Sieben Wochen ohne …

… In Kirchenkreisen, meist evangelischen, ist es Brauch, dass man in der Fastenzeit auf etwas verzichtet. Die Fastenzeit umfasst sieben Wochen. Ich bin in den letzten zwei Wochen verhaltener geworden und habe nachgedacht. Nach der Weihnachtspause war ich auf vielen Hochzeiten unterwegs, viele Termine, viele Dinge. Und die Erkenntnis: Ich brenne an beiden Enden wie die bildliche Kerze. Nahestehende Menschen, Freunde, haben mir schon vor Weihnachten gesagt, dass ich viel mache. Eigentlich haben diese Freunde gesagt, dass ich zu viel mache.
Diese Freunde haben Recht. Ich war zu viel unterwegs, habe mich zu viel zerfasert, habe versucht, viele Sachen in meine journalistische Arbeit zu integrieren. Und dabei habe ich, Lesern meines Blogs ist es nicht verborgen geblieben, vieles nicht mehr berichtet, nicht mehr thematisiert. Deswegen will ich die Fastenzeit nutzen, um mich auf einige Sachen zu besinnen.

Ich möchte einfach wieder mehr Mensch und Journalist werden, ohne die mir übertragenen Aufgaben zu vernachlässigen.
Ja, ich gebe es zu, ich habe mir viel vorgenommen.

· Ohne Tabak

Einfach mal nicht rauchen, auch wenn mir danach ist. Seit 20 Jahren merke ich, dass ich gerne zur Zigarette greife, wenn ich Langeweile habe. Nicht gerechnet die halb gerauchte Kippe auf dem Weg zur U- oder S-Bahn. Und die Verwunderung darüber, dass ich diese Zeiten gut überbrücken kann, weil es kurze Zeiten sind. Ich war heute von 9 bis 15 Uhr unterwegs und hatte keinen Tabak dabei … und ich habe keinen Augenblick die Kippe vermisst. Sollte also gehen. :)

· Ohne Alkohol

Viel zu oft komme ich abends heim und genieße noch ein Bier oder ein Glas Rotwein. Oder war auf einer Veranstaltung und habe ein Glas Rotwein oder Bier (oder auch zwei) getrunken. Muss auch nicht sein, Gespräche bei Terminen kann man auch ohne Alkohol führen. Einfach so.

· Ohne Fleisch

Zuviel Fleisch esse ich eigentlich erst, seit ich vor einem Jahr meinen Dampfgarer in Betrieb genommen habe, sieht man von Burger-Kost oder Currywurst und dergleichen ab. Muss eigentlich auch nicht sein.
Insofern sind die ersten drei Punkte Genuss-Punkte. Nicht einfach abzustellen, aber ich versuche das.

· Ohne Jazz

Himmel. Wer mich kennt, weiß, dass ich ohne Musik nicht sein kann. Und der Jazz gehört zu meinem Leben, irgendwie. Nachdem ich dieses Jahr nicht in der Jury zum Bayerischen Jazzweekend sein werde, was sehr positiv ist, da ich unabhängiger sein werde, versuche ich, ein echtes Opfer zu bringen und bis Ostern keinen Jazz zu hören. Aber auch keine Liedermacher oder Ernst Mosch. Lieber abends mal hinlegen und die ca. 15 Bücher lesen, die sich mit mir mein Bett teilen.

· Ohne Alter Ego

Ich liebe meinen privaten Twitter-Account „Hynkl”, ich brauche ihn, damit ich Gedanken abseits des ach so wichtigen Medienaccounts äußern kann, damit ich nicht ersticke am Irrsinn dieser Welt. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich der Verantwortung für Hynkl, mein privates Ego, nicht immer gerecht werden kann. Seit Oktober habe ich immer wieder Auszeiten probiert und musste doch immer reaktivieren, weil mich zu viel umtrieb. Weil mich zu viel aufregte. Und nach ein paar Tagen merkte ich, dass ich seiner überdrüssig wurde. Deswegen ist das vielleicht mein größter Verzicht: Einfach mal die Schnauze halten und nix sagen, auch wenn die Finger jucken. Sollte Hynkl wieder notwendig werden, dann kommt er wieder.

Aber ich versuche das alles einmal.
Scheitern inklusive.

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In der Kategorie Jazz, Kultur, Selbstreferentiell, Social Media am 12.02.13 um 23:04 Uhr veröffentlicht.
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44. Internationale Jazzwoche in Burghausen

Im März steigt die 44. Internationale Jazzwoche Burghausen. Eine Woche lang zieht die im südöstlichsten Zipfel Bayerns gelegene Kleinstadt wieder Jazzfreunde und -stars an. Heute hat die „Mannschaft” der Interessengemeinschaft Jazz Burghausen e.V. das Programm im Presseclub München vorgestellt. Hochkarätige Stars und Newcomer haben ihr Kommen zugesagt. Professor Joe Viera mit ein paar der Highlights:

Die Eintrittspreise mussten zwar erhöht werden, aber, so Herbert Rißel von der IG Jazz Burghausen:

Am Dienstag, den 12. März gibt es zum fünften Mal das Finale des Burghausener Nachwuchs-Jazzpreises. Fünf Finalisten musizieren um den mit 15.000 Euro dotierten Preis, daneben eröffnen die Gewinner am Folgetag das Konzert in der Wackerhalle.

Alle Infos zur diesjährigen Jazzwoche in Burghausen finden sie hier.
Sie findet vom 12. – 17. März statt. Der Kartenvorverkauf läuft seit 15. Januar. Am ersten Tag war der Andrang bereits recht groß.
Es heißt also schnell sein. Die Anreise kann man auch mit der Südostbayernbahn machen, es gibt auch wieder den Jazz-Express, der am 16. März von Münchener Hauptbahnhof bis Burghausen fährt.
Der Bayerische Rundfunk zeichnet alle Konzerte in der Wackerhalle auf und wird diese fortlaufend sonntags in BR alpha ausstrahlen.
Im Hörfunk gibt es 9 Sendungen, die sich mit dem Burghausener Event befassen:

In BR-Klassik:
8. April, 23:05 Uhr (Jazztime)
3. Mai, 15:05 Uhr (Pour le Piano)
9. Mai, 23:05 Uhr
24. Mai, 23:05 Uhr
6. Juni, 23:05 Uhr
28. Mai, 23:05 Uhr
26. Juli, 23:05 Uhr

In Bayern2 wird am 16. März von 20:05 Uhr bis 02:00 Uhr live übertragen. In der radioJazznacht extra gibt aktuelle Konzerte, Highlights der vergangenen Tage und Interviews. Ulrich Habersetzer und Roland Spiegel moderieren.
In der Nacht vom 20./21. April widmet sich die radioJazznacht nochmals der 44. Internationalen Jazzwoche: Nachklang, Nachlese, Notizen haben Habersetzer und Spiegel die Sendung von 00:05 bis 02:00 Uhr betitelt. Unter anderem gibt es Ausschnitte aus den Konzerten im Stadtsaal Burghausen.

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In der Kategorie Jazz, Kultur, Musik am 16.01.13 um 17:27 Uhr veröffentlicht.
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Der Sonntag beim #Jazzweekend

Heute ist der letzte Tag beim Bayerischen Jazzweekend in Regensburg. Auch das heutige Programm kann unter bayerisches-jazzweekend.de eingesehen werden.

Die Isar-Amper Jazz Company: Swingender Jazz aus 100 Jahren

Ab 11.30 Uhr spielt die Isar-Amper Jazz Company am Bismarckplatz und bietet swingenden Jazz aus den letzten 100 Jahren. Begonnen haben sie mit einem Stück, das einen Mann besing, dessen Frau im Bad nicht fertig wird. Der Mann ist dem Wahn nahe. Oder, wie der Ansager der Gruppe meinte: Eigentlich hat sich seit 100 Jahren nix geändert …

Noch bis 13 Uhr spielt im Thon-Dittmer-Hof das Landes-Jugendjazzorchester unter der Leitung von Harald Rüschenbaum.

Pünktlich um 16 Uhr übernahmen Dr. Jazz aus Straubing den Bismarckplatz. Feinster Dixie und Swing zu sommerlichen Temperaturen, ein paar Kinder toben im Brunnen, die Eltern sitzen da, unterhalten sich, lassen sich unterhalten und genießen die einmalige Atmosphäre. Wer je die Gelegenheit hat, Dr. Jazz in Concert zu sehen: Hingehen und erleben.

Dreistimmiger Satzgesang erinnert an die Zeit, in der Swing in Deutschland verboten war.

Originellen Swing gibt es seit kurz nach 18 Uhr am Haidplatz. “Swing tanzen verboten” unterhalten mit Piano/Akkordeon, Bass, Gitarre/Trompete und Schlagzeug. Dazu ein dreistimmiger Satzgesang von stilecht gekleideten Damen. Klar, dass da ‘Bei mir bist Du scheen’ nicht fehlen darf. Die Band kommt übrigens aus Augsburg.
Für den Abend noch eine Empfehlung: Ab 20 Uhr gibt es am Haidplatz türkisch-bayerischen Jazz mit Cayzyapjazz.
Und um 22.30 Uhr geht das Bayerische Jazzwekend Nummer 31 mit einer letzten Session im “Leeren Beutel” zu Ende.

Bis 2013!

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In der Kategorie Bericht, Kultur, Musik am 08.07.12 um 10:29 Uhr veröffentlicht.
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Stimme und Zusammenklang

Der Samstagnachmittag beim 31. Bayerischen Jazzweekend bietet weitere Reize, das Fest zu besuchen:

Graselli begeistern mit drei Gitarren, Bass und Tenor

Das Grasselli-Quartett & Arpad Vulkan verzaubern mit drei Gitarren, einem Kontrabass und einem Tenor. Jazzige Arrangements im Stile der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhundert entführen den Zuhörer. Die Musiker spielen mit Lust und Leidenschaft. Danach treten fünf junge Kölner am Kohlenmarkt auf. Das ME-Quintett will den Zusammenklang in Raum und Takt vorführen.

Ruhiger, warmer und weicher Klang mit Vibraphon, Saxophon, Bass, Schlagzeug und Posaune schleicht sich ins Ohr. Der Posaunist spielt sehr weich und klar, akzentuiert sauber und für mich ist es eine wahre Freude zuzuhören. Nur eine halbe Stunde später, um 18 Uhr, soll ein Jazzchor am Bismarckplatz singen. “Singin’ Off Beats” kommen aus Nürnberg. Nach einigen Mikrofonierproblemen, die der Sprecher des Chores souverän mit einem Spielzeug-Megaphon überbrückt, startet der Chor mit einer A-Capella-Nummer. Großer Applaus brandet auf, als der Techniker endlich alle Mikrofone aufschalten kann.

Bereits mit der zweiten Nummer stellen die Singin’ Off Beats unter Beweis, dass sie sich den Auftritt beim Bayerischen Jazzweekend verdient haben. Sehr sauberer, synchroner Gesang, was auch für die Bewegungsabläufe gilt. Kurzum: Ein musikalischer und optischer Genuss.

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In der Kategorie Bericht, Kultur, Musik am 07.07.12 um 16:55 Uhr veröffentlicht.
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Jazz und Swing zum Frühschoppen

Frühschoppenstimmung beim Bayerischen Jazzweekend in Regensburg: Am Bismarckplatz feierte das Jazzkränzchen Immergrün München (JIM) sein 50-jähriges Bühnenjubiläum, am Kohlenmarkt präsentierten die vier Funny Valentines Swing im Satzgesang und am Haidplatz spielte die Haberjazzband. Und überall waren ab 11 Uhr viele Zuschauer präsent, um das Flair dieser Musik zu erleben. Bei fast dauerhaft trockenem Wetter ließ sich der eine oder andere auch ein Weißbier schmecken. Ein paar fotografische Eindrücke:

Am Samstagnachmittag warten weitere Highlights in der Regensburger Altstadt auf Besucher: Um 18 Uhr “Singin’ Off Beats”, das ist ein großer Jazzchor, am Haidplatz spielen ab 20.30 Uhr “The Dixie Heartbreakers” und im Leeren Beutel ab 21 Uhr die Saxophonistin Stephanie Lottermoser, die schon am Donenrstagabend Conrad Tribble begleitete.

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In der Kategorie Bericht, Kultur, Musik am um 12:39 Uhr veröffentlicht.
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Conrad Tribble singt

Kurz nach 19 Uhr wurde das 31. Bayerische Jazzweekend wie jedes Jahr am Freitag auch am Bismarckplatz und damit in der Altstadt von Regensburg eröffnet. Schon ab 18 Uhr stimmte die ReGy-Bigband aus Wertingen die Besucher mit Big-Band-Musik auf das Fest des Jazz ein. Die ReGy-Bigband besteht aus Schülern von Realschule und Gymnasium.

Bläser der BigBand ReGy aus Wertingen

Zu einer Combo-Format gab es stimmigen Chorgesang von mehreren Mädchen des Landes-Jugendjazorchesters.
Bürgermeister Joachim Wolbergs begrüßte neben den Honoratoren der Stadt auf Mitglieder des Landtages. Er ließ die Arbeit der Stadt nicht unerwähnt und dankte wiederum der Intendanz des Bayerischen Jazzinstitutes sowie der Jury, die unter mehr als 340 Einsendungen die besten Gruppen herausgesucht hatten.

Und dann bekam die Eröffnungszeremonie einen Glanzpunkt verliehen. Der Bürgermeister holte einen besonderen Gast auf die Bühne: Den scheidenden amerikanischen Generalkonsul Conrad Tribble. Dieser bedankte sich bei Regensburg, das in seiner Zeit in Bayern auch zu einem Stück Heimat geworden sei: Anfangs durch Baseball, bei einem Spiel Deutschland – USA, dann kam schnell das Bayerische Jazzweekend dazu. Trbble bedauerte, dass er Ende Juli Bayern verlassen müsse, um seinen Dienst in Kuba fortzusetzen:

Dafür entschädigte er aber mit einem Präsent besonderer Art.

Generalconsul Conrad Tribble mit “seiner” Band

Völlig ‘spontan’ sang er mit einer Band zwei Klassiker, einmal Frank Sinatras “Fly Me To The Moon” und dann “Mackie The Knife”. Die beste Kritik kam von einem Zuschauer, der spontan meinte, dass er schon wesentlich schlechtere Bands gehört habe, deren Sänger sogar noch Geld für die Darbietung bekommen habe.

Das Publikum jedenfalls fühlte sich gut unterhalten, der Auflauf war sehr groß. Zur gleichen Zeit spielten im Thon-Dittmer-Hof The Hot Wok aus Spanien, die gestern das Publikum auf der Piazza im Gewerbepark zu Begeisterungsstürmen hinrissen. Beide Veranstaltungen waren gut besucht. Die Besucher haben damit echte Höhepunkte zur Eröffnung präsentiert bekommen. Und auch das Wetter hielt bis zum Konzertende gegen 22 Uhr durch.

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In der Kategorie Bericht, Kultur, Musik am 06.07.12 um 20:57 Uhr veröffentlicht.
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Bürgermeister Wolbergs eröffnet das Jazzweekend

Bürgermeister Joachim Wolbergs bei der Eröffnungsrede.

Mit einer kurzen Rede hat Bürgermeister Joachim Wolbergs das 31. Bayerische Jazzweekend am Donnerstagabend im Gewerbepark Regensburg eröffnet. Die Piazza im Gewerbepark war vollbesetzt, bei Steaksemmeln, Bier vom Spitalbräu, exzellenter Tontechnik, guten Bands und hervorragendem Wetter ließ es sich aushalten.

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In der Kategorie Bericht, Kultur, Musik am um 08:37 Uhr veröffentlicht.
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O’jazzt is!

Bei leicht bedecktem Himmel, aber durchaus sonnigem, nicht zu warmen Wetter, durchsetzt von leichten Brisen, startete das 31. Bayerische Jazzweekend mit dem Eröffnungskonzert im Gewerbepark Regensburg. Gefühlvoller persischer Gitarrenjazz vom Mahan Mirarab Trio nahm die Zuschauer mit.

Kaum fünf Minuten später nickte ein Großteil der Zuhörer rhythmisch mit dem Kopf und schnippte mit den Fingern. Füße wippten im Takt, alles schaute auf die Kommunikation der Musiker, die fast nicht sichtbar war, nur zu erahnen.

Am Nachmittag war noch fleißig gewerkelt worden, die Bühne musste aufgestellt werden, Instrumente gestimmt und mikrofoniert werden. Für den Tontechniker von „sugar Veranstaltungstechnik“ eine Routine-Aufgabe. Er kennt das Live-Geschäft, regelt zielsicher am Pult die zahlreichen Knöpfe.

Bürgermeister Joachim Wolbergs betonte, dass ohne das Zusammenwirken von Stadt Regensburg und Bayerischem Jazzinstitut so ein Fest nicht möglich sei.
Von daher galt sein Dank neben den städtischen Mitarbeitern auch dem Bayerischen Jazzinstitut:

Die spanische Band „The Hot Wok“ begeisterte mit Vibraphon, Schlagzeug und Blasinstrumenten. Mit dabei: ein Sousaphon. Das kam für das Jazzweekend extra aus Niederbayern, da der Transport per Flugzeug zu umständlich gewesen wäre und das Instrument Schaden hätte nehmen können. Jazzer sind freundliche und hilfsbereite Menschen und so fand sich ein Kollege, der den Transport seines eigenen Instrumentes für die Auftritte von „The Hot Wok“ bereitwillig übernahm.
(Bericht wird fortgesetzt…)

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In der Kategorie Bericht, Kultur, Musik am 05.07.12 um 20:47 Uhr veröffentlicht.
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Nachtgedanken

Donnerstag war ich in Regensburg. Nun gut, da bin ich ja öfters. Und ich bin gerne da. An diesem Donnerstag hatte ich ein wunderbares Interview mit Clemens Neck von der Pressestelle des Bistum Regensburg. Und seine Mitarbeiter waren mit dabei. Volontäre und Praktikanten. Völlig frei haben sie mir Rede und Antwort gestanden.

Ich habe beim Fotografieren und den Interviews vor allem eines gemerkt: Hier geht es um ein Miteinander für die Sache. Da stehen Menschen vor Dir. Und sie stehen für ihre Sache ein. Glaube, Kirche, Social Media. Das ist nicht jedermanns Sache, ich akzeptiere das. Und auch ich habe so manches Mal meine Probleme mit der Kirche. Gebe ich offen und ehrlich zu. Aber: Mich stimmt es froh, wenn ich sehe, wie in Regensburg unter der Führung von Bischof Gerhard Ludwig Müller Biotope entstehen.

Zwei Tage habe ich überlegt, ob ich diese Interview-Ausschnitte schon veröffentlichen soll. Und ich habe mich dagegen entschieden. Am Donnerstag bin ich mit dem Generalvikar Michael Fuchs verabredet. Mein Gefühl sagt mir, ich sollte da eine Geschichte draus machen. Für mich wird es dann eine runde Geschichte. Ich denke, dass das eine Slideshow wird. ;)

Jedenfalls bedanke ich mich schon jetzt bei der Pressestelle des Bistum Regensburg für die Einblicke, die ich bekommen durfte. Und ein ganz besonderer Dank geht an Christoph Kühnl, der das mehr oder weniger eingefädelt hat. :)

An dieser Stelle noch die Anmerkung: Ich will mich nicht nur auf Regensburg beschränken, ein gesamtdeutscher Blick ist sicher interessant. Von daher würde es mich freuen, wenn auch andere Bistümer sich melden. Und, ach ja: Dass ich München-Freising nicht als erstes nahm, ist dem Umstand geschuldet, dass ich am richtigen Tag zur richtigen Stelle in Regensburg war und eine Idee geboren ward. Regensburg ist für mich nicht nur in Sachen Jazz ein lohnenswerter Punkt auf Deutschlands Karte.

 

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In der Kategorie Allgemein, Kirche, Medien, Social Media am 25.03.12 um 03:41 Uhr veröffentlicht.
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Einblick, Rückblick und Ausblick

Die vergangene Woche war vollgepackt mit Terminen. Die einen freudig, die anderen traurig. So wia im richtigen Leben. Aber jeder einzelne Termin war es wert, ihn wahr genommen zu haben. Am Montag war Joachim Gauck in München und stellte sich bei den Wahlfrauen und -männern der CSU und deren Freunden vor. Nachzulesen ist das hier. Anschließend traf er sich mit den Fraktionen im Landtag. Ich hingegen ging in meine Kirchenchorprobe in St. Johann von Capistran.

Dienstag war Bilanzpressekonferenz der GEMA. Wichtigste Erkenntnis: Die Verwertungsgesellschaft hat die Bedeutung des Internets noch nicht erkannt. Stattdessen steht zu befürchten, dass die Bezirksdirektionen personell verstärkt mehr und mehr ausschwärmen, um Veranstaltungen zu kontrollieren. Und ACTA wollen sie auch. Pfründesicherung nennt man das wohl. Die Erkenntnis, dass Musik im Internet stattfindet, haben die Herrschaften wohl schon bekommen, allein: adäquate Umsetzung für Erlös-Sicherung ist nicht ihr Fachgebiet. Stattdessen wird restriktiv gehandelt, abgemahnt und prozessiert. Der Gedanke, dass sich hier eine Gesellschaft selber ins Abseits stellt und die besten Argumente für ihre Beerdigung liefert, drängt sich auf.

Beerdigungen der einen und anderen Art

Eine Beerdigung der ‘normalen Art’ erlebte ich am Mittwoch. Die Frau eines Chorkollegen wurde zu Grab getragen. Ich habe mich als Fotograf betätigt. Beerdigung und dann das ständige Klicken des Auslösers? Das stört doch die Feier, denkt ihr? Dachte ich genauso. Ich habe es aber dennoch gemacht. Für Wolfgang. Er hatte zwar Zeit, sich auf den Abschied seiner Frau vorzubereiten, sie war lange im Pflegeheim. Aber ich habe diesen Mann gesehen und gewusst: Es stärkt ihn, wenn er sich die Fotos dereinst anschauen kann. Das war mir Ansporn und Genehmigung genug. Und er hat es verstanden. Alles andere zählt nicht.

Der Jazz nimmt seit ein paar Jahren immer mehr Raum in meinem Leben ein. Es gab Hardcore-Zeiten, wo ich jeden Abend auf BR Klassik die Stunde Jazz aufzeichnete und am Samstag die radioJazznacht bei Bayern2. Da ich aber mehr und mehr Podcasts und andere Sendungen hören muss (beruflich und so), habe ich das aufgegeben. Aber am Donnerstag war wieder Jurysitzung fürs Jazzweekend in Regensburg. Und die Mitjuroren haben sich auch wieder über meinen Auflauf gefreut.

Das Netz, die Apple-Politik und eine Ausstellung

Am Freitag war der Netzpolitische Kongress der CSU in München. Hier habe ich eine Slideshow gemacht. Ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass große Teile der CSU so progressiv sein können. Als ich vor gut zehn Jahren mal kurz Mitglied war, war ich zu fortschrittlich. Aber das regelt sich. :) Mein Dank der Woche geht an @Fran_Muc, die mich eingeladen hat. Und unter uns gesagt: Ich bin von ihr begeistert. Sie folgt mir seit langer Zeit auf Twitter und sie hat nen sehr klaren Blick. Ich wünsche mir mehr solche Menschen. :)

Das Wochenende habe ich mir freigenommen. Naja, nicht so ganz. Ich wollte am Samstag eine Slideshow zum #csunk2 machen. Ich habe die O-Töne gewichtet, die Foto gesichtet, geschnitten, geschrieben, eingesprochen. Und dann: iMovie von Apple funktioniert nicht mehr. Ich hatte das Programm im Dezember das letzte Mal hergenommen, nichts geändert und nichts installiert – und: es machte nicht mehr, was ich wollte. Ich habe dann beim Apple-Support angerufen, den ich noch nie brauchte. Ich habe einige Apple-Produkte. Denkste, dass du dann Hilfe kriegst. Nur gegen Zahlung eines Support-Tickets. Die Entscheidung, mein iPad an Weihnachten verkauft zu haben, bereue ich nicht. Der iPod wird, wenn er nicht mehr funktioniert, ausgetauscht gegen einen Player, der auch ogg-vorbis kann. Das Macbook ist auch ersetzbar, momentan dient es nur noch zum Aufzeichen von Radio und Fernsehen, daneben zum Twittern. Die Slideshow habe ich dann Sonntag früh mit ‘vonStolzing’ gemacht. Das ist mein Linux-Notebook. Apple hat mich mit seiner Geschäftspolitik sehr enttäuscht und ich gelobe, dass mir nie mehr ein Produkt dieser Firma ins Haus kommt.

Was kommt

Die nächste Woche wird ruhiger. Montagabend Chorprobe, Mittwoch Pressekonferenz im Lokschuppen Rosenheim. Neben der Vorstellung der neuen Ausstellung Tiefsee will ich ein Interview mit der Frau machen, die Social Media betreut. SocMed ist ja mein Thema, so, wie für Joachim Gauck die Freiheit. Am Donnerstag habe ich dann ein Interview mit Mitarbeitern des Bistum Regensburg, auch hier geht es um Social Media. Am Sonntag singen wir dann mit Chor und Schola in Johann von Capistran.

Stay tuned! ;)

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In der Kategorie Allgemein, Medien, Social Media am 18.03.12 um 21:00 Uhr veröffentlicht.
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Wer sich zu spät vernetzt, der bleibt im Kellerlokal sitzen

oder: Vernetzung ist wichtig

Ein Zitat aus einem Artikel von Sylke Merbold (Bayerisches Jazzinstitut, Regensburg) vorangestellt:

Das stempelt den Jazz prompt zu einer Randerscheinung ab, einem Genre, das im Zweifel von den gesellschaftlichen Fliehkräften ins Aus katapultiert werden kann. Es ist in unserem eigenen Interesse, zu erkennen, dass die Musikwelt keine Scheibe ist. Wir sind mit dem Jazz Teil einer globalen Entwicklung, in der jeder Musikschaffende vor der Herausforderung steht, im Überangebot des Marktes überhaupt noch vom Publikum wahrgenommen zu werden.

Ein sehr guter Artikel, der gleichwohl Chancen, Versäumtes und Risiken aufzeigt.

Nehmen Sie sich die Zeit, diesen zu lesen. Kehren Sie dann wieder hierher zurück. :)

Um die deutsche Jazz-Szene steht es nicht schlecht, wir haben altgediente, erfahrene Musiker und neue, frische Talente. Ich weiß, dass ich hier jetzt ein Klischee bediene, aber sei’s drum.
Mir scheint, dass die Musiker zu oft nur Musiker sind und (von den Jüngeren mal abgesehen) noch viel zu oft gedanklich in ihren rauchigen Clubs hängen, anstatt auf veränderte Darstellungsmöglichkeiten einzugehen.
Sprich: das, was Sylke Merbold sehr richtig mit der Vernetzung umschrieb, muss noch mehr forciert werden. Aber – und das ist der Unterschied, von innen. Ich verweise ungern auf ‘Die Staaten’, aber hier leben einige Jazzer ganz vorbildlich Vernetzung vor: Trombone Shorty ist auf Facebook präsent (über 57.000 Menschen gefällt das), er hat auf Twitter knapp 15.000 Follower. Diese Zahlen auf die breite Masse der deutschen Jazzer zu übertragen, halte ich allerdings für gefährlich. Aber es zeigt: Wer sich auch als Musiker und Jazzer mit den neuen Möglichkeiten des Internets auseinandersetzt, der gewinnt.

 

Vernetzung ist alles, aber das Netz ist nicht alles

Vernetzung ist heute mehr denn je wichtiger. Und sind wir mal ehrlich, so hat es die Vernetzung ja auch schon im Mittelalter gegeben. Handwerkerbünde und Gilden sprechen eine eindeutige Sprache. Das hat nicht nur mit Protektion oder Seilschaften zu tun, sondern ist Ausdruck dessen, dass die Erfahrenen den weniger Erfahrenen etwas weitergeben: Ihr Wissen. Musikalisch passiert das in Workshops, Unterricht, Sessions, es passiert sozial beim Bier nach dem Auftritt. Alles gut und recht. Aber Vernetzung muss heute weiter gehen.
Es reicht nicht aus, auf die Plattenlabels zu schimpfen, dass diese weniger Tonträger finanzieren und ihr Engagement zurückfahren. Das ist ein bedauerliches Phänomen, aber wie soll ein kleines Label das stemmen, wenn die großen Firmen schon jammern? Ich habe dieser Tage in der kulturWelt in Bayern2 das Portrait eines Studio- und Labelbesitzers gehört, der einen Silberstreif am Horizont sieht, wenn sich die Zahl der legalen Downloads erhöht. Aber gleichzeitig sieht er die Musiker in der Pflicht, die sich unter Umständen finanziell beteiligen müssen. Mit anderen Worten: Wenn ich eine Idee habe, muss ich bereit sein, Opfer zu bringen und eine Anschubfinanzierung zu leisten. Die Frage, welcher (Klischee!) Jazzer sich das leisten kann, muss ich unbeantwortet lassen.
Es reicht nicht aus, auf die Politik zu schimpfen oder zu hoffen. Die gestrige Anhörung im Bundestag macht zwar Hoffnung, aber in Zeiten knapper Kassen wird ganz gerne da gespart, wo es nach Meinung der Politiker am ehesten geht: Bei der Kunst und Kultur. Sei es Theater (Schwerin!), sei es Kulturförderung, sei es Zuschüsse zu Veranstaltungen oder eben auch – beim Jazz. In den Köpfen der meisten Entscheidungsträger ist nicht richtig verankert, dass der Jazz Weltmusik ist. Eher ist die Angst in den Köpfen, dass Jazz Revolutionen begünstige. Dem ist nicht so, aber das wird befördert aus dem Klischeebild des verrauchten Kellerlokals.

 

Raus aus dem Keller!

Nutzt die erschwingliche Technik zum Home-Recording. Seid aber so lieb und stellt das Aufnahmegerät nicht vor die Basedrum. Es gibt auch hier Freunde und Könner, die gegen einen geringen Betrag bereit sind, Euch das Aufnehmen abzunehmen, wenn ihr selber der Technik abhold seid. Überlegt Euch, wie Ihr diese Aufnahmen nutzen könnt, um Euch und Euer Anliegen bekannt zu machen.
Liebe Jazzmusiker und deren Freunde, es ist nicht einfach, aber es ist machbar: Vernetzt Euch! Nutzt dieses neue Internet, pflegt Kontakte, sammelt Fans ein. Nutzt Multiplikatoren! Ich kann hier keinen Seminar-Leitfaden anbieten, aber ein paar Tipps sollen es allemale sein:
Pflegt Eure Websites, es gibt Tools, mit denen sich ganz leicht Social-Media-Aktivitäten einbinden lassen. Sprecht Eure Fans direkt an, tretet mit ihnen in eine Kommunikation. Postet mal ein kleines Video, mal einen (vielleicht sogar lustigen) Ausschnitt aus einem Stück, steht auch zu Euren Schwächen, was einen Patzer angeht. Wenn er lustig ist, nimmt Euch das keiner übel. Ihr werdet nur begreifbarer für den, der Eure Leistung schätzt oder Eure Musik noch kennenlernen soll.

Social Media ist alles, aber Social Media ist nicht alles!

Pflegt Eure Facebook-Accounts, seid bei Google Plus. Und: Vor allem: Twittert! Hängt an Eure Botschaften ein Bild aus dem Konzert an, verweist auf Eure Auftritte, Websites oder sonstigen Präsenzen. Nirgends ist es leichter, Fans, Freunde, Multiplikatoren zu erreichen. Nirgends ist es leichter, an Informationen, Inspirationen und Input zu gelangen. Baut Euch Euer Netz auf. Sucht Euch gleich- und gutgesinnte Menschen, im Bereich Jazz empfiehlt sich @Bayernjazz, sorgt für Vervielfältigung Eurer Ideen.
Social Media ist heute teilweise das, was früher Handwerkerbünde und Musikergewerkschaften waren. Zusammen sind wir stark, erinnert Ihr Euch?
Ich wünsche mir, dass ich nie mehr Ohrenzeuge eines Telefonates werden muss, in dem einem am Telefon gesagt werden muss: Ja, dann musst Du twittern, da poste ich sehr viel zu dem Thema. Begreift, dass das Mobiltelefon in seinen neuesten Ausführungen viel mehr als Telefon und SMS ist. Setzt von unterwegs einen Tweet ab, wohin ihr grade fahrt, setzt vor den Ort ein ‘#’ (hashtag). Glaubt mir, ihr werdet gefunden – und vielleicht findet Ihr einen neuen Fan.

Jazz ist nicht tot, Jazz liegt nicht im Keller und darbt vor sich hin. Deswegen:
Vernetzt Euch! Wer sich zu spät vernetzt, bleibt im Kellerlokal sitzen. Glaubt mir: Da kommt sehr schnell einer und macht das Licht aus.

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In der Kategorie Medien, Musik, Social Media am 09.03.12 um 22:09 Uhr veröffentlicht.
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