Die Energiewende ist auf den Weg gebracht, in Zukunft sollen Solar-, Wasser- und Windkraft hauptsächliche Stromlieferanten sein. Die Problematik dabei: Wie kann Energie besser ausgenutzt werden? Stromspeicher im herkömmlichen Sinn, quasi überdimensionierte Batterien, sind keine praktikable Lösung, auch wenn einer der großen Energieversorger das in einem Werbespot derzeit glauben machen mag.
Die Lösung ist so einfach wie kompliziert: Die Geräte müssen sich ändern, das Nutzungsverhalten von Energie muss ein anderes werden. In der Praxis kann das bedeuten: Ich wasche nicht mehr morgens um 7 Uhr meine Wäsche, wenn gerade viel Energie benötigt wird. Solche Tätigkeiten schiebt der Verbraucher in die Zeiten, wo viel Energie verfügbar ist. Nachmittags oder nachts ist das der Fall. Das können Geräte teils heute schon erledigen, bei Bosch und Siemens Hausgeräte (B/S/H/) will man aber noch einen Schritt weitergehen, wie Dr. Claudia Häpp vom Gerätehersteller erläutert:
Zu diesem Thema hielt die Projektleiterin von B/S/H/ in der Hanns-Seidel-Stiftung einen Vortrag. Viele Komponenten dieser vernetzten Technologie sind noch Zukunftsmusik. Und die Herausforderung für einen Hersteller, der bis vor wenigen Jahrzehnten eher „Blechbieger” war, sind nicht gerade wenige. Standards fehlen, was sich sehr gut daran sehen lässt, dass fast jeder Stromanbieter sein eigenes Smart-Meter hat. Smart-Meter sind Strom-Messgeräte, die den Verbrauch selbständig an den Energieversorger melden. Und überhaupt Smart-Meter: Aus Reihen des Publikums kamen starke Einwände dagegen. Ob Strahlenbelastung oder Abhör-Sicherheit. All das sind Punkte, die sicher noch diskutiert werden müssen. Claudia Häpp:
Europa nimmt eine führende Stellung ein, was stromsparende Geräte angeht. Dieser Führungsanspruch muss laut Hepp auch auf intelligente Netze ausgedehnt werden. Es wird noch dauern, bis wir unseren Haushalt komplett per App so steuern können, dass die Waschmaschine zur Zeit des billigsten Stroms das Waschen anfängt. Aber einen Anfang kann jeder schon heute bei sich machen. Claudia Häpp hat ganz naheliegende Tipps parat:
Ein Video mit den Vorstellungen von B/S/H/ zum vernetzten Haus findet sich hier. Dabei ist auch der Kühlschrank, dessen Inhalt man zumindest schon mal sehen kann. Bestellen geht noch nicht.
Ich selber habe seit drei Wochen meine komplette Wohnungsbeleuchtung auf LED umgestellt. Und ich habe keine Einbuße an Lebensqualität, aber spürbar mehr Geld zur Verfügung. Schon mit den großen Umrüstungen im letzten Jahr habe ich über 50 Euro an Vorauszahlungen an meinen Stromanbieter zurückbekommen. Bei einer Investition in neue Leuchtmittel von gut 100 Euro. Der Schritt lohnt sich durchaus.