Heinrich. Kultur. Medien.

Das Kulturblog aus Wasserburg.

Missbrauchte Kirche – das Interview mit Wolfgang F. Rothe

Wolfgang F. Rothe ist katholischer Priester. Er hat vor einigen Jahren eine traumatische Erfahrung gemacht: Er wurde Opfer massiven Machtmissbrauchs durch seinen Bischof (Küng). Jetzt hat er die Kraft gefunden, diese Geschichte zu erzählen – mit sehr expliziten Exkursen zur katholischen Kirche und ihrem Umgang mit Sexualität. Sein Fazit: Missbrauch bleibt in der katholischen Kirche so lange vorprogrammiert, wie die Kirche an ihrer ins Zwanghafte übersteigerten Fixierung auf das Thema Sexualität festhält. Sein Bericht ist aber mehr als ein Opferbericht. Heinrich. Kultur. Medien. konnte ein ausführliches Interview mit Wolfgang F. Rothe führen, der Pfarrvikar in München ist und auch als bekennender Whiskey-Fan reüssiert.

Missbauchte Kirche – von Dr. Dr. Wolfgang Rothe – ein Buch, in dem er hart mit der Kirche und ihrer Haltung zu Sexualität ins Gericht geht, ergänzt durch persönliche Erlebnisse.

Im Podcast unterhalten wir uns über katholische Sexualmoral – und das, was sich ändern müsste. Wie auch über seinen Werdegang und seine Erfahrungen.

„Das Problem sind nicht homosexuelle Priester, sondern Priester, die ihre Homosexualität hinter Homophobie zu verstecken suchen.“

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Das Aufzeichnen von Radiosendungen – mit der Synology ein Kinderspiel

Sie haben eine Synology als Datenspeicher? Prima. Wussten Sie, dass dieses feine Gerät mehr kann als nur Datenspeicher zu sein? Ich verwende meine Synology als Podcatcher und als Aufzeichnungsgerät für Radiosendungen. Das mit dem Podcatching habe ich im ersten Teil erklärt. Heute geht es um das Aufzeichnen von Radiosendungen. Das alles ist keine Hexerei – und größere Programmierkenntnisse braucht man eigentlich auch nicht.

Die Vorbereitung

Ich habe auf meiner Synology ein Verzeichnis „Aktuell“ angelegt, damit ich von meiner Musik- und Sendungssammlung „Audio“ und der Videosammlung „Video“ unterscheiden kann und zielgerichtet Gehörtes löschen kann. In dieses Verzeichnis laufen dann aufgenommene Sendungen und Podcasts.

Eintragen von Aufzeichnungen

In der Zeile oben finden Sie verschiedene Symbole. Sie nehmen das (mittlere), in dem Sie auf die Systemsteuerung zugreifen können.

Im Reiter links wählen Sie den ‘Aufgabenplaner’ aus.

Dann wählen Sie ‘Geplante Aufgabe’ aus.

Hier öffnet sich ein Fenster mit den Eingabemöglickeiten. Anstelle von Geplante Aufgabe geben Sie einen eindeutigen Titel ein, als Benutzer wählen Sie ihren Useraccount. Unter Zeitplan geben Sie die Uhrzeit an, zu der ein Befehl ausgeführt werden soll.

So sieht eine Eintragung unter „Aktion“ aus:

Hier tragen Sie den Befehl ein:

sleep 59 && wget 'https://st02.sslstream.dlf.de/dlf/02/mid/aac/stream.aac' -U "" -qO - | tee - /volume1/homes/Sendekomplex/Drive/Aktuell/date +\%m\%d\ '1300 Länderreport'.aac

Aufgedröselt stehen die einzelnen Teile für:

sleep 59 Der Rechner schläft noch für 59 Sekunden, wenn er das erfolgreich erledigt hat … (wenn ich den Befehl auf 09:04 setze, schläft er also noch bis 09:04:59. Das ist interessant, wenn man z.B. Wetter und Verkehrsnachrichten etwas kürzer halten will – bei Webstreams gibt es leider kein cue-Signal, das man ausnutzen könnte.)

&& hängt er den folgenden Befehl an:

wget ‘https://st02.sslstream.dlf.de/dlf/02/mid/aac/stream.aac’ -U “” -qO – | tee –

/volume1/homes/user/Drive/Aktuell/date +\%m\%d\ ‘1300 Länderreport’.aac mit wget wird der Stream des Radioprogramms abgeholt. Der Stream steht in den Hochkommata ‘ ‘ (Shift+#). Die restlichen Parameter brauchen Sie nicht verinnerlichen, die sollten nur drin stehen. /volume1/homes/user/Drive/Aktuell/date +\%m\%d\ ‘1300 Länderreport’.aac *- das ist der Pfad, in den die Aufzeichnung laufen soll. Wie schon beim Podcatching geschieht das bei mir in den Bereich *Aktuell. **date +\%m\%d **   Diese Angabe ist fakultativ, ich gebe das Datum in Monat und Tag zweistellig an, wenn Sie das nicht brauchen, können Sie es weglassen. Ansonsten stellen Sie diese Angabe in Accents (Shift+’). In Hochkommata setze ich dann den Sendungstitel samt Datei-Endung.

Damit die Aufzeichnung auch wieder beendet wird, braucht es eine neue Aufgabe. Ich verwende den Befehlt ‘pkill‘, gefolgt von einem Teil des Pfades zur URL des Streams: sleep 20 && pkill -f st02.sslstream (Das ist in diesem Fall der Stream von DLF Kultur).

Die Streams finden Sie meistens, wenn sie auf den Seiten der Sender nach livestream, stream und/oder URL suchen.

Viel Spaß beim Hören!

Programmierung mit Scripten

Für Fortgeschrittene gibt es auch die Möglichkeit, mit Scripten zu arbeiten. In meinem Spezialfall behandle ich die Musikstunde auf SWR2, die am Samstag läuft. Das Monats-Sendeschema von SWR2 ist folgendermaßen:

  1. Samstag Jazz across the boarder
  2. Samstag Das Musikrätsel
  3. Samstag Pasticcio musicale
  4. Samstag Musiksendung oder Die musikalische Monatsrevue
  5. Letzter Samstag Die musikalische Monatsrevue

Das Musikrätsel möchte ich nicht hören, deswegen soll der Rechner da nicht aufzeichnen. Und es gilt die Unterscheidung zwischen Monaten mit vier und fünf Samstagen zu machen. Das habe ich mit einem einfachen Script gelöst:

 #!/bin/sh
# Erster Samstag im Monat: Jazz across the boarder
    if [ $(date +\%d) -lt 8 ]
        then sleep 45 && wget 'http://swr-swr2-live.cast.addradio.de/swr/swr2/live/mp3/256/stream.mp3' -U "" -qO - | tee - /volume1/homes/Sendekomplex/Drive/Aktuell/`date +\%m\%d`\ '0905 SWR2 Musikstunde – Jazz across the boarder'.mp3
    fi
# Dritter Samstag im Monat: Pasticcio musicale
    if [ $(date +\%d) -gt 14 -a $(date +\%d) -lt 22 ]
        then sleep 45 && wget 'http://swr-swr2-live.cast.addradio.de/swr/swr2/live/mp3/256/stream.mp3' -U "" -qO - | tee - /volume1/homes/Sendekomplex/Drive/Aktuell/`date +\%m\%d`\ '0905 SWR2 Musikstunde – Pasticcio musicale'.mp3
    fi
# Letzter Samstag im Monat: Die musikalische Monatsrevue
    if [ $(date +\%d) -gt 21 -a $(date +\%d) -lt 32 ]
        then if [ $(/bin/date -d '1 week' '+%m') -ne $(/bin/date '+%m') ]
        then sleep 45 && wget 'http://swr-swr2-live.cast.addradio.de/swr/swr2/live/mp3/256/stream.mp3' -U "" -qO - | tee - /volume1/homes/Sendekomplex/Drive/Aktuell/`date +\%m\%d`\ '0905 SWR2 Musikstunde – Die musikalische Monatsrevue'.mp3
        else
        sleep 45 && wget 'http://swr-swr2-live.cast.addradio.de/swr/swr2/live/mp3/256/stream.mp3' -U "" -qO - | tee - /volume1/homes/Sendekomplex/Drive/Aktuell/`date +\%m\%d`\ '0905 SWR2 Musikstunde – Der vierte Samstag'.mp3
    fi
    fi

Exkurs:
Der Editor, den sie auf eineTerminal auf der Oberfläche der Synology öffnen können, ist vi. vi ist so ziemlich der älteste Editor, die meisten haben einen Horror davor. Im Folgenden erkläre ich die wichtigsten Schritte, die Sie wissen müssen.

Sie öffnen mit vi user/Drive/Scripte/Name__des__scripts.sh eine Datei. „user“ steht dabei für Ihren Benutzernamen auf der Synology, bei mir sind alle Daten im Unterverzeichnis „Drive“ gespeichert. Das kann abweichen, je nach Konfiguration. Mit ‘i’ kommen Sie in den Insert-Modus, also können Sie in das File schreiben. Folglich können Sie auch das obenstehende Script einfügen. Um dieses abzuspeichern, drücken Sie die Escape-Taste. Dann geben Sie ‘:set ff=unix”, damit wird das Zeilenende der einzelnen Script-Befehle auf ein Unix-Ende umgewandelt. Andernfalls wird das Script nicht funktionieren, da es die Kommandozeile in DOS interpretiert. Dann geben Sie ‘:wq’ ein. Mit (w) schreiben Sie die Datei auf die Synology und quittieren den Editor (q). eine gute, komprimierte Übersicht zu Skriptings unter Linux/Unix finden Sie hier.

In der Zeile if [ (date +%d) -gt 14 -a (date +%d) -lt 22 ] werden die näheren Kriterien angegeben: Das Datum muss größer sein (greater then) als 14 (-gt 14) und kleiner (less than) 22 sein.

Damit ein Skript ausgeführt werden kann, muss es zuerst ausführbar gemacht werden. Dies geschieht z.B. in der Konsole durch folgenden Befehl:

chmod +x /pfad/zu/mein_Skript

Im Aufgaben planer tragen Sie als Aufgabe bash /volume1/homes/user/Drive/Scripte/musikstunde.sh ein. Dabei ist es wichtig, ‘bash’ anzugeben und von einem Leerzeichen gefolgt den Pfad zum Script. Die Angabe ‘bash’ ist wichtig, damit die Synology weiß, welchen Bash-Interpretor sie nehmen muss, um zu verstehen, was sie wollen.

Nützlich zu wissen:

Zeichen wie ! ? : “ sollten Sie in der Eingabe vermeiden, diese werden in dieser Notation als Programmierelemente gedeutet und erzeugen seltsame Dateinamen. Korrekte Anführungszeichen, also „“, werden hingegen korrekt interpretiert.

Podcatching mit der Synology

Sie haben eine Synology als Datenspeicher? Prima. Das kann ja nicht schaden. Wussten Sie, dass dieses feine Gerät mehr kann als nur Datenspeicher zu sein? Ich verwende meine Synology als Podcatcher und als Aufzeichnungsgerät für Radiosendungen. In diesem zweiteiligen Beitrag möchte ich Sie an meinen „Geheimnissen“ teilhaben lassen. Das alles ist keine Hexerei – und größere Programmierkenntnisse braucht man eigentlich auch nicht. Vielleicht ein bisschen Liebe zu Linux, aber das isses dann auch schon. Tja, in einer Synology steckt Linux. Aber wie gesagt, es ist keine Hexerei.. Und heute geht es um das Podcatching, also die Möglichkeit, Podcasts im Hintergrund herunterzuladen:

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Von Nashörnern, der Jugend ohne Gott und einer Museums-App – der #HKMPodcast 2101

Lange hat es gedauert, aber nun dürfen Museen und Theater wohl wieder dauerhaft öffnen. Grund genug um zu schauen, was sich in Wasserburg tut. Voilà, der HKM-Podcast 2101 – Folge eins im zweiten Pandemiejahr.

Das Gelände der ehemailgen Essigfabrik in Wasserburg. Foto: Katrin Meindl. Mit freundlicher Genehmigung des Theater Wasserburgs

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„Die Nashörner“ kommen über Zoom

Theater Wasserburg liest Erzählung von Eugène Ionesco

Eugène Ionesco hat nicht nur das Bühnenstück „Die Nashörner“ geschrieben, sondern vorab auch eine gleichnamige Erzählung. Das Theater Wasserburg plant derzeit, sich als nächstes dem Bühnenstück zu widmen. Vorab ist nun die Erzählung als Lesung zu hören – live via Zoom.

Da im Theater vor Corona-Zeiten der Donnerstag der fixe Wochentag für die monatliche Lesereihe „Betreutes Trinken“ war, ist nun auch diese Zoom-Lesung an einem Donnerstag zu hören: am 6. Mai um 20 Uhr.

Der rumänisch-französische Autor stellt in der Erzählung „Die Nashörner“ einen Menschen in den Mittelpunkt, dem sein Umfeld nach und nach auf obskure Weise abhanden kommt. Einer nach dem anderen verwandelt sich und entfernt sich von ihm weg. Bis er am Ende überlegt, ob mit ihm selbst vielleicht irgendwas nicht ganz stimmt …

Es lesen: Susan Hecker, Hilmar Henjes, Carsten Klemm, Nik Mayr, Annett Segerer und Regina Alma Semmler. Regie / Aufnahmeleitung: Uwe Bertram.

Weitere Informationen zu diesem kostenfreien Angebot und Anmeldung über das Theater Wasserburg, Telefon 08071-597345, karten@theaterwasserburg.de. Wer angemeldet ist, erhält einen Zugangslink.

Bild: Annett Segerer

Argenta.

2015 – 2021

Am Donnerstagabend (21.01.21) um 19.48 Uhr ist Argenta von uns gegangen. Anfang Dezember diagnostizierte die Tierärztin eine fortgeschrittene Niereninsuffizienz bei ihr. Dennoch rappelte sich Argenta auf, auch über Weihnachten und den Jahreswechsel. Am Montagmorgen fand ich Blut in ihrem Urin. Diagnose der Tierärztin: kommt aus den Nieren. Die Tierärztin gab Argenta nochmal eine Schmerz- und Aufbauspritze. Doch schon am Montagabend verschlimmerte sich ihr Zustand. Dennoch kam sie zur Kuschelrunde auf mein Bett, was sie in den vergangenen Wochen kaum ausließ, auch wenn ich mich tagsüber nur mal zum Ausruhen hinlegte. Sie war sofort da. tap tap tap hüpf.
Mittwochabend lagen wir abends im Bett und hörten Bruckner. Argenta hat die Nähe zu mir genossen. Auch wenn sie mir ins Bett pieselte. Egal. Am Morgen fand ich sie auf ihrem Kratzbaum. Sie konnte sich vor Schmerzen kaum bewegen, hat aber still geduldet. Argenta hat dann nichts mehr gefressen, nichts mehr getrunken und lag nur noch in meiner Nähe auf der Couch. Am Donnerstag rief ich also die Tierärztin wieder an. Sie kam nachmittags und sagte, dass wir Argenta erlösen müssten, auch aus Gründen des Tierschutzes. Sie gab ihr eine Schmerzspritze und ich hatte noch vier Stunden, um mich von ihr zu verabschieden. Dann kam die Tierärztin wieder und dann kam der Abschied.


Es waren 11 Monate, die wir hatten. Die ersten Monate zwar nur unter der Anrichte, aber dafür seit geraumer Zeit eine unglaublich kommunikative Katze, ein Trost und eine wunderbare Begleiterin. Als die Tierärztin Argenta eingepackt hatte, lag da noch eine weiße Felllocke auf dem Sofa. Die Erinnerung hat sie mir zurückgelassen.

Sie wird kremiert und auf dem Tierfriedhof beim Krematorium in Riem beigesetzt.

Auf einen Kaffee mit Stefan Scherer

… Maler, der eine Ausstellung im Museum der Stadt Wasserburg bestückt hat. Der #HKMPodcast 2002.

Wasserburger Impressionen im Museum Wasserburg.
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