Fundstück aus der „Welt”

Quelle: Internet

Quelle: Internet

flattr this!

In der Kategorie Medien, Politik am 02.03.13 um 03:22 Uhr veröffentlicht.
Es wurden folgende Tags vergeben: , , , , ,
Keine Kommentare

Nachtgedanken

… mit fast ohne Bild, ohne Ton.
Ich erinnere mich noch der Zeiten, in denen ich manchmal nachts schlaflos am Schreibtisch saß. Ich ging dann oft ins Web und las besonders gerne die Seiten von br-online. Besonders die über den Sternenhimmel. Nicht, dass ich mich besonders für Astronomie interessiert hätte. Ich fand es nur ungeheuer spannend, zu lesen, wie sich der Himmel durch das Jahr verändert und welche Sterne zu welcher Zeit am Himmel zu sehen sind.
Nicht, dass ich einen Abend rausgeschaut hätte und selber auf Entdeckungstour gegangen wäre. Warum auch? Es war so schön aufbereitet und ich habe auch im vergleichsweise hohen Alter noch etwas gelernt. Ja, und manchmal las ich auch wirklich interessante (Hintergrund-)Berichte zu Themen, die zeitlos waren.

Warum ich das erzähle?
Weil ich mich abseits von Reformen und Neugestaltungen genug geärgert habe, dass irgendwann die Verleger die Oberhand gewonnen haben und sich mit dem Depublizieren durchsetzen konnten. Nicht, weil es die Verleger sind. Die haben ihre Interessen. Und da sie manchmal unter Ideenlosigkeit leiden, mussten die deren Rechtsabteilungen natürlich etwas finden, wo sie vermeintliche Geschäftsfelder sichern können.
Wenn die Verleger diese auch nur abgesichert hätten!
Und: Wenn die Verleger diese Felder auch nur bedienen würden.
Bitte, ich will keine Verleger „bashen”.

Ich erinnere mich an die Diskussionen um Depublizierungs-Pflicht (was ein Ungetüm!). Wie viele Politiker haben sich eingemischt. Was für Debatten und Prozesse wurden geführt!

Nein, ich will weder den Verlegern noch den Rundfunkanstalten, geschweige denn der Politik das Wort reden.
Und ich will auch nicht die Seiten über den Sternenhimmel bei br-online.de (heute: br.de) zurück. Tempi passati.

Ich begrüße den Vorschlag, den die netzpolitische Sprecherin der CSU, Doro Bär, heute gemacht hat: Die Depublizierung aufheben.

Und den Verlagen wünsche ich, dass sie lernen, über den Tellerrand hinaus zuschauen. Ich wünsche den Verlagen Ideengeber, die das Leistungsschutzrecht nicht als ultima ratio ansehen. Und vielleicht Erlösmodelle finden, mit denen sie im Netz Geld verdienen.

Der Politik wünsche ich längere Halbwertszeiten und etwas weniger Hektik, mehr Augenmaß!

Danke.

flattr this!

In der Kategorie Allgemein, Medien, Politik, Zwischenruf am 30.10.12 um 23:03 Uhr veröffentlicht.
Es wurden folgende Tags vergeben: , , , , , , ,
Keine Kommentare

Medien verstehen – ein Leitfaden nicht nur für Journalisten

Der Journalismus unterliegt einem Paradigmenwechsel. Sehr gut lässt sich das an der Hilflosigkeit der Verlage ablesen, die für ein Leistungsschutzrecht plädieren, weil sie bislang kein Erlös-Modell gefunden haben, mit dem sie im Internet Geld verdienen können.
Medien produzieren ist die eine Seite, Medien zu konsumieren ist die andere. Denn auch Leser, Hörer, Zuschauer stehen vor dem Problem, dass sich die Parameter ändern. Für beide gleichermaßen, aber besonders für junge Medienschaffende, ist der Band „Medien verstehen” aus der Reihe „Wegweiser Journalismus” geeignet.
Dr. Gabriele Goderbauer-Marchner ist Professorin für Print- und Online-Journalismus an der Universität der Bundeswehr in München. Sie hat Journalismus von der Pike auf gelernt, von der Volontärin in Landshut bis hin zur Chefin vom Dienst. Über Würzburg und Chemnitz führte ihr Weg nach München.
In dem Band „Medien verstehen” vermittelt Goderbauer-Marchner wichtige Merkmale der Medienwelt. In zehn Kapiteln geht sie auf die Faszination der Branche ein, zeichnet den Weg von der Zeitung zum Internet, beleuchtet den journalistischen Alltag und vermittelt Hintergrundwissen zum Bereich Medien. Dieses Kapitel ist besonders interessant, da die Autorin viele Hinweise auf Anlaufstellen für die unterschiedlichsten Arbeitsbereiche von Medien gibt.
Das letzte Kapitel, „Journalismus 2.0” zeigt in einer kleinen Zusammenfassung die Positionen auf, für die auch Goderbauer-Marchner steht: Qualitätsjournalismus hat es schwer. Aber er ist notwendiger denn je. Daran wird auch die derzeit oft anzutreffende Kostenlos-Mentalität nichts ändern, die durch die Anfangsjahre der Verlage im Internet gefördert wurde. Machen wir uns nichts vor: Der Weg dahin ist lang. Aber Gabriele Goderbauer-Marchner plädiert leidenschaftlich und mit starken Argumenten dafür, diesen Weg zu gehen:

„Wenn alle schlecht reden über den Journalismus, wird das nichts mit dem Journalismus. Die Zeit des Sich-selbst-Bemitleidens muss vorbei sein. Auf zu mutigen Taten und kreativen Ufern!” (Zitat aus Medien verstehen)

Das Buch ist jedem Medienschaffenden ans Herz zu legen, besonders Neu- oder Wiedereinsteigern.

Wegweiser Journalismus, Band 10, UVK Verlagsgesellschaft mbH, 154 Seiten, broschiert, 14,99 € (in Deutschland, in Österreich: 15,50 €)
ISBN 978-3-86764-229-3.

flattr this!

In der Kategorie Kommunikation, Medien am 21.09.12 um 10:47 Uhr veröffentlicht.
Es wurden folgende Tags vergeben: , , , , , , , ,
Keine Kommentare

Der Zündler in der Feuerwehr

Das Leistungsschutzrecht bewegt.
Auch ich als Journalist und Blogger bin davon betroffen. Deswegen habe ich mich entschlossen, in diesem auf WordPress basierten Blog ein Plugin zu verwenden, das die Initiative D64 e.V. programmiert hat.
Sie werden auf eine Landingpage von D64 e.V. geleitet, die über das “LSR” informiert. Mit einem weiteren Klick gelangen Sie dann zur eigentlichen Verlinkung.
Bei D 64 wird eine Blacklist geführt, die ein tägliches Update erfährt.

Es ist für Sie als Leser zwar etwas umständlicher geworden, aber ich halte die Sensibilisierung für dringend notwendig und empfehle allen Mit-Bloggern, genauso zu handeln.

Im Übrigen empfehle ich diese Anleitung zum Bau einer Melkmaschine und diesen polemischen, aber sehr, sehr wahren Text (beide von Mario Sixtus) zur Lektüre: Ja, habt Ihr denn überhaupt keinen Stolz?

Irgendwie erinnert mich das Vorgehen der Verlage an den Zündler, der selber in der Feuerwehr ist …

Und bitte: Komme mir jetzt keiner mit der Idee, flächendeckend und gleichzeitig sämtliche Abonnements und Kioskkäufe von Zeitungen für zwei Wochen auszusetzen. So reizvoll der Gedanke eines “Generalstreiks” sein mag: Ich fürchte, dass dabei die Freien Journalisten die ersten und größten Leidtragenden sind.

Abgesehen vom Jammern und Wehklagen: Natürlich kann ein Leistungsschutzrecht auch eine unglaubliche Chance sein. Verbunden mit mehr Aufwand, weil jeder selber recherchieren muss, verbunden damit, dass meine Texte, die unter CC-Lizenz stehen, noch gelistet werden in Suchmaschinen, während die großen Verlage rausfallen.
Die Chance, im “Windschatten” des Leistungsschutzrechtes mehr interessante Geschichten lesen zu können, weil selbst recherchiert und damit nicht mehr so im Mainstream.

Lassen wir uns überraschen. :)

flattr this!

In der Kategorie Computer, IT, Medien, Wirtschaft am 20.06.12 um 07:00 Uhr veröffentlicht.
Es wurden folgende Tags vergeben: , , , , , , ,
Keine Kommentare

Der USB-Stick – Jammern bringt nix

An der Meldung über die Erhöhung der Leermedien-Abgabe auf USB-Sticks und Speicherkarten entzünden sich spannende Diskussionen. Die Meldung kam am Mittwoch über dieses Blog raus und wurde bei Twitter, Google+ und Facebook oft geteilt. Am Donnerstag stieg auch die Nachrichtenagentur dapd ein, leider haben sie mich als Quelle nicht benannt, aber das Thema ist auch heute noch top. Auch Breitband in Deutschlandradio Kultur berichtet.
Die Mehrheit der User schimpft und spottet über die ZPÜ / GEMA.
Ich bin derzeit in der Diskussion auf Google Plus. Und ich versuche zu sensibilisieren. Schimpfen, Bombendrohungen, Drohungen gegen Mitarbeiter der GEMA sind töricht und helfen uns allen nicht. Nicht den Nutzern, nicht der GEMA, der ZPÜ oder anderen Verwertungsgesellschaften.
Die rechtliche Grundlage einer Leerabgabe auf Speichermedien steht auf gesetzlichen Füßen. Über die Höhe, den Sinn oder die Pauschalisierung darf man streiten.
Ja, ich fordere sogar, dass drüber gestritten und debattiert wird. Nur so kommen wir zu einem Urheberrecht, das diesen Namen verdient und allen Beteiligten gerecht wird.
Die Kostenlos-Kultur im Netz ist sicher nicht so groß, wie sie von manchen dargestellt wird. iTunes, Amazon und andere Anbieter haben Plattformen, die zeigen, dass digitaler Handel möglich ist und ich gekaufte Titel auch nochmal als Privatkopie speichern kann. Meine eigenen Versuche mit Teilen von Inhalten zeigen: Auf legalem Weg (Bluetooth zu Bluetooth von iPod zu Mobile) geht es nicht. Ich glaube sogar, dass auf den meisten Abspielgeräten “legale” Inhalte zu finden sind.

Wenn ich mir was wünschen dürfte
bringen Sie sich ein in die Diskussion, polemisieren und diffamieren Sie nicht.
Schauen Sie im Netz nach Möglichkeiten, wie ein anderes Urheberrecht möglich werden kann. Engagieren Sie sich. Es ist nicht ihr Schaden.
Eine Verwertungsgesellschaft ist sinnvoll, aber sie sollte gerecht sein.
Und ein Leistungsschutzrecht würde obsolet.

Update vom 27.05.2012, 03.00 Uhr

Die Geschäftsführerin des Informationskreises AufnahmeMedien hat sich gestern abend bei mir mit dem Hinweis per Mail gemeldet, dass sie am 23. Mai 2012 eine entsprechende Meldung auf der Website veröffentlicht habe. Hier der Link. Mir war bis zum Lesen dieser Mail weder die Existenz des Arbeitskreises noch eine Pressemeldung bekannt. Meine Recherchen ergaben am 23. Mai auch keine Existenz einer weiteren Meldung, die wohl vom BitKom rührte.
Mein Artikel beruht auf der Website eines Speichermedien-Vertreibers, eigenen Recherchen bei der GEMA und dem eigenständigen Aufspüren des entsprechenden PDF auf der Website der GEMA. Die Erhöhung von 1850% stammte übrigens auch nicht von mir, diese ist beim Retweet meiner Meldung dazugefügt worden.

-hrb

flattr this!

In der Kategorie Kultur, Medien, Musik, Politik, Service, Wirtschaft am 26.05.12 um 17:43 Uhr veröffentlicht.
Es wurden folgende Tags vergeben: , , , , , , ,
2 Kommentare

Wenn die GEMA dem Sven das Netz nicht erklärt …

Die Rant- und Wutrede von Sven Regener im Zündfunk bei Bayern2 hat Ende letzter Woche Wellen geschlagen. Eine sehr gute Antwort des “Urhebers” und Piraten Fritz Effenberger findet sich bei Sven Regener, du erzählst Unsinn und ich erkläre Dir, warum.

Sven Regener ist kein Einzelfall. Dieses Internet haben viele der ‘etablierten’ Musiker noch nicht begriffen. Warum auch? Die GEMA als Wahrnehmerin und Verwalterin der Rechte weiß ja selber nichts mit dem Internet anzufangen, wie die kürzlich vorgestellten Bilanzzahlen deutlich zeigen. Und wenn die GEMA, an deren Tropf auch so Künstler wie Regener hängen, irgendwo kein Erlösmodell sieht, dann kann das ja nix sein. Das Netz ist böse, weil die ‘Netzgemeinde’ zu Raubzügen in die digitalen Weiten des Netzes aufbricht.

Klar ist, dass es diese Auswüchse mit dem Aufkommen von Kopiermöglichkeiten begünstigt hat und es diese Auswüchse auch immer geben wird. Der nächste Filehoster steht sicher schon in den Startlöchern. Wie immer, hat jedwedes Ding zwei Seiten, auch dieses Internet. Ich kann Diebstähle begehen, aber ich kann meine Schaffenskraft auch zum Wohle aller einsetzen – und: Ich kann damit Geld verdienen. Die richtigen Erlösmodelle gibt es in weiten Teilen noch nicht, jeder Autor ist seines eigenen Glückes Schmied und mancher wird mit diesem Internet kein Geld verdienen. Die Verlage versuchen unterdessen, mit dem Leistungsschutzrecht ihre Pfründe zu sichern. Ist das Internet deswegen böse, weil es mich nicht ernährt? Die Leistungsschutzrecht-Verfechter sagen uns das. Diese Position wird von den Regeners einfach unkritisch übernommen. Vielleicht ist aber die Polarisierung zwischen GEMA und den Regeners auf der einen Seite und den Piraten und Urhebern, die das Netz zu schätzen wissen und davon leben, ganz gut. Sie beschleunigt den Niedergang – aber den von Leistungsschutzrecht und Wahrnehmungsverträgen. Die Verwertungsgesellschaften und ihre Nutznießer können dem nur entgehen, wenn sie zu Internet-Verstehern werden und dieses Verständnis manch einem ihrer Musiker weitergeben.

Nicht nur Musiker und GEMA müssen lernen, das Internet zu verstehen, auch die Politik muss das. Das hat der gestrige Wahlabend gezeigt. Ziemlich hilflos wurde gegen das Netz, die Netzgemeinde, für den Klarnamen und so weiter gepoltert. Wer das macht, muss sich nicht wundern, wenn Wähler sich Alternativen suchen.

Aber zurück zu Regener und seinem Aufschrei: Ich habe im ‘The European’ einen sehr guten Artikel von Gunnar Sohn gelesen: Sven Regener und das Copyright. Meine Empfehlung!

flattr this!

In der Kategorie Musik, Politik am 26.03.12 um 09:23 Uhr veröffentlicht.
Es wurden folgende Tags vergeben: , , , , , , , ,
Keine Kommentare

Rimons twitter widget by Rimon Habib