. Die andere Seite: Kirche nutzt das Internet, um Menschen zu erreichen. Wie zum Beispiel die Presse- und Medienabteilung des Bistum Regensburg. Seit gut drei Monaten tummelt sich die Mitarbeiter der Pressestelle auf Facebook und Twitter. Sie verstehen sich auch als Ansprechpartner:
Social Media ist im Bistum Regensburg also nicht wie bei vielen anderen Unternehmen Einbahnstraßen-Kommunikation.
In der nächsten Folge porträtiere ich den Generalvikar des Bistum Regensburg, Prälat Michael Fuchs.
Donnerstag war ich in Regensburg. Nun gut, da bin ich ja öfters. Und ich bin gerne da. An diesem Donnerstag hatte ich ein wunderbares Interview mit Clemens Neck von der Pressestelle des Bistum Regensburg. Und seine Mitarbeiter waren mit dabei. Volontäre und Praktikanten. Völlig frei haben sie mir Rede und Antwort gestanden.
Ich habe beim Fotografieren und den Interviews vor allem eines gemerkt: Hier geht es um ein Miteinander für die Sache. Da stehen Menschen vor Dir. Und sie stehen für ihre Sache ein. Glaube, Kirche, Social Media. Das ist nicht jedermanns Sache, ich akzeptiere das. Und auch ich habe so manches Mal meine Probleme mit der Kirche. Gebe ich offen und ehrlich zu. Aber: Mich stimmt es froh, wenn ich sehe, wie in Regensburg unter der Führung von Bischof Gerhard Ludwig Müller Biotope entstehen.
Zwei Tage habe ich überlegt, ob ich diese Interview-Ausschnitte schon veröffentlichen soll. Und ich habe mich dagegen entschieden. Am Donnerstag bin ich mit dem Generalvikar Michael Fuchs verabredet. Mein Gefühl sagt mir, ich sollte da eine Geschichte draus machen. Für mich wird es dann eine runde Geschichte. Ich denke, dass das eine Slideshow wird. ;)
Jedenfalls bedanke ich mich schon jetzt bei der Pressestelle des Bistum Regensburg für die Einblicke, die ich bekommen durfte. Und ein ganz besonderer Dank geht an Christoph Kühnl, der das mehr oder weniger eingefädelt hat. :)
An dieser Stelle noch die Anmerkung: Ich will mich nicht nur auf Regensburg beschränken, ein gesamtdeutscher Blick ist sicher interessant. Von daher würde es mich freuen, wenn auch andere Bistümer sich melden. Und, ach ja: Dass ich München-Freising nicht als erstes nahm, ist dem Umstand geschuldet, dass ich am richtigen Tag zur richtigen Stelle in Regensburg war und eine Idee geboren ward. Regensburg ist für mich nicht nur in Sachen Jazz ein lohnenswerter Punkt auf Deutschlands Karte.