Donnersbergerbrücke – barrierefrei

Der S-Bahnhof Donnersbergerbrücke soll barrierefrei werden. Im Juli beginnen die Umbauarbeiten, schon jetzt sieht man, dass ein Teil der Bäume gefällt wurde. Bis Ende 2014 soll die S-Bahn-Station dann fertig gestellt sein.
Die Bahn kann das Projekt finanziell nicht alleine stemmen, der Freistaat Bayern springt mit ein. Hans-Peter Göttler aus dem Wirtschaftsministerium erklärte das Engagement:

Rund 10 Millionen Euro kostet der Umbau. Bei 40.000 Fahrgästen am Tag ist das eine stolze Summe. Der Freistaat kommt auch für die Betriebskosten der Aufzüge auf. Hans-Peter Göttler:

Der Umbau ist dabei als durchaus schwierig zu bezeichnen, wie Heiko Hamann, Leiter des Bahnhofsmanagement München, betont. Es wird fast nur nachts gebaut werden können, Bauzüge werden wegen des fehlenden Platzes das Material auf den Gleisen vorrätig halten. Das bedeutet, dass mit Einschränkungen im Bahnverkehr zu rechnen ist:

Schon im letzten Jahr war die Stammstrecke während der Sommermonate an den Wochenenden gesperrt. Gleise wurden erneuert, der Brandschutz und die Beleuchtung auf Vordermann gebracht. Diese Arbeiten laufen derzeit immer noch in den verkehrsschwachen Stunden, vor allem nachts. Aber auch in diesem Sommer werden sich die Fahrgäste der Münchner S-Bahn auf Behinderungen gefasst machen müssen.

Neben der Sperrung an sieben Wochenenden wird an der Donnersbergerbrücke noch 9 Wochenenden im Herbst nachgearbeitet. Genauere Informationen wird die Bahn noch herausgeben, derzeit wird der Schienenersatzverkehr geplant. Heinrich graut’s wird auch hier zeitnah und umfassend informieren. Eine Übersicht zum Schienenersatzverkehr des letzten Jahres können Sie hier nachlesen.
Der Kollege Ben Neudeck (@stadtneurotikr) beleuchtet in seinem Beitrag die Barrierefreiheit genauer.

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In der Kategorie Bahn, Verkehr am 15.03.13 um 14:25 Uhr veröffentlicht.
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Nach der Landtagswahl wird der Stecker rausgezogen

Die Grünen im Bayerischen Landtag haben heute nochmals klar gemacht, dass sie die Planungen zur zweiten Stammstrecke der Münchner S-Bahn für völlig verfehlt halten. Spätestens nach der Landtagswahl, so Dr. Martin Runge, Fraktionschef der Grünen, sei Verkehrsminister Martin Zeil von der FDP abgewählt und die Staatsregierung werde den Stecker für die zweite Röhre ziehen. In diesem Zusammenhang erinnerte Runge auch an die vollmundigen Versprechungen von Stoiber und seinem damaligen Verkehrsminister Erwin Huber zum Transrapid.

Seit der Planung im Jahr 2001 haben sich die Kosten für die zweite Stammstrecke vervierfacht. Auch Dominik Lypp vom BUND und Verkehrsplaner Thomas Kantke teilen die Meinung Runges. Es sei wichtiger, Alternativen zu planen und voranzutreiben, so Lypp:

Hinzu kommt, so Verkehrsplaner Thomas Kantke, dass bei der Planung Sicherheitsstandards über Bord geworfen wurden, Treppen wurden von 2,40 Meter Breite auf auf 1,8 Meter verringert, Rolltreppen von einem Meter auf 80 cm. Und das, damit am Bahnsteig genügend Platz bleibt. Doch auch grundsätzlichere Probleme sieht er:

München sei eine wachsende Stadt und leiste es sich im Gegensatz zu vielen kleineren Städten, auf Tangentenlösungen im Nahverkehr zu verzichten. Ein Anachronismus, der sich heute schon bei Ausfällen rächt.
Dr. Martin Runge kritisiert, dass die Risiken für die Planung alleine beim Freistaat lägen und dass von falschen Voraussetzungen der Besucherströme und Taktungen ausgegangen werde. Und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die kommende Landtagswahl spätestens das Ende der zweiten Röhre sein werde. Ein Haltung, die er auch schon in CSU-Kreisen ausgemacht haben will:

Für die Grünen gibt es bessere Alternativen: Die Leit- und Sicherheitstechnik kann kostengünstig und effektiv verbessert werden, so dass man die Taktzahl in der jetzigen Stammstrecke erhöhen kann. Eine Verlängerung der U4/U5 nach Pasing und die Einbindung des Südrings würden das Münchner Verkehrssystem schon weit nach vorne bringen. Dazu gehöre auch, dass die Informationstechnik verbessert werde.
Das sei mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu haben, so Runge.

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In der Kategorie Bahn, Politik, Verkehr am 11.01.13 um 16:16 Uhr veröffentlicht.
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Is des der Schnellbus? – Busfahrer-Dönekens II

Wieder einmal Schienenersatzverkehr.
Die Deutsche Bahn und die Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) haben sich etwas einfallen lassen, damit Kunden schnell von A nach B kommen: Den Schnellbus. Sinnvoll. Soweit. Erklärstück: Schnellbus heißt, der Bus fährt nicht alle Stationen an.

Ein altes Muaterl (Ein altes Mütterchen) verlässt sich nicht auf den Einweiser der Deutschen Bahn, sondern wendet sich gleich ans Kompetenzzentrum, den Busfahrer. Da ist sie prinzipiell richtig, die orts- und fahrplanunkundigen Einweiser sind nicht immer erste Wahl.
Leider muss man der Bahn den Vorwurf machen, dass sie immer noch Hilfskräfte anheuern, die einfach nicht in der Materie drin sind.

Nun gut, das Muaterl macht es richtig und wendet sich an den Busfahrer.
Das Muaterl war in der Stadt und will schnell heim.

· Muaterl: Sie, i muass nach St. Kolomann.
· Fahrer: Da sans richtig!
· Muaterl: Des is guad! San Sie der Schnellbus?
· Fahrer:
(schaut im Dienstplan nach) Naa, Sie, Schnellbus is aus, den gibts erst morgen wieder.
· Muaterl: Und wia kimm i dann hoam?
· Fahrer: Steigens ruhig ein, i lass Eahna scho naus, mit hoam nehm i Eahna ned.

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In der Kategorie Bahn, Kommunikation, Reise am 06.01.13 um 01:19 Uhr veröffentlicht.
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Busfahrer-Dönekens I

Zwischen meinen journalistischen Phasen war ich auch Busfahrer. Angefangen habe ich im Linienverkehr, aufgehört im Reiseverkehr. In Dialogen mit Fahrgästen passieren manchmal unglaublich komische Sachen.

Das hat verschiedene Ursachen: Nicht jeder Fahrer (auch ich nicht!) ist jeden Tag gleich gut aufgelegt. Nicht jeder Fahrgast ist gleich gut drauf – oder hat überhaupt Ahnung, wie Öffentlicher Nahverkehr funktioniert. Alle Chefs, die ich in den Jahren hatte, waren Individualisten. Und übrigens: Ich habe in all den Jahren NIE einen Arbeitsvertrag unterschrieben, es ging immer per Handschlag und im Großen und Ganzen war es fair. Kleine Ausnahme: Beim letzten Arbeitgeber habe ich einen Vertrag unterschrieben. Aber da ging es besonders fair zu.

Schienenersatzverkehr (SEV) fordert allen Beteiligten ein Höchstmaß an Nervenkostüm ab. Züge fallen aus, Anschlüsse werden nicht erreicht. Fahrgäste sind beunruhigt und haben viele Fragen. Vor allem auch an das Fahrpersonal, das aber meist nicht den kompletten Überblick hat, sondern sich im besten Fall auf „Reisenden-Lenker” und „Einweiser” verlassen kann. Die Fahrer im SEV sind meistens schon abgeklärt, wie der folgende Dialog beweisen mag:

· Kunde: „Fahren Sie da, wo die S-Bahn fährt?”
· Fahrer: „Ich fahre auf der Straße.”
· Kunde: „Ja, ich mein, halten Sie da, wo die S-Bahn hält?”
· Fahrer: „Nein, nur möglichst nahe an den Haltestellen der S-Bahn.”
· Kunde: „Ich mein halt: Fahren Sie alles an?”
· Fahrer: „Wenn ich alles anfahre, ist der Bus kaputt und mein Chef böse.”

Der Kunde war ein „Mystery Customer Client” der Bahn, also einer, der die ordnungsgemäße Durchführung des Schienenersatzverkehrs überprüfen sollte.
Folge dieses Dialogs war, dass ich drei Tage später eine Stellungnahme schreiben durfte und danach von der Durchführung von Schienenersatz „befreit” war.

Aber ich lache noch heute.

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In der Kategorie Reise, Selbstreferentiell, Verkehr am 04.01.13 um 20:44 Uhr veröffentlicht.
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Gstanzl für die S-Bahn

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung soll der zweite Münchner Stammstreckentunnel rund 400 Millionen teurer werden als bislang bekannt. Begründung der Bahn: Höhere Planungskosten (*hust*) und die Verschiebung der Eröffnung von 2019 auf 2020.

Warum wundert mich das nicht?
Zeit für ein kleines Gstanzl:


Da zwoate Tunnel, der werd teurer /
warum wundert mi des ned? /
Weil überall, wo unser Bahn plant, /
as Goid recht schnell zu Ende geht.

Karlheinz Rieger twitterte wenig später:

In Stuttgart werd’s teuer, /
in Berlin scho erst recht. /
Drum wundert’s, dass Minga /
aa dabei sei da mecht.

Und oana geht no, meinte er kurze Zeit später: Voilá!

Die S-Bahn, die brauch ma /
des wiss’ma ja eh. /
Doch warum soi ma jetzt na /
in zwoa Tunnels steh’?

Das kann ich so nicht auf mir sitzen lassen. ;)

‘s is wurscht, ob alternativ /
ebbs billiga werden kannt /
mit Probebohrungen am Rathaus /
hat Ude gnua Goid vabrannt.

(Anmerkung: Ich sehe ein Gstanzl als politischen Beitrag – so, wie der Roider Jackl und andere diese gepflegt haben.)

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In der Kategorie Bahn, Gstanzl am um 11:11 Uhr veröffentlicht.
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(K)ein Jahresrückblick – III

Kooperationen und anderes …
Themen zu finden, ist nicht schwer. Themen journalistisch und weniger als Blogger aufzubereiten, ist schon schwerer. Ich habe mich zu Beginn meiner freien Tätigkeit gefragt, wie ich mich positionieren, wie ich bekannt werden kann. Ich habe meinem Bauch vertraut und so ganz unrecht hatte der dicke Bauch nicht.

Der erste kleine Knaller, den ich im Blog hatte, war meine Medienschelte und Kritik an der Berichterstattung des Spiegels in Bezug auf Dagmar Wöhrl. Dass Politiker von Journalisten genau beobachtet werden, ist kein Geheimnis. Aber bei allem Verständnis: Fairness geht anders, als es die Kollegen machten. Man kann auch kritisch sein, ohne unter die Gürtellinie zu gleiten. Deswegen hatte ich Hals und Bauch und musste etwas schreiben. Vor allem, wenn ich Dagmar Wöhrl als das sehe, was sie ist: Ein Mensch, dem es abseits der Parteipolitik wichtig ist, Menschen in das Zentrum ihres Handelns zu stellen. Der „Rant” gegen den Spiegel fand in einigen Publikationen Widerhall. Unter anderem berichtete „Pottblog” drüber, Christian Jakubetz und das Bildblog.
Dagmar Wöhrl ist auch eine der ersten Politiker(innen), die erkannt hat, dass Bloggen ein sehr guter Weg ist, sich der Welt mitzuteilen. Und Social Media der Weg, um es zu bekannt zu machen. Mein Respekt für @DWoehrl.

Stellen Sie sich vor, sie stehen in einer Reihe veritabler Kollegen vor dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. Alle Kollegen fragen wirklich ernsthafte Dinge, zur Position der Kirche, zum Aufenthalt in Regensburg, zu Ergebnissen der Konferenz. Und dann komme ich daher, locker, flockig, unbedarft und mit einer Anleihe bei einem geschätzten Kollegen, Richard Gutjahr. Was ungewöhnliches machen, was ungewöhnliches fragen. Und dadurch (auch) bekannt werden. Erzbischof Zollitsch hat einen Twitter-Account. Wie Sie hier nachlesen können, war die Frage nicht unbedingt von Erfolg gekrönt. Aber in dem Augenblick war mir das egal. Hinter mir saßen der damalige Generalvikar des Bistum Regensburg und der Pressesprecher des Bistums. Aus dieser Pressekonferenz entstanden Beiträge: Wie die Pressestelle des Bistum Regensburg Social Media nutzt und der twitternde Generalvikar des Bistums. Bis heute habe ich zu Michael Fuchs eine tiefe Bindung. Ich schätze ihn als Theologen, der mitten im Leben steht und durchaus die Strömungen in der Kirche erfasst. Und vor allem: Der auf Twitter einsteht für seine Überzeugung.

Aus der Lust auf Bericht und journalistisches Arbeiten habe ich mich damals beim Lokschuppen Rosenheim akkreditiert. Rosi Raab macht die Pressearbeit für den Lokschuppen. Eher in einem kleinen Nebenbei-Beitrag habe ich skizziert, wie sie Social Media nutzt. Und ich freue mich, wenn im nächsten Jahr eine Ausstellung zu Alexander dem Großen in den Lokschuppen kommt. Der Lokschuppen ist jedenfalls ein geniales Ausstellungszentrum, dass ich noch aus meiner Zeit als Busfahrer kenne. Und die diesjährige TIEFSEE-Ausstellung hat die Erwartungen mehr als übertroffen.

Was sonst noch war

Nicht vergessen möchte ich meinen Kollegen Gunnar Sohn mit seinem ichsagmal-Blog. Zusammen mit ihm und Hannes Schleeh, Arnoud de Kemp und Bernd Stahl saßen wir auf der informare und diskutierten. Und später entstand die Idee zum BloggerCamp, das sich nun auf Google+ verwirklicht.
Ebenfalls ins Gedächtnis geschrieben sind die Beiträge zur Verständigung. Unvergessen mein erster Besuch in der Synagoge in München – oder der in der Moschee in Markt Schwaben.
Immer wieder finden sich in meinem Blog auch Beiträge zur Bahn. Meistens kommt die Bahn nicht gut weg. Aber hier ist ein Beitrag, der mich selber noch begeistert. Rüdiger Grube ist ein Chef, dem ich zutraue, dass er wirklich auf die Basis hört.

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In der Kategorie Allgemein, Bahn, Hanns Seidel Stiftung, Kirche, Kommunikation, Service, Social Media am 29.12.12 um 08:00 Uhr veröffentlicht.
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Z’Fuaß samma schnella

In München ist Wiesn. Das heißt für die Bahn: Erhöhte Bereitschaft, mehr Personal. Alleine in den zwei Wochen des Oktoberfestes muss die Deutsche Bahn, vor allem die S-Bahn München die doppelte Kapazität an Fahrgästen verkraften.
Dieses Jahr hat die S-Bahn München deswegen nicht nur in Zusammenarbeit mit Deutscher Bahn und Bundespolizei ein verbessertes Sicherheitskonzept erarbeitet, sondern auch eine Aktion mit den Azubis gestartet: 20 Auszubildende weisen den Wiesn-Besuchern ab dem Hauptbahnhof den Weg zum Oktoberfest. Heiko Hamann, Chef des Münchner Bahnhofes, erläutert:

Vor die Aufgabe gestellt, sich eine fahrgastfreundliche Aktion zu überlegen, kamen die Azubis schnell auf eine Idee. Rund 20 Auszubildende sind im Bahnhofsmanagement beschäftigt. Sie haben die Aufgabe, die mit den Regional- und Fernzügen der Bahn ankommenden Gäste zu Fuß auf das Oktoberfest zu lotsen. Mit ihren grünen T-Shirts fallen sie im Gewirr von Reisenden und Wiesn-Besuchern auf. Pia Pflüger fasst zusammen:

Christoph Holbinger weiß zu ergänzen:

Die normale Arbeit muss aber auch noch gemacht werden, sagt Miriam Bunk:

Aber die Azubis werden von den Gästen angenommen. Michael Kuhn beschreibt das Feeling:

Darüber hinaus hat die Deutsche Bahn versucht, das Durcheinander der letzten Jahre auch vor dem Bahnhof in den Griff zu kriegen. Allzu störend waren die Fahrrad-Rikschas, die sich am Ausgang Bayerstraße aufhielten. Verbieten will und kann die Bahn das nicht, schließlich ist eine Rikschafahrt zur Wiesn ja nicht nur Vergnügen, sondern auch Entlastung der öffentlichen Verkehrsmittel. Deswegen hat man Parkplätze für die Radl-Transporteure ausgewiesen, sagt Heiko Hamann:

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In der Kategorie Bahn, Kommunikation am 25.09.12 um 23:18 Uhr veröffentlicht.
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Die S-Bahn ist auf die Wiesn vorbereitet

Die Bahn zeigt sich zehn Tage vor der Wiesn gut aufgestellt. Das machten Bahn, S-Bahn und Bundespolizei heute auf einer Pressekonferenz deutlich. Dazu kommt dieses Jahr erstmals der Versuch, Besucher der Wiesn vom Hauptbahnhof und der Hackerbrücke aus auf getrennten Wegen zu lotsen.

Zusätzlich werden die Streifen des Bahnsicherheitsdienstes (SOD) und der Bundespolizei verstärkt. 26 Mitarbeiter werden den Zustieg an der S-Bahn-Station Hackerbrücke regeln. In den Abendstunden werden durchgehend Vollzüge statt Kurzzügen verkehren. Der 20-Minuten-Takt wird in den Abendstunden bis nach Mitternacht aufrecht erhalten.

„Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Fahrgäste abends nur noch eins wollen. Schnell nach Hause”, so Bernhard Weiser. Allein für die Bahn sind das mehr als 12.000 zusätzliche Personalstunden.
Die S-Bahn München erhöht mit über 600 zusätzlichen Zügen im Spätverkehr an den Wochenenden und unter der Woche ihr Angebot. Dadurch entstehen bis weit nach Mitternacht ein Zwei-bis-fünf-Minuten-Takt auf der Stammstrecke. Die Fahrpläne zum Oktoberfest werden auf Plakaten veröffentlicht und sind im Internet abrufbar.
Auch personell verstärkt die Bahn ihre Präsenz:

Auch die Bahnpolizei rüstet sich personell auf: Weniger Urlaub für Beamte während der Wiesnzeit, zusätzlich kommen 100 Bundespolizisten aus anderen Ländern nach München. Schwerpunkt auch hier: Die Hackerbrücke und der Hauptbahnhof.
Es geht um gut zwei Millionen Fahrgäste, mit denen die Bahn zum Oktoberfest rechnet. Und um deren Sicherheit. Zusätzliche Brisanz erhält die Wiesn dieses Jahr durch die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit, die dieses Jahr Bayern ausrichtet.
Jürgen Vanselow, Chef der Bundespolizei-Inspektion München:

Die Bundespolizei ist gebührenfrei unter +498006888000 erreichbar.

Und Raimund Paul, Sicherheitsbeauftragter bei der Bahn, betont, dass auch im Ansagezentrum und bei „3S” das Personal bis Betriebsschluss verstärkt wird. „3S” steht für Sicherheit, Sauberkeit und Service.

Die Mitarbeiter von „3S” können schnell koordinieren. Die Nummer lautet: +49 89 13081055. (Tipp: Telefonnummern im Mobiltelefon abspeichern.)

Im letzten Jahr, so Bernhard Weiser, Chef der Münchner S-Bahn, summierten sich die Verspätungen zur Wiesn auf 18.000 Minuten, acht Stammstreckensperrungen gab es, gut 200 Mal konnte die S-Bahn nicht an der Hackerbrücke halten, weil die Sicherheit nicht mehr gegeben war. Die Pünktlichkeitsrate sank während des Oktoberfestes auf unter 90 Prozent.

Neu ist in diesem Jahr, dass Bahn, S-Bahn und Bundespolizei in Zusammenarbeit mit MVG und Kreisverwaltungsreferat versuchen, die Wiesn-Besucher vom Hauptbahnhof und der Hackerbrücke auf getrennten Wegen zur Theresien-Wiese zu lotsen. Nebenstehende Grafik zeigt die Wege.

In diesem Jahr werden auch DB-Regio und Südostbayernbahn ihr Zugangebot verstärken.
Nach Freilassing, Augsburg, Kempten und Mühldorf werden mehr Garnituren eingesetzt.

Im vergangenen Jahr führte das Verhalten von Wiesn-Besuchern zu zahlreichen Polizeieinsätzen bei der S-Bahn. Insgesamt gab es 17 Streckensperrungen wegen Betrunkener im Gleis und neun unerlaubte Notbremsungen. Folglich sank die Pünktlichkeit erheblich auf unter 90 Prozent. Bernhard Weiser appelliert an die Wiesn-Besucher sich der Gefahren des Eisenbahnverkehrs bewusst zu sein und den Anweisungen des Sicherheitspersonals Folge zu leisten:


_______
Bildhinweis: Die Grafik der Fußwege wurde mit freundlicher Genehmigung seitens Bahn und MVG eingestellt.

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In der Kategorie Bahn, Service am 12.09.12 um 17:41 Uhr veröffentlicht.
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Sieben Wochen(enden) ohne …

… S-Bahn auf der Stammstrecke. Die Bahn zieht Bilanz

Der Schienenersatzverkehr auf der Stammstrecke ist gut gelaufen. Zu diesem Ergebnis kommt Bernhard Weisser, der Chef der Münchner S-Bahn. Durch die frühe Information aller Beteiligten habe sich jeder gut auf die Behinderungen einstellen können.
Weisser zog Montag vormittag Bilanz:

Während des Schienenersatzverkehrs hat die S-Bahn München rund 1,4 Millionen Fahrgäste befördert. Sichergestellt haben das 60 Busse, die rund 10.000 Fahrten zwischen Ostbahnhof und Pasing zurücklegten. Dabei sind viele Fahrgäste in der Stadt gleich auf U-Bahn oder Tram umgestiegen. Im Vorfeld hatte die Bahn auch bei der MVG höhere Leistungen bestellt. Trotzdem: Eng wurde es, als der Christopher-Street-Day stattfand, die Busse weder Marienplatz noch Stachus anfahren konnten und die Parade der Schwulen und Lesben stattfand. Hier war Fingerspitzengefühl gefordert. Anders stellte sich die Situation an der Donnersberger Brücke dar. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hatte eine Baustelle eingerichtet, diese aber nicht als Behinderung für den SEV bedacht.

Rund 200 Hilfskräfte hatte die Bahn zusätzlich eingesetzt, diese sollten an den Stationen Hilfestellung geben. Hilfe, die nach Augenzeugen-Berichten nicht immer so gegeben wurde, wie es vielleicht wünschenswert gewesen wäre. Auf Twitter erregten sich ein paar Gemüter, dass Müttern mit Kinderwägen nicht beim Einstieg geholfen wurde oder „das Personal nur rumlungerte”:


Bernhard Weisser entgegnete in der Pressekonferenz dazu:

Weisser bedankte sich bei allen Beteiligten, vor allem bei den Fahrgästen, die diese Behinderungen aushalten mussten und versprach, dass alle Protokolle und Erfahrungen ausgewertet werden:

Für dieses Jahr wird es das mit den Bauarbeiten bei der Bahn gewesen sein. Allerdings fordern Brandschutz und die Instandhaltung des Streckennetzes auch in den nächsten Jahren Sperrungen. Wie das aussieht, weiß derzeit noch keiner so ganz genau. Aber die S-Bahn arbeitet schon an den Einzelheiten:

Die Bahn hat rund 66 Millionen Euro in die Ertüchtigung der Stammstrecke gesteckt.

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In der Kategorie Bericht am 20.08.12 um 14:55 Uhr veröffentlicht.
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Neuer Lack im 40. Jahr

Witterung und Graffiti haben die S-Bahnen in München im Laufe der Jahre unansehnlich werden lassen. Deswegen bekommen alle 238 Garnituren bis Jahresende einen neuen Schutzlack. Kein billiges Unterfangen, die Bahn nimmt rund 1,5 Millionen Euro in die Hand, die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) beteiligt sich zu gut einem Drittel an den Kosten.

Mit dem neuen Lack können die Wägen leichter von Verunreinigungen wie Insekten, aber auch von Graffiti befreit werden. Früher rückten die Reinigungstrupps den Bahnen mit aggressiven Chemikalien zu Leibe, heute achtet die Bahn auch auf Umweltverträglichkeit, wie Jörg Rau vom S-Bahn-Werk Steinhausen betont:

Graffiti sind nicht nur Sachbeschädigung. Sie erzeugen beim Fahrgast auch ein Gefühl der Unsicherheit, weiß Bernd Honerkamp, Pressesprecher der S-Bahn München:

Jedes Fahrzeug schlägt dabei mit 15.000 Euro zu Buche. 131 Garnituren hat die Bahn bereits neu lackiert, die restlichen 107 folgen bis Jahresende. Um die Schäden aus Vandalismus zurückzudrängen, setzt die Bahn auf Videoüberwachung. Aber auch die Mitarbeiter von DB-Sicherheit kümmern sich darum, sowohl im Werk Steinhausen als auch an den Plätzen im Umland, an denen Garnituren abgestellt werden.

Bevor der Schutzlack aufgebracht wird, bessern die Werksmitarbeiter aber Korrosions- und Farblackschäden aus. Dafür muss das Fahrzeug für 36 Stunden aus dem Verkehr genommen werden. Abends um 19 Uhr beginnen die Arbeiten, erklärte Jörg Rau.

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In der Kategorie Bahn, Wirtschaft am 16.08.12 um 14:23 Uhr veröffentlicht.
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Positive Bilanz der Bauarbeiten

Noch ein Wochenende, dann ist es geschafft: Die Bauarbeiten an der Stammstrecke gehen zu Ende. Heiko Hamann mit seinem Stab zog eine positive Bilanz: Die Arbeiten sind im Plan, rein bautechnisch betrachtet kam es zu keinen Pannen oder Unglück. Über 200 Arbeitskräfte waren jedes Wochenende 56 Stunden im Einsatz. Rund 16 Kilometer Schienen samt Schotter und dazugehörigen Schwellen wurden erneuert und ausgetauscht.
Gegen das Winterwetter wurden 18 von 27 Weichen mit sogenannten Verschlussfachabdeckungen nachgerüstet. Die sorgen zusammen mit der elektrischen Heizung dafür, dass die Weichen im Winter nicht mehr einfrieren. Auch Kabelkanäle, Zugfunkanlagen und die Tunnelbauwerke wurden inspiziert und bei Bedarf saniert.

Ein weiterer Punkt war der Brandschutz in den fünf Tunnelbahnhöfen. Die alten Funkenschutzplatten an der Oberleitung wurden rausgerissen. Gute 200 Tonnen Stahlschrott fielen dabei an.
Eine neue Bahnsteigbeleuchtung wurde eingezogen, die weniger Energie verbraucht und heller strahlt, die Decke wird neu abgehängt.

Diese Arbeiten wird die Bahn auch noch in den Folgejahren fortsetzen, die unterirdischen Bahnhöfe der Stammstrecke werden also an einigen Stellen auch noch weiter einer Baustelle gleichen.

Daneben wurden die Treppenaufgänge erneuert und neu „eingehaust“, der Standard entspricht modernsten Ansprüchen und Verordnungen. Mit der Baumaßnahme wird erreicht, dass im Falle von Feuer und Rauch die Fluchtwege möglichst lang rauchfrei bleiben.

Heiko Hamann, Leiter des Bahnhofmanagements München:

Rund 66 Millionen Euro hat die Bahn in die Ertüchtigung der Stammstrecke gesteckt, davon entfielen sechs Millionen Euro auf den Gleiskörper.
Eine Bilanz des Schienenersatzverkehrs wird in der kommenden Woche gezogen.

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In der Kategorie Bahn, Bericht, Reise, Wirtschaft am 13.08.12 um 17:03 Uhr veröffentlicht.
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Eine App und ihre Folgen ….

Schnell zum Bahnhof und einen Zug besteigen, für die Fahrkarte am Automaten bleibt kaum Zeit.
Diese Situation kommt Ihnen bekannt vor?
Aber das muss doch nicht sein!
Dafür gibt es doch eine App.
Die von „Touch & Travel”.
Eine tolle Erfindung.

Ich habe eine IsarCard 9 Uhr für den MVV. Das heißt, ab 9 Uhr kann ich alle Verkehrsmittel des Münchner Verkehrsverbundes nutzen. Für einen Journalisten ausreichend, die meisten Pressekonferenzen und Veranstaltungen sind erst ab 10, meistens sogar 11 Uhr angesetzt. Gelegentlich kommt es aber vor, dass auch der Journalist früher raus muss. Gestern hatte ich einen solchen Termin. Normalerweise kaufe ich dann eine Kurzstrecke um 1,20 Euro, nehme die S-Bahn um 08.56 Uhr und wenn ich die nächste Station Poing erreicht habe, ist es 9 Uhr und meine IsarCard gilt.
Ein korrektes und legales Vorgehen.
Allein: Die steuerliche Erfassung eines Beleges um 1,20 Euro nervt. Und da solche „Grenzfälle” öfters vorkommen, war ich dankbar, dass ich Touch & Travel entdeckte. Einfach am Bahnhof einchecken, beim nächsten Bahnhof auschecken, die Strecke wird erfasst, der Betrag vom Konto abgebucht und ich bekomme eine Monatsrechnung. Meine Steuerberaterin freut’s, mich auch. Und das nicht nur, weil das lästige Anstehen am Automaten entfällt.

System mit Schluckauf

Ich habe mich für den Dienst registriert. Schnell bekam ich meine Kundennummer per Mail mitgeteilt, auf meinem Mobiltelefon landete die SMS mit der PIN.
Auf dem Smartphone habe ich mich eingeloggt, klappte vorzüglich.
Mit den gleichen Daten wollte ich mich dann auf der Website einloggen, weil ich natürlich in die Tiefen des Systems vordringen möchte.
Nach fünfmaliger Eingabe von Kundennummer und Pin und dem fünfmaligen Hinweis, dass diese nicht zusammenpassen würden, wurde mein Zugang gesperrt.
Ein Anruf bei der kostenlosen Hotline ergab, dass man für den Webzugang ein anderes Passwort als für die App braucht.
Leider hat mich die Mail mit diesem Passwort aber nicht erreicht, das Touch&Travel-System hatte wohl Schluckauf. Kein Problem, die freundliche Dame am Telefon schickte mir stante pede eine neue Kennung zu und entsperrte meinen Zugang.

Mein erstes Mal …

Ja, ich war richtig geil drauf, diese App zu testen. Und ich war bereit, sogar mehr als 1,20 Euro in der Rechnung zu zahlen. Ein Bekannter fährt morgens um 8.36 Uhr mit der S-Bahn durch Markt Schwaben. Check: um 9 Uhr ist diese Bahn am Ostbahnhof. Zwei Zonen, 5 Euro. Okay, also ein Heiermann der Neuzeit – wer geil ist, zahlt jeden Preis. Fast.
Ein Touch&Travel – Kasterl für NFC oder Barcode-Scan hat Markt Schwaben nicht. Ich habe also via App eine Standortbestimmung durchführen lassen. Und ich wurde sogar richtig in Markt Schwaben lokalisiert. Also: Fahrt begonnen. Am Ostbahnhof aus der Bahn heraus die Fahrt beendet. Die Betrag für die Fahrt würde mir später angezeigt. Okay. Kein Problem. Zumal ich ja im Verbund fahre und auf der Website geschrieben wird, dass man mehrere Fahrten gegebenfalls zu einem Tagesticket zusammenfassen würde.

… hätteste mal besser verhütet …

Als ich später in einer Konferenz bin und zwischendrin meine Mails checke, sehe ich eine von Touch&Travel. Ah! Gleich aufmachen, ist sicher der Fahrtpreis drin aufgelistet. Weit gefehlt! Ich werde belehrt, dass ich die App außerhalb des Geltungsbereiches benutzt habe.
Und weiter: „Bei der oben genannten Fahrt berechnen wir die von Ihnen genutzte Strecke bis zum letzten Tarifpunkt innerhalb des Geltungsbereiches im Touch&Travel-System. Bitte beachten Sie, dass Sie für anderweitige Fahrten mit der Touch&Travel-App keine Fahrtberechtigung besitzen und im Falle einer Kontrolle mit einem erhöhten Beförderungsentgelt (EBE) zu rechnen haben.”

… und das Zittern vor den Folgen …

Verlasse Dich NIE auf das, was Du auf Websites liest: „DB Regio – Wir bieten Ihnen mit unseren Regionalzügen, S-Bahnen und Bussen über ein weit verzweigtes Regionalverkehrsnetz Anschluss in Ballungsräumen und in der Fläche.”
Gut, die S-Bahn München ist wohl nicht DB-Regio. Hätte ich als bahnaffiner Kunde eigentlich wissen müssen. Aber verliert man in der Geilheit nicht manchmal den Blick für sowas? Aber wenn ich mich doch einloggen und ausloggen darf? Jahaaa, die Unwissenheit schützt vor den Folgen nicht!
Jetzt sitze ich also da und warte auf die Rechnung von Touch&Travel.
Und werde Buße tun und meine Karten weiterhin am Automaten ziehen.

Immer diese falsch zu verstehende App-Economy.

(Ich werde den Bericht fortsetzen …)

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In der Kategorie Bahn, Bericht, Computer am 27.07.12 um 06:37 Uhr veröffentlicht.
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Fährst Du noch oder sharst Du schon?

Früher war alles einfacher: Man hatte ein Auto, der Sprit war billig, öffentliche Verkehrsmittel waren das Statussymbol von Schulkindern oder weniger Begüterten. Wer freiwillig auf das Auto verzichtete, wurde scheel angeguckt.
Angesichts knapper Ölreserven und fehlendem Platz in Städten, um ein Auto zu parken, ist das Auto heute nicht mehr das erste Mittel der Wahl.
Deswegen gibt es Überlegungen, wie man öffentliche und individuelle Mobilität miteinander kombinieren kann. Wie kann das aussehen, wenn Münchner nach Garmisch fahren möchte? Muss er das Auto nehmen oder kommt er als Bahnreisender beispielsweise auch über Garmisch hinaus und tiefer ins Oberland?

Karl Heinz Keil, Markus Schildhauer, Martin Keil, Prof. Klaus Bogenberger, Gunnar Heipp (v.l.n.r.)

Dieser Frage ging letzte Woche das 10. Verkehrspodium der Hanns-Seidel-Stiftung nach. Martin Keil von BMW, Gunnar Heipp von der MVG, Markus Schildhauer vom ADFC, Professor Klaus Bogenberger von der Bundeswehr-Uni und Dr. Christoph Ebert von eGAP diskutierten unter der Leitung von Karl Heinz Keil (HSS).
Die Frage: Wie sieht die urbane Mobilität der Zukunft aus?

Rund 90 Besucher waren auf alle erdenklichen Arten, zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto, den Öffentlichen gekommen, um sich in einer exzellenten Veranstaltung zu informieren.
Vorweg: Auch Automobilkonzerne haben erkannt, dass Benzinschleudern nicht mehr zeitgemäß sind und entwickeln schon seit geraumer Zeit erfolgreich Autos mit Hybrid- oder Elektroantrieb.
Mehr noch: BMW als Beispiel investiert auch in Apps, also Applikationen für Mobilgeräte, die Vernetzung ermöglichen sollen. Der Gedanke ist reizvoll, kein eigenes Auto mehr zu haben und unterhalten, sondern am Endpunkt der Reise vom Zug auf das Leihauto umsteigen kann. Auch die Bahn bietet diesen Service bereits an. Bei BMW ist zumindest soviel klar, dass der Konzern die Autos maximal ein halbes Jahr im Leihpool lässt, dann werden sie ausgetauscht.

Rund 90 Besucher interessierten sich für das Thema und diskutierten mit.

Martin Keil meinte dazu auf Nachfragen aus dem Publikum, dass das mit eine Garantie dafür sei, dass der Kunde gewartete Fahrzeuge übernehmen könne.
Eine andere Fortbewegungsart empfiehlt Markus Schildhauer vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. Zusammen mit der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) bietet man ein Klappfahrrad an, das zusammengefaltet nicht größer als ein Reisetrolley ist und so praktisch beim Umstieg in den Zug oder die S-Bahn mitgenommen werden kann.
Seine Kernaussage: Es braucht nicht mal ein eigenes Fahrrad, man wird sich bald auch Lastenfahrräder für den Einkauf ausleihen können.

Einen umfassenderen Ansatz will die Modellregion eGAP gehen. „Wie machen wir das“, fragte Dr. Christoph Ebert das Publikum, „wenn sich jemand in ländlicher Region ein Auto leihen will und wie kriegen wir das wieder an den Verleihpunkt zurück?“
Diese Fragen sollen in Forschungsprojekten wie eGAP geklärt werden. Die Modellregion Garmisch-Partenkirchen wurde mit Bedacht gewählt. Einerseits ländliche Struktur, gebirgige Region und andererseits touristisch attraktiv.
Ebert erläuterte, dass es darum geht, bestehende Verkehrsangebote wie Bus und Bahn im Konzept zu verknüpfen:

Zweieinhalb Jahre wird nun dieses Konzept, unter anderem mit Elektro-Fahrrädern und -Autos ausprobiert.

Bleibt zu hoffen, dass auch die Deutsche Bahn eine solche Universalfahrkarte auf die Reihe kriegt. Bei allen anderen Beteiligten besteht die Sicherheit, dass sie ihren Teil zum Gelingen beitragen werden.

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In der Kategorie Bericht, Hanns Seidel Stiftung, Reise, Service am 18.07.12 um 16:41 Uhr veröffentlicht.
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MVG-Logik. Auf dem Kopf stehend.

Auf dem 10. Verkehrspodium der Hanns-Seidel-Stiftung war unter anderem Gunnar Heipp von der MVG zu Gast. Ich nutzte bei einem sehr interessanten Vortrag zur Mobilität der Zukunft die Gelegenheit, ihn zu einem Semester-Ticket für Münchner Studenten zu befragen. Eher nebenher fiel mir ein, dass ich als MVV-Kunde im Umland gefühlt den Stadtverkehr mitfinanziere:

Meine zweiteilige Frage:

Die Antwort von Gunnar Heipp auf die Tarifstruktur:

Gunnar Heipp von der MVG

Also nochmal zum langsamen Nachlesen:
Die Stadtkunden der MVG finanzieren das Umland (MVV) mit.
Weil: Ich habe auf dem Land weniger Angebot und darf mehr Kilometer fahren.
Oder so.
Eine IsarCard Ring 1 bis 8 kostet mich 107,30 €. Nicht falsch verstehen, das ist ein Preis, den ich gerne zahle. Und in Markt Schwaben bin ich recht gut angebunden.
In Wolfratshausen, wie Gunnar Heipp es anführte, sieht es anders aus. Klar, ich kriege zum Beispiel mit der Kurzstrecke (1,20 €) mehr Kilometer, die ich mit dem Bus fahren darf, als ein Stadtbewohner, der darf nur maximal 4 Stationen fahren (ca. 1,6 Buskilometer im Normalfall). Auf dem Land habe ich ein eingeschränktes Mobilitätsangebot. Aber ich bin glücklicher, weil ich mehr Kilometer fahren darf. Ist ja Wurscht, dass ich am Wochenende oder abends nimmer weiterkomme.

So, wer sich jetzt noch nicht aufgeregt hat, darf sich die Antwort auf die Frage nach einem Semesterticket für München noch geben:

Gut, dass die meisten Studenten mit dem Radl an die Uni fahren, weil sie ja auch in Radlnähe wohnen.
Dann sind die Öffentlichen Verkehrsnittel in München wenigstens nicht so voll.

Andererseits: Der Student zahlt ja nur eine geringfügig höhere Miete in Uni-Nähe und erarbeitet sich das Geld für sein Leben mit Nebenjobs, die seine Regelstudienzeit nicht beeinträchtigen.

Vielleicht verstehen Sie jetzt, dass ich das Logo der MVG auf den Kopf gedreht habe.

(Entschuldigung: Ich habe in diesem Artikel satirische Elemente versteckt.)

Der Bericht über das Verkehrspodium der Hanns-Seidel-Stiftung folgt noch.

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In der Kategorie Bahn, Bericht, Zwischenruf am 13.07.12 um 20:21 Uhr veröffentlicht.
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„Überzeugen statt Petzen“ – Die Schülerbegleiter der S-Bahn München

Das Bild ist aus vielen Reportagen im Fernsehen bekannt: Horden von Schülern, die ungeduldig in die S-Bahn drängeln, sich auf Sitzen flätzen, in der Gruppe mutig werden, andere Fahrgäste, meistens schwächere Schüler, werden belästigt oder drangsaliert, manche vergreifen sich gar an der Inneneinrichtung. Oft überschreiten Schüler auch einfach die Bahngleise. Die Gefahr ist groß, der materielle Schaden immens, das Verhalten der Schüler unsozial.
Es muss aber nicht so sein. Die Deutsche Bahn bildet seit mehreren Jahren auch im Bereich der S-Bahn München Schülerbegleiter aus.

Lokführer Michael Siegel bildet mit Kollegen die Schülerbegleiter aus

Dabei ist das Konzept denkbar einfach: Statt Erwachsene einzusetzen, die bei Jugendlichen eher Kopfschütteln oder Ignoranz ernten, setzt die Bahn auf Schüler. Wie Klaus Figur und Michael Siegel betonen, ist es viel wirksamer, dass Schüler die Gleichaltrigen auf Fehlverhalten hinweisen oder deeskalierend eingreifen.

Damit die Schüler das machen können (und dürfen!), werden sie von den beiden Lokführern geschult. Rund 60.000 Euro nimmt die S-Bahn München pro Jahr in die Hand, um den Schülerbegleitern den richtigen Umgang mit Krisensituationen beizubringen.
Die Schüler der 8. Jahrgangsstufe sollen dabei nicht Helden spielen, sondern dürfen nach Abschluss der Ausbildung selber entscheiden, ob sie in der S-Bahn eingreifen. „Wichtig“, so die Trainer, „ist, dass sich die Begleiter nicht selbst in Gefahr bringen.“

Für ihren Einsatz sind die Schülerbegleiter nun geehrt worden. Neben Norbert Klimt von der Deutschen Bahn und dem Präsidenten der Bundespolizeidirektion München, Hubert Steiger, war auch der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil auf der Bühne, um den Schülerbegleitern zu danken. Moderator Tim Wilhelm fragte den Minister:

Viel Lob für die Schülerbegleiter von Bundespolizei, Bahn und Minister

Eine Schülerin schilderte im Interview auf der Bühne das Vorgehen als Begleiterin. Sie sparte nicht mit Kritik an anderen Fahrgäste, die in Konfliktsituationen nur zuschauen:

Die Idee zu Schülerbegleitern entstand in den 90er Jahren im Ruhrgebiet. Die Schäden, die randalierende Schüler an Fahrzeugen anrichteten, die Sicherheit, die während der Fahrt nicht gewährleistet war, hat die Verkehrsgesellschaft auf den Plan gebracht, neue Wege zu gehen:

Für besonders Mutige: Der Salto Rückwärts

700 Schüler haben bei der S-Bahn München die dreimonatige „Ausbildung“ bisher durchlaufen. Teilnehmen können grundsätzlich alle Schulen aus dem Einzugsgebiet der S-Bahn. Den Lohn für Ihren Einsatz bekamen die Schülerbegleiter nun mit einem Sommerfest vergolten. Die Bahn hatte neben Aktions- und Geschicklichkeitsspielen auch kreative Workshops im Angebot: Schminken wie ein Maskenbildner oder T-Shirts bemalen. Die Mittel für dieses Fest wurden übrigens nicht aus dem Ausbildungsetat genommen.

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In der Kategorie Bahn, Kommunikation, Reise am um 11:25 Uhr veröffentlicht.
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Barrierefreier Ausbau des Bahnhofs Pasing nimmt Gestalt an

Seit über vier Jahren wird am Bahnhof in Pasing gebaut. Ziel ist, den Bahnhof barrierefrei zu gestalten. Dafür hat die Bahn gut 35 Millionen Euro in die Hand genommen. Seit Oktober 2009 sind die S-Bahnsteige schon mit Aufzügen erreichbar, dieses Jahr im August sollen die Bahnsteige 3 und 4 Rolltreppen bekommen. Dort fahren die Regionalzüge ab. Der Aufzug ist schon in Betrieb. Das war für den Leiter des Bahnhofmanagement München, Heiko Hamann, die Gelegenheit, das Projekt nochmals vorzustellen und eine kleine Bilanz zu ziehen.

Der Fahrstuhl an Gleis 3/4 ist schon in Betrieb, doch die Arbeiten gehen weiter, so Heiko Hamann:

Rund 600 Radl-Stellplätze soll es in der Unterführung geben, die Hälfte davon ist jetzt schon nutzbar. Das Reisezentrum soll auch in die Unterführung und raus aus dem historischen Gebäude. Für das gibt es andere Pläne:

Bis November 2012 sollen die Aufzüge und Rolltreppen an den Gleisen 9 und 10 (Fernverkehr) eingebaut sein. Und dann wird verschönert:

Baustelle Bahnhof Pasing. Bis Jahresende soll es wieder schön aussehen.

Dafür wird es nochmal eng werden in der Unterführung: Es wird halbseitig abgesperrt, damit der Boden verlegt werden kann.
Beim barrierefreien Bau des Pasinger Bahnhofs hat die Bahn auch an sehbehinderte Menschen gedacht: Alle Bahnsteige und Wege werden taktil ausgelegt.

Um die historische Substanz des Bahnhofs gleichermaßen wie die neu eigebauten Zuganzeiger, Dächer und Gerätschaften zu schützen, werden zum Tauben vergrämen die bekannten Metallstifte eingesetzt.

Im Dezember soll nach Plan dann ein Bahnhofsfest den Abschluss der Bauarbeiten markieren.

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In der Kategorie Bahn, Reise, Service am 29.06.12 um 16:34 Uhr veröffentlicht.
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Sperrung der Stammstrecke München

Wichtige Info, nicht nur für Nachtschwärmer:
Schon vor der großen Stammstrecken-Sperrung ab 6. Juli (Heinrich graut’s berichtete) fallen in den Nächten von Sonntag auf Montag auf der Stammstrecke die S-Bahnen aus. Grund sind Vorarbeiten.

Beginn ist in der Nacht vom 17. auf den 18. Juni.

S-Bahn-Chef Heiko Hamman weist darauf hin, dass ab 6. Juli schon am Freitag nachmittag ab 16 Uhr mit Behinderungen wegen der Bauarbeiten zu rechnen ist:

Die letzten Züge werden die Stammstrecke dann bis ca. 20 Uhr verlassen haben.

Update: Die S-Bahn München hat das Infoheft auch als PDF-Download publiziert. Mit allen Fahrplänen, Haltestellenübersichten und Antworten zu den wichtigsten Fragen.

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In der Kategorie Bahn, Reise, Service, Wirtschaft am 25.06.12 um 05:20 Uhr veröffentlicht.
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Was für ein Tag

Vergangenen Mittwoch reihte sich bei der Bahn und S-Bahn München wieder mal ein Unglück und Ausfall an den anderen.
Kurz aufgezählt:
In der Früh Personenschaden bei Schleissheim. Zugverkehr beeinträchtigt, S-Bahn kann fahren.

Im morgendlichen Berufsverkehr folgt dann eine Signalstörung am Rosenheimer Platz. Verzögerungen Richtung Ostbahnhof bis 10 Minuten.
Dazu kommt ein Notarzt-Einsatz am Hauptbahnhof (tief).
Zwischendrin funktioniert das Signal am Rosenheimer Platz wieder, der Notarzt-Einsatz ist beendet.
Nicht lange, und am Hauptbahnhof muss die Feuerwehr anrücken.
Und das Signal am Rosenheimer Platz fällt wieder wegen Störung aus.
Zwischen Mühldorf und Dorfen meldet die Südostbayernbahn Zugausfälle. Wegen Personenschaden.
Richtung Ostbahnhof kann die S-Bahn die Verspätungen abbauen, das Signal arbeitet wieder.
Dafür gibt es eine Weichenstörung am Ostbahnhof, die Züge können Richtung Innenstadt nur mit Verzögerung in den Stammstreckentunnel einfahren.
Gegen 10.25 Uhr gibt es eine Mail vom Streckenagenten, dass sich die Verzögerungen Stammstrecke Richtung Ostbahnhof auflösen.
Dafür ist jetzt das ganze Stellwerk am Ostbahnhof gestört.
Vom Stachus bis zum Ostbahnhof braucht der Zug gute 25 Minuten, mit Aufenthalt am Rosenheimer Platz und Dauerhalt im Tunnel, weil er nicht einfahren kann.
Grund: Signalstörung Rosenheimer Platz und Stellwerkstörung Ostbahnhof.
Der ganze Vormittag war mehr oder weniger eine einzige Störung auf der Stammstrecke.

Die S-Bahn München muss dringend fit gemacht werden!

Gegen Personenschäden kann die Bahn nur wenig beziehungsweise nichts machen. Verstehen Sie mich nicht falsch!

Aber: Wie wäre es, wenn man die Gelder, die der Flughafen München derzeit nicht mehr braucht, weil es keine dritte Startbahn gibt, einfach in die Ertüchtigung der Stammstrecke einbringt? Oder gar eine Alternative zur Stammstrecke erwägt? Eine zweite Röhre halte ich für wenig geraten, besser wäre aus meiner Sicht eine Art Ringstrecke, so dass Pendler, die aus einem Außenbereich des MVV in den anderen müssen, mit wenigen Umstiegen weiterkommen. In der Stadt kann kam sich mit ein wenig Geschick ja mittels U-Bahn, Tram und Bus behelfen. Und mit etwas Planungsgeschick sollte sich eine Ringstrecke so verwirklichen lassen, dass man nicht großartig neu bauen muss, um München zu umfahren. Eine Strecke im Süden gibt es ja schon.

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In der Kategorie Bahn, Computer, Kommunikation, Reise, Zwischenruf am 23.06.12 um 07:00 Uhr veröffentlicht.
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Am Wochenende ist die Stammstrecke dicht

Ab dem 6. Juli müssen sich Nutzer der Münchner S-Bahn auf Behinderungen einstellen. Für sieben Wochenenden, bis zum 20. August, wird die Stammstrecke nicht befahren. Stattdessen gibt es zwischen Ostbahnhof und Pasing Schienenersatzverkehr mit Bussen. Die Busse setzen ab Freitag, 19.30 Uhr ein und fahren bis Montag früh 4.00 Uhr. Die Bahn wechselt die Gleise und den Oberbau aus, außerdem wird der Brandschutz in den Tunnelbahnhöfen verbessert.

Das sind die Änderungen:

Von Osten her enden die S-Bahnen 2, 3, 4, 7 am Ostbahnhof.
Von Westen her enden die S3 und S4 in Pasing. Die S 1, S 2, S 6 und S 7 fahren von der letzten Station vor der Stammstrecke aus ohne Halt bis zum Hauptbahnhof. Sie enden vorwiegend im Starnberger Flügelbahnhof.
Die S8 fährt ab Pasing ohne Halt zum Ostbahnhof und dann normal weiter zum Flughafen. Dafür nutzt sie den Südring und hält am Ostbahnhof auf Gleis 7.
Die Busse zwischen Ostbahnhof und Pasing sollen alle 3 bis 5 Minuten fahren.

Der 10-Minuten-Takt in Berufsverkehr wird teilweise ausfallen.

Wegen des Christopher-Street-Day (CSD) in München werden am Wochenende 14./15. Juli Stachus (Karlsplatz) und Marienplatz nicht angefahren, stattdessen verkehren die SEV-Busse über den Odeonsplatz.
Die Bahn wird die Fahrpläne rechtzeitig bekanntgeben, auch Heinrich graut’s wird dazu verlinken.

S-Bahn-Chef Heiko Hamman weist darauf hin, dass ab 6. Juli schon am Freitag nachmittag ab 16 Uhr mit Behinderungen wegen der Bauarbeiten zu rechnen ist:

Die letzten Züge werden die Stammstrecke dann bis ca. 20 Uhr verlassen haben.

Der Schienenersatzverkehr der S-Bahn im Überblick. Grafik: MVV München

(Quelle: Deutsche Bahn, S-Bahn München, pdf)

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In der Kategorie Bahn, Reise, Service am 07.06.12 um 08:34 Uhr veröffentlicht.
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Der SEV bei der Münchner S-Bahn

Der Schienenersatzverkehr (SEV) der Münchner S-Bahn zwischen Riem und Erding läuft mittlerweile routiniert. Viele Berufspendler haben sich nach dem gestrigen ersten Schock auf die Situation eingestellt. Nach Aussagen von Busfahrern und Bahn-Mitarbeitern vor Ort steigen viele Fahrgäste auf die stündlich verkehrenden durchgängigen Bahnen um.

Am Dienstag fuhren sowohl morgens als auch abends teils drei oder vier Busse. Zu einem Engpass kommt es in Riem, wo die teils 15 Meter langen Busse durch eine Baustelle fahren. Routinierte Busfahrer schaffen das, aber mit den sehr langen Bussen ist es schwer. Hier sollte die Bahn beziehungsweise die mit der Durchführung und Planung betraute Bahn-Tochter RVO sich im Vorfeld mit den betroffenen Gemeinden verständigen.

 

Baustellen und falsche Ansagen

Durch diese Engstelle in Riem muss der Schienenersatz-Bus fahren.

Bei entsprechender Kenntnis von Baustellen können solche Nadelöhre durch andere Routen vermieden werden. Da auch die Planung von Baustellen einen Zeitvorlauf erfordert, ist es eher unwahrscheinlich, dass eine Gemeinde eine Baustelle verschieben kann.

Weitere Probleme sind die irreführenden Ansagen in den S-Bahnen, von denen ‘Reisenden-Lenker’ und Fahrgäste berichten. Immer wieder wird vor der Haltestelle Riem angesagt, dass die Fahrgäste bitte auf den bereitgestellten Ersatzbus umsteigen sollen. Bevor jedoch der Bus losfährt, kommt die nächste getaktete S-Bahn, die bis Erding durchfährt. Die Bahn-Mitarbeiter und Busfahrer schicken die Passagiere wieder zum Gleis 1 in Riem zurück.

Erding, Erdingen oder Arting?

Was auch auffällt: Immer wieder gibt es Reisenden-Lenker, die trotz mehrfacher Hinweise ‘Erdingen’ statt ‘Erding’ sagen. Da nimmt es sich direkt wohltuend aus, dass ein einheimischer Busfahrer bei den Ansagen und Hinweisen schon mal von ‘Arting’ spricht. Hinweis: So heißt die Kreisstadt östlich von München im oberbayerischen Dialekt. Der Kollege übersetzt das aber auch. ;)

Ein Unding ist, dass die automatisierte Ansage in den Bussen zum Teil nicht klappt, obwohl die Busse damit ausgerüstet sind. Zum Teil liegt das an mangelhafter Programmierung durch die RVO. Auf den ersten Kursen bis 7 Uhr gibt es grundsätzlich keine Ansage durch den Automaten, da diese Kurse als Leerfahrten programmiert wurden. Nach 15 Uhr gibt es auch wieder keine automatisierte Ansage (siehe Bild). Die Fahrer würden dadurch nochmals entlastet werden, da sie unter der Fahrt oft genug noch Fragen von nicht informierten und Fahrgästen beantworten müssen. Abhilfe, auch für weitere Infos zu regionalen Buslinien an den Stationen, könnte mitreisendes und regional vertrautes Info-Personal schaffen. Denn: Schienenersatzverkehr ist immer eine besondere Situation, in der selten Reisende schnell verunsichert sind.

Freundliches Personal

Ein Kompliment muss den vielen Busfahrern gemacht werden, die bis auf eine Ausnahme freundlich sind, informieren, beruhigen und sicher fahren. Leider haben die Kollegen der MVG und ihrer Partnerunternehmen es versäumt, sich auf das Niveau hinaufzubegeben. Es ist zwar verständlich, dass diese ihre Haltestellen bedienen wollen und die zusätzlichen Busse blockieren und behindern. Sich aber deswegen im Ton zu vergreifen und nach dem Schichtleiter zu rufen, wäre vermeidbar. Übrigens wäre es das auch, wenn die Bahn sich im Vorfeld intensiv mit der MVG unterhalten würde und praktikable Regelungen getroffen würden. Vielleicht wäre es dem einen oder anderen MVG-Bus dann auch möglich, eine S-Bahn abzuwarten, bis er losfährt.

Update zum 15.04.2012:

Schwachpunkte:

  • Mangelnde Einweisung einiger Busfahrer, die falsche Haltestellen anfahren
  • Mangelnde Ortskenntnis der Einweiser
  • Sprachliche Defizite (’10 vor um zu’ ist keine in Bayern gebräuchliche Zeitangabe, schon gar nicht fremdsprachigen Fahrgästen gegenüber)
  • Schlechte Vorbereitung seitens RVO (Linienwege, Haltestellenansage, falsche Haltestellen im Computer eingezeichnet…)
  • Keinerlei Hinweise im Schaukasten Markt Schwaben Nord
  • Keine generellen Schnellbusse zu Hauptverkehrszeiten

Positiv:

  • Die von mir kritisierte Ansage (siehe Artikel Eine Bahnansage … wurde ausgetauscht.
  • Die Einweiser haben vor Ort geschickt entschieden, einen Bus teils als Schnellbus einzusetzen.
  • Irritierende Ansagen in der S-Bahn wurden eingestellt, stattdessen weitgehend richtige Information durch das Fahrpersonal.
  • Gut geplante Fahrtzeiten der Busse, die Verspätungen resultierten aus Verkehrsaufkommen und verspätet einfahrenden S-Bahnen in Riem.

Grundsätzlich sind es Kleinigkeiten, an die bei der Planung des SEV nicht gedacht wird. Hier stehe ich der Bahn gerne als Ansprechpartner mit dem nötigen Wissen als ehemaliger Fahrer und dem wichtigen Blick von außen zur Verfügung.

Weitere Artikel zum SEV:
Eine Bahnansage…
Das Kopfkino der Bahn
Kommunikation und #Bahn – zwei Welten

Der Fahrplan zum SEV ist hier.

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In der Kategorie Bahn, Kommunikation am 11.04.12 um 18:34 Uhr veröffentlicht.
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