radio killed the video star …. … oder war das anders rum?
Ich weiß das nicht wirklich. Aber aus meiner Position heraus: Radio ist DAS Medium.
Meinen ersten „Weltempfänger” bekam ich mit acht oder neun Jahren. Er war auch schnell zerlegt.
Mit 14 lötete ich meinen ersten Sender zusammen. Und das, bevor Gottschalk/Krüger den Piratensender Powerplay aufmachten.
Mit 16 habe ich zum ersten Mal einen Peilwagen der Bundespost vor der Haustür gesehen.
Mit 19 saß ich das erste mal in einem Radiostudio und machte meine erste Show.
Mit 23 habe ich meinen Lebensunterhalt mit meinem Radio-Lebensinhalt verdient.
Mit gut 30 habe ich mit Radio aufgehört. Aus Gründen.
Zum Jahreswechsel 2012/13 habe ich versprochen, dass ich wieder mehr Audios im Blog produziere – und vielleicht auch wieder Radio machen.
Ich liebe Radio.
Immer noch.
Und deswegen stehe ich morgen auch wieder auf und höre um 06.00 Uhr Bayern2, um 07.00 Uhr DRadio und um 08.30 Uhr wieder Bayern2. Der Rest des Tages ist bis Ostern eher schweigendes Radio, wobei wir in diesen turbulenten Tagen nicht wirklich verzichten können.
Für mich (und für viele!) ist RADIO immer noch DAS Medium.
Ich wünsche mir, dass das so bleibt, egal, in welcher Form.
Danke, Radio.
… In Kirchenkreisen, meist evangelischen, ist es Brauch, dass man in der Fastenzeit auf etwas verzichtet. Die Fastenzeit umfasst sieben Wochen. Ich bin in den letzten zwei Wochen verhaltener geworden und habe nachgedacht. Nach der Weihnachtspause war ich auf vielen Hochzeiten unterwegs, viele Termine, viele Dinge. Und die Erkenntnis: Ich brenne an beiden Enden wie die bildliche Kerze. Nahestehende Menschen, Freunde, haben mir schon vor Weihnachten gesagt, dass ich viel mache. Eigentlich haben diese Freunde gesagt, dass ich zu viel mache.
Diese Freunde haben Recht. Ich war zu viel unterwegs, habe mich zu viel zerfasert, habe versucht, viele Sachen in meine journalistische Arbeit zu integrieren. Und dabei habe ich, Lesern meines Blogs ist es nicht verborgen geblieben, vieles nicht mehr berichtet, nicht mehr thematisiert. Deswegen will ich die Fastenzeit nutzen, um mich auf einige Sachen zu besinnen.
Ich möchte einfach wieder mehr Mensch und Journalist werden, ohne die mir übertragenen Aufgaben zu vernachlässigen.
Ja, ich gebe es zu, ich habe mir viel vorgenommen.
· Ohne Tabak
Einfach mal nicht rauchen, auch wenn mir danach ist. Seit 20 Jahren merke ich, dass ich gerne zur Zigarette greife, wenn ich Langeweile habe. Nicht gerechnet die halb gerauchte Kippe auf dem Weg zur U- oder S-Bahn. Und die Verwunderung darüber, dass ich diese Zeiten gut überbrücken kann, weil es kurze Zeiten sind. Ich war heute von 9 bis 15 Uhr unterwegs und hatte keinen Tabak dabei … und ich habe keinen Augenblick die Kippe vermisst. Sollte also gehen. :)
· Ohne Alkohol
Viel zu oft komme ich abends heim und genieße noch ein Bier oder ein Glas Rotwein. Oder war auf einer Veranstaltung und habe ein Glas Rotwein oder Bier (oder auch zwei) getrunken. Muss auch nicht sein, Gespräche bei Terminen kann man auch ohne Alkohol führen. Einfach so.
· Ohne Fleisch
Zuviel Fleisch esse ich eigentlich erst, seit ich vor einem Jahr meinen Dampfgarer in Betrieb genommen habe, sieht man von Burger-Kost oder Currywurst und dergleichen ab. Muss eigentlich auch nicht sein.
Insofern sind die ersten drei Punkte Genuss-Punkte. Nicht einfach abzustellen, aber ich versuche das.
· Ohne Jazz
Himmel. Wer mich kennt, weiß, dass ich ohne Musik nicht sein kann. Und der Jazz gehört zu meinem Leben, irgendwie. Nachdem ich dieses Jahr nicht in der Jury zum Bayerischen Jazzweekend sein werde, was sehr positiv ist, da ich unabhängiger sein werde, versuche ich, ein echtes Opfer zu bringen und bis Ostern keinen Jazz zu hören. Aber auch keine Liedermacher oder Ernst Mosch. Lieber abends mal hinlegen und die ca. 15 Bücher lesen, die sich mit mir mein Bett teilen.
· Ohne Alter Ego
Ich liebe meinen privaten Twitter-Account „Hynkl”, ich brauche ihn, damit ich Gedanken abseits des ach so wichtigen Medienaccounts äußern kann, damit ich nicht ersticke am Irrsinn dieser Welt. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich der Verantwortung für Hynkl, mein privates Ego, nicht immer gerecht werden kann. Seit Oktober habe ich immer wieder Auszeiten probiert und musste doch immer reaktivieren, weil mich zu viel umtrieb. Weil mich zu viel aufregte. Und nach ein paar Tagen merkte ich, dass ich seiner überdrüssig wurde. Deswegen ist das vielleicht mein größter Verzicht: Einfach mal die Schnauze halten und nix sagen, auch wenn die Finger jucken. Sollte Hynkl wieder notwendig werden, dann kommt er wieder.
Aber ich versuche das alles einmal.
Scheitern inklusive.
Bildung ist mit das Thema, das die Gesellschaft bewegt. Wohl auch aus diesem Grunde hat die SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag einen Bildungskongress veranstaltet. Die Artikelüberschrift ist ein Zitat von Schulleiterin Claudia Langer. Es fiel im Wortwechsel mit Martin Güll (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport im Landtag. Und er erscheint mir treffend für die Diskussion um Unterricht und Schule. Hier der Ausschnitt im Kontext:
Soviel vorab: Es war gut, dass die SPD diesen Kongress veranstaltet hat. Viele Formulierungen auf viel Papier bleiben Formulierungen und Phrasen. Hier wurden Inhalte vermittelt. Und in den Foren und Vorträgen wurden Visionen vermittelt. Visionen, die es braucht, damit Bildung attraktiv und der Wunsch der zu Bildenden nach Bildung geweckt wird. Nicht alles wird sich umsetzen lassen, von einer SPD ohne Regierungsbeteiligung in Bayern schon gar nicht. Aber gedacht werden darf es. Noch mehr: Es muss gedacht werden. Der Kongress zeigte: Die SPD ist ernsthaft daran interessiert, der Bildung und der Schule wenn nicht ganz andere Anstriche, so doch neue Nuancen zu geben. Allein der Gedanke, dass ein Schulhaus als pädagogisches Element wirken kann, ist bestechend. Ich habe diesen Vortrag von Karin Doberer (Planungsgesellschaft LernLandSchaft) besucht, in dem sie aufzeigte, dass Neu- oder Umbauten von Schulhäusern mit gleichem oder nur wenig mehr Aufwand pädagogisch orientiert gestaltet werden können. Mehr zu diesen Foren-Vorträgen findet sich auf dieser Website.
Die Vorträge und Visionen sind das eine. Das andere ist: Wie sieht es in der Praxis aus und was wollen Politiker, was wünschen sich Pädagogen? Dazu trafen sich auf dem Podium im Ludwig-Thoma-Haus Martin Güll, Reto Ammann, Christian Ude und Claudia Langer. Moderiert hat die aus dem Radio bekannte Susanne Rohrer.
Die Diskussion dauerte samt Publikumsfragen eine Stunde und sieben Minuten.
Bewusst enthalte ich mich jeglicher Wertung*.
Das Audio-File können Sie herunterladen (rechte Maustaste/”Speichern unter”):
als mp3 (ca. 80 MB)
als ogg-vorbis-Datei (ca 50 MB).
Investieren Sie diese Stunde des Zuhörens, es lohnt sich.
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*Disclaimer: Ich bin Mitglied im netzpolitischen Arbeitskreis der CSU und Pressereferent (Lehrer) der Katholischen Erziehergemeinschaft Bayern. Ungeachtet dieser Verbindungen sehe ich mich in der Verpflichtung, so neutral wie möglich zu berichten.
Ich danke der SPD, dass ich die Diskussion mitschneiden durfte und publizieren darf.
Als ich als freier Journalist anfing, dachte ich noch: Blog? Nöööö. Ich mach das via Google+, Facebook und Twitter. Nach kurzer Zeit jedoch wurde mir klar, dass ein Blog besser ist: Zunächst war für mich der Hauptgrund, dass ich die Kontrolle über meine Inhalte (Fotos, Texte etc.) behalte. Und recht schnell wurde mir nach den ersten Versuchen klar, dass eine feste Anlaufadresse, die nicht von der Teilnahme an einem Sozialen Netzwerk abhängig ist, einen unschlagbaren Vorteil bietet. Ich habe mit dieser Einschätzung Recht gehabt.
Gut 700 Leser haben mich wohl in ihren Favoriten/Lesezeichen verankert, die Zugriffszahlen etablieren sich konstant deutlich oberhalb der 70.000er-Marke. So die Statistik meines Providers.
Ich hatte am Anfang Scheu davor, jeden Tag Content liefern zu müssen. Heute liefere ich nicht jeden Tag einen Artikel und sehe das als Chance. Lieber Themen, die meine Leser und mich gleichermaßen interessieren. Weniger ist oft mehr. Das beweist sich mit diesem Blog ganz wunderbar.
Und immerhin habe ich es geschafft, über dieses Blog zu einem sehr schönen Auftrag zu kommen. Ich arbeite auf freiberuflicher Basis unter anderem für die Katholische Erzieher Gemeinschaft (KEG), erledige in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, dokumentiere Veranstaltungen und starte weitergehende Social-Media-Aktivitäten. Geschafft habe ich das mit diesem Beitrag über Lehrer- und ErzieherInnen, die mit ihren Kindern neue Lieder singen wollen.
Ich habe mich also in gewisser Weise als Marke etabliert.
Das ist ein Weg, den ich nicht nur Freiberuflern ans Herz legen will, sondern auch Firmen. Insofern kann ich die Thesen von Klaus Eck nur unterstützen, der schreibt: „Es gibt manchmal eine spannende Alternative, die viele unserer Kunden zunächst gar nicht für sich auf der Agenda hatten: das Bloggen.”
Gunnar Sohn führt in seinem Ich-sag-mal-Blog weiter aus: „Man schreibt nicht akademisch korrekt oder pedantisch genau, sondern aus dem Stegreif. Man formuliert aus dem Schwung heraus. „Alles“ ist nicht zu lesen, zu kennen, zu wissen. Es reicht nur zu Verweisen und Fundorten. Entscheidend ist die Zirkulation der Daten, der Datenstrom, der keinen Anfang und kein Ende hat, der neue Routen und Entdeckungen zulässt.”
Diesen Artikel empfehle ich, weil er zusammenfasst, was verschiedene Journalisten, Blogger, Berater an Positionen vertreten. Dazu kommt die Gunnar eigene Art, komplizierte Sachverhalte so runterzubrechen, dass Otto Normal das sehr gut nachvollziehen kann.
Noch ein Wort zu Social Media: Ich nutze Facebook, Twitter und G+ vor allem dazu, meine Artikel bekannt zu machen. Und bei Twitter und Facebook kommt auch ein gewisser Anteil Socializing dazu. ;)
Vor ein paar Wochen forderte Dorothee Bär, die stellvertretende Generalsekretärin und netzpolitische Sprecherin der CSU, dass jedes Schulkind seinen Tablet-PC bekommen soll. Ich habe mich aufgemacht in die Nähe von Wasserburg am Inn und mit Karlheinz Rieger über die Medienwirklichkeit und Medienkompetenz an einer Schule gesprochen. Der 60jährige ist Rektor der Grund- und Mittelschule in Eiselfing.
Er erinnert sich an die Bestandsaufnahme, als er vor etwas mehr als sechs Jahren an die Schule kam:
Karlheinz Rieger hat eines dieser etwas zu groß geratenen Smartphones, auf dem er während unseres Treffens immer mal wieder rumtippt. Sein Engagement in Sachen Social Media ist eingeschränkt, wie er selber zugibt:
Rieger ist kein Digital Native. Aber der Rektor gibt eine sehr klare Definition, was für ihn Social Media bedeutet:
Karlheinz Rieger fördert auch die Social-Media-Aktivitäten seiner Schüler:
Der Rektor gibt allen Eltern mit auf den Weg, sich selber mit Social Media zu beschäftigen:
Einerseits ist, so Rieger, die Politik gefordert. Aber auch jeder Einzelne muss sein Verhalten überdenken:
Deswegen muss Schule heutzutage auch mehr leisten als die traditionelle Wissensvermittlung. Mehr noch: Medienunterricht und Medienkompetenz können gar nicht mehr vor dem Privatbereich der Schüler Halt machen, wenn man Auswüchse vermeiden will:
Die Digitalisierung des Alltags wird weiter fortschreiten. Und so wird auch irgendwann die Vision von Dorothee Bär Wirklichkeit, dass jeder Schüler sein Tablet hat:
Die Mittelschule Eiselfing ist hier in Facebook präsent.
Die Schüler der Grund- und Mittelschule Eiselfing erstellen ein Wiki über ihren Ort.
Die erste Erkenntnis des Abends: Karl Heinz Keil von der Hanns-Seidel-Stiftung stellte fest, dass 75 bis 80 Prozent der gut 150 Gäste, die gekommen waren, in sozialen Netzwerken aktiv sind, insgesamt habe man nur 20 Einladungen per Post erhalten. Die konservative Klientel ist entgegen landläufiger Meinung im Netz angekommen.
Grund genug, sich in einer Podiumsdiskussion mit dem Einfluss der Sozialen Medien auf die Politik zu beschäftigen.
Karl Heinz Keil umriss das im Eingangsstatement so:
Er verwies auf Amerika, wo sich der Präsident ohne weiteres von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg interviewen ließ, eine Nähe, so Keil, die in Deutschland nicht so einfach denkbar wäre.
Welcher Wechselwirkung unterliegt Politik im Zusammenspiel mit Social Media?
Renate Dodell, Landtagsabgeordnete aus dem Oberland, berichtete anschaulich von ihren Erfahrungen:
Der Auftritt eines Politikers in Sozialen Netzwerken schafft Nähe, senkt die Ansprechschwelle und schafft Transparenz. Renate Dodell legt dabei Wert auf faire Diskussionen, wenns unter die Gürtellinie geht, zeigt sie das Stopschild. Aus ihrer Mitgliedschaft bei Flickr, einer Foto-Community, hat sie eines gelernt und legt ein Besipiel nach:
Die Landtagsabgeordnete ist durch die Einladung ihrer Söhne in Soziale Netzwerke gekommen. Professor Daniel Michelis gab jedoch zu bedenken:
Keine neue Erkenntnis, dass das Internet und die Technik fast schon alle Bereiche unseres Lebens erobert hat. Professor Michelis fasste das plakativ in der Frage zusammen: „Wer hat noch einen Wecker, mit dem man nicht telefonieren kann?“
Unterstützt wurde er dabei von Matthias J. Lange, der mit einer Abfrage und Handzeichen herausstellte, dass fast jeder ein Mobiltelefon hat, die Hälfte davon ein Smartphone, mit dem Internetanwendungen möglich sind. Und: Gemessen daran, dass das Publikum in weiten Teilen schon im Alter gesetzter war, erstaunte es doch, dass einige über die Anschaffung eines Tablets nachdenken.
Andreas Bachmann vom Bayerischen Rundfunk erläuterte, wie sehr moderne Kommunikationsmittel auch journalistisches Arbeiten verändern. Das Modell vom Journalisten als Sender und dem Hörer/Zuschauer als Empfänger hat endgültig ausgedient. Der Journalist muss heute mehr Begleiter durch die Medienflut sein, Nachrichten gewichten und einordnen.
Das Bayerische Fernsehen wird das in einem Modellprojekt ab 14. Mai begleiten. Da startet für vier Wochen die Rundshow, eine ungewöhnliche Nachrichten-Sendung mit Internetbegleitung.
Die anschließende Publikumsdiskussion zeigte, dass ältere Menschen den neuen Medien durchaus aufgeschlossen gegenüberstehen, aber dennoch eher zu linearem Medienkonsum und Begleitung durch den Journalisten neigen. Die Jüngeren wollen über ihre Nachrichten und Quellen selbst entscheiden, so der Twitterer Sebids:
„Ja und ich bin immer online. Das ist das neue Tempo. Langsame Politik geht heute nicht mehr. Ich habe Struktur. #hss0305 #generationanalog“
Andreas Jungherr versuchte in seinem Statement zum Schluß alle Seiten zusammenzubringen:
Das Thema Social Media und Politik kann in drei Stunden nicht erschöpfend behandelt werden. Es bedarf sicher noch vieler, weiterer Veranstaltungen, um den Skeptikern die Angst vor Sozialen Netzwerken zu nehmen. Medienkompetenz ist dringend notwendig. Das ist die zweite Erkenntnis des Abends in der Hanns-Seidel-Stiftung.
Auf dem Podium von links nach rechts: Tomas Vio Michaelis, Andreas Jungherr, M.A., Professor Daniel Michelis, MdL Renate Dodell, Karl Heinz Keil, Andreas Bachmann und Matthias J. Lange
Mit dem Thema Social Media und dem Einfluß des Internets und seiner Anwendungen befasst sich auch ein Panel, das Gunnar Sohn und ich auf der informare in Berlin moderieren.
Das Bayerische Staatsministerium für Verbraucherschutz lud zum zweiten Mal zum Verbrauchertag ein. Im Kardinal-Wendel-Haus führten Thomas Gerlach und Matthias J. Lange vor dem Panel mit einem Multimedia-Vortrag auf das Kernproblem hin: Sind meine Daten sicher, wo bleibe ich als Verbraucher?
Es ist keine Neuigkeit, dass sich die Welt seit der Erfindung und Verbreitung des Internets rasant verändert. Damit einher geht aber immer die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit von Usern und Anbietern.
Dr. Thomas Stögmüller, Rechtsanwalt, stellte sieben Thesen in sieben Minuten auf.
Wichtigste Forderung: Der Nutzer muss wissen, wem er seine Daten weitergibt. Er soll zwischen Güter- und Interessenabwägung auswählen können. Denn, so Stögmüller, wenn ich eine Flut an Hinweisen bekäme, könne ich diese irgendwann nicht mehr auswerten. Der Informations-Overkill drohe.
Das europäische Datenschutzniveau sei hoch, so Stögmüller weiter, aber: „Das deutsche Datenschutzniveau sei zu hoch.“
Eine Forderung, der sich Dr. Christoph Wenk-Fischer vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels anschloss. Und weiter: „eCommerce macht mittlerweile zwei Drittel des Handels aus.“ Das Internet sei ein Faktor des täglichen Lebens geworden. Auch zum Einkauf. Er fordert weniger Furcht, weist allerdings darauf hin, dass die Verbraucher mündig werden müssen.
Futter für Dr. Beate Merk (CSU). Die Bayerische Justiz- und Verbraucherschutzministerin machte geltend, dass Verbraucher wie Unternehmer oftmals gar nicht so recht wüssten, was sie im Netz eigentlich tun.
Sie verwies auf eine amerikanische Studie, bei der zu Tage kam, dass viele Anwender in Sozialen Netzwerken nicht genau wissen, wie sie sich vor Datenklau schützen können.
Das beginnt ja schon bei den einfachen Anwendungen, die Facebook als Spiele implementiert habe, setze sich über den „Freunde-Finder“ bis hin zur Geburtstags-App fort.
Ministerin Merk will den Verbrauchern Hilfestellung bieten. Dazu dient ihrer Ansicht nach auch dieser Verbrauchertag.
„Das Internet ist genial,“ so Merk, „aber wir müssen dem Menschen mehr an die Hand geben.“
Das ist der Ruf nach mehr Medienkompetenz. Den Verbrauchern muss klar sein, dass sie bei ‘kostenlosen’ Angeboten wie Facebook, Google + und anderen Netzwerken doch zahlen: Mit ihren Daten.
Fragen aus dem Publikum, vor allem von Vertretern der Verbraucherverbände gestellt, machen deutlich, dass einerseits der Datenschutz nicht hoch genug bewertet werden kann.
Die Vertreter der Wirtschaft wollen Sicherheit bei gleichzeitig niedrigeren Schwellen und einer generellen Vereinfachung des Handelsrechtes.
Beate Merk zeigte sich erschüttert, dass es ohne weiteres möglich ist, dass sich 13jährige Kinder ohne Erlaubnis der Eltern bei Sozialen Netzwerken anmelden könnten. Sie forderte eindringlich eine deutsche und europäische Lösung, dazu Ausbildung und Aufklärung. „Medienkompetenz muss so in Fleisch und Blut übergehen wie das links und rechts schauen vor dem Überqueren der Straße.“
Fazit: Alle Beteiligten sind aufgefordert, zusammen zu wirken. Nur dann kann Internet zum Nutzen aller werden.
Früher ließ man, so ein altes Sprichwort, die Kirche im Dorf. Heute stehen angesichts fortschreitender Verweltlichung und Priestermangel viele Kirchen leer. Der sonntägliche Kirchgang ist schon lange nicht mehr die Regel. Die Kirche steht vor der Frage, wie sie die Menschen erreichen kann. Das hat auch Erzbischof Robert Zollitsch unlängst zum Abschluss der Deutschen Bischofskonferenz in Regensburg thematisiert.
Auf der einen Seite geht es um Medienkompetenz, die sowohl die Kirche an den Tag legen muss als auch vermitteln will und soll. Die andere Seite: Kirche nutzt das Internet, um Menschen zu erreichen. Wie zum Beispiel die Presse- und Medienabteilung des Bistum Regensburg. Seit gut drei Monaten tummelt sich die Mitarbeiter der Pressestelle auf Facebook und Twitter. Sie verstehen sich auch als Ansprechpartner:
Social Media ist im Bistum Regensburg also nicht wie bei vielen anderen Unternehmen Einbahnstraßen-Kommunikation.
In der nächsten Folge porträtiere ich den Generalvikar des Bistum Regensburg, Prälat Michael Fuchs.